Grünpflanzen und Kübelpflanzen gesund durch den Winter bringen: Quartier, Licht, Kontrolle
- Tropische Kübelpflanzen wie Zierbanane und Papyrus vor den ersten Frösten einräumen.
- Kübelpflanzen schon einige Wochen vor dem Einräumen auf Schädlinge und Krankheitszeichen prüfen.
- Für viele kühl überwinternde Kübelpflanzen eignet sich ein helles Quartier mit 5 bis 12 °C, wärmere Räume brauchen mehr Licht.
- Tropische Grünpflanzen wie Monstera und Philodendron brauchen Mindesttemperaturen von etwa 18 °C.
- Bei wenig Winterlicht zurückhaltender gießen und ohne Wachstum nicht düngen.
- Umtopfen aufs Frühjahr legen, nicht vor das Einräumen.

Im Winter kommen zwei Probleme zusammen: Draußen droht Frost, und drinnen fehlt Licht, während die Heizung den Raum warm hält. Kübelpflanzen aus dem Freien brauchen vor dem ersten Frost ein Quartier, das zu ihrer Art passt. Grünpflanzen am Fenster bekommen weniger Licht und brauchen deshalb weniger Wasser und Nährstoffe, auch wenn das Zimmer warm bleibt. Ich nehme mir im Spätsommer jede Pflanze einzeln vor, drehe ein paar Blätter um und lege fest, wo sie den Winter verbringt.
Welche Pflanze überwintert wo?
Für die Planung teile ich meine Pflanzen in drei Gruppen ein. Entscheidend ist, wie viel Wärme die Art im Winter braucht und ob sie eine Ruhephase einlegt.
| Gruppe | Beispiele | Winterplatz |
|---|---|---|
| Kühl überwinternde Kübelpflanzen | Hanfpalme, Schmucklilie, Blaue Passionsblume | helles Quartier, je nach Art kühl |
| Tropische Grünpflanzen | Dieffenbachia, Monstera, Philodendron | geheizter Wohnraum |
| Zwiebeln, Knollen, Wurzelstöcke | Ritterstern, Zimmergloxinie, Canna | eigene Ruhephase je nach Art |
Für viele kühl überwinternde Kübelpflanzen eignet sich ein helles Quartier mit 5 bis 12 °C. Ist der Raum wärmer, braucht die Pflanze dort auch mehr Licht. Tropische Grünpflanzen wie Dieffenbachia, Monstera und Philodendron gehören nicht ins kühle Quartier, denn sie brauchen Mindesttemperaturen von etwa 18 °C.
Wann müssen Kübelpflanzen ins Winterquartier?
Maßgeblich ist der erste Frost, nicht ein Datum im Kalender. Tropische Kübelpflanzen wie Zierbanane und Papyrus räumst du vor den ersten Frösten ein. Die Arbeit beginnt aber früher: Zur Vorbereitung auf die Winterruhe stellst du die Düngung bei Kübelpflanzen ab Ende August ein.
Schon einige Wochen vor dem Einräumen kontrollierst du die Pflanzen auf Schädlinge und Krankheitssymptome. So bleibt Zeit, befallene Exemplare zuerst getrennt von den übrigen zu behandeln. Bei großen Kübeln prüfe ich vorher, ob das gemeinsame Gewicht von Pflanze, Erde und Gefäß einen sicheren Transport erlaubt.
Bevor ein Kübel ins Quartier zieht, hakst du ab:
- Düngung seit Ende August eingestellt
- Blätter und Blattunterseiten auf Schädlinge und Krankheitszeichen geprüft
- befallene Pflanzen getrennt gestellt
- abgestorbene Pflanzenteile entfernt
- Abzugslöcher frei, kein Wasser im Untersetzer
- Quartier mit passender Temperatur und genug Licht gewählt
Was kontrollierst du vor dem Einräumen?
SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. und Weiße Fliegen sitzen vor allem an der Blattunterseite, deshalb drehe ich an jeder Pflanze einige Blätter um. Die Zeichen in der Tabelle sind Hinweise, keine sichere Diagnose.
| Schädling | Mögliche Anzeichen |
|---|---|
| Spinnmilben | winzige weißlich gelbe Blattsprenkel, bei stärkerem Befall feine Gespinste, vor allem an Blattunterseiten |
| Weiße Fliege | Tiere und Larven oft an Blattunterseiten, erwachsene Tiere mit vier weiß bepuderten, dachförmig gehaltenen Flügeln |
| Schildläuse | brauner, schwarzer oder weißlicher Schild |
| Wollläuse | weiße Wachsausscheidungen, die wie ein wolliger Belag wirken |
| Thripse | silbrig schimmernde Saugstellen mit schwarzen Kotpunkten |
Schildläuse kannst du als mechanische Erstmaßnahme vorsichtig abstreifen. Abgestorbene Pflanzenteile schneide ich vor dem Einräumen heraus, weil das zur Vorbeugung gegen GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten. gehört. Ob darüber hinaus ein RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. passt, hängt an der Art: Die Blaue Passionsblume im Kübel schneidest du zum Beispiel erst im März kräftig zurück.
Den zu groß gewordenen Ballen noch schnell vor dem Einräumen umtopfen. Zimmerpflanzen werden bei Bedarf vorzugsweise im Frühjahr umgetopft, also gehört dieser Schritt in die Zeit nach dem Winter.
Welche Temperatur braucht das Winterquartier?
Die Spanne von 5 bis 12 °C ist ein Rahmen, keine Regel für jede Art. Einige Pflanzen brauchen es kühler oder wärmer, andere zusätzlich eine trockene Ruhe. Für diese Arten gelten eigene Werte:
| Pflanze | Quartier | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Hanfpalme, Zwergpalme | 4 bis 8 °C | möglichst hell stellen |
| Schmucklilie (Agapanthus) | kühl, 5 bis 8 °C | die kühle Überwinterung unterstützt die Blütenbildung |
| Canna, ruhende Wurzelstöcke | etwa 8 bis 15 °C | Wurzelstock nicht völlig austrocknen lassen |
| Rosa Zwergbanane (Musa velutina) | hell, mindestens 8 °C | so überwintert sie im Kübel sicherer; weiter gießen, aber deutlich sparsamer |
| Kurkuma, getopfte Rhizome | kühl, etwa 10 °C | im Frühjahr durch leichtes Angießen zum Austrieb anregen |
| Strelitzien | hell, etwa 10 bis 20 °C | kühles Quartier 12 bis 15 °C; bei etwa 20 °C gute Lichtverhältnisse; genug Platz für die ausladenden Blätter |
| Zwergdattelpalme (Phoenix roebelenii) | mindestens 14 °C | vergleichsweise viel Licht |
| Blaue Passionsblume (Passiflora caerulea) im Kübel | hell, kühl, frostfrei | im März kräftig zurückschneiden |
| Kakteen aus Wüsten und Halbwüsten | trocken, etwa 8 bis 12 °C | die trockene Winterruhe soll die Blüte fördern; kein Wert für alle Kakteen |
| Weihnachts- und Osterkakteen | hell, ohne direkte Sonne | auch in der Ruhezeit nicht völlig austrocknen lassen; für die Blütenbildung weniger als zwölf Stunden Licht am Tag |
Im kühlen Quartier gießt du so, dass der Ballen weder nass bleibt noch völlig austrocknet. Ein zu nasser und kalter WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. begünstigt bei überwinternden Kübelpflanzen wurzelschädigende Pilze, und ein Canna-Wurzelstock darf trotzdem nicht völlig austrocknen.
In jedes Winterquartier hänge ich ein Thermohygrometer, weil es Temperatur und relative Luftfeuchte gemeinsam anzeigt. Die Werte lese ich ab, bevor ich gieße, und schreibe Ausreißer auf einen Zettel am Regal.
Zwiebeln und Knollen
Zwiebeln und Knollen folgen ihrem eigenen Rhythmus aus Wachstum und Ruhe. Ruhende Rittersternzwiebeln können bis zum erneuten Austrieb dunkel und kühl bei etwa 16 °C stehen; wie es danach weitergeht, zeigt der Ratgeber dazu, was Zimmerpflanzen-Zwiebeln in Austrieb, Blüte und Ruhephase brauchen. Für die Zimmergloxinie gibt es eine eigene Anleitung, wie du Gloxinien-Knollen frostfrei durch die Winterruhe bringst.
