Stauden und Bodendecker düngen: so viel, wie dein Beet braucht
- Prachtstauden bekommen im Frühjahr 3 l Kompost/m², leicht eingearbeitet.
- Rittersporn, Phlox und Pfingstrosen können zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl/m² erhalten.
- Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden brauchen keinen Kompost.
- Die Menge richtet sich nach Bodenuntersuchung und Pflanzenbedarf, Kompost rechnest du als Nährstoffquelle mit.
- Phosphor ist kein pauschaler Blühverstärker, Stickstoff gibt es ab dem Spätsommer nicht mehr.

Derselbe Dünger, der dem Hohen Rittersporn beim Wachsen hilft, ist im Steingarten meist überflüssig. Bei Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten kann zu viel davon sogar die Winterhärte verschlechtern. Ich fange im Frühjahr deshalb nicht beim Düngersack an, sondern bei der Frage, welche Pflanze in welchem Beet steht.
Bei BodendeckernBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. ist das nicht anders, denn ihre Standortansprüche reichen von sonnigen, leichten Böden bis zu nährstoffreichen Verhältnissen. Welche Menge passt, entscheidet deshalb zuerst die Pflanzengruppe und danach der Vorrat in deinem Boden.
Wie viel Dünger brauchen Stauden und Bodendecker?
Unter den Staudengruppen haben Beetstauden den höchsten und Steingartenstauden den geringsten Nährstoffbedarf. Wie viel du tatsächlich düngst, ergibt sich aus diesem Bedarf und dem, was dein Boden schon bereithält. Ich teile meine Beete deshalb zuerst in Gruppen ein und entscheide erst danach über Dünger und Menge.
| Pflanzengruppe | Beispiele | Düngung |
|---|---|---|
| Prachtstauden | Pfingstrosen, Phlox, Rittersporn | im Frühjahr 3 l Kompost/m², leicht eingearbeitet |
| stark wachsende Prachtstauden | Rittersporn, Phlox, Pfingstrosen | zur Kompostgabe zusätzlich bis zu 50 g Hornmehl/m² |
| Polster-, Wild- und trockenheitsliebende mediterrane Stauden | Blaukissen, Schleifenblume | kein Kompost, sie brauchen kargen Boden |
| Steingartenpflanzen, standortgerecht gepflanzt | Blaukissen, Polsterphlox, Silberwurz | normalerweise kein Zusatzdünger |
| Stauden natürlich nährstoffarmer Standorte | Federnelke | Düngung erst bei erkennbarem Mangel |
Prachtstauden: Kompost als Grundversorgung
Pfingstrosen, Phlox und Rittersporn bekommen ihre Grundversorgung im Frühjahr über Kompost, den du leicht in den Boden einarbeitest. Beim Hohen Rittersporn unterstützen regelmäßige Nährstoffgaben Wachstum und reiche Blüte. Nach dem Rückschnitt der Hauptblüte kann eine Volldüngergabe seinen Neuaustrieb und die Nachblüte unterstützen.
Hohe Phloxe wie Phlox paniculata versorgst du im Frühjahr mit Kompost oder Hornspänen. Die Indianernessel (Monarda didyma) bekommt im Frühjahr Kompost und bei Bedarf im Juni einen organischen Langzeitdünger. Den Türkischen Mohn (Papaver orientale) versorgst du im Frühjahr mit reifem Kompost. Für Stockrosen der Serie Spring Celebrities sind im Frühjahr Kompost oder etwas organischer Gartendünger vorgesehen; wie du Stockrosen über die Saison düngst, steht im Ratgeber dazu.
Hoher Staudenrittersporn bildet ein flaches Wurzelsystem und reagiert empfindlich auf Wassermangel. Weil Wurzeln Nährsalze nur als im Wasser gelöste Ionen aufnehmen, kann Dünger bei ihm in einer Trockenphase wenig ausrichten.
Genügsame Stauden: Wann reicht der Boden?
Polster- und Wildstauden sowie trockenheitsliebende mediterrane Stauden brauchen einen kargen Boden. Kompost zur Anreicherung ist bei ihnen deshalb nicht sinnvoll. Stauden von natürlich nährstoffarmen Standorten düngst du erst, wenn ein Mangel erkennbar ist, weil übermäßige Düngung bei ihnen untypisch starkes Wachstum auslösen kann.
