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Mittagsgold: Standort, Boden und Drainage richtig vorbereiten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mittagsgold braucht volle Sonne, im Schatten schließen sich seine Blüten.
  • Passend ist mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Lehm- oder Sandboden ohne Staunässe.
  • Schweren Boden verbesserst du je nach Zustand mit 2 bis 5 Litern gewaschenem Sand je m².
  • Kalk gibt es nur, wenn eine Messung einen für die Bodenart zu niedrigen pH-Wert zeigt.
  • Lubera rät von zusätzlicher Düngung ab, weil ein Nährstoffüberschuss Blätter auf Kosten der Blüten fördert.
  • Plane 20 cm Abstand in der Reihe und 30 cm zwischen den Reihen.
Blumensamen in der Hand vor der Aussaat
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Mittagsgold braucht volle Sonne, denn im Schatten schließen sich seine Blüten. Dazu will es gut durchlässigen Boden, in dem nach Regen kein Wasser stehen bleibt. Beides entscheidest du, bevor die erste Jungpflanze ins Beet kommt. Ich gehe dafür jedes Jahr dieselbe Reihenfolge durch: Platz prüfen, Boden bestimmen, Werte messen lassen, verbessern und zum Schluss fein harken.

Mittagsgold, botanisch Gazania rigens und auch Sonnentaler genannt, ist eine Beet- und Balkonpflanze. Hier geht es um alles, was vor dem Pflanzen passiert: Licht, Bodenart, pH-Wert, Nährstoffe, Wasserabzug und das fertige Beet.

Was Mittagsgold vom Standort erwartet

Bevor ich ein Beet für Mittagsgold anlege, schreibe ich mir die Ansprüche der Art auf. Die Angaben zu Bodenart und pH-Wert stammen von der britischen Gartenberatung RHS und beziehen sich auf britische Gärten.

Merkmal Mittagsgold (Gazania rigens)
Licht volle Sonne, im Schatten schließen sich die Blüten
Boden mäßig nährstoffreich, gut durchlässig
Bodenart (RHS, britischer Kontext) Lehmboden, Sandboden
Boden-pH (RHS, britischer Kontext) sauer, neutral oder alkalisch
Feuchtebedarf trocken, trockenheitsverträglich
Winterhärte nicht winterhart
Wuchshöhe 20 bis 30 cm
Wuchsbreite 20 bis 30 cm
Blütezeit Juni bis Oktober

Botanisch gilt Mittagsgold als mehrjährige Pflanze oder Halbstrauch einer subtropischen Klimazone. Weil es nicht winterhart ist, wird es bei uns einjährig kultiviert. Einen Überblick über Lebensdauer und Herkunft gibt das Kurzporträt im Sommerblumen-Ratgeber.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet; im Schatten schließen sich die Blüten. In längeren Trockenperioden wässern.

Bodenart

Lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Das angebotene Saatgut höchstens 0,5 cm tief säen.

Pflege

Pflege

Bei anhaltender Trockenheit gießen und regelmäßig Verblühtes entfernen. Bei Überwinterung im Haus auf Blattläuse und Grauschimmel achten.

Düngung

Eine zusätzliche Düngung ist nicht nötig; ein Nährstoffüberschuss begünstigt Blattwachstum zulasten der Blüte.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze wächst als Staude oder Halbstrauch.

Verwendung

Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.

Aussaatkalender Mittagsgold
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April; Blüte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberVorkulturBlüte

Der richtige Platz: volle Sonne und kein nasser Fleck

Sonne prüfen

Der Platz für Mittagsgold liegt in voller Sonne. Im Schatten schließen sich die Blüten. Ich schaue mir einen neuen Platz an einem sonnigen Tag morgens, mittags und nachmittags an. Dabei notiere ich, wann Hauswand, Hecke oder Baum ihren Schatten auf die Fläche werfen.

Nasse Stellen meiden

Mittagsgold kommt mit trockenem Boden aus und gilt als trockenheitsverträglich. Ein hoher Tonanteil verringert dagegen die Wasserdurchlässigkeit und begünstigt Staunässe. Eine tonige Senke, in der nach Regen Wasser steht, passt deshalb nicht zu dieser Pflanze, selbst wenn dort volle Sonne ist. Nach einem kräftigen Regen gehe ich den Gartenweg ab und schaue, wo Pfützen lange stehen bleiben.

