Gänseblümchen düngen: Im Beet nach Bodenqualität, im Topf ab April
- Auf humosem Gartenboden ist Dünger für Gänseblümchen nicht unbedingt nötig, auf leichtem Sandboden kommt Gartendünger dazu.
- Im Topf und Balkonkasten können Gänseblümchen ab April alle 2 bis 3 Wochen Flüssigdünger bekommen.
- Kompost zählt als Dünger: Die jährliche Kompostgabe im Garten soll 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten.
- Ab dem Spätsommer bekommen Gänseblümchen keinen Stickstoff mehr, Kübel bleiben im Winter ungedüngt.
- In der Wildblumenwiese unterbleibt die Stickstoffdüngung, weil sie Gräser stärker fördert als Kräuter und Blumen.
- Bei Verdacht auf Überdüngung stellst du die Düngung ein und lässt den Boden untersuchen.

Ein Gänseblümchen im humosen Beet braucht nicht unbedingt Dünger. Im Balkonkasten kann dieselbe Pflanze dagegen ab April alle 2 bis 3 Wochen Flüssigdünger bekommen. Den Unterschied macht der Standort, nicht die Pflanze. Ich schaue deshalb zuerst, wo meine Gänseblümchen wachsen, und greife erst danach zum Dünger.
Gänseblümchen (Bellis perennis) sind mehrjährig, winterhart und blühen von März bis November. Zurückhaltung heißt bei ihnen nicht, gar nichts zu tun. Sie heißt: den Boden prüfen, Kompost als Dünger mitrechnen und Stickstoff nur in der Wachstumszeit geben.
Wann brauchen Gänseblümchen überhaupt Dünger?
Bei Gartensorten von Bellis entscheidet die Bodenqualität. Auf humosen Standorten ist Düngung nicht unbedingt nötig. Auf leichten Sandböden gibst du Gartendünger. Im Gefäß sieht es anders aus, denn ein kleines Erdvolumen speichert weniger Wasser und Nährstoffe als ein großes. Für Gänseblümchen in Töpfen und Kästen ist ab April Flüssigdünger alle 2 bis 3 Wochen möglich.
Ob dein Beet zu den leichten Sandböden zählt, zeigt dir die Fingerprobe an feuchter, aber nicht nasser Erde: Sand lässt sich nicht formen, Lehm ist körnig formbar. Ich nehme dafür Erde von mehreren Stellen des Beets zwischen die Finger, bevor ich über Dünger nachdenke.
| Situation | Düngung |
|---|---|
| Beet mit humosem Boden | nicht unbedingt nötig |
| Beet auf leichtem Sandboden | Gartendünger, Menge nach Bodenuntersuchung und Produktangabe |
| Topf und Balkonkasten | ab April alle 2 bis 3 Wochen Flüssigdünger möglich |
| Wildblumenwiese und Blumenrasen | keine Stickstoffdüngung |
Gänseblümchen gelten oft als Pflanzen magerer Böden. Ihre StickstoffzahlDie Stickstoffzahl ist einer der Zeigerwerte nach Ellenberg, also eine Kennzahl von 1 bis 9. Sie zeigt, ob eine Pflanzenart in der Natur eher auf stickstoffarmen (1) oder stickstoffreichen Standorten (9) wächst. nach Ellenberg liegt aber bei 6, auf einer Skala von 1 für stickstoffärmste bis 9 für übermäßig stickstoffreiche Standorte. Diese Zahl beschreibt den natürlichen Standort und ist keine Düngerdosis. Zurückhaltung heißt deshalb nicht hungern lassen, sondern nur ergänzen, was dem Boden fehlt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Pflege
- Pflege
Verblühte Blüten entfernen, wenn Selbstaussaat vermieden werden soll.
- Düngung
Bei Bellis-Gartensorten nach Bodenqualität düngen: Auf humosen Standorten ist Düngung nicht unbedingt nötig; auf leichten Sandböden Gartendünger verwenden. In Gefäßen können die Pflanzen ab April alle 2-3 Wochen Flüssigdünger erhalten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze dient Nützlingen und Insekten als Nahrungsquelle.
Welcher Boden passt zu Gänseblümchen?
Beim pH-Wert sind Gänseblümchen anpassungsfähig: Sie wachsen auf sauren, neutralen und alkalischen Böden. Wie Licht, Boden und Platz zusammenspielen, zeigt der Ratgeber dazu, welcher Standort Gänseblümchen üppig wachsen lässt. Die allgemeinen pH-Zielbereiche für Staudenbeete stehen im Abschnitt Standort und Boden im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.
Wie viel Dünger ist genug?
Die Düngermenge richtet sich nach der Bodenuntersuchung, dem Bedarf der Pflanze und der Angabe auf der Packung. Kompost gehört in diese Rechnung, denn er liefert neben organischer Substanz auch Nährstoffe. Er kann einen Gartenboden sogar mit Phosphat überversorgen. Deshalb soll die jährliche Kompostgabe im Garten 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten.
Wer Kompost um seine Gänseblümchen verteilt und danach noch Gartendünger gibt, hat also zweimal gedüngt. Beide Gaben zählen zusammen, wenn du die Menge bemisst.
