Rasenprobleme erkennen und beheben: Rasenfilz, Moos, Lücken und Flecken
- Rasenfilz sollte spätestens ab einer Schichtdicke von 1 cm entfernt werden.
- Beim pflegenden Vertikutieren ritzen die Messer den Boden höchstens 0,3 cm tief an; in Trockenphasen wird nicht vertikutiert.
- Moos kann durch Schatten, Verdichtung, Filz, Nährstoffmangel oder zu tiefen Schnitt gefördert werden und beweist allein keinen Kalkbedarf.
- Brauner etablierter Rasen kann nach Regen wieder austreiben; nachgesät wird erst, wo größere Lücken bleiben.
- Bei Fraßverdacht nachgraben: Engerlinge schädigen Wurzeln, Wiesenschnakenlarven fressen Gräser dicht über dem Boden.
- Nachsaat etwa 4 Wochen durchgehend feucht halten, damit auch spät keimende Gräser auflaufen.
Moospolster unter dem Baum, gelbe Nester mitten im Sommer, eine braune Schicht, durch die das Gießwasser schlecht in den Boden kommt. Wer da sofort düngt oder kalkt, arbeitet leicht an der Ursache vorbei. Aufhellungen können außer durch Nährstoffmangel auch durch Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder verdichteten Boden entstehen. Und Moos beweist für sich allein keinen Kalkbedarf.
Ich schaue mir eine Problemstelle deshalb zuerst von unten an. Mit dem Spaten steche ich ein Stück GrasnarbeDie Grasnarbe ist die zusammenhängende Pflanzendecke, die Gräser auf Wiesen, Weiden und Rasenflächen bilden. Ist sie dicht, hält die Fläche Tritt gut aus und Unkräuter finden kaum Platz. aus, messe die Filzschicht mit dem Zollstock und suche Wurzeln und Erde nach Larven ab. Rasenfilz, Moos, Lücken und Unkraut können dabei zusammenhängen: Filz, verdichteter Boden und zu tiefer Schnitt können Moos fördern, und wo der Rasen lückig ist, finden Unkräuter Platz.
Wie du Rasen grundsätzlich pflegst, steht in den Grundlagen zu Mähen, Gießen und Düngen. Hier geht es um die Probleme, ihre Ursachen und das, was du an der Stelle selbst tun kannst.
Rasenprobleme erkennen: Rundgang, Spatenprobe, Bodenprobe
Bevor du etwas unternimmst, verschaffst du dir einen Überblick über die ganze Fläche. Achte darauf, ob ein Problem gleichmäßig verteilt ist oder in Nestern auftritt. Ebenso wichtig ist, ob es an Schatten, Senken oder viel betretene Stellen gebunden ist. Ich nehme für diesen Rundgang einen Notizblock mit und skizziere, wo welches Problem sitzt.
Darauf achte ich beim Rundgang über den Rasen:
- Farbe: gelb, braun oder rötlich, gleichmäßig oder in Nestern
- Dichte: kahle oder dünne Stellen, Moospolster, Unkrautnester
- Form: runde Flecken, Ringe, Erdhügel
- Halt: Lassen sich Grasbüschel leicht herausziehen?
- Wasser: Steht es nach Regen in Senken?
