Liebeshainblume als Bodendecker: blauer Teppich für eine Saison
- Die Liebeshainblume eignet sich als Bodendecker für eine Saison, in voller Sonne bis Halbschatten.
- Mit 10 bis 20 cm Wuchshöhe gehört sie an den vorderen Beetrand und zwischen höhere Pflanzen.
- Die Pflanze ist einjährig und nicht winterhart, im Winter liegt die Fläche wieder offen.
- Der Boden soll feucht, nährstoffreich und gut durchlässig sein, in trockenen Sommerphasen wird gegossen.
- Für steinige, magere Stellen passen Hauswurz und Fettblatt, für dauerhafte Polster Polsterstauden wie Blaukissen.

Du hast eine kahle Fläche im Beet und willst sie diesen Sommer blau sehen, ohne gleich Stauden zu kaufen. Für solche Stellen säe ich die Liebeshainblume ‘Blaue Nemophila’, deren himmelblaue Blüten eine weiße Mitte haben. Bevor du loslegst, solltest du ihre Grenze kennen. Die Liebeshainblume ist einjährig und nicht winterhart, sie deckt den Boden also für eine Saison und nicht für Jahre.
Eignet sich die Liebeshainblume als Bodendecker?
Ja, als BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. auf Zeit. Mit 10 bis 20 cm Wuchshöhe bleibt die Pflanze niedrig und füllt den Boden vor und zwischen höheren Pflanzen. Als Standort passen volle Sonne und Halbschatten, solange der Boden feucht, nährstoffreich und gut durchlässig ist. Für eine Fläche, die das ganze Jahr bedeckt sein soll, taugt sie nicht, denn nach der Saison bleibt offener Boden zurück.
Diese Werte brauchst du, wenn du eine Fläche planst:
| Merkmal | Liebeshainblume |
|---|---|
| Wuchshöhe | 10 bis 20 cm |
| Wuchsbreite einer Pflanze | 15 bis 30 cm |
| Kulturform | Direktsaat am endgültigen Platz, nach der Keimung vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. |
| Reihenabstand | 20 cm |
| Abstand in der Reihe nach dem Vereinzeln | 10 cm |
| Saattiefe | etwa 0,5 bis 1 cm |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Zeitraum für die Direktsaat | April bis Juni sowie September |
| Blütezeit | Juni bis September |
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Licht | volle Sonne bis Halbschatten |
Säst du breitwürfig statt in Reihen, entfällt der Reihenabstand. Ich orientiere mich dann beim Vereinzeln am Abstand in der Reihe.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; in sommerlichen Trockenperioden zur Blütenförderung wässern.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen.
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
In trockenen Sommerphasen gießen, um die Blüte zu fördern; kein Rückschnitt erforderlich.
- Düngung
Vor dem Pflanzen in Gartenränder oder Gefäße Kompost einarbeiten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Kurz vorgestellt: Herkunft und Lebensdauer
Die Liebeshainblume, botanisch Nemophila menziesii, stammt aus dem westlichen Nordamerika, unter anderem aus Kalifornien und Oregon. Im Garten wächst sie als einjährige Sommerblume und ist nicht winterhart. Was Sommerblumen bei Lebensdauer und Herkunft unterscheidet, findest du im Kurzporträt der Sommerblumen mit Lebensdauer, Herkunft und Besonderheiten.
Was spricht für die Liebeshainblume als Bodendecker?
Niedriger Wuchs für den vorderen Beetbereich
Im Staudenbeet stehen hohe Leitstauden eher im Hintergrund, kleinere BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. ergänzen sie davor. Mit ihrer geringen Höhe passt die Liebeshainblume genau in diese vordere Lage. Dort verdeckt sie keine höheren Pflanzen und bedeckt trotzdem den offenen Boden zwischen ihnen.
Gesät statt gepflanzt
Die Liebeshainblume kommt als Saat direkt an ihren endgültigen Platz. Für eine größere Fläche brauchst du also keine Jungpflanzen, sondern Saatgut und ein vorbereitetes Beet. Die Keimung dauert 7 bis 14 Tage. Weil die Fläche jedes Jahr neu entsteht, entscheidest du jedes Frühjahr, wo das Blau liegen soll.
Viele Bodenarten, Sonne bis Halbschatten
Volle Sonne und Halbschatten kommen für die Liebeshainblume beide infrage. Beim Boden zählen Feuchte und Struktur: feucht, nährstoffreich und gut durchlässig soll er sein. Die britische Royal Horticultural Society führt Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandboden als geeignet. Beim pH-Wert nennt sie saure, neutrale und alkalische Böden. Wie sich Sonne und Halbschatten auf die Blüte auswirken, liest du im Ratgeber zum passenden Standort mit Licht, Boden und Klima für die Liebeshainblume.