Ich lasse den Boden untersuchen, bevor ich auf einer neuen Fläche zum ersten Mal dünge. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt alle 4 bis 5 Jahre nachmessen, ob sich Phosphor und Kalium anreichern.
Für die Bodenprobe stichst du auf einer einheitlich genutzten Fläche 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt in den Oberboden, bis etwa 25 bis 30 cm tief. Die Einzelproben mischst du und schickst rund 500 g davon zur Untersuchung.
Aus dem Befund rechnest du die Düngermenge so aus: Düngebedarf des Nährstoffs in g/m² mal 100, geteilt durch den Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in Prozent. Das Ergebnis ist die Düngermenge in g/m².
Düngen im Jahreslauf: von der Saatschale bis zum Winter
Was ein Gänseblümchen an Nährstoffen bekommt, hängt auch davon ab, in welcher Phase es gerade steckt. Die Übersicht zeigt, worauf es in jeder Phase ankommt.
| Phase | Zeitraum | Was beim Düngen zählt |
|---|---|---|
| Aussaat und Keimung | März bis Juli | salzarme Aussaaterde, Saatfläche feucht halten |
| PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und Jungpflanzen | nach den ersten Blättern | Topferde ist meist vorgedüngt |
| Pflanzung | März bis Mai | humoser Boden: Dünger nicht unbedingt nötig, Sandboden: Gartendünger |
| Blüte | März bis November | im Gefäß ab April Flüssigdünger alle 2 bis 3 Wochen |
| Spätsommer bis Winter | ab Spätsommer | kein Stickstoff, Kübel im Winter ohne Dünger |
Aussaat und Sämlinge
Gänseblümchen sind Lichtkeimer und kommen nur 0 bis 0,5 cm tief in die Erde. Für die Saatschale nehme ich salzarme Aussaaterde und gebe keinen Dünger dazu. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt für Aussaaterden einen Salzgehalt unter 0,5 g je Liter. Bis zur Keimung hältst du die Saatfläche feucht, sie kann 7 bis 21 Tage dauern.
Sobald sich die ersten Blätter zeigen, pikierst du die Sämlinge und gewöhnst sie tagsüber schrittweise an die Außentemperaturen. Gekaufte Topferde ist meist vorgedüngt, das rechne ich mit, bevor ich zum ersten Mal nachdünge. Den passenden Termin für deine Aussaat findest du im Aussaatkalender für Stauden zum Ausdrucken.
Pflanzung und Frühjahr
Gepflanzt werden Gänseblümchen von März bis Mai. Bei Beetstauden, die Nährstoffe brauchen, beginnt die Frühjahrsversorgung erst, wenn sich der Boden erwärmt und die BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. aktiv werden. Der Grund: Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Wärme und Bodenfeuchte beschleunigen die Freisetzung dagegen, bei feuchtwarmem Wetter unter Umständen stark.
Wer organischen Dünger auf gefrorenen Boden streut, düngt also nicht zum geplanten Termin. Die Nährstoffe kommen erst, wenn es warm und feucht wird, und dann womöglich viel auf einmal.
Während der Blüte
Im Topf und Balkonkasten läuft während der Blüte der Rhythmus mit Flüssigdünger weiter. Für weitere Blüten greife ich im Beet nicht zum Dünger, sondern zu den verwelkten Köpfchen. Bei vielen Sommerblumen und Stauden kann die Samenbildung weitere Blüten vermindern, deshalb kann das Entfernen welker Blüten die weitere Blüte fördern. Beim Gänseblümchen verhinderst du damit zugleich die SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat., falls du sie nicht willst. Ich knipse Verblühtes beim Gang durch den Garten mit den Fingern ab.
Spätsommer, Herbst und Winter
Stickstoff gibst du nur während der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht.. Ab dem Spätsommer unterbleibt die Stickstoffdüngung, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Zu häufig, zu hoch oder außerhalb der Wachstumszeit ausgebrachter Stickstoff kann außerdem als Nitrat ausgewaschen werden.
Eine Kaliumgabe ist im Herbst nur ein Thema, wenn die Bodenuntersuchung Bedarf zeigt. Dann kann sie auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen. Gänseblümchen in Kübeln und Kästen, die draußen überwintern, bekommen im Winter grundsätzlich keinen Dünger.
Im Herbst noch einmal nachdüngen, damit die Pflanzen gut durch den Winter kommen. Zu späte Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter, statt sie zu senken.
Beet, Kübel, Wildblumenwiese: so düngst du je nach Standort
Im Gartenbeet
Im Beet richtet sich die Düngung nach dem Boden, den du mit der Fingerprobe eingeschätzt hast. Auf humosem Boden brauchen Gänseblümchen nicht unbedingt Dünger. Auf leichtem Sandboden gibst du Gartendünger und bemisst die Menge nach Befund und Packung. Kompost verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen, schwere Böden lockert er. Ich arbeite ihn leicht in die oberste Bodenschicht ein und rechne ihn bei der Düngermenge mit.
