Schleierkraut aussäen: So bringst du Schneekönigin und Alba durch die Keimphase
- Schneekönigin ist eine einjährige Form von Gypsophila elegans, Alba gehört zu Gypsophila paniculata und ist mehrjährig.
- Die Samen von Schneekönigin drückst du nur leicht an und bedeckst sie nicht mit Erde.
- Alba bedeckst du in der Vorkultur nur dünn mit Erde.
- Schneekönigin keimt bei 15 °C in 14 bis 20 Tagen.
- Alba keimt bei 15 bis 20 °C in 7 bis 14 Tagen.
- Alba pikierst du wegen der rasch entstehenden Pfahlwurzel unmittelbar nach der Keimung einzeln in Töpfe.
- Eine Folie über der Aussaat lüftest du täglich und nimmst sie nach der Keimung ab.

Wer Schleierkraut aussäen will, steht zuerst vor einer Frage: Kommen die Samen unter die Erde oder bleiben sie obenauf? Die Antwort hängt davon ab, welches Schleierkraut in deiner Tüte steckt. Beim einjährigen Schleierkraut ‘Schneekönigin’ bleiben die Samen unbedeckt, beim mehrjährigen ‘Alba’ kommt in der Vorkultur eine dünne Erdschicht darüber. Ich schaue deshalb vor jeder Aussaat zuerst auf Sorte und botanischen Namen. Davon hängen auch Keimtemperatur, Keimdauer und der richtige Moment fürs PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. ab.
Welches Schleierkraut säst du: einjährig oder mehrjährig?
‘Schneekönigin’ ist eine einjährige Form von Gypsophila elegans. Das als ‘Alba’ angebotene Schleierkraut gehört zu Gypsophila paniculata und ist mehrjährig. Beide Formen behandelst du schon beim ersten Handgriff unterschiedlich. Die Tabelle stellt die Werte für die Aussaat nebeneinander.
| ‘Schneekönigin’ | ‘Alba’ | |
|---|---|---|
| Art und Lebensdauer | Gypsophila elegans, einjährig | Gypsophila paniculata, mehrjährig |
| Saatgut | leicht andrücken, nicht mit Erde abdecken | in der Vorkultur nur dünn mit Erde bedecken |
| Keimtemperatur | 15 °C | 15–20 °C |
| Keimdauer | 14–20 Tage bei 15 °C | 7–14 Tage bei 15–20 °C |
| Worauf du achtest | Aussaat feucht halten | unmittelbar nach der Keimung einzeln in Töpfe pikieren |
Wenn du eine andere Sorte säst, richtest du dich nach der Anleitung auf ihrer Samentüte. Welche Sorte zu deinem Garten passt und wie du mit Schleierkraut einen insektenfreundlichen Garten gestaltest, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Ich säe ‘Schneekönigin’ und ‘Alba’ nie in dieselbe Schale. Auf jedes Etikett schreibe ich die Sorte, das Aussaatdatum und ob die Samen bedeckt sind. Beim Gießen und Pikieren sehe ich so sofort, welche Regel für welche Schale gilt.
Wann säst du Schleierkraut aus?
Für den Start zählt beim Schleierkraut vor allem die Keimtemperatur. ‘Schneekönigin’ keimt bei 15 °C. Für ‘Alba’ liegt der Bereich bei 15 bis 20 °C. Damit passt eine Anzucht bei 15 °C zu beiden Formen, denn der Wert ist die Keimtemperatur von ‘Schneekönigin’ und zugleich die Untergrenze der Spanne von ‘Alba’.
In der Vorkultur legst du den Zeitpunkt selbst fest, weil du die Temperatur am Anzuchtplatz steuerst. Für die DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. steckst du vorher ein Bodenthermometer in die Saatzone und misst nach. Gesät wird, wenn es die Keimtemperatur deiner Form anzeigt. Ich lese das Thermometer morgens ab, bevor die Sonne die Oberfläche aufwärmt. Ob dein Beet so weit ist, zeigt dir also die Messung und nicht der Kalender.
Wenn du mehrere Sommerblumen planst, behältst du deine Termine mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Direktsaat im Beet: So legst du die Samen
Direkt ins Beet säst du vor allem das einjährige Schleierkraut ‘Schneekönigin’. ‘Alba’ ziehst du dagegen in Töpfen vor, weil es gleich nach der Keimung einzeln getopft wird.
