Kokardenblumen und Bodenbeschaffenheit: Welcher Boden ist optimal und wie prüfst du ihn?
- Kokardenblumen (Gaillardia aristata) gehören an einen offenen, sonnigen Platz; die Großblumige Prachtmischung verträgt auch trockene Lagen.
- Beim Nährstoffgehalt entscheidet die Sorte: nährstoffreicher Boden für die Großblumige Prachtmischung, gut durchlässiger und nährstoffarmer für ‚Maxima Aurea‘.
- Die Bodenart bestimmst du mit der Fingerprobe, pH-Wert und Nährstoffe mit einer Mischprobe aus 10 bis 15 Einstichen.
- Der pH-Zielbereich im Staudenbeet hängt an der Bodenart und liegt auf Lehm bei 6,6 bis 7,0; gekalkt wird nur bei zu niedrigem Messwert.
- Schweren, lehmigen Boden lockerst du erst, wenn er abgetrocknet ist, und verbesserst ihn mit Kompost.

Du hast lehmigen Boden und möchtest Kokardenblumen pflanzen? Dann schau dir die Erde genau an, bevor die erste Pflanze hineinkommt. Ob es gelingt, hängt weniger am Wort „Lehm“ als an zwei Fragen: Läuft Wasser ab, und wie nährstoffreich ist die Erde? Ich prüfe jedes neue Beet zuerst mit den Fingern und lasse danach eine Probe im Labor untersuchen.
Die Kokardenblume, botanisch Gaillardia aristata, ist eine mehrjährige, aber kurzlebige Staude. Was das für die Bodenarbeit bedeutet, hängt eng mit der Vorbereitung vor der Pflanzung zusammen.
Welcher Boden passt zu Kokardenblumen?
Kokardenblumen gehören an einen offenen, sonnigen Platz. Für die Großblumige Prachtmischung von Gaillardia aristata sind ausdrücklich auch trockene Lagen genannt. Beim Boden selbst gehen die Sortenangaben allerdings auseinander.
Für die Großblumige Prachtmischung werden nährstoffreiche Böden empfohlen. Die Sorte ‚Maxima Aurea‘ gilt dagegen als geeignet für gut durchlässige, trockene bis frische und nährstoffarme Böden. Beide gehören zur selben Art. Gemeinsam ist ihnen, dass Trockenheit kein Ausschlussgrund ist. Einen nassen Standort nennt keine der beiden Angaben.
Daraus ergibt sich eine einfache Reihenfolge: Die Durchlässigkeit prüfst du bei jeder Sorte, den Nährstoffgehalt richtest du nach der Angabe auf deiner Saatguttüte. Steht dort nährstoffarmer Boden, reicherst du ihn nicht gezielt an.
Licht, Wind und Klima spielen ebenfalls mit. Was dabei zählt, erfährst du im Ratgeber dazu, welcher Standort für Kokardenblumen ideal ist.
So prüfst du deinen Boden
Fingerprobe: die Bodenart mit den Händen bestimmen
Für die Fingerprobe nimmst du Erde, die feucht, aber nicht nass ist. Reibe und knete sie zwischen den Fingern und achte auf Körnigkeit, Formbarkeit und Klebrigkeit. Je deutlicher du einzelne Körner spürst, desto mehr Sand steckt darin. Lässt sich die Probe gut formen und klebt sie an den Fingern, ist der Lehm- oder Tonanteil hoch.
Ich mache die Fingerprobe an mehreren Stellen, weil der Boden innerhalb eines Gartens wechseln kann. Das Ergebnis brauchst du später, um den pH-Wert richtig einzuordnen.
Laborprobe: Nährstoffe und pH-Wert genau kennen
Über Nährstoffe und pH-Wert verrät die Fingerprobe nichts. Dafür lässt du den Boden untersuchen, damit du später bedarfsgerecht düngen kannst. Für jede einheitlich genutzte Gartenfläche nimmst du eine eigene MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle..
Für die Mischprobe stichst du 10 bis 15 Mal verteilt über die Fläche ein. Jeder Einstich reicht durch die gesamte Oberbodenschicht von 25 bis 30 cm. Die Erde mischst du gründlich und gibst davon etwa 500 g zur Untersuchung ab.