Was ein Symptom bedeuten kann
Ein Symptom ist ein Hinweis, keine Diagnose. Die Tabelle zeigt, woran ein Schadbild denken lassen kann und wie du den Verdacht prüfst.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | So prüfst du nach |
|---|---|---|
| Ältere Blätter vergilben | Stickstoffmangel, aber auch Trockenheit, Staunässe, Wurzelschäden oder Verdichtung | SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge., Bodenprobe mit gesondertem Stickstoffauftrag |
| Rasen vergilbt nesterweise, Büschel lassen sich leicht herausziehen | Engerlinge, die an den Wurzeln fressen | Nachgraben: weißliche, C-förmige Larven mit braunem Kopf |
| Gräser dicht über dem Boden abgefressen | Larven der Wiesenschnake | Nachgraben: graubraune, walzenförmige Larven bis 4 cm, die besonders nachts fressen |
| Fläche nach Trockenheit großflächig braun | Trockenruhe, nicht zwingend abgestorbene Gräser | Topftest mit einer Rasenprobe |
| Flecken mit weißgrauem bis rötlichem Pilzgeflecht | Schneeschimmel | Flecken anfangs etwa 2,5 bis 5 cm groß, sie können bis 30 cm anwachsen |
| Rosafarbenes, später rotes gallertartiges Gewebe an den Halmen | Rotspitzigkeit | Unregelmäßige Schadflecken; befallene Gräser sterben üblicherweise nicht ab |
| Kleine gelbliche Flecken | Dollarfleckenkrankheit | Flecken anfangs etwa 1 bis 2 cm, später bis 5 cm groß |
| Orangefarbene Pilzfruchtkörper auf den Halmen | Rost | Halme aus der Nähe ansehen |
| Ringförmige Zonen mit vertrocknetem Gras | Hexenring | Spatenprobe: wasserabweisendes Pilzgeflecht im Boden kann die Wurzeln austrocknen lassen |
| Moospolster | Schatten, Verdichtung, Filz, Nährstoffmangel, zu tiefer Schnitt oder anhaltende Feuchte | Lichtverhältnisse, Spatenprobe, Bodenprobe |
| Hohe, runde Erdhügel | Maulwurf | Hügelform ansehen; der Maulwurf ist geschützt |
| Flache, asymmetrische Erdhaufen | Wühlmaus | Hügelform ansehen |
| Auffällige Flecken an Stellen, die Hunde nutzen | Urinstellen | Lage der Flecken mit den Hundeplätzen vergleichen |
Rechne damit, dass sich Schadbilder ähneln. Schneeschimmel und Typhula-Fäule können als Mischinfektion auftreten, dann bleibt die Bestimmung allein am Fleck unsicher. Beim Hinsehen hilft ein Unterschied: Bei Typhula-Fäule wirken befallene Gräser trocken und papierartig, bei Schneeschimmel feucht und schleimig.
Die Spatenprobe: der Blick unter die Grasnarbe
An jeder auffälligen Stelle steche ich ein Stück Rasen aus und lege es neben das Loch. Dann prüfe ich drei Dinge: die braune Schicht zwischen den grünen Halmen und der Erde, die Wurzeln und die Erde selbst. Bei Fraßverdacht suchst du Wurzelbereich und Erde gezielt nach Larven ab, denn erst das Nachgraben klärt den Verdacht.
Geht der Spaten schwer in den Boden und bleiben die Wurzeln flach, kann Verdichtung dahinterstecken. Verdichteter Boden hat weniger Grobporen und lässt Wasser und Luft schlechter durch. Das begünstigt ein flaches Wurzelwerk, Staunässe und Sauerstoffmangel im Wurzelraum.
Bodenprobe und Pflanzenanalyse
Ob Nährstoffe fehlen oder der pH-Wert nicht passt, klärt eine Bodenuntersuchung. Das Ergebnis zeigt Unter- und Überversorgung und erlaubt dir gezielte Kalk- und Nährstoffgaben statt Düngen auf Verdacht.
Für eine Rasen-Bodenprobe stichst du 10 bis 15 Einzelproben aus 0 bis 10 cm Tiefe, mischst sie gründlich und schickst rund 500 g ans Labor. Für Wiederholungen nennen Beratungsstellen Abstände von 2 bis 3 oder 3 bis 4 Jahren. Beprobe möglichst zur gleichen Jahreszeit und vor einer Düngung.
Das Standardpaket umfasst pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium; leicht löslichen Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Weil vergilbende ältere Blätter auf Stickstoffmangel hindeuten können, lohnt bei diesem Verdacht der Zusatzauftrag. Welcher pH-Wert passt, hängt von der Bodenart ab: Auf Sand liegt der Zielbereich niedriger als auf Lehm oder Ton, die Werte stehen im Rasen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden. Liegt dein Messwert oberhalb des Zielbereichs, wird nicht gekalkt.
Wächst der Rasen fleckig, ergänzt eine Pflanzenanalyse die Bodenprobe, denn sie erfasst die aktuelle Nährstoffversorgung im Pflanzengewebe. Dafür werden zwei getrennte Proben untersucht: eine aus einem Bereich mit gesundem Wuchs und eine aus einem vergleichbaren Bereich mit gestörtem Wuchs. Nimm die Proben nicht direkt nach einer Düngung, weil anhaftende Nährstoffreste das Ergebnis verfälschen können.