Im Topf und Balkonkasten
Im Gefäß können Gänseblümchen ab April alle 2 bis 3 Wochen Flüssigdünger erhalten. Die Konzentration richtest du nach der Angabe auf der Packung. Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit gibst du den Flüssigdünger niedrig konzentriert und nur auf vorher angefeuchtete Erde, nicht über die Blätter. Bevor ich dünge, prüfe ich die Feuchte im unteren Teil des Kastens. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es darunter noch nass ist.
Gekaufte Erden sind meist vorgedüngt, torffreie können durch ihre Ersatzstoffe aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. In torffreier Bioerde passt du das Nachdüngen deshalb an die Stickstoffversorgung an, die tatsächlich verfügbar ist. Für selbst gemischte Balkonkastenerde kann vollständig verrotteter Kompost bis zu 30 % ausmachen. Weil Kompost Nährstoffe mitbringt, steckt in einer solchen Mischung schon Dünger, bevor die erste Flüssiggabe fällig ist.
Pflanzgefäße brauchen freie Abzugslöcher, damit sich kein Wasser staut. Das betrifft auch die Düngung, denn Staunässe kann wie Trockenheit die Nährstoffaufnahme stören.
Ich schreibe mir das Datum jeder Flüssiggabe auf einen Zettel am Balkonkasten. So halte ich den Abstand von 2 bis 3 Wochen ein, ohne raten zu müssen.
In der Wildblumenwiese und im Blumenrasen
In der Wildblumenwiese dünge ich nicht. Wer einen Rasen zur Blumenwiese umstellt, verzichtet auf Stickstoffdünger, damit die Gräser nicht stärker wachsen als die gewünschten Kräuter und Blumen. Das Gänseblümchen gehört zu den Blumen, die du dort fördern willst. Die Saatgutmischung soll zum vorhandenen Boden passen. Einen nährstoffreichen Gartenboden behandelst du also nicht ungeprüft wie einen Magerstandort.
In einem Blumen-Kräuter-Rasen mit Gänseblümchen mähst du je nach Bedarf drei- bis fünfmal im Jahr. Die Schnitthöhe soll dabei mindestens 5 cm betragen. Den Mähtermin legst du so, dass die Wiesenpflanzen, die du fördern willst, Samen bilden können.
Zu viel gedüngt? Anzeichen deuten und gegensteuern
Viel Laub bei wenigen Blüten kann darauf hindeuten, dass ein Gänseblümchen mehr Dünger bekommen hat, als es braucht. Beim Schmuckkörbchen ist genau dieser Effekt beschrieben, beim Duft-Steinrich fördert sehr nährstoffreicher Boden ebenfalls Laub statt Blüten. Bevor du auf Überdüngung schließt, prüfst du das Wasser. Trockenheit und Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören und selbst Mangelsymptome hervorrufen. Auch Eisenmangelchlorosen können von einem zu hohen pH-Wert kommen oder von verdichtetem, vernässtem Boden.
Bei Verdacht stellst du zuerst jede weitere Düngung ein. Im Topf setze ich den Flüssigdünger aus und beobachte, wie die Pflanzen neu austreiben. Im Beet bringt erst die Bodenuntersuchung Klarheit. Liegen Phosphat, Kalium oder Magnesium in den Gehaltsklassen D oder E, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du auch weitere Kompostgaben ein. Wieder gedüngt wird, wenn der Befund einen Bedarf zeigt.
Umtopfen in frische Erde ist kein Neustart ohne Nährstoffe, denn gekaufte Erden sind meist vorgedüngt. Nach dem Umsetzen gibst du deshalb nicht gleich wieder Flüssigdünger.
Düngung einstellen. Boden auf Trockenheit und Staunässe prüfen. Im Beet eine MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. untersuchen lassen. Bei GehaltsklasseDie Gehaltsklasse ist eine Einstufung im Bodenuntersuchungsbefund, die angibt, wie gut der Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Sie reicht von A für niedrige bis E für besonders hohe Versorgung. D oder E den betroffenen Nährstoff aussetzen und Kompost einschränken. Erst nach dem Befund wieder düngen.
Nährstoffe, Düngerarten und Vorsicht in Kürze
Wie alle Pflanzen brauchen Gänseblümchen Haupt- und Spurennährstoffe. Die Wurzeln nehmen sie als im Wasser gelöste Ionen auf, deshalb braucht die Nährstoffaufnahme ausreichend Bodenfeuchte. Organische Dünger wie Hornspäne werden erst durch Bodenlebewesen pflanzenverfügbar und wirken langsamer als mineralische. Dünger gibst du auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. Kompost, Mulch und Gründüngung fördern das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. und tragen zum Humusaufbau bei. Welche Dünger und natürlichen Alternativen sich eignen, erklärt der Ratgeber, wie du Stauden und Bodendecker nach Bedarf düngst.
Wie unterschiedlich Blumen im selben Garten versorgt werden, zeigen zwei Nachbarn: So düngst du die zweijährige Bartnelke vom Blattjahr bis zur Blüte, und so versorgst du die Rasselblume zurückhaltend zum richtigen Zeitpunkt.