Im Garten ohne zusätzliche Düngung kommen etwa die Blaue Rasselblume (Catananche caerulea) und die Federnelke (Dianthus plumarius) aus. Wie du die Rasselblume zurückhaltend und zum richtigen Zeitpunkt versorgst, zeigt der Ratgeber dazu. Das Rispen-Schleierkraut (Gypsophila paniculata) braucht auf durchlässigem, eher magerem Gartenboden ebenfalls keinen Zusatzdünger. Bei Nelken ist routinemäßiges Düngen nicht grundsätzlich nötig, und die Echte Katzenminze düngst du im Freiland nicht routinemäßig jedes Jahr.
Der Rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) hat einen geringen Düngebedarf, und die Düngung richtest du bei ihm bevorzugt nach einer Bodenuntersuchung aus. Achte beim Namen auf die Gattung: Sonnenhut steht im Garten für Echinacea und Rudbeckia, und diese Angabe gilt für Echinacea purpurea. Details findest du im Ratgeber dazu, wann und womit du den Sonnenhut düngst.
Auf Wiesen kann Düngung Wiesen-Margeriten sogar aus dem Bestand verdrängen; wie du Wiesenmargeriten auf mageren Standorten düngst, erklärt der Ratgeber dazu. Welche verbreiteten Irrtümer es zur Düngung im Steingarten gibt, klärt ein eigener Ratgeber.
Das Steingartenbeet bekommt im Frühjahr dieselbe Kompostgabe wie das Prachtstaudenbeet nebenan. PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. und Steingartenpflanzen brauchen aber den kargen Boden und kommen standortgerecht gepflanzt normalerweise ohne Zusatzdünger aus.
Bodendecker: Was verlangt der Standort?
Bodendecker sind beim Düngen keine einheitliche Gruppe. Kriechender Thymian eignet sich für sonnige, leichte Böden, Bodendeckerrosen benötigen nährstoffreiche Verhältnisse. Polsterstauden für Steingarten und Trockenmauer wie Blaukissen, Schleifenblume, Polsterphlox und Silberwurz gehören in die genügsame Gruppe. Für nährstoffarme Pflanzungen auf leichten Böden eignet sich mineralischer Mulch, weil organischer Mulch dort unerwünscht Nährstoffe zuführen kann.
Bei der Immergrünen Schleifenblume (Iberis sempervirens) gibst du bei der Pflanzung keinen Dünger. Wächst sie nach dem Einwachsen kümmerlich, bekommt sie im Frühjahr bei Bedarf etwas Kompost oder organischen Langzeitdünger. Grundsätzlich düngst du sie zurückhaltend; wann und womit du Schleifenblumen düngst, steht im Ratgeber dazu.
Die Gemeine Schafgarbe dient in naturnahen Pflanzungen auch als Bodendecker und verträgt nährstoffarme Böden. Im Schnittblumenanbau reicht ihr in der Regel eine mäßige, ausgewogene Düngung. Übermäßiger Stickstoff kann bei ihr schwache, umknickende Stängel und zu starkes Blattwachstum verursachen.
Für Plätze mit viel Falllaub eignet sich die Mandschurische Breitblatt-Segge als Bodendecker, die sich über flache Rhizome kräftig ausbreitet. Ich lasse im naturnahen Beet das Herbstlaub zwischen den Pflanzen etwa 5 cm dick liegen.
Blattschmuckstauden: Wie viel Stickstoff ist sinnvoll?
Bei Blattschmuckstauden wie Funkien (Hosta) und Purpurglöckchen (Heuchera) steht das Laub im Mittelpunkt. Stickstoff braucht die Pflanze für Eiweiß, ChlorophyllChlorophyll, auch Blattgrün genannt, ist der grüne Farbstoff in den Blättern. Im Sommer überdeckt es gelbe und rötliche Blattfarbstoffe; wird es im Herbst abgebaut, verfärbt sich das Laub. und das Wachstum von Blättern und Trieben. Mehr hilft trotzdem nicht automatisch, denn unkontrollierte Düngung kann über unausgewogene Nährstoffverhältnisse die Aufnahme anderer Nährstoffe hemmen. Ab dem Spätsommer bekommen auch Blattschmuckstauden keinen zusätzlichen Stickstoff mehr, damit sie ausreifen können.