Blüten für Insekten
Die Liebeshainblume ist eine Nahrungsquelle für Nützlinge und Insekten. Die Blüten erscheinen von Juni bis September. Insekten brauchen aber Nahrung von ungefüllt blühenden Pflanzen, und zwar vom zeitigen Frühjahr bis in den Spätherbst. Eine Fläche mit Liebeshainblumen deckt davon nur den Sommer ab. Deshalb ergänzt du sie mit Krokus und Lungenkraut im Frühjahr und mit ungefüllten Herbstastern im Herbst.
Wo liegen die Grenzen als Bodendecker?
Nach einer Saison liegt der Boden wieder offen
Als einjährige Pflanze ohne WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. deckt die Liebeshainblume den Boden nur von der Saat bis zum Ende ihrer Saison. Danach ist die Fläche wieder kahl, und im nächsten Frühjahr beginnt die Arbeit von vorn. Räumst du die Fläche nach der Saison ab, schützt eine GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. über den Winter den Boden vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung. Wo der Boden dauerhaft bedeckt sein soll, setzt du auf einen mehrjährigen Bodendecker.
Die Liebeshainblume als Dauerlösung für eine Böschung oder eine schwer erreichbare Ecke einplanen. Die Pflanze ist einjährig und nicht winterhart. Nach der Saison fehlt die Decke, und jedes Frühjahr steht eine neue Saat an.
In Trockenphasen braucht sie Wasser
Die Liebeshainblume braucht einen feuchten Boden. In trockenen Sommerphasen gießt du, um die Blüte zu fördern. Für Flächen, an die du nie mit der Gießkanne kommst, ist sie deshalb der falsche Bodendecker.
Unkraut, bis die Fläche geschlossen ist
Geschlossen ist die Fläche erst, wenn die Pflanzen ineinanderwachsen. Bis dahin liegt zwischen den Sämlingen offener Boden, auf dem auch Unkraut keimen kann. Deshalb entferne ich vor der Saat unerwünschten Bewuchs und jäte danach, bis sich der Bestand schließt.
Selbstaussaat: Nachwuchs, den du lenken musst
Lässt du verblühte Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen, kann die Liebeshainblume für Nachwuchs sorgen. Bei Sommerblumen begrenzt das Entfernen welker Blüten dagegen die Samenbildung. Du entscheidest also vorher, ob deine Fläche Samen bilden soll, und ziehst Sämlinge an falschen Stellen einfach heraus. Wie du die Liebeshainblume durchs Gartenjahr pflegst und über Samen erhältst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Liebeshainblume oder Staude: Bodendecker im Vergleich
Welcher Bodendecker passt, hängt davon ab, wie die Fläche liegt und was sie leisten soll. Die Tabelle stellt die Liebeshainblume neben einjährige und mehrjährige Alternativen.
| Pflanze | Lebensdauer | Platz und Boden | Was sie der Fläche bringt |
|---|---|---|---|
| Liebeshainblume | einjährig, nicht winterhart | volle Sonne bis Halbschatten; feucht, nährstoffreich, gut durchlässig | blaue Blüte von Juni bis September, im Winter offener Boden |
| Husarenknopf | einjährig, nicht winterhart | Sonne; mäßig nährstoffreich, gut durchlässig | Blüte von Mai bis Oktober, die Sorte ‘SPERLI’s Knöpfchen’ bildet Polster |
| Blaukissen, Schleifenblume, Polsterphlox, Teppichglockenblumen | PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. | Steingarten | Polster ohne jährliche Neusaat |
| Hauswurz, Fettblatt | Steingartenpflanzen | durchlässig, steinig, meist nährstoffarm | Bewuchs für steinige, magere Stellen |
Meist entscheidet die Lebensdauer. Mit der Liebeshainblume planst du jedes Jahr neu, dafür kostet dich jede Saison eine Saat und das Jäten, bis die Fläche zu ist. Polsterstauden wie Blaukissen oder Polsterphlox ersparen dir die jährliche Saat, legen die Fläche aber auch auf Jahre fest.
Unter den Einjährigen ist der Husarenknopf eine Alternative mit derselben Wuchshöhe von 10 bis 20 cm. Er blüht länger in den Herbst hinein und bringt Gelb statt Blau, etwa mit der leuchtend gelben Sorte ‘Solaris’. Für trockene Stellen ist zumindest die Sorte ‘Gelber Vogel’ nichts, sie wird als nicht trockenheitstolerant geführt. Für schattige Bodendeckerflächen kommen Golderdbeeren als Ergänzung infrage.