Wo Mittagsgold im Garten Platz findet

Mittagsgold wird als Beet- und Balkonpflanze geführt, als Anbauorte sind außerdem Hochbeet und Topf genannt. Sommerblumen eignen sich im Beet als Lückenfüller im Staudenbeet und als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Für naturnahe Flächen gibt es einen eigenen Ratgeber, der zeigt, wie du Mittagsgold in Blumenwiesen einbindest und nach Farbe und Höhe kombinierst.

Welche Erde hast du? Die Fingerprobe

Eine Fingerprobe gibt dir einen ersten Eindruck von deinem Boden. Nimm eine Probe leicht feuchter Erde zwischen die Finger und versuche, sie zu formen. Zerfällt sie körnig, spricht das für Sandboden. Lässt sie sich gut formen und fühlt sich klebrig an, deutet das auf Tonboden hin. Die Probe unterscheidet die Bodenarten nur näherungsweise, als Startpunkt für die weitere Vorbereitung taugt sie trotzdem.

Ich mache die Probe an mehreren Stellen des künftigen Beets und vergleiche die Ergebnisse. Die RHS nennt für Mittagsgold Lehmboden und Sandboden, beide kommen also in Frage. Auf Sandboden verbessert organisches Material die Wasserspeicherung. Fällt die Probe klebrig aus, hilft dir der Abschnitt zum schweren Boden weiter unten.

pH-Wert: messen statt raten

Beim pH-Wert ist Mittagsgold wenig festgelegt. Die RHS führt die Art für saure, neutrale und alkalische Böden, bezogen auf britische Gärten. Gekalkt wird Gartenboden nur, wenn sein gemessener pH-Wert für die jeweilige Bodenart zu niedrig liegt. Kalk auf Verdacht hat im Mittagsgold-Beet deshalb keinen Grund: Die Art ist an keinen engen pH-Bereich gebunden, und ohne Messwert fehlt die Grundlage für jede Kalkgabe.

Ob gekalkt werden sollte, hängt neben dem pH-Wert auch von Bodenart und Humusgehalt ab. Eine Bodenuntersuchung zeigt dir, ob dein Boden mit Kalk und Nährstoffen unter- oder überversorgt ist. Die Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf.

Zahl im Blick

Für die allgemeine Gartenbodenvorbereitung ist eine Bodenuntersuchung vor der Neuanlage vorgesehen, danach alle 3 bis 5 Jahre. Für die Mischprobe werden je Nutzungsbereich 10 bis 15 Einzelproben gemischt und rund 500 g davon eingesandt. Entnommen wird nach der Ernte und vor der Düngung, zwischen Herbst und Frühjahr.

Ich nehme die Proben für das Blumenbeet getrennt vom Gemüsegarten, weil unterschiedlich genutzte Flächen getrennt untersucht werden.

Häufiger Fehler

Erst düngen und dann die Probe nehmen. Vor der Probenahme wird nicht gedüngt, denn mit dem Ergebnis bemisst du die Düngung erst.

Nährstoffe: mäßig statt üppig

Mittagsgold mag mäßig nährstoffreichen Boden. Lubera rät in seinem Gazanienratgeber von zusätzlicher Düngung ab. Begründet wird das damit, dass ein Nährstoffüberschuss das Blattwachstum zulasten der Blüte begünstigt.

Die Grunddüngung eines Gartenbodens richtet sich nach den untersuchten Nährstoffvorräten und wird bei sehr hoher Versorgung ausgesetzt. Zeigt deine Bodenuntersuchung sehr hohe Werte, bekommt das Mittagsgold-Beet also keinen weiteren Dünger, denn ein Überschuss geht bei dieser Art auf Kosten der Blüten.

Kompost setze ich im Mittagsgold-Beet vor allem für die Bodenstruktur ein. Ich bringe ihn im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht im Herbst, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Als allgemeine Faustzahl für Gartenboden gelten jährlich etwa 3 l Kompost je m². Bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten wird die Gabe eingeschränkt.

