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Lampionblumen im Naturgarten: Was sie Insekten wirklich bieten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für Honigbienen bieten Lampionblumen nur ein geringes Nektar- und Pollenangebot.
  • Der orange Lampion ist der zur Fruchtreife vergrößerte Kelch, die Blüte selbst ist weißlich.
  • Physalis alkekengi blüht von August bis Oktober und wird 60 bis 100 cm hoch.
  • Astern und ungefüllte Dahlien ergänzen das Bienenfutter im Spätsommer und Herbst.
  • Stehen gelassene dürre Stängel können Insekten Unterschlupf bieten.
  • Die Lampionblume gilt als verwilderungsfähig und braucht im Garten eine feste Fläche.
Nahaufnahme einer Lampionblume (Physalis alkekengi) mit ihren charakteristischen orange-roten, lampionförmigen
Foto: Jeffry Surianto · Pexels License · Quelle ↗

Viele pflanzen die Lampionblume in den Naturgarten, weil ihre orangen Laternen im Herbst leuchten. Als Bienenweide taugt sie allerdings wenig: Für Honigbienen ist ihr Angebot an Nektar und Pollen gering. Ich setze sie deshalb nie allein, sondern immer zwischen Stauden, die im Spätsommer und Herbst Bienen versorgen. Was sie dem Naturgarten bringt, hängt vor allem davon ab, wie du sie kombinierst und was du über Winter stehen lässt.

Gemeint ist Physalis alkekengi, die auch Blasenkirsche heißt. Die mehrjährige Staude wird 60 bis 100 cm hoch. In der Breite nimmt sie 30 bis 50 cm ein.

Wie viel Nektar und Pollen bietet die Lampionblume?

Die Lampionblume blüht von August bis Oktober. Ihre Blüten sind weißlich und unscheinbar, und für Honigbienen halten sie nur ein geringes Angebot an Nektar und Pollen bereit. Als Futterpflanze für Bestäuber ist sie damit eine Ergänzung, keine Grundlage. Wer ein Beet vor allem für Bienen anlegt, plant sie als Strukturpflanze ein und überlässt das Futter anderen Arten.

Das auffällige Orange gehört nicht zur Blüte. Der Lampion ist der Kelch, der sich zur Fruchtreife vergrößert und die Beere umschließt. Er wächst also erst heran, wenn aus der Blüte eine Frucht wird. Wer Insekten an der Lampionblume beobachten will, schaut deshalb auf die kleinen weißlichen Blüten und nicht auf die Laternen.

Mythos-Check

„Die leuchtenden Lampions locken Bienen an.“ Die orangen Hüllen sind vergrößerte Kelche um die reifende Beere und keine Blüten. Für Bienen zählt die weißliche Blüte, und deren Angebot an Nektar und Pollen fällt für Honigbienen gering aus.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Physalis
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Nagetiere
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; kann ohne angemessene Kontrolle lästig werden.

Bodenart

Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Der Boden sollte gut durchlässig sein.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Beete und Rabatten sowie Bauerngärten, Stadt- und Hofgärten.

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.

Pflege

Pflege

Kleine Teilstücke zunächst eintopfen und leicht schattig im Frühbeet halten, bis sie gut etabliert sind.

Düngung

Lampionblumen im Kübel von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger versorgen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist mehrjährig.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Blumenrabatten und Beete.

Aussaatkalender Blasenkirsche
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni; Aussaat: März, April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni, Juli, August; Ernte: September, Oktober; Pflanzung: April, MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Wo passt die Lampionblume im Naturgarten hin?

Im Garten steht die Lampionblume sonnig bis halbschattig. Sie mag einen gut durchlässigen, frischen Boden. Sie wächst auf sauren, neutralen und alkalischen Böden, solange sie gut durchlässig sind.

Wo die Art von Natur aus wächst, zeigen ihre ökologischen Zeigerwerte nach Ellenberg. Sie beschreiben die Bedingungen, unter denen eine Pflanze in der Natur vorkommt. Eine Grenze dessen, was sie im Garten verträgt, ziehen sie nicht.

Zeigerwert nach Ellenberg Wert Skala
Licht 5 1 Tiefschatten bis 9 Volllicht
Feuchte 6 1 Trockenheitszeiger bis 9 Nässezeiger
Reaktion (Boden-pH) 8 1 stark sauer bis 9 basisch, kalkreich
Stickstoff 7 1 stickstoffärmst bis 9 übermäßig stickstoffreich
Temperatur 7 1 kühl, alpin bis 9 warm, mediterran

Zusammen beschreiben die Werte eine Pflanze halbschattiger, frischer und eher warmer Plätze mit kalk- und stickstoffreichem Boden. Für den Naturgarten heißt das: Ein frischer, nährstoffreicher Beetrand liegt näher an ihren natürlichen Bedingungen als ein mageres Kiesbeet. Welchen Platz sie für Blüte und Früchte braucht, liest du im Ratgeber zu Licht, Boden und Platz für die Lampionblume.