Rasenfilz: wie er entsteht und wann er raus muss
Rasenfilz ist eine Schicht aus unvollständig zersetzten Grasresten zwischen den grünen Halmen und dem Boden. Eine dünne Auflage kann die Verdunstung mindern. Wird die Schicht stärker, kann sie das Eindringen von Wasser und Dünger behindern.
Filz bildet sich, wenn Grasreste liegen bleiben und nicht vollständig abgebaut werden. Den Abbau leisten Bodenorganismen: Mikroorganismen zersetzen Pflanzenreste und setzen dabei Nährstoffe frei, Regenwürmer verarbeiten organisches Material. Gefördert wird dieses Bodenleben durch organische Nahrung und einen Boden, der nicht verdichtet ist. Weil Filz aus unvollständig abgebauten Grasresten besteht und Verdichtung das Bodenleben bremst, das diese Reste abbaut, kann ein verdichteter Boden die Filzbildung begünstigen.
Auch beim Mulchmähen kann Filz entstehen. Das Schnittgut bleibt liegen und gibt bei seiner Zersetzung Nährstoffe an den Rasen zurück. Damit es die Filzbildung nicht fördert, mähst du trockenes Gras regelmäßig und häufig, sodass kurzes Schnittgut fein und gleichmäßig verteilt liegt. In der Hauptwachstumszeit sind dafür etwa 2 Schnitte pro Woche nötig. Klumpen oder eine geschlossene Schicht aus Schnittgut sollen dabei nicht entstehen.
Spätestens ab einer Schichtdicke von 1 cm sollte der Filz entfernt werden. Ich messe das an mehreren Spatenproben über die Fläche verteilt nach, bevor ich den Vertikutierer hole.
Vertikutieren in fünf Schritten
Vertikutiert wird nur, wenn Rasenfilz oder abgestorbene Grasreste entfernt werden müssen.
- Zeitpunkt wählen. Warte im Frühjahr, bis der Boden abgetrocknet und erwärmt ist und das Gras wieder wächst. Ein geeigneter Termin liegt nach dem zweiten Rasenschnitt, die Forsythienblüte dient als Anhaltspunkt.
- Vorher mähen. Kürze den abgetrockneten Rasen auf etwa 2 bis 3 cm.
- Messer einstellen. Die Messer reichen bis zur Bodenoberfläche und ritzen den Boden höchstens 0,3 cm tief an. Ich fahre zuerst eine kurze Probebahn und kontrolliere, ob sie den Boden nur anritzen.
- Längs und quer arbeiten. Arbeite den Filz in beiden Richtungen heraus und räume das Material vollständig ab.
- Lücken nachsäen. Kahle Stellen, die nach dem Abräumen sichtbar werden, säst du nach.
Für kleine Flächen bis etwa 50 m² kann ein Handvertikutierrechen ausreichen. Steht eine Frühjahrsdüngung an, kann sie kurz nach dem VertikutierenVertikutieren ist ein Pflegeschritt für den Rasen: Scharfe Messer ritzen die Fläche leicht an und holen den Rasenfilz heraus. Rasenfilz ist eine Schicht aus liegen gebliebenem Schnittgut, abgestorbenen Pflanzenresten und Moos. folgen, weil die Körner dann leichter den Boden erreichen.
Vertikutieren in einer Trockenphase. Während ausgeprägter Trockenheit wird nicht vertikutiert. Auch neu angesäter Rasen wird im ersten Jahr noch nicht vertikutiert.
Vertikutieren lockert den Boden? Nein. Die Messer sollen nur bis zur Bodenoberfläche reichen und den Boden nicht zur Lockerung tief aufschneiden. Verdichtete Flächen lockert das AerifizierenAerifizieren heißt, den Boden unter dem Rasen mit Zinken zu durchlöchern. Die Hohlräume verbessern den Luftaustausch im verdichteten Boden und fördern so Wurzelwachstum und Bodenleben., das Schlitze oder Löcher in den Boden bringt.
So beugst du neuem Filz vor
- Mulchmähen nur bei trockenem Gras, regelmäßig und häufig, damit das Schnittgut fein verteilt bleibt.