Gibst du regelmäßig Kompost, wiederholst du die Untersuchung alle 4 bis 5 Jahre. So siehst du, ob sich Phosphor oder Kalium im Boden anreichern.
Ich sammle die Einstiche in einem sauberen Eimer und mische sie dort durch. Auf den Befund schreibe ich, aus welchem Beet die Probe stammt, und hefte ihn ab. Beim nächsten Messen lege ich den alten Befund daneben.
Ergebnis lesen: Der pH-Zielbereich hängt an der Bodenart
Für Kokardenblumen orientierst du dich am allgemeinen pH-Zielbereich für Staudenbeete. Der Bereich verschiebt sich mit der Bodenart, deshalb brauchst du beides: die Fingerprobe und den Messwert.
| Bodenart | allgemeiner pH-Zielbereich im Staudenbeet |
|---|---|
| Sand | 5,4 bis 5,8 |
| lehmiger Sand, sandiger Schluff | 5,8 bis 6,2 |
| stark sandiger Lehm, lehmiger Schluff | 6,2 bis 6,6 |
| sandiger Lehm, schluffiger Lehm, Lehm | 6,6 bis 7,0 |
| schluffig toniger Lehm, toniger Lehm, Ton | 6,8 bis 7,2 |
Die Bereiche stehen für eine gute Kalkversorgung. Liegt dein Messwert darunter, ist eine Kalkung sinnvoll. Liegt er darüber, kalkst du nicht und verwendest auch keinen kalkhaltigen Dünger.
Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert dem Boden auch Kalzium. Wer kompostiert, misst deshalb erst und entscheidet dann über zusätzlichen Kalk.
Kalk auf Verdacht streuen. Eine Kalkung ist nur sinnvoll, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig ist. Ohne Messwert kannst du das nicht beurteilen.
Lehmiger Boden: so bereitest du ihn für Kokardenblumen vor
Mit lehmigem Boden musst du Kokardenblumen nicht abschreiben. Entscheidend ist, wie schwer er ist und ob Wasser zügig abläuft. „Lehmig“ deckt eine weite Spanne ab, vom lehmigen Sand bis zum tonigen Lehm. Auf Lehm liegt der allgemeine pH-Zielbereich für Staudenbeete bei 6,6 bis 7,0.
Schweren, dichten Lehm lockerst du vor der Pflanzung mit der Grabegabel. Im Frühjahr wartest du damit, bis der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Anschließend arbeitest du Kompost ein, denn er lockert schwere Böden. Zeigt sich Staunässe, beseitigst du auch tiefer liegende Verdichtungen.
Klebt die Erde noch an der Grabegabel, ist der Boden für die Bearbeitung zu feucht. Lass das Beet dann weiter abtrocknen und lockere erst danach.
Für trockenheitsliebende Pflanzen kannst du lehmigen Boden zusätzlich mit Sand, Kies und Splitt abmagern und durchlässiger machen. Das passt zu einer Sorte wie ‚Maxima Aurea‘, die als geeignet für nährstoffarme, gut durchlässige Böden gilt. Bei der Großblumigen Prachtmischung mit ihrer Empfehlung für nährstoffreichen Boden setzt du eher auf Kompost.
Eine weitere Möglichkeit für trockenheitsverträgliche Stauden ist das Sandbeet. Dafür kommen etwa 15 cm Sand auf den vorhandenen Gartenboden. Die eingesetzten Wurzelballen behalten Kontakt zur Erde darunter.
Sandiger Boden: Wasser und Nährstoffe halten
Leichter, sandiger Boden bringt die Durchlässigkeit meist schon mit. Hier verbessert Kompost die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Humus verbessert zudem die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und erhöht die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern.
Wie stark du anreicherst, hängt wieder an der Sorte. Für die Großblumige Prachtmischung ist ein nährstoffreicher Boden das Ziel. Bei ‚Maxima Aurea‘ musst du einen kargen Sandboden nicht anreichern.
Beim pH-Wert gilt auf Sand ein eigener Maßstab, der Zielbereich liegt bei 5,4 bis 5,8. Nimmst du die Lehm-Werte als Richtschnur, würdest du kalken, obwohl der Wert für Sand schon passt.
