Bauernorchideen und Bestäuber: Was die Blüte Insekten bieten kann
- Die Bauernorchidee Schizanthus pinnatus ist ein Nachtschattengewächs und keine Orchidee; bei uns wird sie einjährig gezogen.
- Die Sorte 'Angel Wings' blüht von Juni bis August, für sie wird ein sonniger Standort empfohlen.
- Ob Insekten eine Blüte anfliegen, hängt unter anderem von Nektar, Pollen, Blütenform und Tageszeit ab.
- Nicht jeder Besuch bestäubt: An langröhrigen Bartfadenblüten können Hummeln seitliche Löcher beißen und Nektar holen, ohne die Blüte zu bestäuben.
- Was deine Bauernorchideen Insekten bieten, zeigt dir der Blick auf die Besucher zu verschiedenen Tageszeiten.
- Bart-Nelke und Koreanische Minze mit bekannten Blütenbesuchern ergänzen das Blütenangebot vor und nach der Bauernorchidee.

Wenn du Bauernorchideen für Bienen und Hummeln säst, willst du wissen, ob die Insekten wirklich etwas davon haben. Ich prüfe das an meinen eigenen Pflanzen, schaue mir Blütezeit und Blütenform an und notiere, wer tatsächlich landet. Eine Blüte kann Nektar, Pollen oder beides bieten, und nicht jeder Besuch führt zur BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport.. Diese Unterschiede kannst du im eigenen Beet sehen, wenn du weißt, worauf du achten musst.
Was ist die Bauernorchidee?
Die Bauernorchidee, botanisch Schizanthus pinnatus, ist trotz ihres Namens keine Orchidee, sondern ein NachtschattengewächsNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen.. Bei uns wird sie als einjährige, nicht winterharte Sommerblume gezogen und jedes Jahr neu gesät. Wie sich Einjährige, ZweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. und Stauden in ihrem Lebenslauf unterscheiden, zeigt das Kurzporträt der Lebensläufe im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.
Was macht eine Blüte für Bestäuber anziehend?
Insekten fliegen Blüten an, weil sie dort Nahrung finden. Ob sie das bei deinen Bauernorchideen tun, hängt davon ab, was die Blüte bietet, wie sie gebaut ist und wann sie offen ist. Die Sorte ‘Angel Wings’ blüht im Sommer von Juni bis August. Weil die Bauernorchidee einjährig ist, gibt es diese Blüten nur in dem Sommer, in dem du sie gesät hast: Wer Bestäubern jedes Jahr Bauernorchideen bieten will, plant die VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. jedes Frühjahr neu.
Nektar und Pollen: Was bietet die Blüte?
Nicht jede Blüte bietet dasselbe. Für manche Gartenpflanzen gibt es Einstufungen von Nektar und Pollen, etwa für Honigbienen. Andere Blüten kommen ganz ohne Nektar aus und werden trotzdem besucht. Die Beispiele zeigen, wie weit das auseinandergeht.
| Pflanze | Was die Blüte bietet | Bezug |
|---|---|---|
| Immergrüne Schleifenblume | Nektar mäßig, Pollen mäßig | Einstufung für Honigbienen, keine Wertung für Wildbienen |
| Blasenkirsche | Nektar gering, Pollen gering | Einstufung für Honigbienen |
| Frühlings-Adonisröschen, giftig | keine Nektarien, besucht wegen des Pollens | Bienen, Käfer und Fliegen |
| Blut-Ampfer | kein Nektar | überwiegend durch Wind bestäubt |
| Bauernorchidee | an deinen Pflanzen beobachten | deine eigenen Besucher |
Eine solche Einstufung gilt für eine bestimmte Art und lässt sich nicht auf eine andere übertragen. Die Einstufung der Immergrünen Schleifenblume gilt für Honigbienen und enthält keine Wertung für Wildbienen. Deshalb halte ich mich an das, was ich an meinen Pflanzen sehe: welche Insekten kommen und ob sie Pollen sammeln oder in die Blüte hineingehen.
Blütenform: Wer kommt an den Nektar?
Wie eine Blüte gebaut ist, entscheidet mit, welches Insekt an die Nahrung gelangt. Bei Akeleien beeinflussen Länge und Krümmung der Nektarsporne, welche Bestäuber den Nektar erreichen. Manche Insekten umgehen die Form: An langröhrigen Bartfadenblüten können Hummeln seitliche Löcher beißen, und über diesen Zugang wird die Blüte nicht bestäubt. Die Form lenkt also, wer an den Nektar kommt, und ein Insekt mit eigenem seitlichem Zugang holt sich Nahrung, ohne zur Bestäubung beizutragen.
An der Bauernorchidee lohnt deshalb der Blick auf einzelne Besuche statt auf die bloße Zahl der Insekten. Ich nehme eine Lupe mit und schaue, wo ein Insekt landet und ob danach Pollen an seinem Körper hängt.