Für die Direktsaat harkst du das Beet fein, entfernst alles Unkraut und sorgst für einen gut durchlüfteten Boden. Die Samen legst du auf die Oberfläche und drückst sie leicht an, ohne sie mit Erde abzudecken. Ich nehme dafür ein flaches Brettchen, damit die Samen guten Kontakt zur Erde bekommen. Ist dein Saatgut sehr fein und nicht pilliert, mischst du es mit etwas Sand und säst es so dünner aus. Danach hältst du die Saatfläche feucht. Die fertige Fläche betrittst du möglichst nicht, damit die Poren und die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erhalten bleiben.
Den Platz wählst du vor der Aussaat, denn direkt gesätes Schleierkraut bleibt dort stehen. Wie du Licht, Platz im Garten und pH-Wert einschätzt, steht im Überblick dazu, wie du Standort und Boden für Sommerblumen wählst. Wo die Saatfläche genau liegt, legst du vorher mit einer Skizze im Beetplaner fest.
Die Samen von ‘Schneekönigin’ aus Gewohnheit mit Erde abdecken. Sie werden nur leicht angedrückt und bleiben obenauf. Eine dünne Erdschicht bekommt nur ‘Alba’ in der Vorkultur.
Vorkultur in Schale und Topf
Für die Vorkultur nimmst du frische, ausgewiesene Aussaaterde und saubere Gefäße mit Wasserabzug. Gute Aussaaterde ist hygienisch, nährstoffarm, humos und durchlässig. Über den Wasserabzug läuft überschüssiges Wasser ab, sodass keine Staunässe entsteht.
Die Samen von ‘Schneekönigin’ verteilst du auf der angefeuchteten Erde, drückst sie an und lässt sie unbedeckt. ‘Alba’ säst du genauso, bedeckst die Samen danach aber nur dünn mit Erde. Über die Gefäße kommt eine Folie, die du täglich lüftest und nach der Keimung abnimmst. Sobald die Keimlinge aufgelaufen sind, brauchen sie ausreichend Licht, denn Lichtmangel begünstigt lange, instabile Triebe.
Frische Aussaaterde, saubere Gefäße mit Wasserabzug, ein Etikett mit Sorte und Datum, eine Folie zum Abdecken und ein heller Platz für die Zeit nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen..
Pikieren heißt, Sämlinge aus der Aussaatschale einzeln in eigene Töpfe zu setzen. Jede Jungpflanze bekommt dabei ihren eigenen Platz und frische Erde.
‘Alba’ gleich nach der Keimung pikieren
Bei ‘Alba’ entsteht rasch eine PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche.. Deshalb pikierst du die Sämlinge unmittelbar nach der Keimung einzeln in Töpfe. Die allgemeine Regel der Jungpflanzenanzucht wartet, bis sich nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. die ersten echten Blattpaare entwickelt haben. Für ‘Alba’ passt dieses Warten nicht, denn wegen der rasch entstehenden Pfahlwurzel gehört der Sämling gleich in seinen eigenen Topf.
Beim einjährigen ‘Schneekönigin’ aus der Schale bleibt es bei der allgemeinen Regel. Du pikierst, sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blattpaare da sind.
Halte jeden Sämling an den Keimblättern, ohne daran zu ziehen. Setz ihn mit gerader, nicht umgebogener Wurzel in das Pflanzloch. Danach schließt du das Loch seitlich behutsam, gießt an und drückst die Erde leicht an. Ich lockere den Sämling mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. von unten, bevor ich ihn anhebe.
Als PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. nimmst du eine Erde mit etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Wann und womit du Schleierkraut später düngst, erklärt der Ratgeber zur Düngung von Schleierkraut.
Abhärten vor dem Auspflanzen
Vorgezogene Jungpflanzen härtest du vor dem Auspflanzen ab, indem du die Temperatur senkst und mehr lüftest. Bei mildem Wetter stellst du sie zuerst geschützt in den Schatten. Danach gewöhnst du sie schrittweise auch an die Sonne.