Welche Partner schließen die Futterlücke?

Weil die Lampionblume selbst wenig Nektar und Pollen liefert, kommt es auf ihre Nachbarn an. Astern und ungefüllte Dahlien ergänzen im Spätsommer und Herbst das Nahrungsangebot für Bienen. Sie blühen damit in derselben Zeit wie die Lampionblume und liefern, was ihr fehlt. Ebenso wichtig ist der Standort: Pflanzgemeinschaften bleiben stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchte, Nährstoffe und Licht haben.

Partner Blütezeit Standort Für Insekten
Myrten-Aster ‘Pink Star’ September und Oktober sonnig, frischer Boden Astern ergänzen das Bienenfutter im Spätsommer und Herbst
Indianernessel (Monarda didyma) Juli bis September volle Sonne bevorzugt, etwas Schatten toleriert, feucht und gut durchlässig ‘Pardon My Rose’ und ‘Electric Neon Pink’ mit besonders intensivem Insektenbeflug in der LWG-Prüfung
Koreanische Minze (Agastache rugosa) Juni bis Oktober sonnig, gut wasserdurchlässiger Boden von Bienen und Schmetterlingen besucht

Die Myrten-Aster passt vom Standort her gut zur Lampionblume, weil auch sie frischen Boden mag. Bei der Indianernessel fielen zwei Sorten durch intensiven Insektenbeflug auf. Rechne bei ihr aber mit Mehltau, denn in der vergleichenden Sichtung war keine geprüfte Form vollständig widerstandsfähig. Die Koreanische Minze will Sonne und einen gut wasserdurchlässigen Boden, deshalb setze ich sie an den sonnigen Rand. Auch die Kokardenblumen-Serien ‘Gusto’ und ‘SpinTop’ fielen in der LWG-Prüfung als besonders attraktiv für Insekten auf. Sie brauchen jedoch volle Sonne und guten Wasserabzug, und neben eine Lampionblume auf frischem Boden setze ich sie deshalb nicht.

Häufiger Fehler

Gefüllte Sorten als Bienenpartner wählen. Bei gefüllten Blüten können Staub- und Fruchtblätter ihre ursprüngliche Funktion verlieren. Für Bienen greifst du zu offenen, ungefüllten Blüten.

Ich zeichne die Nachbarn vorher im Beetplaner ein, damit ich sehe, wer neben wem steht. Wie du die Lampionblume gestalterisch ins Beet einbindest, zeigt der Beitrag über Lampionblumen im spätsommerlichen Staudenbeet.

Stängel und Fruchtstände: Unterschlupf über den Winter

Im Naturgarten zählt nicht nur, was blüht. Ein Teil der dürren Staudenstängel kann das ganze Jahr stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten. Wildbienen brauchen je nach Art Hohlräume und Pflanzenstängel als Nistplätze. Standfeste Stängel und Fruchtstände können über Winter stehen bleiben, in sommergrünen Staudenpflanzungen kommen sie erst im Spätwinter weg. Welche Insekten genau in den Stängeln einer Lampionblume überwintern, lässt sich nicht pauschal sagen. Wichtig ist zuerst, dass überhaupt Stängel stehen bleiben.

Ich schneide im September und Oktober einen Teil der Lampions für die Vase und lasse die übrigen Stängel mit ihren Fruchtständen stehen. Wie du Lampions für Vase und Gesteck erntest und trocknest, zeigt der Beitrag dazu.

Verwelkte Blüten abzuschneiden kann bei vielen Stauden die unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Bei der Lampionblume würdest du damit allerdings auch die Lampions entfernen, denn sie wachsen aus dem Kelch der Blüte heran.

Marias Erfahrung

An einer Beetecke lasse ich ein paar dürre Lampionstängel auch über den Spätwinter hinaus stehen. Sie zeigen mir zugleich, wo die Fläche der Lampionblume endet.

Bekommen Vögel etwas ab?

Als Vogelfutterpflanze plane ich die Lampionblume nicht ein. Wer Vögeln im Winter Samen bieten will, ergänzt das Beet um Arten, deren Samenstände dafür bekannt sind. Die Wilde Karde liefert dem Stieglitz im Winter Samen, dafür bleiben ihre Fruchtstände über Winter stehen. Beim Purpur-Sonnenhut Echinacea purpurea ‘Roter Leuchtstern’ bleiben die Samenstände als Winterschmuck und Vogelnahrung stehen und werden erst im Frühjahr geschnitten.

Die Karde passt auch vom Boden her zur Lampionblume, denn für Feuchte, Bodenreaktion und Stickstoff hat sie dieselben Zeigerwerte. Beim Licht steht sie dagegen mit dem Wert 9 am Volllicht-Ende der Skala. Setz sie deshalb auf die sonnige Seite deiner Lampionfläche. Sie ist zweijährig und bildet im ersten Jahr eine bodennahe Blattrosette, erst im zweiten Jahr kommt der Blütenstängel.