Kübel- und Balkonpflanzen, die draußen bleiben
Winterharte Kübelbepflanzungen können draußen bleiben, wenn du das Gefäß schützt. Umhülle es mit Kokosfasermatten oder Noppenfolie und lass das Abzugsloch frei, damit sich keine Staunässe bildet. Ich stelle diese Kübel auf Holzlatten, damit sie nicht direkt auf dem kalten Boden stehen. Außerdem rücke ich sie an eine windgeschützte Hauswand, denn Wind kühlt einen Standort ab und erhöht die Verdunstung. Balkonpflanzen, die nicht winterhart sind, ziehen vor dem ersten Frost ins Quartier.
Grünpflanzen im Wohnzimmer: Wärme da, Licht knapp
Tropische Grünpflanzen verbringen den Winter im geheizten Wohnraum, deshalb geht es bei ihnen weniger um Kälte als um Licht. Die Temperaturansprüche einzelner Arten unterscheiden sich trotzdem:
| Grünpflanze | Temperatur | Hinweis |
|---|---|---|
| Dieffenbachia, Monstera, Philodendron | Mindesttemperatur etwa 18 °C | tropische Grünpflanzen |
| Drachenbaum (Dracaena fragrans) | 18 bis 20 °C, unter 15 °C vermeiden | Empfehlung aus der Schulkultur |
| Einblatt (Spathiphyllum wallisii) | 15 bis 23 °C | halbschattig bis schattig, ohne volle Sonne |
Dieffenbachien sind in allen Pflanzenteilen giftig. Sie enthalten unter anderem Oxalsäure und Oxalatnadeln, die Haut und Schleimhäute reizen können. Bei Verdacht auf eine Vergiftung wendest du dich sofort an ein Giftinformationszentrum oder an ärztliche Hilfe und löst kein Erbrechen aus.
Bei der Platzwahl zählen der Abstand zum Fenster und lichthemmende Vorhänge. Reicht das Fensterlicht nicht, kommt eine Pflanzenleuchte infrage. Maßgeblich sind dann die Lichtintensität, die deine Art braucht, und ein pflanzengeeignetes Spektrum.
Für Bogenhanf, Drachenbaum und Einblatt gelten etwa 500 bis 1.000 Lux als grobe Orientierung bei geringem Lichtbedarf. Gummibaum und Kentiapalme gehören zur Gruppe mit mittlerem Lichtbedarf von etwa 1.000 bis 2.000 Lux. Ob dein Winterplatz das erreicht, misst ein Luxmeter direkt dort; eine Wachstumsgarantie sind die Werte nicht.
Im Winter brauchen Zimmerpflanzen weniger Licht? Weniger wird ihr Bedarf an Wasser und Nährstoffen, und das gerade, weil weniger Licht ankommt. Licht bleibt wichtig, denn wenig Licht zusammen mit zu hoher Temperatur kann Blattfall verursachen.
Düngen im Winter
Zimmerpflanzen düngst du nur, wenn die übrigen Bedingungen am Standort Wachstum ermöglichen. Bleibt das Wachstum im Winter wegen Lichtmangels aus, ist zusätzlicher Dünger nicht angezeigt. Als grobe Orientierung für die Hauptwachstumszeit gängiger Zimmerpflanzen gilt März bis Oktober. In der Wachstumsphase im Frühling und Sommer düngst du viele Zimmerpflanzen dann wieder alle 2 bis 4 Wochen flüssig.
Gelbe Blätter mit Blattfall sind im Winter deshalb nicht automatisch ein Grund zum Nachdüngen. Sie können auch von Lichtmangel, Temperaturschwankungen oder WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. kommen, und der Nährstoffbedarf sinkt mit dem Winterlicht ohnehin.
Gießen im Winter: vorsichtiger und mit Probe
Bei vermindertem Wachstum gießt du im Winter vorsichtiger und schätzt vorher am Gewicht des angehobenen Topfes, wie feucht der Ballen noch ist. Bei torffreier Erde prüfst du zusätzlich unten im Topf, weil die Oberfläche schneller austrocknen kann. Wann, wie viel und mit welchem Wasser du gießt, erklärt der Ratgeber dazu, wie du deine Grünpflanzen bedarfsgerecht mit Wasser versorgst.
