Stockrosen für Bienen und Schmetterlinge: ungefüllte Sorten, Raupenfutter, Winterstängel
- Für Bienen wählst du Stockrosen mit ungefüllten Blüten, sie bieten Insekten vor allem Pollen.
- Gefüllte Zuchtformen sind häufig steril und fallen dann als Futterquelle aus.
- Stockrosen blühen von Juli bis September, in der Regel im zweiten Standjahr.
- Raupen des Malven-Dickkopffalters können Stockrosen als Nahrung nutzen.
- Die Malven-Langhornbiene sammelt Pollen nur an Malvengewächsen und nistet im Boden.
- Gesunde, dicke Stängel bleiben als Winterquartier bis zum Frühjahr stehen, rostkranke Reste kommen weg.

Wenn du Stockrosen für Bienen pflanzt, entscheidest du schon beim Saatgut über das Futterangebot. Ungefüllte Blüten bieten Insekten vor allem Pollen, stark gefüllte können als Futterquelle ausfallen. Ich lese beim Saatgutkauf deshalb zuerst, wie die Blüte gebaut ist, und schaue erst danach auf die Farbe. Außerdem können Stockrosen den Raupen eines Falters als Nahrung dienen, und in ihren dicken Stängeln können Insekten überwintern.
Die Stockrose auf einen Blick
Diese Eckdaten brauchst du für die Planung eines Insektenbeets.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Botanischer Name | Alcea rosea |
| Lebensform | zweijährig oder kurzlebig mehrjährigMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu., winterhart |
| Blütezeit | Juli bis September |
| Wuchshöhe | 150 bis 250 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 60 cm |
| Licht | volle Sonne bis HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. |
| Boden | gut durchlässig, mäßig nährstoffreich |
| Futter für Insekten | ungefüllte Blüten bieten vor allem Pollen |
| Raupenfutter für | Malven-Dickkopffalter (Carcharodus alceae) |
Botanisch gehört die Stockrose als Alcea rosea zu einer anderen Gattung als die Moschusmalve, Malva moschata. Wie sich die Malvenarten unterscheiden, zeigt der Ratgeber zu Wilder Malve, Stockrose und Buschmalve; Lebensdauer und Herkunft von Sommerblumen behandelt das Kurzporträt im Sommerblumen-Überblick.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, mäßig nährstoffreicher Boden.
- Anbauort
Geeignet sind sonnige Beete und Rabatten mit mäßig nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden, auch an Wänden oder in Küstengärten.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen oder Aussaat mit milder Wärme.
Pflege
- Pflege
Für Teilung beziehungsweise vegetative Vermehrung nur rostfreie Exemplare verwenden.
- Düngung
Stockrosen der Serie Spring Celebrities im Frühjahr mit Kompost oder etwas organischem Gartendünger versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist zweijährig oder kurzlebig mehrjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Warum sind Stockrosen für Insekten wichtig?
Pollen aus ungefüllten Blüten
Für Insekten wählst du Stockrosen mit ungefüllten Blüten, denn diese bieten ihnen insbesondere Pollen. Ungefüllte Blüten erleichtern Insekten generell den Zugang zu Nektar und Pollen. Ein Beispiel ist die Sorte ‘Nigra’, die mit ihren schwarzroten Blüten Bienen anzieht. Stockrosen blühen von Juli bis September und decken damit den Hochsommer bis in den Spätsommer ab. An warmen Tagen schaue ich beim Gießen in die offenen Blüten und notiere, welche Besucher gerade darin sitzen.
Spezialisten unter den Wildbienen
Manche Wildbienen sammeln nur an einer bestimmten Pflanzenfamilie. Die Malven-Langhornbiene (Tetralonia macroglossa) holt ihren Pollen ausschließlich an Malvengewächsen, zu denen auch die Stockrose zählt. Nester legt diese Biene an schütter bewachsenen Bodenstellen an. Für sie braucht dein Garten also beides: Malven als Pollenquelle und lückigen Boden für das Nest, denn eine Stockrose im dicht bepflanzten Beet liefert nur das Futter. Neben meinen Stockrosen lasse ich deshalb einen besonnten Streifen Boden unbewachsen und hacke dort nicht.
Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten nistet im Boden. Diese Arten profitieren von offenen, besonnten Bodenstellen, die lange ungestört bleiben.
Schmetterlinge: Falter an der Blüte, Raupe an der Pflanze
Schmetterlinge brauchen zwei Dinge: Blüten für die Falter und Futterpflanzen für die Raupen. Der Malven-Dickkopffalter (Carcharodus alceae) wurde in einem Stadtgarten beim Blütenbesuch an Stockrosen beobachtet. Seine Raupen können Stockrosen außerdem als Nahrung nutzen. Damit deckt eine Stockrose bei diesem Falter beide Lebensphasen ab, den Falter an der Blüte und die Raupe an der Futterpflanze.
Auch Wildmalven dienen verschiedenen Schmetterlingsarten als Raupenfutterpflanzen. Für Tagpfauenauge und Kleinen Fuchs sind dagegen Brennnesseln wichtige Nahrungspflanzen der Raupen. Eine Brennnesselecke ergänzt das Malvenbeet deshalb für weitere Falterarten.
Welche Stockrosen-Sorten nützen Insekten?
Für das Futterangebot zählt bei Stockrosen zuerst die Blütenform. Ungefüllte Sorten sind für ein Bienenbeet die sichere Wahl, weil sie Insekten insbesondere Pollen bieten. Halbgefüllte Blüten liefern bei vielen Zierpflanzen ebenfalls noch Pollen und Nektar. Stark gefüllte Blüten meidest du dagegen, denn bei ihnen erreichen Insekten Nektar und Pollen häufig nur schwer.
Wenn du gezielt eine Sorte suchst, ist die schwarzrot blühende ‘Nigra’ ein Beispiel, das Bienen anzieht. Bei Farbmischungen achtest du darauf, dass die Sortenbeschreibung ungefüllte Blüten nennt. Fehlt diese Angabe, greifst du lieber zu einer Mischung, die sie ausweist. Die Farbe wählst du danach passend zu deinem Beet.
„Gefüllte Stockrosen sind für Insekten wertlos.“ So pauschal stimmt das nicht. Gefüllte Zuchtformen sind häufig steril und bieten dann keine Nahrung für Bienen. Manche gefüllt blühenden Zierpflanzen bilden aber noch zugänglichen Pollen oder Nektar, deshalb bestimmt die Füllung allein den Bienenwert nicht sicher. Für ein Bienenbeet bleibt die ungefüllte Sorte trotzdem die verlässliche Wahl.
Wie fördern Stockrosen die Artenvielfalt im Garten?
Stängel als Winterquartier
Auch nach der Blüte bleibt die Stockrose für Insekten nützlich. Dicke, holzige Malvenstängel können Insekten, darunter Wildbienen, als Winterquartier dienen und sollten dafür stehen bleiben. In einem insektenfreundlichen Beet schneidest du die vorjährigen Stängel deshalb erst im Frühjahr ab. Stehen gelassene Samenstände können außerdem Vögeln Nahrung liefern.
Bei ‘Nigra’ ist nach der Blüte ein RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. vorgesehen. Beides lässt sich verbinden, wenn du einen Teil zurückschneidest und einzelne dicke Stängel stehen lässt. Rostkranke Pflanzenreste entfernst und vernichtest du dagegen, damit über Winter keine Infektionsquelle im Beet bleibt. Stehen bleiben sollten also nur gesunde Stängel, sonst überwintert mit dem Quartier auch der Rost.
Im Herbst gehe ich meine Stockrosen Stängel für Stängel durch. Kranke Teile schneide ich heraus, die dicken gesunden Stängel bleiben bis zum Frühjahr stehen.
Blütenfolge vom Frühjahr bis zum Frost
Eine Stockrose deckt nur einen Teil der Saison ab. Hummeln brauchen aber ein möglichst durchgehendes Blütenangebot vom frühen Frühjahr bis in den Herbst. Deshalb kombinierst du die Stockrose mit Pflanzen, die vor und nach ihr blühen.
