Geraniensamen aussäen: Zeitpunkt, Keimtemperatur und Pilzvorsorge
- Balkon-Geranien sind Pelargonien: Achte beim Saatgut auf den Namen Pelargonium.
- Horizon F1 säst du von Dezember bis Februar in Gefäßen.
- Keimung bei Horizon F1: 18 bis 20 °C, nach etwa 15 Tagen.
- Saatgut nur leicht bedecken und gleichmäßig feucht halten.
- Folie täglich lüften und nach der Keimung abnehmen.
- Pikieren, sobald nach den Keimblättern das erste Laubblatt sichtbar ist.
- Vor dem Auspflanzen abhärten: kühler stellen und mehr lüften.

Du hältst eine Tüte Geraniensamen in der Hand und fragst dich, wann und bei welcher Wärme du sie säen sollst. Geranien starten früh: Die Sorte Horizon F1 wird von Dezember bis Februar in Gefäßen vorgezogen. Ich säe meine Geranien deshalb auf der Fensterbank, wenn im Garten noch Ruhe ist, und schaue jeden Morgen nach Folie und Feuchte. Für den Start zählen vor allem zwei Dinge: die passende Keimtemperatur und eine Abdeckung, die feucht hält und trotzdem regelmäßig gelüftet wird.
Geranie oder Pelargonie: Welche Samen brauchst du?
Die Balkon-Geranien gehören botanisch zur Gattung Pelargonium. Unter dem Namen Geranium laufen dagegen die Storchschnäbel, eine eigene Gattung. Suchst du Samen für Balkonkasten und Kübel, achte deshalb auf den Gattungsnamen Pelargonium.
Bei der Sortenwahl lohnt ein Blick auf die Blüte. Gefüllt blühende Geranien reagieren empfindlicher auf Regen als einfach blühende, weil das Wasser länger in ihren Blüten steht. Bei ungefüllten Blüten kommen Bienen außerdem leichter an den Pollen. Für einen offenen Balkon, auf den es hereinregnet, bringt eine einfach blühende Sorte also zwei Vorteile mit.
Wann säst du Geraniensamen?
Für Horizon F1 liegt das Saatfenster von Dezember bis Februar. Gesät wird in Gefäßen, die du im Haus aufstellst. Andere Geraniensorten können ein eigenes Saatfenster haben, deshalb gilt für sie die Angabe auf der Tüte.
Ich schreibe Sorte und Saatdatum gleich aufs Etikett, so kann ich die Keimdauer später nachrechnen. Wann die übrigen Sommerblumen an der Reihe sind, zeigt dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Welche Erde und welche Gefäße?
Gesät wird in frische, ausgewiesene Aussaaterde, die hygienisch, nährstoffarm, humos und durchlässig ist. Ihr Salzgehalt sollte für die Jungpflanzenanzucht unter 0,5 g je Liter liegen. Wie Schalen, Abdeckung und Fensterplatz bei der Anzucht zusammenspielen, liest du in den Grundlagen zur Vorkultur von Sommerblumen.
Keimung: Temperatur, Bedeckung und Feuchte
Verteile die Samen gleichmäßig auf der angefeuchteten Erde und bedecke sie leicht mit Substrat. So ist es für Horizon F1 vorgesehen. Ich befeuchte die Oberfläche danach mit der Sprühflasche, damit die Samen an ihrem Platz bleiben.
„Geraniensamen dürfen keine Erde abbekommen.“ Für Horizon F1 trifft das nicht zu, denn ihr Saatgut wird leicht bedeckt. Bei anderen Sorten richtest du dich nach der Angabe auf der Tüte.
Danach kommt es auf die Wärme an. Horizon F1 keimt bei 18 bis 20 °C. In diesem Bereich zeigen sich die Keimlinge nach etwa 15 Tagen. Bis dahin hältst du die Erde gleichmäßig feucht: Sie darf nicht austrocknen und auch nicht im Wasser stehen. Ich lege ein Thermometer direkt neben die Schalen und lese die Temperatur dort ab, nicht an der Zimmerwand.
Zeigt sich lange nichts, bleib bei gleichmäßiger Feuchte und Wärme. Die Werte für Horizon F1 im Überblick:
| Kulturschritt | Horizon F1 |
|---|---|
| Aussaat | Dezember bis Februar, in Gefäßen |
| Bedeckung | Saatgut leicht bedecken |
| Keimtemperatur | 18 bis 20 °C |
| Keimdauer | etwa 15 Tage, gleichmäßig feucht |
| PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. | nach dem Auflaufen in kleine Töpfe |
| Weiterkultur | bei 16 °C |
Garten-Petunien keimen bei 22 bis 25 °C und brauchen damit mehr Wärme als Horizon F1. Ich stelle sie deshalb an eine wärmere Stelle als meine Geranien. Wie die Aussaat gelingt, zeigt der Ratgeber, wie du Petuniensamen aussäst.
