Ringelblumen ernten, trocknen und lagern: Schritt für Schritt
- Für den Trockenvorrat pflückst du über Mittag an warmen, sonnigen Tagen, wenn die Blüten trocken und aufgeblüht sind.
- Schneide jeden Blütenkopf mit einem kurzen Stielstück ab und lege ihn gleich zum Trocknen aus.
- Regelmäßiges Pflücken fördert neue Blütenköpfchen; im Heilpflanzenanbau wird von Juni bis September ein- bis zweimal wöchentlich geerntet.
- Trockne in dünner Schicht, möglichst rasch und schattig oder im Dörrgerät bei 35 bis 45 °C.
- Fülle erst ab, wenn es beim Hineinfassen raschelt, und lagere luftdicht, lichtundurchlässig und kühl.

Ringelblumen, die du im Sommer pflückst, sollen im Winter noch leuchtend im Glas liegen. Ob das gelingt, entscheidet sich beim Pflücken, beim Trocknen und beim Abfüllen. Nasse Blüten trocknen langsam, Sonne bleicht sie aus, und Restfeuchte im Glas kann den ganzen Vorrat verderben. Ich ernte meine Ringelblumen deshalb in vielen kleinen Portionen und lege sie gleich nach dem Pflücken zum Trocknen aus.
Die Garten-Ringelblume (Calendula officinalis) ist ein einjähriger KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen. und nicht winterhart. Getrocknet landen ihre Blüten in Küche, Teedose und selbst gerührter Naturkosmetik. Lebensdauer, Herkunft und Besonderheiten der Sommerblumen beschreibt das Kurzporträt im Sommerblumen-Ratgeber. Um Heilwirkungen geht es hier nicht, sondern um Handgriffe, mit denen Farbe und Aroma der Blüten im Vorrat ankommen.
Wann erntest du Ringelblumen am besten?
Für den Trockenvorrat pflückst du über Mittag an warmen, sonnigen Tagen. Dann sind die Blüten trocken und ganz aufgeblüht. Nach Regen oder solange Tau in den Köpfen hängt, wartest du ab, denn jede Feuchte verlängert später das Trocknen. Ringelblumen für die Vase schneidest du dagegen am sonnigen Vormittag. Für Vase, Gestecke und Kränze erklärt ein eigener Ratgeber, wie du Ringelblumen schneidest, arrangierst und trocknest.
„Ringelblumen pflückt man am frühen Morgen.“ Für den Trockenvorrat stimmt das nicht. Dann erntest du über Mittag, wenn Tau und Regen abgetrocknet sind und die Blüten offen stehen.
Im Heilpflanzenanbau läuft die Blütenernte von Juni bis September. Gepflückt wird dort ein- bis zweimal wöchentlich. Die regelmäßige Ernte fördert dabei die Bildung neuer Blütenköpfchen, sodass du über den ganzen Sommer Nachschub für deinen Vorrat bekommst.
Welche Blüten kommen in den Korb?
Nimm nur voll geöffnete, unbeschädigte Blüten. Köpfe mit Flecken, Belag oder Fraßstellen sortierst du gleich am Beet aus. Willst du die Blüten später essen oder als Tee aufgießen, pflückst du nur an Pflanzen, die nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Ernte außerdem nur an Stellen, die du genau kennst und die keinem Tier als Toilette dienen.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten 1-2 cm tief säen.
Wie pflückst du Ringelblumen Schritt für Schritt?
Richte den Trockenplatz her, bevor du in den Garten gehst, denn die Blüten sollen möglichst rasch trocknen. Danach gehst du so vor:
- Leg einen flachen Korb und eine kleine, saubere Schere bereit.
- Schneide jeden Blütenkopf mit einem kurzen Stielstück ab.
- Leg die Köpfe locker nebeneinander in den Korb, ohne sie zu drücken.
- Schüttle jeden Kopf kurz aus und schau in die Blütenmitte nach kleinen Tieren.
- Bring die Ernte gleich zum Trockenplatz und leg sie dort einzeln aus.
Ich gehe über Mittag mit einem flachen Korb durchs Beet und pflücke nur so viel, wie auf mein Trockengitter passt. Erst wenn alle Köpfe dort einzeln nebeneinander liegen, hole ich den nächsten Korb.
Wie viel frische Ernte brauchst du für einen Vorrat?
Weil nach dem Trocknen nur ein Bruchteil der frischen Ernte bleibt und regelmäßiges Pflücken neue Köpfchen fördert, füllt sich dein Glas über viele kleine Ernten. Ein einzelner Pflücktag im Juli reicht dafür selten aus.
Ringelblumen trocknen bei 35 bis 45 °C in dünner Schicht. Das Trocknungsverhältnis liegt bei 6 bis 8 zu 1: Aus 6 bis 8 Teilen frischer Blüten wird 1 Teil Trockenware.
Wie kräftig deine Pflanzen wachsen, hängt auch am Standort. Ein eigener Ratgeber zeigt, wo Ringelblumen im Beet und im Topf gut gedeihen. Willst du für den Vorrat mehr Ringelblumen säen, kannst du eine eigene Erntereihe im Beetplaner einzeichnen.
Wie trocknest du Ringelblumen, damit Farbe und Aroma bleiben?
Ringelblumen trocknen am besten zügig und in dünner Schicht. Der Platz dafür ist warm, aber schattig, denn in der Sonne verlieren die Blüten ihre Farbe. Ob du ganze Köpfe oder nur gezupfte Blütenblätter trocknest, richtet sich danach, wofür du den Vorrat brauchst.