Durch die Keimphase: Feuchte, Luft und Licht
Bis die Keimlinge erscheinen, hältst du die Aussaat feucht, ohne dass Wasser stehen bleibt. Ich gieße meine Aussaatschalen mit einer feinen Brause und halte sie dabei dicht über die Erde, damit die unbedeckten Samen liegen bleiben. Wasser, das sich im Untersetzer sammelt, gießt du ab.
Bei torffreier Aussaaterde trocknet die Oberfläche schnell ab. Deshalb prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte darunter. Daraus folgt etwas Praktisches: Die Samen von ‘Schneekönigin’ liegen unbedeckt genau in der Schicht, die zuerst trocken wird. Auf diese Schicht schaust du deshalb zuerst.
Die Folie über der Schale lüftest du täglich. Ich hebe sie dafür morgens an und wische das Schwitzwasser von der Innenseite ab. Sobald die Samen gekeimt haben, nimmst du die Folie ganz ab.
Bis zur Keimung hältst du den Anzuchtplatz bei der Keimtemperatur deiner Form. Nach dem Auflaufen bekommen die Keimlinge einen hellen Platz mit ausreichend Licht.
Schau beim Lüften auch auf die Erde. Wirkt die Oberfläche hell und trocken, feuchtest du sie mit der Brause an, bevor du die Folie wieder auflegst.
Wenn die Keimung ausbleibt
Bleibt die Schale leer, prüfst du die Bedingungen der Reihe nach. Zuerst rechnest du nach, ob die Keimdauer deiner Form schon vorbei ist. Dafür brauchst du das Aussaatdatum auf dem Etikett.
‘Schneekönigin’ keimt bei 15 °C in 14 bis 20 Tagen. ‘Alba’ keimt bei 15 bis 20 °C in 7 bis 14 Tagen. Erst wenn diese Zeit verstrichen ist, lohnt der Blick auf andere Ursachen.
Ist die Zeit um, schaust du auf die Bedeckung. Liegen die Samen von ‘Schneekönigin’ unter Erde, kann das ein Grund sein, denn sie gehören nur angedrückt auf die Oberfläche. Danach prüfst du die Feuchte. Ist die Oberfläche zwischendurch abgetrocknet, war die Aussaat nicht durchgehend feucht. Steht dagegen Wasser in der Schale, kann der Wasserabzug fehlen oder verstopft sein. Zuletzt misst du am Anzuchtplatz nach, ob die Temperatur zu deiner Form passt.
Für den nächsten Versuch nimmst du frische Aussaaterde und eine saubere Schale. Die Bedingung, die beim ersten Mal nicht gepasst hat, stellst du dabei gezielt um.
Pilzbefall bei Sämlingen vorbeugen
Knicken Keimlinge dicht über der Erde ein und fallen um, kann das auf einen Pilzbefall hindeuten. Vorbeugen beginnt schon vor der Aussaat. Frische, ausgewiesene Aussaaterde und saubere Gefäße mit Wasserabzug sind die Grundlage. Die Folie lüftest du täglich und nimmst sie nach der Keimung ab. Sehr feines Saatgut mischst du mit etwas Sand, damit du es dünner aussäen kannst und die Keimlinge nicht gedrängt stehen.
Fällt dir ein umgekippter Sämling auf, nimmst du ihn heraus und beobachtest die übrigen weiter. Ich gieße eine solche Schale erst wieder, wenn ich die Feuchte unter der Oberfläche geprüft habe.
Nach der Keimung: Pflanzung, Pflege und Ernte
Sobald deine Sämlinge stehen, beginnt die Kultur bis zur Blüte. Wie du Schleierkraut auspflanzt, pflegst, vermehrst, erntest und mit anderen Pflanzen kombinierst, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Schleierkraut nach der Keimung bis zur Blüte kultivierst. Die Grundlagen zu AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Unkraut für alle Sommerblumen stehen im Sommerblumen-Überblick.
Passende Nachbarn für dein Beet prüfst du zusätzlich mit dem Mischkultur-Werkzeug.
Du säst gleich noch mehr Sommerblumen? Dann lies, wie du Steinkraut Schritt für Schritt aussäst, wann und wie du Skabiosen je nach Lebensdauer säst und wie du Rosenkelch im Frühjahr oder Herbst aussäst.




