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Sukkulentenerde und Kakteenerde: woraus sie besteht und wie du sie mischst

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Kakteenerde soll gut wasserdurchlässig und nicht stark kalkhaltig sein.
  • Bims und Lava verbessern die Strukturstabilität, Bims und Zeolith können zusätzlich Wasser speichern.
  • Reiner Kompost ist als Topfsubstrat zu nährstoffreich und gehört höchstens als Beimischung hinein.
  • Ob eine Mischung passt, zeigt die Durchgießprobe: Das Wasser muss zügig unten aus dem Topf laufen.
  • Weihnachts- und Osterkakteen dürfen nicht vollständig austrocknen, ihre Erde darf mehr Wasser halten.
  • Torffreie Qualitätserden enthalten mindestens 3 verschiedene Torfersatzstoffe, auch Bio-Erde kann Torf enthalten.
Kaktus (Cactaceae) als Zimmerpflanze im Topf
Foto: milivigerova · Pixabay Content License · Quelle ↗

Eine Sukkulente in nasser Erde kann aussehen, als wäre sie verdurstet. Anhaltende Nässe kann den Wurzeln den Sauerstoff nehmen, bis sie absterben, und dann wirkt die Pflanze trotz feuchter Erde vertrocknet. Eine durchlässige, luftige Erde senkt dieses Risiko. Ich gieße jede neue Mischung zuerst in einem leeren Topf durch und schaue, wie das Wasser unten herausläuft, bevor eine Pflanze hineinkommt.

Was eine gute Erde für Sukkulenten und Kakteen können muss

Kakteenerde soll gut wasserdurchlässig sein und darf nicht stark kalkhaltig sein. Ganz ohne Wasserspeicher kommt sie trotzdem nicht aus. Ein Topfsubstrat muss langfristig Wasser speichern, Überschuss ableiten und den Wurzeln ausreichend Luft bieten. Gutes Kübelpflanzensubstrat verbindet kleine Poren, die Wasser halten, mit größeren Poren für Wasserabzug und Wurzelbelüftung. Weil Kakteenerde gut wasserdurchlässig sein soll, verschiebst du bei ihr das Gewicht zu den großen Poren.

Eigenschaft Warum sie zählt
gut wasserdurchlässig Überschüssiges Wasser läuft ab, statt den Ballen nass zu halten.
luftig Bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen.
strukturstabil Die Erde beugt Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vor.
nicht stark kalkhaltig Ein zur Art unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen, obwohl genug Nährstoffe da sind.
kein reiner Kompost Reiner Kompost ist als Gefäßsubstrat zu nährstoffreich und hat einen hohen pH-Wert.
Kurz erklärt

Strukturstabil heißt, dass die Erde ihre Krümel und Hohlräume behält, auch wenn sie lange im Topf steht und oft gegossen wird. Poröse mineralische Zuschläge wie Lava und Bims können die Strukturstabilität verbessern.

Welcher pH-Wert passt?

Handelsübliche Fertigsubstrate für den Großteil der Zierpflanzen sind auf einen pH-Wert von 5,5 bis 6,5 eingestellt. Halte dich bei ihnen an die Regel, dass die Erde nicht stark kalkhaltig sein soll. Zu sauer ist aber auch ungünstig: Bei Zierpflanzensubstraten kann ein pH-Wert unter 5 die Aufnahme von Calcium, Magnesium und Kalium vermindern.

Welche Bestandteile in Kakteenerde gehören

Eine Sukkulentenerde besteht aus mineralischen und organischen Bestandteilen. Die mineralischen sorgen für Durchlässigkeit und Struktur, die organischen halten Wasser und Nährstoffe.