Schweren Boden durchlässig machen: Drainage verbessern

Formt sich die Fingerprobe gut und klebt, arbeitest du vor dem Pflanzen an der Durchlässigkeit. Für schwere Gartenböden können je nach Ausgangszustand 2 bis 5 Liter gewaschener Sand je m² eingearbeitet werden. Gemeint ist Sand ohne Feinanteile. Lehmböden für Wechselflorbeete lassen sich auch mit Sand und Splitt in ihrer Struktur verbessern. Organisches Material wie Kompost verbessert bei schweren Böden die Krümelstruktur und die Durchlüftung.

Ich verteile den Sand gleichmäßig auf der Fläche und arbeite ihn mit dem Sauzahn ein. Ist dein Boden durch und durch tonig, kannst du auf Hochbeet oder Topf ausweichen, die für Mittagsgold ebenfalls als Anbauort genannt sind.

Lockern, säubern, glätten: das Beet fertig machen

Vor dem Pflanzen lockerst du den Boden, befreist ihn von unerwünschtem Bewuchs und bereitest ihn mit dem Rechen vor. Bestehende Zierbeete lockere ich mit dem Sauzahn, damit die Bodenschichten nicht gewendet werden. Danach ziehe ich aufgelaufenes Unkraut samt Wurzel heraus und lese grobe Steine ab. Zum Schluss harke ich die Fläche fein und eben. Am Ende steht ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes Beet, wie es auch für eine Direktsaat vorbereitet wird.

Ist das Beet fertig, betrete ich es möglichst nicht mehr. Beetflächen bleiben ungetreten, damit ihre Poren und ihre Wasserspeicherfähigkeit erhalten bleiben. Wer den frisch gelockerten Boden festtritt, nimmt Mittagsgold also einen Teil der Durchlässigkeit, die es braucht.

Mini-Checkliste

Der Platz liegt in voller Sonne. Nach Regen bleibt kein Wasser stehen. Die Fingerprobe ist gemacht, das Ergebnis der Bodenuntersuchung liegt vor. Schwerer Boden ist mit Sand verbessert. Die Fläche ist gelockert, unkrautfrei und fein geharkt.

Zeitplan: von der Bodenprobe bis zum Auspflanzen

Die Vorbereitung verteilt sich über mehrere Monate. Die Bodenprobe kommt zuerst, weil sie zwischen Herbst und Frühjahr und vor jeder Düngung genommen wird.

Zeitraum Arbeitsschritt
Herbst bis Frühjahr, vor jeder Düngung Bodenprobe nehmen und einsenden
Spätwinter oder Frühjahr Kompost ausbringen, wenn die Werte es zulassen
Februar bis April Kultur beginnen: Mittagsgold aussäen und vorziehen
vor dem Pflanztermin Sand einarbeiten, lockern, Unkraut entfernen, fein harken
nicht vor Mitte Mai Sorte ‘Chansonette’ ins Freiland pflanzen

Die Termine weiterer Sommerblumen findest du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.

Platz zum Wachsen: Abstände planen

In der Reihe bekommt Mittagsgold 20 cm Pflanzabstand. Zwischen den Reihen planst du 30 cm ein. Die Pflanzen werden 20 bis 30 cm breit und ebenso hoch. Bei 20 cm Abstand rücken sie in der Reihe also eng zusammen, und enger setze ich sie nicht: Ein sehr dichter Bestand begünstigt bei Beet- und Balkonpflanzen die Ausbreitung von Grauschimmel.

Ich spanne vor dem Pflanzen eine Schnur und markiere jede Pflanzstelle mit einem kurzen Stab. Reihen und Abstände kannst du vorab im Beetplaner für deine Beetfläche einzeichnen.

Im Topf, Balkonkasten oder Hochbeet

In Gefäßen gilt beim Vorbereiten dasselbe Ziel wie im Beet: Wasser muss abziehen können. Ein Pflanzgefäß für draußen braucht am Boden mindestens ein Abzugsloch. Prüfe die Löcher vor dem Befüllen und halte sie frei. Unter dem Gefäß muss das Wasser abfließen können, und gefüllte Untersetzer leerst du nach Regen, damit keine Nässe an den Wurzeln steht.

Kübelerde braucht eine stabile Struktur, die mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton unterstützen können. Gute Balkon- und Kübelerde versorgt die Wurzeln auch nach starkem Regen oder einer Trockenphase weiter mit Luft und Wasser. Bei torffreier Erde greife ich zu Qualitätserden mit mindestens drei transparent deklarierten Torfersatzstoffen.