Vor der Pflanzung: das Beet vorbereiten
Gaillardia aristata ist kurzlebig und erreicht ihr Optimum im zweiten und dritten Jahr. In einer angelegten Staudenmischpflanzung verzichtest du außerdem aufs Hacken, weil es die Entwicklung der Stauden und den FlächenschlussFlächenschluss ist der Zustand, in dem Stauden, Gräser oder Bodendecker einer Pflanzung so weit zusammengewachsen sind, dass sie eine geschlossene Pflanzendecke bilden und kaum noch offener Boden zu sehen ist. stört. Zusammen heißt das: Die gründliche Bodenarbeit erledigst du vor der Pflanzung, später greifst du kaum noch ein.
Zuerst entfernst du Wurzelunkräuter. Beim Lockern mit der Grabegabel sammelst du Rhizom- und Wurzelstücke sorgfältig heraus. Verdichtungen beseitigst du im selben Arbeitsgang. So entsteht ein durchlässiger, bewuchsfreier Pflanzboden.
Vor dem Pflanzen hakst du ab:
- Bodenart mit der Fingerprobe bestimmt
- pH-Wert und Nährstoffe im Labor gemessen
- Nährstoffangabe deiner Sorte nachgelesen
- Wurzelunkräuter samt Rhizomstücken entfernt
- Verdichtungen gelockert, bei Staunässe auch in der Tiefe
- Kalk nur bei zu niedrigem Messwert eingeplant
Kompost und Bodenleben mit Augenmaß
Kompost und StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. liefern neben organischer Substanz auch Nährstoffe. Deshalb rechnest du sie bei der Düngung mit. Zeigt die Bodenuntersuchung stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du weitere Kompostgaben ein. Ich schaue vor jeder Kompostgabe auf den letzten Befund.
Gründüngung, Kompost, Mulch und eine bodenschonende Bearbeitung können das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. fördern. Sie tragen außerdem zum Humusaufbau bei, und Humus hält Wasser im Boden.
Wenn der Boden Probleme macht
Nach Regen steht Wasser im Beet
Bleibt nach Regen Wasser stehen, kann eine tiefer liegende Verdichtung dahinterstecken. Lockerst du dann nur die Oberfläche, bleibt die dichte Schicht darunter bestehen. Beseitige deshalb auch die Verdichtung in der Tiefe, bevor du pflanzt.
Der pH-Wert liegt außerhalb des Zielbereichs
Über pH 7,0 kann Eisen stark eingeschränkt verfügbar sein. Mangelsymptome sind dann möglich, obwohl der Boden ausreichende Vorräte hat. Kalk und kalkhaltige Dünger lässt du in diesem Fall weg. Unter pH 5,5 kann MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. schlecht verfügbar sein. Liegt der Wert unter dem Zielbereich deiner Bodenart, ist eine Kalkung sinnvoll.
Die Kokardenblumen lassen nach
Werden deine Kokardenblumen nach dem dritten Jahr schwächer, muss das nicht am Boden liegen. Die Art ist kurzlebig und hat ihr Optimum im zweiten und dritten Jahr. Bevor du den Boden umgräbst, schaust du also zuerst aufs Alter der Pflanzen.
Bodenpflege im angelegten Beet
Im angelegten Beet hacke ich nicht, sondern ziehe BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. von Hand. So bleibt der Boden zwischen den Stauden ungestört.
Mulch, RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. und Winterschutz gehören zur Pflege im Jahreslauf. Auf trockenen Freiflächen eignet sich mineralischer Mulch, und für die winterharte Großblumige Prachtmischung gilt ein Winterschutz als günstig. Wie das im Einzelnen geht, zeigt der Abschnitt über die Staudenpflege im Jahreslauf mit Rückschnitt, Winter und Mulch.
Pflanztechnik, Gießen und Düngen haben eigene Ratgeber. In der Anleitung, wie du Kokardenblumen ziehst, pflanzt und im Staudenbeet pflegst, findest du die Schritte vom Pflanzloch bis zur Düngung. Für Hitzeperioden gibt es Hinweise, wie du Kokardenblumen in heißen, trockenen Sommern gießt. Ziehst du sie im Gefäß, brauchst du passende Erde und Düngung für Kokardenblumen im Topf. Und welche Fehler bei Kokardenblumen häufig vorkommen, von der Aussaat bis zur Bewässerung, ist ebenfalls gesammelt beschrieben.