„Viel Besuch heißt viel Bestäubung.“ Das stimmt nicht unbedingt, denn ob ein Besuch bestäubt, hängt davon ab, wie das Insekt an die Nahrung kommt. Zähle an deinen Bauernorchideen deshalb nicht nur Insekten, sondern achte darauf, wie sie an die Blüte gehen.
Welche Insekten landen an Bauernorchideen?
Eine feste Besucherliste für die Bauernorchidee habe ich nicht, und welche Insekten kommen, hängt auch von deinem Garten ab. Zum Vergleich: An der Bart-Nelke sind Bienen, Hummeln und Schmetterlinge als Blütenbesucher bekannt, an der Koreanischen Minze Bienen und Schmetterlinge. Im Pillnitzer Sortimentsversuch wurden alle geprüften Duftnessel-Sorten rege von Insekten besucht.
Auch die Tageszeit zählt. Die Gemeine Nachtkerze öffnet abends neue Blüten und wird überwiegend von Nachtfaltern bestäubt, sodass du ihre Bestäuber tagsüber kaum zu sehen bekommst. Ich gehe deshalb zu verschiedenen Tageszeiten an meine Bauernorchideen und schreibe auf, welche Gruppe landet.
So beobachtest du Besucher an deinen Bauernorchideen.
- Geh zur Blütezeit an einem sonnigen Tag zu den Pflanzen und wiederhole das zu einer anderen Tageszeit.
- Notiere die Gruppe: Biene, Hummel, Fliege, Käfer oder Falter.
- Schau, ob das Insekt vorn in die Blüte geht oder seitlich an ihr arbeitet.
- Prüfe mit der Lupe, ob nach dem Besuch Pollen am Körper hängt.
Wie bietest du Bestäubern über den Sommer hinaus Blüten?
Eine einzelne Sommerblume deckt nur einen Teil der Saison ab. ‘Angel Wings’ blüht bis August, die Koreanische Minze dagegen von Juni bis Oktober, sodass das Blütenangebot im Beet mit beiden zusammen bis in den Herbst reicht.
| Pflanze | Blütezeit | Bekannte Blütenbesucher |
|---|---|---|
| Bart-Nelke | Mai bis August; zweijährig gezogene Sorten blühen hauptsächlich im Sommer des zweiten Jahres | Bienen, Hummeln, Schmetterlinge |
| Bauernorchidee ‘Angel Wings’ | Juni bis August | an deinen Pflanzen beobachten |
| Koreanische Minze Agastache rugosa | Juni bis Oktober | Bienen, Schmetterlinge |
Wähle die Partner nach dem Standort aus. Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchte, Nährstoffe und Licht haben. Duftnesseln brauchen einen sonnigen Platz mit gut wasserdurchlässigem Boden, und das passt zu einem sonnigen Bauernorchideen-Beet mit durchlässiger Erde. Wo welche Pflanze stehen soll, skizzierst du im Beetplaner für dein Gartenbeet.
Bei vielen Sommerblumen kann Samenbildung weitere Blüten vermindern, deshalb kann das Entfernen welker Blüten die weitere Blüte fördern. Wie du das bei deinen Pflanzen angehst, erklärt der Ratgeber, wann und wie du Bauernorchideen zurückschneidest.
Ich lasse im Staudenbeet neben meinen Bauernorchideen einen Teil der dürren Stängel ganzjährig stehen, weil Insekten darin Unterschlupf finden können. Wie Bauernorchideen im naturnahen Garten zur Artenvielfalt beitragen können, zeigt der Ratgeber, wie Bauernorchideen den Naturgarten bereichern.
Anbau und Pflege in Kürze
Für ‘Angel Wings’ wird ein sonniger Standort empfohlen, für ‘Tinkerbell’ ein sonniger bis halbschattiger. Als Boden eignet sich für ‘Tinkerbell’ normale, durchlässige Erde ohne Staunässe. Mehr dazu steht im Ratgeber, welcher Standort und welcher Boden Bauernorchideen üppig blühen lassen.
Als Richtwert kann die Vorkultur von Bauernorchideen im März beginnen, ‘Angel Wings’ wird von Februar bis April im Haus vorgezogen. Ausgepflanzt wird erst nach dem AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten., wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Deine Termine hältst du im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken fest.
Die Sorte ‘Tinkerbell’ eignet sich für Beet und Topf. Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Nachkommen aus selbst geernteten Samen anders aussehen als die Mutterpflanze. Wie du gießt, düngst, Sorten auswählst, die Blüten verwendest und Samen erntest, beschreibt die Anleitung, mit der auch Einsteiger Bauernorchideen bis zur Blüte bringen.
Pflanzenschutz läuft auch bei Bauernorchideen über vorbeugen, kontrollieren und mechanisch eingreifen. Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen genügt es häufig, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. werden im FreilandFreiland ist die offene Anbaufläche unter freiem Himmel, im Garten also das normale Beet. Anders als im Gewächshaus oder im begehbaren Folientunnel wachsen die Pflanzen dort ohne feste Schutzhülle. besonders in trockenen, warmen Sommerperioden zum Problem. Die Stufenfolge erklärt der Überblick zu Stauden und Ziergräsern im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.