- Feuchten Boden nicht mit schweren Geräten befahren; nach Starkregen wartest du, bis der Boden wieder trägt.
- Verdichtete Stellen aerifizieren und die Löcher mit Sand verfüllen, damit durchlässige Kanäle entstehen.
- Kompost liefert dem Bodenleben organisches Material; seine Nährstoffe rechnest du bei der Düngung mit.
Moos im Rasen: erst die Ursache, dann der Rechen
Moos im Rasen wird durch ein Zusammenwirken mehrerer Bedingungen begünstigt: Beschattung, BodenverdichtungBodenverdichtung bedeutet, dass der Boden zusammengedrückt ist und seine lockere Struktur verloren hat, vor allem durch Betreten oder Befahren in feuchtem Zustand. Wurzeln dringen dann kaum ein, und Regenwasser bleibt oft in Pfützen stehen., zu tiefer Schnitt, Rasenfilz, Nährstoffmangel und länger anhaltende Feuchtigkeit. Welche davon bei dir zutrifft, zeigen die Lage der Moosflecken, die Spatenprobe und die Bodenprobe.
| Mögliche Ursache | So prüfst du | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Schatten | Notieren, zu welcher Tageszeit und wie lange Licht auf die Stelle fällt | Mindestens 4,5 cm Schnitthöhe, Laub und Schnittgut abräumen |
| Verdichtung | Spaten geht schwer in den Boden, Wurzeln bleiben flach | Aerifizieren und die Löcher mit Sand verfüllen |
| Zu tiefer Schnitt | Schnitthöhe am Mäher kontrollieren | Höher mähen, je Mähgang höchstens ein Drittel der Halmlänge abnehmen |
| Rasenfilz | Filzschicht in der Spatenprobe messen | Spätestens ab 1 cm vertikutieren |
| Nährstoffmangel | Bodenuntersuchung | Gezielt düngen, was fehlt |
| Anhaltende Feuchte | Wasser steht nach Regen in Senken | Verdichtung lösen; bleibt die Fläche zu nass, kann eine fachlich geplante Dränage nötig werden |
Moos heißt saurer Boden, also kalken? Nein. Moose wachsen auch auf alkalischen Böden, deshalb rechtfertigt Moos keine pauschale Kalkung. Ob Kalk nötig ist, klärt die Bodenprobe.
Moos holst du mechanisch heraus, sobald der Boden erwärmt und abgetrocknet ist und das Gras wieder wächst. Dafür nimmst du den Vertikutierer in derselben flachen Einstellung wie beim Filz und säst die entstandenen Lücken nach. Weil das Entfernen weder Lichtmangel noch Verdichtung beseitigt, kann das Moos an derselben Stelle zurückkommen, solange die Ursache bleibt. Aerifizieren verbessert verdichtete Oberflächen, eine tiefgründige Verdichtung behebt es aber nicht.
Im Schatten bilden Rasengräser weniger Ausläufer und stecken ihr Wachstum stärker in lange Triebe. Unter Bäumen kommt die Konkurrenz der Wurzeln um Wasser und Nährstoffe dazu, und der Boden kann dort auch nach Regen trocken bleiben. In tiefem Dauerschatten unter Gehölzen oder an Gebäuden hält sich auch eine Schattenrasenmischung langfristig nicht. Dort pflanze ich Schattenstauden wie Elfenblumen, Farne und Funkien statt neuer Rasensaat.
Ich stecke im Frühjahr an jeden Moosfleck ein Holzstäbchen. An mehreren Tagen schaue ich morgens, mittags und nachmittags nach, ob dort Sonne hinkommt. So trenne ich Stellen, an denen das Licht fehlt, von solchen, an denen eher der Boden das Problem ist.
Kahle Stellen und Lücken: erst prüfen, dann nachsäen
Kahle Stellen können durch Trockenheit, Fraß von Engerlingen oder Wiesenschnakenlarven, Pilzbefall oder Urin von Hunden entstehen. Auch intensive Nutzung bei hoher Bodenfeuchte kann die Rasenoberfläche zerstören und den Boden verdichten. Nach einer Einsaat kommen Austrocknung, ungleichmäßig verteilte Saat, zu tiefes Einarbeiten und Wasser in Senken als Ursachen dazu. Kläre die Ursache mit der Spatenprobe, bevor du säst, sonst kann die Lücke an derselben Stelle wiederkommen.