Pilzvorsorge: So senkst du das Risiko bei Keimlingen
Vorsorge beginnt vor dem ersten Samenkorn. Nimm frische Aussaaterde und saubere Gefäße mit Wasserabzug, damit sich keine Staunässe bildet.
Die Folie oder Haube über der Schale hält die Feuchte, die das Saatgut zum Keimen braucht. Hohe Luftfeuchte und Schwitzwasser können aber Pilzerkrankungen begünstigen. Lüfte die Abdeckung deshalb täglich und nimm sie ganz ab, sobald die Keimlinge stehen. Ich wische beim Lüften das Schwitzwasser von der Folie und schaue dabei auf die Erdoberfläche.
Die Folie bleibt liegen, obwohl die Keimlinge längst stehen. Dann bleibt die Luft über den Sämlingen feucht, und genau das kann Pilze begünstigen. Nimm die Abdeckung nach der Keimung ab.
Mit jedem Keimling wird es in der Schale enger. Ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Balkonpflanzen wie Geranien die Ausbreitung von GrauschimmelGrauschimmel ist eine häufige Pilzkrankheit an Gemüse, Obst und Zierpflanzen, verursacht durch den Pilz Botrytis cinerea. Typisch ist ein grauer, stäubender Pilzbelag auf befallenen Pflanzenteilen, etwa auf Früchten.. Pikiert wird, sobald das erste Laubblatt sichtbar ist. Wer das hinausschiebt, lässt die Sämlinge genau in dem dichten Stand, der Grauschimmel begünstigt.
Auch geknickte Blätter und Stiele können zu Befallsstellen für Grauschimmel werden. Arbeite beim Lüften und Gießen behutsam und nimm abgeknickte Teile heraus. Zeigt ein Keimling Schimmel oder Fäulnis, nimmst du ihn aus der Schale. Das kann die Ausbreitung bremsen, garantieren lässt sich damit nichts.
frische Aussaaterde, saubere Gefäße mit Wasserabzug, Folie oder Haube zum täglichen Lüften, Thermometer neben der Schale, Etikett mit Sorte und Saatdatum.
Wann pikierst du die Sämlinge?
Pikiert wird, sobald nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. das erste Laubblatt sichtbar ist. Horizon F1 kommt dann in kleine Töpfe und wächst bei 16 °C weiter. Wie du die Sämlinge greifst, einsetzt und bis zur Blüte pflegst, zeigt der Ratgeber, wie du Geranien-Sämlinge pikierst und weiterziehst.
Wie härtest du die Jungpflanzen ab?
Bis zum Auspflanzen stehen die Jungpflanzen hell, weil Lichtmangel lange, instabile Triebe begünstigt. Zum AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. senkst du die Temperatur und lüftest mehr, draußen gewöhnst du sie bei mildem Wetter erst im Schatten und dann schrittweise an die Sonne. Wie das Abhärten bei allen vorgezogenen Sommerblumen abläuft, steht in den Vorkultur-Grundlagen des Sommerblumen-Ratgebers.
Nach dem Auspflanzen: Standort, Wasser und Blüte
Ich pflanze erst aus, wenn kein Frost mehr angesagt ist und es nachts mild bleibt. Bei länger anhaltenden Temperaturen unter 10 °C legen Pelargonien keine neuen Blüten an. Hänge- und Zonalpelargonien bevorzugen einen vollsonnigen Platz, Halbschatten vertragen sie, vollschattige Nordlagen nicht.
Welcher Platz bei dir passt, klärt der Ratgeber dazu, welcher Standort Geranien gut wachsen und blühen lässt. Wann und wie oft du gießt, steht im Ratgeber, wie du Geranien in Topf und Balkonkasten gießt. AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Düngen behandelt der Sommerblumen-Ratgeber in den Abschnitten zur Pflege sowie zum Gießen und Düngen.
Überwintern und Stecklinge
Geranien lassen sich auch ohne neue Aussaat weiterführen. Pelargonien vermehrst du über Sommerstecklinge, und wie du Geranien als Zimmerpflanzen durchs ganze Jahr bringst, zeigt der Ratgeber, wie du Geranien ganzjährig im Haus kultivierst. Die Grundlagen zu StecklingenEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. und zum Überwintern stehen im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Topf, Überwintern und Stecklinge.
Kannst du Samen von eigenen Geranien ernten?
Möchtest du im nächsten Winter mit eigenem Saatgut säen, lass einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen. Putzt du alles Verblühte aus, bleibt nichts zum Reifen übrig. Geerntet werden braune, ausgereifte Samen bei trockenem Wetter. Trockne sie auf Papier nach, trenne sie von Pflanzenresten und lagere sie beschriftet kühl, dunkel und trocken.
Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. kann die Nachzucht anders ausfallen als erwartet. Horizon F1 ist, wie das F1 im Namen zeigt, eine Hybridsorte. Nachkommen aus selbst geernteten Hybridsamen können anders aussehen als die Mutterpflanze. Ich ernte deshalb nur dort Samen, wo mich ein anderes Aussehen im Folgejahr nicht stört.