Mineralische Bestandteile

Bestandteil Was er in der Mischung tut
grober Sand, Quarzsand lockert die Erde und macht sie durchlässig; feiner Sand kann dagegen verdichten
Kies verbessert Abfluss und Durchlüftung und gibt den Wurzeln Halt
Perlit aufgeblähtes Vulkangestein, sehr leicht, mit Poren für Luft und Wasser
Bims porös, kann Wasser speichern und verbessert die Strukturstabilität
Lava porös, verbessert die Strukturstabilität
Zeolith mineralischer Zuschlag, der Wasser speichern kann

Ich nehme für meine Mischungen mehrere dieser Bestandteile in unterschiedlicher Körnung und prüfe danach mit einer Durchgießprobe, wie die Struktur geworden ist. Bims und Lava lohnen sich vor allem dort, wo eine Pflanze lange im selben Topf bleibt. Strukturstabile Erde beugt bei langjährigen Gefäßbepflanzungen Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vor, und genau diese Stabilität verbessern die porösen Zuschläge.

Organische Bestandteile

Der organische Anteil hält Wasser und Nährstoffe in der Mischung. Als Ersatz für Torf kommen Kokosmaterial wie Kokosfaser, Holzfasern, Rindenhumus und Substratkompost infrage. Reiner Kompost ist als Gefäßsubstrat zu nährstoffreich, und sein hoher pH-Wert kann ihn für kalkempfindliche Pflanzen ungeeignet machen. Weil Kakteenerde nicht stark kalkhaltig sein soll, gebe ich Kompost nur als Beimischung dazu und nie als Basis.

Torffreie Mischungen verhalten sich beim Abtrocknen anders. Die Oberfläche kann trocken wirken, obwohl die Erde weiter unten noch nass ist. Prüf deshalb vor dem Gießen auch die Feuchte im unteren Topfbereich.

Aktivkohle

Aktivkohle steht in manchen Rezepten für Sukkulentenerde. Ihr wird nachgesagt, dass sie Bakterien und Pilze in der Erde hemmt. Wenn du Aktivkohle verwendest, ersetzt sie weder eine durchlässige Struktur noch einen Topf mit Abzugsloch, und genau auf diese beiden verlasse ich mich.

So mischst du Sukkulentenerde selbst

Selbst mischen hat für mich einen Vorteil: Ich weiß genau, was im Topf steckt. Mengenangaben brauchst du dafür nicht, die Probe im Topf zeigt dir, ob die Mischung passt.

  1. Leg die mineralischen Bestandteile bereit, zum Beispiel groben Sand, Bims und Lava, dazu einen organischen Anteil wie Kokosmaterial oder Rindenhumus.
  2. Misch alles gründlich in einem großen Gefäß, bis du keine Nester eines einzelnen Bestandteils mehr siehst.
  3. Füll eine Probe in einen Topf mit Abzugsloch und gieß sie durchdringend.
  4. Schau zu: Das Wasser soll zügig unten herauslaufen, oben darf keine Pfütze stehen bleiben.
  5. Drück eine Probe der feuchten Mischung in der Faust zusammen. Zerfällt sie beim Öffnen wieder, stimmt die Struktur. Bleibt ein fester Klumpen, gib mehr mineralisches Material dazu und wiederhole die Probe.
  6. Bewahre Reste dunkel, kühl und trocken auf.
Marias Erfahrung

Ich mische nur so viel, wie ich beim nächsten Umtopfen brauche. Torffreie Erde kann bei längerer Lagerung salziger werden, weil sich organisch gebundene Nährstoffe nach und nach freisetzen.

Häufiger Fehler

Erde aus einem Topf, in dem eine Pflanze an Wurzelfäule erkrankt war, landet in der nächsten Mischung. Solches Substrat verwendest du nicht erneut zum Einpflanzen.

Fertige Kakteenerde kaufen: worauf du achtest

Fertige Kakteen- oder Sukkulentenerde spart dir das Mischen. Lies vor dem Kauf die Angaben auf dem Sack und mach mit gekaufter Erde dieselbe Durchgießprobe wie mit einer eigenen Mischung. Ist die Erde vorgedüngt, berücksichtigst du diese Grunddüngung, bevor du nachdüngst. Eine unabhängige Gütesicherung kann Orientierung geben, hochwertige Erden gibt es aber auch ohne Siegel.