Braun heißt nicht abgestorben
Ein etablierter Rasen kann bei Trockenheit braun werden und sein Wachstum einstellen, ohne abgestorben zu sein. Nach ausreichendem Regen kann er wieder austreiben. Ich warte deshalb ab und beobachte, welche Bereiche bei feuchterer Witterung von selbst neu austreiben.
Stich an einer braunen Stelle eine 5 bis 8 cm tiefe Rasenprobe aus, setz sie in einen Topf und halte sie feucht. Zeigen sich nach etwa einer Woche neue grüne Spitzen, weist das auf verbliebene Vitalität hin.
Während der Trockenphase betrittst und mähst du den Rasen weniger und vertikutierst nicht. Nachgesät wird erst dort, wo nach Regen tatsächlich Pflanzen abgestorben sind und größere Lücken bleiben. Mit der Reparatur beginnst du bei kühlerer, feuchterer Witterung, damit du die NachsaatNachsaat heißt, Lücken in einem bestehenden Pflanzenbestand nachträglich mit frischem Saatgut zu schließen, ohne die Fläche komplett neu anzulegen. Im Garten betrifft das etwa lückigen Rasen oder Wiesenflächen. zuverlässig feucht halten kannst.
Nachsaat in fünf Schritten
Für schnellen Lückenschluss eignen sich Nachsaatmischungen mit viel Ausdauerndem Weidelgras, weil es schnell aufläuft und sich rasch regeneriert. Lücken nach einer Einsaat kannst du auch mit der ursprünglich verwendeten Mischung schließen.
- Vorbereiten. Mähe den Altbestand kurz und entferne Schnittgut und abgestorbenes Material vollständig.
- Anritzen. Raue die Oberfläche auf, damit die Samen direkten Kontakt zum Boden bekommen.
- Säen. Mische das Saatgut durch und verteile es gleichmäßig im Kreuz- und Quergang. Halte dich an die Aufwandmenge deiner Mischung, denn zu viel Saat verstärkt die Konkurrenz der jungen Gräser und kann Pilzbefall begünstigen.
- Bedecken und andrücken. Bedecke die Samen nur leicht mit Erde und drücke sie an.
- Feucht halten. Halte die Stellen durchgehend feucht, auch wenn schon erste Halme stehen.
| Nachsaat | Orientierungswert |
|---|---|
| Saatmenge für geschädigte Flächen | etwa 20 bis 25 g je m² |
| Zeitraum | April bis September bei feuchtwarmer Witterung |
| Nach sommerlicher Trockenheit | September oder Oktober |
| Auflaufen von Ausdauerndem Weidelgras | 7 bis 15 Tage |
| Erste sichtbare Halme | bei günstigen Bedingungen nach 4 bis 7 Tagen |
| Durchgehend feucht halten | etwa 4 Wochen |
| Erster Schnitt | bei etwa 10 cm Aufwuchs auf 5 bis 6 cm |
| Wieder belastbar | bei erfolgreicher Etablierung nach etwa 4 bis 6 Wochen |
Die ersten Halme erscheinen deutlich früher als die spät keimenden Gräser der Mischung, und ein Keimling, der austrocknet, kann absterben. Wer nach dem ersten Grün mit dem Gießen nachlässt, riskiert also genau die langsamen Mischungspartner. Kleine nachgesäte Stellen schützt du mit Vlies vor Vogelfraß. Ist bei intakter Grasnarbe eine tiefere Mulde entstanden, hebst du die Soden an, füllst Erde darunter und setzt sie wieder ein.
Die Saatzeiten hast du mit dem Rasen-Aussaatkalender zum Ausdrucken griffbereit. Woran eine Nachsaat scheitern kann, erklärt der Beitrag zu den typischen Fehlern beim Nachsäen.
Besteht die Fläche zu großen Teilen aus Moos und Unkraut, kann eine Neuanlage zweckmäßiger sein als wiederholtes Ausbessern. Eine Herstellerfaustregel empfiehlt sie, wenn bei mindestens einem Kriterium wie Unkraut, Kahlstellen, unerwünschten Gräsern oder Unebenheiten mehr als 50 % der Fläche betroffen sind.