Einzeln ausgelegt auf Gitter oder Sieb
Leg die Köpfe einzeln nebeneinander auf ein Gitter, ein Sieb oder ein sauberes Tuch, ohne dass sie sich überlappen. Ich nehme am liebsten ein Gitter, weil dort auch von unten Luft an die Blüten kommt. Wende die Köpfe, sobald die Oberseite trocken wirkt. Gut geeignet ist ein warmer Raum ohne direkte Sonne.
Im Dörrgerät
Ein Dörrgerät hat den Vorteil, dass du die Temperatur einstellen kannst. Für Ringelblumen liegt der Trocknungsbereich bei 35 bis 45 °C. Verteile die Blüten locker auf den Einschüben, damit die warme Luft zwischen ihnen durchzieht. Ich stelle mein Gerät an das untere Ende dieser Spanne. Bei Kräutern verflüchtigen sich nämlich ätherische Öle, wenn Dörrapparat oder Backofen nicht deutlich unter 40 °C laufen. Ein Backofen kommt deshalb nur infrage, wenn er sich so niedrig regeln lässt.
Als Büschel kopfüber
Ganze Stiele mit Blüten kannst du wie ein Kräuterbüschel zusammenbinden und kopfüber aufhängen. Dafür suchst du einen luftigen, kühlen und dunklen Ort mit trockener Luft. Die getrockneten Blüten zupfst du später ab und füllst sie in ein verschlossenes Glas. Für den Vorrat lege ich die Köpfe trotzdem lieber einzeln aus, weil sie dort in dünner Schicht liegen.
Die Blüten zum Trocknen in die pralle Sonne legen. Sonne bleicht die Farbe aus. Wähle stattdessen einen warmen Platz im Schatten.
Woran erkennst du, dass die Blüten trocken genug sind?
Fass mit der Hand in die Schale. Raschelt es, ist der richtige Trocknungsgrad erreicht. Danach nehme ich einzelne Köpfe zwischen die Finger und drücke auf den Blütenboden, denn er ist der dickste Teil der Blüte. Gibt er noch nach oder fühlt er sich weich an, kommt die Schale zurück an den Trockenplatz.
Fülle nur vollständig trockene Blüten ab. Restfeuchte verteilt sich im geschlossenen Glas und kann den ganzen Vorrat verderben.
Füll eine Probe in ein verschlossenes Glas und stell es neben den Trockenplatz. Beschlägt das Glas innen, brauchen die Blüten noch Zeit.
Wie lagerst du getrocknete Ringelblumen?
Getrocknete Blüten gehören in luftdicht schließende und lichtundurchlässige Behälter an einen kühlen Ort. Gut geeignet sind dunkle Schraubgläser und Blechdosen. Ein klares Glas stellst du in einen geschlossenen Schrank, damit kein Licht an den Inhalt kommt. Sauber, trocken und geruchsfrei sollten die Behälter in jedem Fall sein.
Auf das Etikett schreibe ich Pflanze, Erntedatum und ob ganze Köpfe oder gezupfte Blütenblätter im Glas sind. So greifst du zuerst zu den älteren Gläsern. Verteilst du den Vorrat auf mehrere kleine Gläser, öffnest du für den Gebrauch nur einen Teil, und der Rest bleibt verschlossen.
Bevor der Deckel zugeht:
- Die Blüten rascheln, und der Blütenboden gibt nicht mehr nach.
- Das Gefäß ist sauber, trocken, luftdicht und lichtundurchlässig.
- Das Etikett nennt Pflanze und Erntedatum.
- Der Lagerplatz ist kühl und dunkel.
Wie lange halten getrocknete Ringelblumen?
Eine feste Frist lässt sich nicht pauschal nennen, denn die Haltbarkeit hängt an Trocknung und Lagerplatz. Prüfe die Blüten deshalb, bevor du sie verwendest. Gute Ware hat ihre Farbe behalten, raschelt beim Anfassen und riecht frisch. Verblasste Farbe kann darauf hindeuten, dass Licht an den Vorrat gekommen ist. Muffiger Geruch, klamme Stellen, Gespinste oder Schimmel sind ein klares Zeichen: Dieser Inhalt gehört nicht mehr in Tee oder Küche.
Ich trockne so viel, wie ich bis zur nächsten Blütenernte verbrauche, und starte jeden Sommer mit frischen Gläsern.
Wie erntest du Ringelblumensamen für die nächste Aussaat?
Weil das Pflücken neue Blüten fördert und das Entfernen welker Blüten die Samenbildung begrenzt, lässt du im Spätsommer an einigen Pflanzen die Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen. Die Samenstände reifen an der Pflanze ab, bis sie durchgehend braun sind. Geerntet wird bei trockenem Wetter. Wundere dich nicht über unterschiedlich geformte Samen: Ringelblumen bilden drei Samenformen, nämlich Hakenfrüchte, Kahnfrüchte und geringelte Früchte.
Die Samen trocknest du auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und füllst sie beschriftet ab. Trocken, kühl und dunkel lässt sich Ringelblumensaatgut bis zur nächsten Aussaatsaison aufbewahren. Für Saatgut gilt eine Lagertemperatur zwischen 4 und 15 °C. Stammen deine Pflanzen aus einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Was du stehen lässt und nicht erntest, sät sich am passenden Standort oft reichlich selbst aus. Gesät wird von April bis Juni. Die Termine weiterer Sommerblumen findest du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Was machst du mit dem Vorrat?
Wie du Ringelblumenblüten frisch und getrocknet in der Küche verwendest, zeigt ein eigener Ratgeber. Für Salbe und Öl erklärt ein weiterer Ratgeber, wie du mit Ringelblumen Naturkosmetik selbst herstellst. Essbar sind die Blüten nur von Pflanzen ohne Pflanzenschutzmittel, und was sonst für Blüten auf dem Teller gilt, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zu essbaren Blüten.