Mini-Checkliste

  • gut wasserdurchlässig, grobe mineralische Teile sichtbar
  • nicht stark kalkhaltig
  • Zutatenliste gelesen, denn auch Bio-Erde kann Torf enthalten
  • bei torffreier Erde: Torfersatzstoffe in der Zutatenliste geprüft
  • Hinweis auf eine Grunddüngung notiert
  • Durchgießprobe im Topf mit Abzugsloch gemacht

Und normale Blumenerde?

Blumenerde ist für Zimmerpflanzen gemacht, die Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben sollen, und sie kann vorgedüngt sein. Als Basis kannst du sie nehmen, wenn du mineralische Bestandteile unterarbeitest, bis die Durchgießprobe stimmt. Pur setze ich keine Kakteen hinein.

Passt dazu

Wie anders eine Erde für eine große Kübelpflanze aussieht, zeigt der Ratgeber dazu, welche Erde Strelitzien im Kübel brauchen.

Welche Erde zu welcher Sukkulente passt

Sukkulenten einschließlich Kakteen brauchen je nach Herkunft und Art halbschattige bis sonnige Standorte, und auch bei der Erde gibt es Unterschiede. Die Richtung bleibt gleich: durchlässig und nicht stark kalkhaltig. Was sich ändert, ist der Anteil, der Wasser hält.

Gruppe Mischung Was dazu passt
Wüsten- und Halbwüstenkakteen sehr durchlässig, mineralisch geprägt trockene Winterruhe bei etwa 8 bis 12 °C, die die Blüte fördern soll
Weihnachts- und Osterkaktus durchlässig, mit mehr Rindenhumus oder Kokosmaterial auch in der Ruhezeit nicht vollständig austrocknen lassen; als tropische Blattkakteen vor praller Sonne schützen
Lebende Steine (Lithops) noch mineralischer als für Wüstenkakteen nur mit Pflanzen gleicher Ansprüche in ein Gefäß setzen

Wüstenkakteen

Kakteen aus Wüsten und Halbwüsten halten für die Blüte eine trockene, kühle Winterruhe. Gleichzeitig kann anhaltende Nässe die Wurzeln absterben lassen. Die Erde für diese Kakteen muss deshalb nach dem letzten Gießen vor der Ruhe zuverlässig abtrocknen, damit der Ballen in der kühlen Zeit nicht nass steht. Eine pauschale Regel für alle Kakteen ist diese Winterruhe allerdings nicht.

Zahl im Blick

Für die kühle Winterruhe geeigneter Kakteen und Sukkulenten reichen die Empfehlungen von 8 bis 12 °C bei trockenen Herkunftsgebieten bis 10 bis 14 °C in allgemeinen Pflegehinweisen.

Weihnachts- und Osterkaktus

Weihnachts- und Osterkakteen wachsen in der Natur auf Bäumen. Auch während ihrer Ruhezeit dürfen sie nicht vollständig austrocknen. Ich mische für sie deshalb mehr Rindenhumus oder Kokosmaterial unter und behalte die groben mineralischen Teile bei, damit die Erde luftig bleibt.

Lebende Steine

Für Lebende Steine mische ich noch mineralischer als für meine Wüstenkakteen. Ich setze sie in eigene Töpfe, denn in ein gemeinsames Gefäß gehören nur Pflanzen mit annähernd gleichen Ansprüchen an Licht, Wasser und Nährstoffe.

Wie du die Erde locker und luftig hältst

Mit der Zeit kann sich die Erde im Topf verdichten. Dann kommen Luft und Wasser schlechter an die Wurzeln, und im unteren Topfbereich kann sich Nässe halten. Strukturstabile Zuschläge wie Bims und Lava senken dieses Risiko schon beim Mischen.