Unkraut im Rasen: erkennen und sofort handeln
Drei Arten erkennst du im Rasen an diesen Merkmalen:
- Löwenzahn: bodennahe Rosette aus gezähnten Blättern, einzelne gelbe Blütenköpfe auf hohlen, blattlosen Stielen, tiefe PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche..
- Gänseblümchen: grundständige, zungenförmige Blätter, blattlose Stiele, Blüten mit gelber Mitte und weißen bis rosafarbenen Zungenblüten.
- Weißklee: am Boden kriechende Triebe, die an den Knoten wurzeln, dazu weiße Blütenköpfchen.
Als Sofortmaßnahme stichst du einzelne Pflanzen mit möglichst vollständiger Wurzel aus, denn beim Löwenzahn erfasst Mähen die bodennahen RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz. nur begrenzt, und verbliebene Wurzelteile treiben wieder aus. Wie du vorhandenes Unkraut im Gebrauchsrasen bekämpfst und wie Sortenwahl, dichte Saat und Pflege neuem Unkraut vorbeugen, steht in zwei eigenen Ratgebern.
Pilze und Schädlinge: was du selbst tun kannst
Lange nasse Blätter, Schatten und wenig Luftbewegung begünstigen Pilzkrankheiten im Rasen. Kühl-feuchte Witterung bei 0 bis 8 °C, Staunässe und liegen gebliebenes Laub fördern winterliche Pilzkrankheiten wie Schneeschimmel; eine Schneedecke braucht er dafür nicht. Ich gieße deshalb am frühen Morgen, halte die Mähermesser scharf und räume Laub regelmäßig vom Rasen. Scharfe Messer vermindern ausgefranste Schnittstellen, die Pilzen als Eintrittspforte dienen können.
Nach einem Befall rechst du abgestorbenes Gras erst nach dem Abtrocknen vorsichtig heraus, mechanische Bodenpflege folgt ebenfalls erst danach. Bei Rotspitzigkeit sterben befallene Gräser üblicherweise nicht ab und können wieder austreiben. Ob tiefes Lockern und kräftiges Wässern bei Hexenringen helfen, gilt als nicht gesichert.
Chemie ist bei Rasenproblemen höchstens das letzte Mittel und ändert nichts an Schatten, Verdichtung oder Schnitthöhe. Wenn du doch zu einem Mittel greifst, muss es für den Haus- und Kleingarten zugelassen sein und im zugelassenen Anwendungsgebiet nach Gebrauchsanweisung eingesetzt werden. Trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit und entsorge Reste sachgerecht. Solche Mittel können auch Nützlinge und erwünschte Pflanzen treffen.
Bei Fraßverdacht gräbst du nach und suchst nach Larven. Engerlinge schädigen die Wurzeln, die Larven der Wiesenschnake fressen die Gräser dicht über dem Boden ab. Regenwürmer dagegen sind keine Rasenschädlinge, denn mit ihren Röhren verbessern sie Belüftung und Versickerung.
Maulwürfe sind geschützt. Du darfst sie nicht fangen, jagen, verletzen oder töten und ihre Gänge nicht beschädigen. Hügel trägst du vorsichtig mit dem Spaten ab, denn Einstampfen kann Reparaturgrabungen und neue Erdhaufen auslösen. Die abgetragene Erde kannst du als Pflanzenerde verwenden.
Pflegefehler, die Rasenprobleme fördern
Zu kurzer Schnitt begünstigt Moos und unerwünschte Kräuter, deshalb nimmst du je Mähgang höchstens ein Drittel der Halmlänge ab. Etablierten Rasen gießt du durchdringend, und bei großer Hitze und Trockenheit setzt du das Düngen aus. Schnitthöhen, Wassermengen und den Düngeplan findest du im Rasen-Ratgeber in den Abschnitten Mähen, Gießen und Düngen.
Rasenprobleme im Jahreslauf
Im Frühjahr fallen Moos, Filz und Winterschäden auf, im Sommer kann Trockenheit den Rasen braun werden lassen. Im Herbst räumst du Laub ab, weil eine feuchte Laubdecke Schneeschimmel begünstigt, und bei Raureif betrittst du den Rasen nicht. Einen Überblick, welche Rasenarbeiten in welcher Jahreszeit anstehen, gibt der Pflegekalender.