Achtung

Die Beeren in den Lampions sind für mich Zierde, kein Obst. Was du nicht sicher als essbar bestimmt hast, isst du nicht. Besteht der Verdacht, dass jemand giftige Pflanzenteile aufgenommen hat, ruf ein Giftinformationszentrum an oder hol ärztliche Hilfe, und löse kein Erbrechen aus.

Wie viel Platz bekommt die Lampionblume?

Die Lampionblume gilt als verwilderungsfähig. Ohne angemessene Kontrolle kann sie lästig werden. Im Naturgarten ist das mehr als eine Platzfrage. Je nach Art brauchen Wildbienen offene oder spärlich bewachsene Bodenstellen als Nistplatz. Breitet sich ein Lampionbestand ungebremst aus, kann er genau solche Stellen zuwachsen lassen.

Ich gebe der Lampionblume eine feste Fläche und steche im Frühjahr mit dem Spaten ab, was darüber hinauswächst. Daneben halte ich eine Stelle mit offenem Boden frei. Kleine Teilstücke, die ich verschenken will, topfe ich ein und halte sie leicht schattig im Frühbeet, bis sie gut angewachsen sind.

Aussaat, Pflanzung und Kübel: die Eckdaten

Für die Anzucht genügen ein paar Eckdaten.

Was Wert
Aussaat März bis Juni
Saattiefe 0,5 bis 1 cm
Keimdauer 14 bis 30 Tage
Pflanzzeit April bis Mai
Abstand 30 cm in der Reihe, 30 cm zwischen den Reihen
Wuchshöhe 60 bis 100 cm

Den passenden Zeitpunkt für die Aussaat behältst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser im Blick.

Im Kübel bleibt die Lampionblume dort, wo du sie hinstellst. Sie ist topfgeeignet, und im Gefäß fehlt ihr der Raum, sich über das Beet auszubreiten. Dafür versorgst du sie von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Pflege und Pflanzengesundheit kurz gefasst

Für den Naturgarten zählt bei der Pflege vor allem, dass der Rückschnitt erst im Spätwinter kommt. Was von Frühjahr bis Winter sonst ansteht, zeigt der Jahreskalender mit allen Pflegearbeiten an der Lampionblume.

Bei Krankheiten und Schädlingen gilt im Staudenbeet die Reihenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Tauchen Blattläuse auf, genügt bei schwachem Befall an Zierpflanzen häufig ein Wasserstrahl. Wie du Krankheiten und Schädlingen an Stauden vorbeugst und sie kontrollierst, erklärt der Stauden-Ratgeber.

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Häufige Fragen

Was sind Lampionblumen und wodurch zeichnen sie sich aus?
Gemeint ist meist Physalis alkekengi, eine mehrjährige Staude, die auch Blasenkirsche heißt und 60 bis 100 cm hoch wird. Auffällig ist der orange Lampion: Er ist der Kelch, der sich zur Fruchtreife vergrößert und die Beere umschließt. Die eigentliche Blüte ist weißlich und erscheint von August bis Oktober. Die Pflanze wächst sonnig bis halbschattig auf gut durchlässigem Boden.
Welchen ökologischen Wert haben Lampionblumen für den Naturgarten?
Als Futterpflanze für Bestäuber ist ihr Wert begrenzt, denn für Honigbienen bieten Lampionblumen nur ein geringes Nektar- und Pollenangebot. Lässt du ihre dürren Stängel über Winter stehen, können sie Insekten Unterschlupf bieten. Den Nutzen für Bienen steigerst du mit ungefüllt blühenden Partnern wie Astern, die im Spätsommer und Herbst Futter liefern.
Sind Lampionblumen eine gute Nektarquelle für Bienen?
Nein, für Honigbienen ist ihr Angebot an Nektar und Pollen gering. Die weißlichen Blüten erscheinen von August bis Oktober, die orangen Lampions sind dagegen vergrößerte Kelche und keine Blüten. Wer im Spätsommer Bienen füttern will, setzt offen blühende Partner wie Astern und ungefüllte Dahlien dazu.
Wie entwickelt sich die ökologische Bedeutung von Physalis im Jahresverlauf?
Von August bis Oktober blüht Physalis alkekengi weißlich, bietet Honigbienen dabei aber nur wenig Nektar und Pollen. Im September und Oktober sind die Lampions reif, und einen Teil davon kannst du für Vase und Gesteck schneiden. Die übrigen Stängel und Fruchtstände dürfen über Winter stehen bleiben, und dürre Stängel können Insekten Unterschlupf bieten. Zurückgeschnitten wird erst im Spätwinter.
Was unterscheidet die Gewöhnliche Lampionblume von der Blasenkirsche?
Nichts, beide Namen bezeichnen dieselbe Art: Physalis alkekengi. Lampionblume bezieht sich auf die orangen, vergrößerten Kelche um die Beeren, Blasenkirsche ist ein weiterer deutscher Name derselben Pflanze. Bei Saatgut und Pflanzen sorgt der botanische Name für eine eindeutige Zuordnung.
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