Beim Mulch lohnt ein Blick aufs Material. Roher Rindenmulch bindet beim Abbau Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Für feuchtere, gehölznahe Staudenpflanzungen kommen Rindenhumus oder Rindenkompost infrage. Unter meinen Funkien verwende ich deshalb keinen rohen Rindenmulch.
Ziergräser: Feucht oder trocken?
Bei Ziergräsern richtet sich die Versorgung nach dem Standort, für den sie gemacht sind. Plattährengras braucht nährstoffreichen, frischen bis feuchten Boden, und auch Pfeifengräser (Molinia) bevorzugen frische bis feuchte Böden. Moskitogras und Wimper-Perlgras wollen dagegen trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne. Blau- und Schafschwingel passen zu warmen, eher trockenen, durchlässigen Sand- bis Steinböden.
Im Kiesbeet behandle ich Blauschwingel wie die Steingartenpflanzen daneben: ohne Zusatzdünger, solange kein Mangel erkennbar ist. Bei Bambus sieht es anders aus, für ihn passt ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor. Als organische Stickstoffquellen kommen Mist oder Hornspäne infrage, wobei Tiermist vor dem Einsatz im Garten kompostiert wird.
Wie dosierst du den Dünger richtig?
Die Düngermenge richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und der Angabe auf der Packung. Kompost und StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. liefern neben organischer Substanz auch Nährstoffe, deshalb rechnest du sie mit. Ich messe die Beetfläche aus und wiege das Hornmehl ab, statt nach Augenmaß zu streuen.
| Was | Menge | Wofür |
|---|---|---|
| Kompost im Frühjahr | 3 l/m², leicht eingearbeitet | Prachtstauden |
| Hornmehl zusätzlich zur Kompostgabe | bis zu 50 g/m² | stark wachsende Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox, Pfingstrosen |
| Kompost im ganzen Jahr | nicht mehr als 2 bis 3 l/m² | Garten allgemein, gegen Phosphatüberdüngung |
| Stickstoff in Hornspänen, Horngrieß, Hornmehl | typischerweise 10 bis 14 % | Rechengrundlage für Hornprodukte |
| vollständig verrotteter Kompost in selbst gemischter Balkonkastenerde | bis zu 30 % Anteil | Stauden im Kasten |
| Bodenuntersuchung nach Kompostgaben | alle 4 bis 5 Jahre | Kontrolle von Phosphor und Kalium |
Die Frühjahrsgabe für Prachtstauden liegt damit bereits am oberen Rand dessen, was im ganzen Jahr an Kompost aufs Beet kommen soll. Ich verteile Kompost deshalb nur im Frühjahr.
Die Düngermenge in g/m² berechnest du so: Düngebedarf des Nährstoffs in g/m² mal 100, geteilt durch den Gehalt dieses Nährstoffs im Dünger in Prozent. Den Bedarf liefert die Düngeempfehlung zu deiner Bodenuntersuchung, den Gehalt die Packung.
Eine Standardbodenuntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und den Kalkbedarf. Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Zeigt der Befund hohe oder sehr hohe Gehalte an Phosphat, Kalium oder Magnesium, setzt du die Düngung mit genau diesem Nährstoff aus. Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du außerdem weitere Kompostgaben ein.
Pflanzengruppe des Beets bestimmt, Befund der letzten Bodenuntersuchung zur Hand, Kompost als Nährstoffquelle mitgerechnet, Beetfläche ausgemessen, Nährstoffgehalt auf der Packung gelesen.
Welche Düngemethode passt?
Streuen und leicht einarbeiten
Kompost verteilst du im Frühjahr auf der Fläche und arbeitest ihn leicht ein. In einer angelegten Staudenmischpflanzung verzichtest du dagegen auf Hacken, weil es die Entwicklung der Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. stört. Leicht einarbeiten heißt dort also, nur die oberste Schicht anzukratzen. Ich nehme dafür eine schmale Handharke und arbeite zwischen den Pflanzen.