Ich lockere die oberste Erdschicht vorsichtig mit einem Holzstäbchen und bleibe dabei flach, damit keine Wurzeln reißen. Dabei schaue ich mir auch den Wurzelhals an. Vor und nach dem Gießen hebe ich meine Töpfe an, denn am Gewicht lässt sich der Feuchtezustand einschätzen. Bleibt Gießwasser trotz Auflockern oben stehen, spricht das für frische Erde beim nächsten Umtopfen.

Gießen, Düngen, Umtopfen: was davon an der Erde hängt

Wie du dabei Schritt für Schritt vorgehst, steht in den Abschnitten zu Gießen, Düngen sowie Umtopfen und Gefäßwahl im Ratgeber zur Zimmerpflanzenpflege. Hier geht es nur um den Teil, der die Erde betrifft.

Gießen

Während des Wachstums gießt du Kakteen durchdringend und entfernst Wasser im Untersetzer oder Übertopf nach 10 Minuten. Bei trockenheitsliebenden Kakteen zeigt ein Bambusstab, wann wieder Wasser fällig ist: Steckt er eine Stunde in der Erde und kommt vollständig trocken heraus, kannst du gießen. Gieß vorzugsweise morgens mit weichem Regenwasser in Zimmertemperatur, damit nasse Pflanzenteile tagsüber abtrocknen können. Mehr dazu steht im Abschnitt Gießen des Zimmerpflanzen-Ratgebers.

Düngen und Langzeitdünger

Flüssigen Kakteendünger gibst du während des aktiven Wachstums mit dem Gießwasser, und zwar nicht auf völlig trockene Erde, weil die Düngesalzlösung Wurzeln schädigen kann. Günstiger als stark stickstoffbetonte Dünger sind solche mit geringerem Stickstoffanteil und Betonung von Phosphor und Kalium. Bei umhüllten Depotdüngern hängt die Nährstofffreisetzung von Feuchtigkeit und Temperatur ab. Die Dosierung steht auf der Packung, Rhythmus und Winterpause erklärt der Abschnitt Düngen im Zimmerpflanzen-Ratgeber.

Umtopfen und Erdwechsel

Wann du umtopfst, hängt am Zustand von Wurzeln und Erde: Ist der Topf durchwurzelt oder das Substrat verdichtet, bekommt die Pflanze frische Mischung. Allgemein wird ein neuer Topf mit nur 2 cm mehr Durchmesser empfohlen, denn ein übergroßer Topf erhöht das Risiko, zu viel zu gießen. Wie du Kakteen dabei handhabst, steht im Abschnitt Umtopfen und Gefäßwahl.

Brauchst du eine Drainageschicht?

Entscheidend sind funktionsfähige Abzugslöcher, durch die überschüssiges Gießwasser frei abfließt; eine Schicht aus grobem Material am Topfboden ersetzt sie nicht. Unglasierte Tontöpfe verlieren zusätzlich Wasser über ihre poröse Wand, Kunststofftöpfe nicht, sodass dieselbe Mischung im Tontopf schneller abtrocknet. Wie du Größe, Material und Drainage aufeinander abstimmst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du den passenden Topf für deinen Kaktus auswählst.

Probleme mit der Erde erkennen und beheben

Die Erde bleibt nass

Bleibt der Ballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Bei Kakteen kann eine unpassende Wasserversorgung zu Wurzelfäule, Wachstumsstillstand oder einem schrumpfenden Pflanzenkörper führen. Steht eine Pflanze in nasser Erde, entfernst du überschüssiges Wasser und gießt zunächst nicht weiter. Danach suchst du die Ursache: ein verstopftes Abzugsloch, verdichtete Erde oder einen zu großen Topf. Hatte die Pflanze faule Wurzeln, kommt ihre alte Erde nicht wieder in einen Topf.