| Zeit | Pflanzen | Was sie Insekten bieten |
|---|---|---|
| zeitiges Frühjahr | Krokus, Traubenhyazinthe, Lungenkraut | ein frühes Blütenangebot vor den Sommerblühern |
| Sommer | Schmuckkörbchen, Kornblume | ergänzen das Blütenangebot für Bienen |
| Juni bis September | Moschusmalve | Pollen und Nektar für Hummeln, Bienen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. |
| Juli bis September | Stockrose | ungefüllt vor allem Pollen |
| Herbst bis zum ersten Frost | Raublatt- und Glattblatt-Astern | Besuch von Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Tagfaltern |
| Oktober | Myrten-Astern | ergänzen das Blütenangebot für Bienen |
Weil die Stockrose zweijährig wächst und in der Regel erst im zweiten Standjahr blüht, kann im Beet ein Sommer ohne Stockrosenblüte entstehen. Wer jedes Jahr blühende Stockrosen haben will, sät deshalb in mehreren Jahren hintereinander. Die Blühzeiten deiner Pflanzen kannst du in einem Beetplan Reihe für Reihe anordnen.
Partner fürs insektenfreundliche Beet
Als Nachbarn eignen sich Pflanzen, die Insekten ebenfalls gut zugängliche Blüten bieten. Moschusmalve, Wilde Malve und Sigmarswurz versorgen Hummeln, Bienen und Schwebfliegen mit Pollen und Nektar und wachsen wie die Stockrose sonnig bis halbschattig. Ungefüllte Ringelblumen und Kosmeen bieten erwachsenen SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und Schwebfliegen Blütennahrung und unterstützen damit auch Blattlausfeinde. Löwenmäulchen zählen zu den Nektarpflanzen für Hummeln, und die Spinnenblume bietet Bienen Nektar. Einige spezialisierte Wildbienen brauchen bestimmte heimische Pflanzen, deshalb ergänzt du das Beet um heimische Arten regionaler Herkunft.
Als hohe Pflanze steht die Stockrose eher im Hintergrund, kleinere BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. füllen den Raum davor. Wie du Sommerblumen nach Höhe, Duft und Bienen kombinierst, zeigt der Abschnitt zur Gestaltung im Sommerblumen-Überblick.
So richtest du eine insektenfreundliche Stockrosenecke ein.
- eine Sorte mit ungefüllten Blüten wählen
- eine besonnte, offene Bodenstelle ungestört lassen
- Stein- oder Holzhaufen als Nist- und Überwinterungsplatz anlegen
- gesunde Stängel bis zum Frühjahr stehen lassen, rostkranke Reste entfernen
- Frühjahrs- und Herbstblüher dazupflanzen
- auf chemische Pflanzenschutzmittel verzichten, das schont auch nützliche Insekten
Anbau, Pflege und Krankheiten kurz gefasst
Stockrosen wachsen in voller Sonne bis Halbschatten auf gut durchlässigem, mäßig nährstoffreichem Boden. Im Kübel braucht eine Stockrose für die Standfestigkeit einen Topf mit mindestens 40 cm Durchmesser und im Winter ein kühles, frostfreies Quartier. Mehr zu Licht, Boden und pH-Wert steht im Abschnitt Standort und Boden des Sommerblumen-Überblicks.
Direkt ins Beet säst du Stockrosen von Mai bis Juli, die ‘Simplex Mischung’ lässt sich auch im März oder April vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus.. Vorgezogene Jungpflanzen von ‘Nigra’ setzt du ab dem Spätsommer an ihren endgültigen Platz. Wie du Samen erntest und wann du Stockrosen besser aus Samen und wann aus Stecklingen ziehst, beschreibt ein eigener Ratgeber; die Saattermine behältst du mit einem Saatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
‘Nigra’ erhält im Herbst einen leichten Winterschutz. Hohe Stockrosen bindest du an einem stabilen Stab fest, etwa aus Bambus, denn sie ranken nicht selbst. Mit welchen Materialien du hohe Stockrosen standfest hältst, zeigt ein eigener Ratgeber, ebenso wie du Stockrosen vom ersten Standjahr bis zur Blüte im zweiten Jahr pflegst.
Gelbe bis rötlichbraune Blattflecken mit Rostpusteln auf der Blattunterseite können auf Rost hindeuten. Weil BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. den Malvenrost fördert, entfernst du Pflanzenteile mit Symptomen umgehend und gießt am Boden statt über das Laub. Vorbeugen und Eingreifen von Hand beschreibt der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Sommerblumen-Überblick.