Dünger gibst du möglichst auf feuchten Boden und nicht auf feuchte Pflanzenteile. Ich prüfe vorher mit dem Spaten, ob der Boden auch unter der Oberfläche feucht ist.
Blattdüngung als Ergänzung
Als alleinige Versorgung mit Hauptnährstoffen ist BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe. in der Regel zu aufwendig, weil dafür viele Behandlungen nötig wären. Bei SpurenelementenSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. kann eine gezielte Blattdüngung deren Festlegung im Boden vorübergehend umgehen. Die Wirkung hält allerdings nur begrenzt an. Gespritzt wird bei bedecktem Himmel oder abends, weil starke Sonne die Lösung konzentrieren und Blätter schädigen kann. Fein zerstäubt tropft die NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. weniger schnell ab. Bei empfindlichen Pflanzen ist vor der flächigen Anwendung eine Probespritzung sinnvoll.
Stauden in Topf und Kübel
Ein größeres Substratvolumen kann mehr Wasser und Nährstoffe speichern als ein kleines Gefäß. Auch torffreie Erden sind meist vorgedüngt, ihre Torfersatzstoffe können aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Die Nachdüngung passt du deshalb an die Stickstoffversorgung an, die tatsächlich verfügbar ist. Lampionblumen (Physalis alkekengi) im Kübel versorgst du von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger. Echte Katzenminze im Topf bekommt im August organischen Flüssigdünger. Überwinternde Kübelpflanzen erhalten im Winter grundsätzlich keine Düngung.
Was leisten Phosphor, Kalium und Spezialdünger?
Welche Nährstoffe insgesamt wofür gebraucht werden, steht im Ratgeber dazu, welche Nährstoffe Stauden und Bodendecker brauchen. Bei Blühdüngern geht es vor allem um zwei davon. Phosphor dient dem Energiehaushalt, der Erbsubstanz und den Zellmembranen, ein pauschaler Blühverstärker ist er aber nicht. Kalium reguliert den Zellinnendruck und damit den Wasserhaushalt der Pflanze.
Kompost kann den Gartenboden außerdem mit Phosphat überversorgen. Wer jedes Jahr Kompost gibt und zusätzlich phosphorbetonten Blühdünger streut, häuft also Phosphat an, ohne dass mehr Blüten sicher sind.
Eine bedarfsgerechte Kaliumdüngung kann auch zwischen Mitte Oktober und Ende November erfolgen. Stickstoff gehört nicht in diese Zeit, denn er soll ab dem Spätsommer unterbleiben.
Schau vor dem Kauf eines Spezialdüngers in den Befund deiner Bodenuntersuchung. Die Standarduntersuchung erfasst Phosphat und Kali, also genau die beiden Nährstoffe, um die es bei Blühdüngern geht.
Langzeit-, Depot- und Hornprodukte
Bei umhüllten mineralischen Depotdüngern gibt die Hüllschicht die Nährstoffe nach und nach frei. Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sind stickstoffbetonte organische Dünger. Ihre Nährstoffe werden erst durch mikrobiellen Abbau pflanzenverfügbar und deshalb langsamer frei als bei mineralischen Düngern. Duftveilchen (Viola odorata) auf kargen Böden kannst du im Frühjahr mit reifem Kompost oder einem vorwiegend organischen Langzeitdünger versorgen. Mädchenaugen können zur Nährstoffversorgung ebenfalls einen Langzeitdünger erhalten.
Woran erkennst du Überdüngung?
Zu viel Dünger zeigt sich je nach Pflanze unterschiedlich, und jedes Zeichen ist zunächst nur ein Hinweis. Bei der Prachtscharte (Liatris spicata) kann zu viel Dünger die Blütenstängel umkippen lassen. Beim Schmuckkörbchen fördert ein Zuviel das Blattwachstum auf Kosten der Blüten. Zu späte oder zu reichliche Düngung erhöht bei Stauden die Gefährdung im Winter.