Der Kaktus wird lang und dünn

Kakteen können bei Lichtmangel und gleichzeitig zu hoher Wasserzufuhr ungewöhnlich lang wachsen und vergeilen. Stell die Pflanze dann heller und lass die Erde zwischen den Wassergaben abtrocknen. Kommt sie gerade aus der Winterruhe, gewöhnst du sie langsam an volle Sonne und schattierst anfangs leicht.

Blätter vergilben, das Wachstum stockt

Vergilbte Blätter mit Blattfall können auf Lichtmangel, Temperaturschwankungen, Wasserstress oder Nährstoffmangel hindeuten. Auch die Erde spielt mit, denn ein unpassender pH-Wert kann die Nährstoffaufnahme begrenzen. Prüf deshalb erst Standort und Gießverhalten, bevor du zum Dünger greifst.

Zu viel Salz in der Erde

Überdüngung kann den Salzgehalt im Topf erhöhen, und auch die Nährstoffe aus organischen Düngern können dazu beitragen. Bei Salzschäden stellst du das Düngen ein und topfst bei Bedarf um, wobei du einen Teil der alten Erde austauschst. Eine EC-Messung erfasst die gesamte gelöste Salzbelastung, aber nicht die einzelnen Nährstoffe.

Tiere in der Erde

Weiße Wachswolle am Wurzelhals kann auf Woll- oder Schmierläuse hindeuten. Kleine Mücken, die über feuchter Erde aufsteigen, können Trauermücken sein. Wie du bei Befall vorgehst, steht im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Zimmerpflanzen-Ratgebers.

Tipp

Auf torffreier Erde kann eine ungefähr 1 cm hohe Schicht aus Quarz- oder grobem Sand gegen Trauermücken helfen. Verlass dich aber nicht allein darauf.

Torffrei und nachhaltig: was du bei der Erdwahl beachtest

Der Torfabbau gilt als ökologisch problematisch, und in Topfsubstraten lässt sich Torf ersetzen. Dafür eignen sich passende Mischungen aus gütegesichertem Substratkompost, Holzfasern, Rindenhumus, Kokosmaterial und mineralischen Zuschlägen. Für torffreie Gefäßkultur gelten Qualitätserden als Empfehlung, die mindestens 3 verschiedene Torfersatzstoffe enthalten. Schau beim Etikett genau hin, denn auch als Bio-Erde bezeichnetes Substrat kann Torf enthalten.

Mythos-Check

Asche aus dem Kaminofen gilt manchen als kostenloser Naturdünger für die Topferde. Holzasche aus privaten Feuerstätten kann jedoch mit Schadstoffen und Schwermetallen belastet sein und ist deshalb kein empfehlenswerter Dünger für die Pflanzenpflege.

Aussaaterde für Kakteen

Für die Aussaat brauchst du eine andere Erde als für erwachsene Pflanzen. Aussaaterde soll nährstoffarm, luftdurchlässig und feinkrümelig sein, und ihr Salzgehalt sollte unter 0,5 g/l liegen. Nimm frische Aussaaterde und saubere Gefäße mit Wasserabzug. Die Samen einer Kakteen-Liebhaber-Mischung drückst du an und bedeckst sie nur ganz leicht mit Sand. Bis zur Keimung hältst du die Aussaat unter Folie oder Glas gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Wie du die Mischung dafür ansetzt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du die Bodenmischung für Kakteensamen vorbereitest.

Und Hydrokultur?

Hydrokultur kommt ohne Erde aus: Die Wurzeln stehen in einem Füllsubstrat wie Blähton, die Nährstoffe kommen über eine Nährlösung. Das Gefäß darf nicht randvoll stehen, weil ein zu hoher Wasserstand Sauerstoff aus dem Wurzelbereich verdrängt und Wurzelfäule begünstigt. Weil Sukkulenten schon in dauerhaft nasser Erde mit faulenden Wurzeln reagieren können, bleibe ich bei ihnen bei Erde.