„Die Liebeshainblume ist genügsam und wächst auch auf kargen Kiesflächen.“ Das stimmt so nicht. Die Pflanze braucht feuchten, nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden und in trockenen Sommerphasen Wasser. Für durchlässige, steinige und meist nährstoffarme Stellen passen Hauswurz und Fettblatt besser.
So setzt du die Liebeshainblume als Bodendecker ein
Als geschlossene Fläche im Beet
Für eine geschlossene Fläche säst du in Reihen mit 20 cm Abstand. Nach der Keimung vereinzelst du die Sämlinge in der Reihe auf 10 cm. Eine einzelne Pflanze wird 15 bis 30 cm breit und damit breiter als der Abstand in der Reihe. Die Nachbarn wachsen also ineinander, so kann aus einzelnen Sämlingen eine geschlossene Fläche werden.
Bodendeckerflächen säe ich in Reihen statt breitwürfig. So halte ich beim Vereinzeln den Abstand in der Reihe leichter ein und sehe, wo die Keimlinge stehen müssen.
Als Sommerblume eignet sich die Liebeshainblume außerdem als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Ich säe sie gern dort, wo im Frühjahr Zwiebelblumen geblüht haben, damit die Stelle im Sommer nicht leer bleibt. Wenn du die Fläche vorher aufzeichnen möchtest, hilft dir der Beetplaner für die Aufteilung deiner Beete.
Der Platz liegt in voller Sonne oder im Halbschatten. Der Boden ist feucht, nährstoffreich und gut durchlässig. In trockenen Sommerphasen kannst du gießen. Offener Boden im Winter stört dich nicht. Das Saatbeet ist gelockert und frei von Unkraut.
Farbpartner
Blau und Orange sind ein komplementäres Farbpaar und ergeben eine kontrastreiche Pflanzung. Ein niedriger Partner dafür ist das Schmuckkörbchen Cosmos sulphureus ‘Mandarin’ mit dunkelorangen Blüten und 20 bis 30 cm Wuchshöhe. Ruhiger wirkt eine Ton-in-Ton-Pflanzung aus helleren und dunkleren Blautönen, etwa mit dem dunkelviolettblauen Steppen-Salbei ‘Mainacht’.
Im Steingarten
Liebeshainblumen eignen sich für halbschattige Steingärten. Anders als Hauswurz und Fettblatt, die auf steinige und meist nährstoffarme Böden passen, braucht die Liebeshainblume dort eine Stelle mit feuchtem, nährstoffreichem Boden.
Unter Sträuchern und Bäumen
Wo unter Gehölzen Halbschatten herrscht, etwa am hellen Rand, kommt die Liebeshainblume zurecht. Wie weit du mit ihr in schattigere Bereiche gehen kannst, zeigt der Ratgeber zur Liebeshainblume an schattigen und halbschattigen Plätzen. Unter Rosen säe ich sie nicht, denn für Rosen gilt die allgemeine Pflegeempfehlung, auf eine Unterpflanzung zu verzichten.
In Töpfen und Balkonkästen
Die Liebeshainblume eignet sich auch für Töpfe und Hochbeete. Wie du sie in Töpfen und Balkonkästen kultivierst, beschreibt ein eigener Ratgeber.
Aussaat, Gießen und Pflege in Kürze
Flächensaat
Gesät wird im Frühjahr von April bis Juni direkt an den endgültigen Platz, dünn in Reihen oder breitwürfig. Die Liebeshainblume ist kein Lichtkeimer, ihre Samen kommen etwa 0,5 bis 1 cm tief in die Erde, und nach der Keimung vereinzelst du rechtzeitig. Die Saattermine im Überblick zeigt dir der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Gießen und Düngen
Halte den Boden feucht und gieß in trockenen Sommerphasen nach. Gegossen wird vorzugsweise morgens im Wurzelbereich, ohne das Laub zu benetzen. Vor der Saat arbeitest du Kompost ein, jede weitere Düngung richtet sich nach einer Bodenuntersuchung.
Pflege und Pflanzenschutz
Einen Rückschnitt braucht die Liebeshainblume nach Angaben der RHS nicht. AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. und Unkraut behandelt der Pflege-Abschnitt im Sommerblumen-Ratgeber, die Pflege durchs Jahr der oben verlinkte Ratgeber zur Liebeshainblume. Was du gegen Krankheiten und Schädlinge tun kannst, erklärt der Ratgeber, wie du Liebeshainblumen vor Krankheiten und Schädlingen schützt.