Überhöhte, zu häufige oder außerhalb der Vegetationsperiode ausgebrachte Stickstoffgaben können zudem als Nitrat ausgewaschen werden. Eine ausgewogene Versorgung kann dagegen zusammen mit ausreichenden Pflanzabständen und guter Belichtung helfen, Echtem Mehltau an anfälligen Stauden vorzubeugen.
Holzasche gehört weder direkt ins Beet noch in den Kompost, auch nicht aus naturbelassenem Holz. Größere Ascheanteile können im Kompost Schwermetalle anreichern, außerdem ist Überdüngung möglich.
Wenn trotz Dünger Mangelzeichen auftreten
Nicht jedes Blattproblem hat mit zu wenig Dünger zu tun. Blattflecken an Rittersporn können durch Krankheitserreger oder nichtparasitäre Ursachen entstehen und sind kein eindeutiger Nachweis eines Düngermangels. Trockenheit und Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören und so Mangelsymptome hervorrufen. Niedrige Bodentemperaturen bremsen die Aufnahme ebenfalls, und mehr Dünger gleicht das nicht automatisch aus.
Ein hoher Kalkgehalt oder Staunässe kann die Eisenaufnahme behindern, obwohl genug Eisen im Boden ist. Zusätzliche Bodendüngung behebt eine solche eingeschränkte Verfügbarkeit nicht zuverlässig. Woran du einzelne Mängel unterscheidest, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Nährstoffmangel an Stauden erkennst.
So gehst du bei Verdacht auf Überdüngung vor
Ich setze zuerst den Dünger ab, den ich im Verdacht habe, und lasse dann den Boden untersuchen. Mit dem Befund gehst du vor wie beim Dosieren: Überversorgte Nährstoffe setzt du aus, und bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du den Kompost ein. Erklärt die Bodenanalyse die Störung nicht, kann eine Pflanzenanalyse den tatsächlichen Versorgungszustand klären.
Ich führe für jedes Beet eine kurze Notiz mit der Pflanzengruppe, jeder Düngergabe samt Datum und dem Jahr der letzten Bodenuntersuchung. Beim nächsten Befund sehe ich so, welche Gaben dahinterstecken.
Zeitpunkt, Boden und Gießen in Kürze
Wann im Jahr gedüngt wird
Bei nährstoffbedürftigen Beetstauden beginnt die Frühjahrsversorgung, wenn sich der Boden erwärmt und die Bodenorganismen aktiver werden. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus statt im Herbst, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Ab dem Spätsommer bekommen mehrjährige Pflanzen keinen zusätzlichen Stickstoff mehr; welche Faktoren den Düngezeitpunkt verschieben, liest du im Ratgeber dazu.
Boden und pH-Wert
Ob du kalkst, hängt von Bodenart und gemessenem pH-Wert ab, und gekalkt wird nur, wenn der Wert für die Bodenart zu niedrig ist. Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert auch Kalzium und zählt bei dieser Entscheidung mit. Die pH-Zielbereiche stehen im Kapitel Standort und Boden, die Vorbereitung im Ratgeber dazu, wie du den Boden für Stauden und Bodendecker vorbereitest.
Organisch oder mineralisch?
Organische Dünger werden erst durch Bodenorganismen pflanzenverfügbar und setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei. Leicht lösliche mineralische Dünger wirken schnell, können bei nicht bedarfsgerechter Anwendung aber Stickstoff durch Auswaschung verlieren. Wie du organische und mineralische Dünger für Stauden kombinierst, erklärt der Ratgeber dazu.
Naturnah düngen
Kompost, Mulch, Gründüngung und Pflanzenjauchen gehören zur naturnahen Versorgung. Gründüngung eignet sich im Staudenbeet vor allem für größere, vorübergehend freie Flächen oder zur Vorbereitung einer Neuanlage. Für Pflanzenjauchen gibt es keine allgemeingültigen Mengen oder Intervalle; wie du Kompost, Mulch und Gründüngung naturnah einsetzt, zeigt der Ratgeber dazu.
Düngen und Gießen
Ist bei Hitze eine Flüssigdüngung nötig, gibst du sie niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter. Was in Trockenperioden sonst gilt, findest du im Ratgeber dazu, wie du Stauden in Hitze- und Trockenperioden düngst.