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Häufige Fragen

Welche Eigenschaften muss eine gute Sukkulentenerde haben?
Gute Sukkulentenerde ist gut wasserdurchlässig und nicht stark kalkhaltig. Gleichzeitig speichert sie Wasser, leitet überschüssiges Wasser ab und lässt den Wurzeln genug Luft. Poröse Zuschläge wie Bims oder Lava verbessern die Strukturstabilität und beugen so Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vor.
Wie unterscheidet sich Kakteenerde von normaler Blumenerde?
Blumenerde ist für Zimmerpflanzen gedacht, die Wasser aufnehmen, speichern und wieder abgeben sollen, und sie kann vorgedüngt sein. Kakteenerde soll dagegen gut wasserdurchlässig und nicht stark kalkhaltig sein und enthält dafür mineralische Bestandteile wie groben Sand, Bims oder Lava. Willst du Blumenerde als Basis nehmen, mischst du mineralisches Material unter, bis Gießwasser bei einer Probe im Topf zügig unten abläuft.
Wie mischt man eine Sukkulentenerde selbst zusammen?
Du kombinierst mineralische Bestandteile wie groben Sand, Kies, Bims, Lava oder Perlit mit einem organischen Anteil aus Kokosmaterial oder Rindenhumus, Kompost höchstens als Beimischung. Misch alles gründlich und gieß eine Probe in einem Topf mit Abzugsloch durch. Läuft das Wasser zügig ab und zerfällt die feuchte Mischung nach dem Zusammendrücken wieder, passt die Struktur, sonst gibst du mehr mineralisches Material dazu.
Warum ist eine gute Drainage bei Sukkulentenerde so wichtig?
Bleibt der Wurzelballen zu lange nass, leiden die Wurzeln unter Sauerstoffmangel und können faulen. Die Pflanze wirkt dann unter Umständen trotz feuchter Erde wie vertrocknet. Deshalb braucht jeder Topf funktionsfähige Abzugslöcher, und bei Kakteen entfernst du Wasser im Untersetzer während des Wachstums nach 10 Minuten.
Worin unterscheiden sich Substrate für Wüstenkakteen und epiphytische Kakteen?
Wüsten- und Halbwüstenkakteen bekommen eine sehr durchlässige, mineralisch geprägte Erde, weil sie für die Blüte eine trockene, kühle Winterruhe halten und der Ballen dann nicht nass bleiben soll. Epiphytische Kakteen wie Weihnachts- und Osterkaktus wachsen in der Natur auf Bäumen und dürfen auch in ihrer Ruhezeit nicht vollständig austrocknen. Ihre Mischung enthält deshalb mehr Rindenhumus oder Kokosmaterial, bleibt aber durch grobe mineralische Teile luftig.
Stimmt es, dass Sukkulenten gar keine Düngung benötigen?
Nein. Kakteen bekommen während des aktiven Wachstums flüssigen Kakteendünger mit dem Gießwasser, dosiert nach der Packungsanweisung und nicht auf völlig trockene Erde. Dünger mit geringerem Stickstoffanteil und Betonung von Phosphor und Kalium sind für sie günstiger als stark stickstoffbetonte. Wachsen die Pflanzen im Winter wegen Lichtmangels nicht, ist zusätzliches Düngen nicht angezeigt.
Wann spricht man von Kultursubstrat und wann von Anzuchterde?
Kultursubstrat ist die Erde, in der eine Pflanze dauerhaft im Topf wächst, bei Kakteen also eine gut wasserdurchlässige, nicht stark kalkhaltige Mischung. Anzuchterde ist für die Aussaat gedacht und soll nährstoffarm, luftdurchlässig und feinkrümelig sein. Für Aussaaterden wird ein Salzgehalt unter 0,5 g/l empfohlen, und du verwendest sie frisch in sauberen Gefäßen mit Wasserabzug.
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