Wie es nach der Vorbereitung weitergeht

Aussaat und erste Wochen

Die Kultur von Mittagsgold beginnt von Februar bis April, die Samen keimen bei 20 bis 22 °C. Die Sorte ‘Chansonette’ wird nach der Keimung einzeln in Töpfe gesetzt, etwas kühler weitergezogen und nicht vor Mitte Mai ins Freiland gepflanzt. Wie du Schritt für Schritt vorgehst, zeigt die Anleitung, wie du Mittagsgold aussäst und bis zur Blüte bringst.

Gießen und Pflege im Sommer

Im Beet gießt du Mittagsgold bei anhaltender Trockenheit und entfernst regelmäßig Verblühtes. Wie du Mittagsgold im trockenen Garten mit wenig Wasser gießt, steht in einem eigenen Ratgeber. Ausputzen und Unkraut im Sommerblumenbeet behandelt der Pflege-Abschnitt des Sommerblumen-Ratgebers.

Blüte verlängern

Mittagsgold blüht von Juni bis Oktober. Mit welchen Schnitt-, Pflege- und Sortenmaßnahmen du die Blüte bis in den Herbst ziehst, zeigt der Ratgeber, wie du die Blütezeit von Mittagsgold verlängerst.

Überwintern

Mittagsgold ist nicht winterhart. Wer Pflanzen im Haus überwintert, achtet dort auf Blattläuse und Grauschimmel.

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Häufige Fragen

Was ist Mittagsgold und woran erkennt man diese Sommerblume?
Mittagsgold (Gazania rigens) ist eine nicht winterharte Beet- und Balkonpflanze, die bei uns einjährig kultiviert wird. Die Pflanzen werden 20 bis 30 cm hoch und blühen von Juni bis Oktober. Typisch ist, dass sich die Blüten im Schatten schließen, deshalb braucht Mittagsgold einen Platz in voller Sonne.
Welche Bodenbeschaffenheit benötigt Gazania für optimales Wachstum?
Gazania braucht mäßig nährstoffreichen, gut durchlässigen Lehm- oder Sandboden, so beschreibt es die britische Gartenberatung RHS. Weil ein hoher Tonanteil Staunässe begünstigt, verbesserst du schweren Boden vor dem Pflanzen je nach Ausgangszustand mit 2 bis 5 Litern gewaschenem Sand ohne Feinanteile je m². Einen engen pH-Bereich gibt die RHS nicht vor, sie führt saure, neutrale und alkalische Böden; gekalkt wird nur nach einer Messung.
Wie führt man die Faustprobe zur Bodenbestimmung bei Mittagsgold durch?
Für die Faust- oder Fingerprobe nimmst du leicht feuchte Erde zwischen die Finger und versuchst, sie zu formen. Zerfällt sie körnig, spricht das für Sandboden; lässt sie sich gut formen und klebt, deutet das auf Tonboden hin. Die Probe unterscheidet nur näherungsweise, Nährstoffe und pH-Wert zeigt erst eine Bodenuntersuchung. Fällt sie klebrig aus, verbesserst du für Mittagsgold vor dem Pflanzen die Durchlässigkeit, weil ein hoher Tonanteil Staunässe begünstigt.
Stimmt es, dass Mittagsgold ohne regelmäßige Düngung nicht blüht?
Nein, Lubera rät in seinem Gazanienratgeber sogar von zusätzlicher Düngung ab. Ein Nährstoffüberschuss begünstigt das Blattwachstum zulasten der Blüte. Mittagsgold braucht stattdessen volle Sonne und einen mäßig nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. Ob dein Boden bereits gut versorgt ist, zeigt eine Bodenuntersuchung.
Warum wird Mittagsgold oft als einjährige Pflanze kultiviert, obwohl sie mehrjährig werden kann?
Botanisch wird Mittagsgold als mehrjährige Pflanze oder Halbstrauch einer subtropischen Klimazone geführt. Winterhart ist es nicht, deshalb wird es bei uns als einjährige Beet- und Balkonpflanze gezogen und jedes Jahr neu gepflanzt. Wer Pflanzen im Haus überwintert, achtet dabei auf Blattläuse und Grauschimmel.
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