Heizungsluft: Was trockene Wärme für den Standort bedeutet
Ein Platz direkt über der Heizung ist für Zimmerpflanzen häufig ungünstig, weil dort besonders warme und trockene Luft auf sie trifft. Befeuchten hat Grenzen: In ungedämmten oder schlecht gedämmten Wohnungen sollte die relative Luftfeuchtigkeit im Winter als Faustregel unter 50 % bleiben. Mehr dazu steht im Abschnitt, wie Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit den Standort deiner Zimmerpflanzen bestimmen.
Schädlinge und Grauschimmel: Kontrolle im Winter
Auch im Quartier und am Fenster geht die Kontrolle weiter. Warme, trockene Heizungsluft begünstigt Spinnmilben an Zimmerpflanzen. Abduschen, Besprühen mit zimmerwarmem Wasser und vorsichtiges Reinigen der Blätter mit einem weichen Schwamm können den Befall mindern. Bei Weißen Fliegen können Gelbtafeln einen Anfangsbefall anzeigen und den Besatz teilweise vermindern.
Ein mausgrauer Belag, besonders an Blüten und Stängeln, kann auf Grauschimmel hinweisen. Begünstigt wird er durch feuchtwarme Luft und einen engen Stand, vor allem bei geschwächten Pflanzen in der dunklen Jahreszeit. Entferne abgestorbene und kranke Pflanzenteile, halte die Blätter trocken und stell die Pflanzen luftiger. Pflanzen für mehr Luftfeuchte eng zusammenzurücken, ist deshalb zweischneidig: Trockene Heizungsluft begünstigt Spinnmilben, feuchtwarme Luft im engen Stand begünstigt Grauschimmel.
Schlaffe, welke Blätter können von TrockenstressTrockenstress entsteht, wenn eine Pflanze mehr Wasser verdunstet, als sie aus dem Boden nachholen kann. Sie welkt zuerst, bei anhaltendem Mangel werden Blattränder braun und die Wurzeln können dauerhaft geschädigt werden. kommen, aber auch von beginnender WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde.. Ein nasser Ballen mit grau oder braun verfärbten Wurzeln und muffig riechender Erde kann auf Wurzelfäule hinweisen. Kranke Kübelpflanzen düngst du erst wieder, wenn sie sich erholt haben.
Reichen die mechanischen Schritte nicht, ist ein Pflanzenschutzmittel nur der letzte Schritt. Es muss für den Haus- und Kleingarten und den Einsatz in Räumen zugelassen sein, ebenso für die betreffende Pflanzengruppe und den jeweiligen Schädling. Prüfe vorher die angegebene Pflanzenverträglichkeit, besonders bei blühenden Pflanzen, und halte dich bei Anwendung, Schutzkleidung und Entsorgung an die Gebrauchsanweisung.
Raus aus dem Quartier: So gewöhnst du Pflanzen ans Freie
Überwinterte Kübelpflanzen gewöhnst du bei mildem Wetter zunächst tagsüber an das FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle., halbschattig und windgeschützt. Kommt noch einmal Frost, räumst du sie wieder ein. Kakteen gewöhnst du schrittweise an direkte Sonne und schattierst sie anfangs leicht, weil plötzliche Sonne weißliche, später braune Gewebeschäden verursachen kann. Auch Strelitzia reginae gewöhnst du zu Frühlingsbeginn langsam an volle Sonne, um UV-Schäden zu vermeiden. Für ihren Sommer nennt die Herstelleranleitung geschützte, sonnige Plätze im Freien von Anfang Juni bis Ende September.
Steht ein Umtopfen an, ist jetzt im Frühjahr der Zeitpunkt dafür. Der neue Kübel sollte am oberen Rand mindestens 2 cm mehr Durchmesser haben als der alte. Übergroß sollte er nicht sein, weil übergroße Gefäße das Risiko vernässter Erde erhöhen. In vorgedüngter Blumenerde brauchen frisch umgetopfte Kübelpflanzen gewöhnlich während der ersten 4 bis 6 Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Die Blaue Passionsblume bekommt in Zimmer- und Wintergartenkultur im März Dünger und frische Erde.
Wie die Pflege im restlichen Jahr aussieht, liest du im Ratgeber, wie du Grünpflanzen mit Standort, Gieß- und Düngeroutine durchs Jahr pflegst.

