Blumen · Stauden & Ziergräser · Anbau

Leinkraut aussäen: Zeitpunkt, Saattiefe und der Weg bis ins Beet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Marokkanisches Leinkraut säst du im April und Mai direkt ins Beet, die Sorte 'Licilia Red' kannst du ab Ende März vorziehen.
  • Für Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris) liegt das Fenster für die Freilandsaat zwischen Spätherbst und Vorfrühling.
  • Die Samen des Marokkanischen Leinkrauts liegen 0 bis 0,5 cm tief und werden nur dünn mit Erde bedeckt.
  • Marokkanisches Leinkraut keimt bei 15 bis 20 °C, die Keimung dauert 14 bis 21 Tage.
  • Jungpflanzen härtest du etwa eine Woche ab, 'Licilia Red' kommt nicht vor Mitte Mai ins Beet, mit 20 cm Abstand in der Reihe und 20 cm zwischen den Reihen.
Eine Hand hält eine kleine Menge Samen.
Foto: Feyza Tuğba · Pexels License · Quelle ↗

Leinkraut ist nicht gleich Leinkraut, und bei der Aussaat zeigt sich das zuerst am Kalender. Marokkanisches Leinkraut säst du im Frühjahr, Gewöhnliches Leinkraut kommt dagegen zwischen Spätherbst und Vorfrühling ins Freiland. Wer beide Arten gleich behandelt, verpasst bei einer davon das passende Fenster. Ich lese deshalb auf jeder Saatguttüte zuerst den botanischen Namen und erst danach den Aussaatmonat.

Welches Leinkraut liegt in deiner Saatguttüte?

Für die Aussaat zählen hier zwei Arten: das Marokkanische Leinkraut (Linaria maroccana) und das Gewöhnliche Leinkraut (Linaria vulgaris). Vom Marokkanischen Leinkraut gibt es Sorten wie ‘Licilia Red’ und ‘Licilia Azure’. Gewöhnliches Leinkraut ist ein tiefwurzelnder Pionier auf Rohboden und breitet sich auch über Ausläufer aus. Die Tabelle stellt dir die Aussaatwerte beider Arten nebeneinander.

Schritt Marokkanisches Leinkraut (Linaria maroccana) Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris)
Saat ins Freiland April bis Mai zwischen Spätherbst und Vorfrühling
Vorkultur ab Ende März, mehrere Samen je Topf als Tuff (Sorte ‘Licilia Red’) Zeitpunkt nach Angabe auf der Tüte
Saattiefe 0 bis 0,5 cm, nur dünn mit Erde bedecken nach Angabe auf der Tüte
Keimtemperatur 15 bis 20 °C unter 5 °C kann die Keimung begünstigen
Keimdauer 14 bis 21 Tage ungleichmäßig über einen längeren Zeitraum
Pikieren dicht stehende Sämlinge nach den ersten Laubblättern vereinzeln 4 bis 6 Wochen nach der Keimung (Hersteller-Zeitplan)
Auspflanzen nicht vor Mitte Mai (Sorte ‘Licilia Red’) nach Angabe auf der Tüte
Abstand 20 cm in der Reihe, 20 cm zwischen den Reihen 60 cm Pflanzabstand, Reihenabstand nach Angabe auf der Tüte

Wo in der Tabelle die Tüte genannt ist, gilt die Angabe deiner Sorte.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Leinkraut-Aussaat?

Marokkanisches Leinkraut im Frühjahr säen

Marokkanisches Leinkraut säst du im April und Mai direkt ins Beet. Für die Sorte ‘Licilia Red’ ist zusätzlich eine Vorkultur ab Ende März vorgesehen. Bei dieser frühen Vorkultur stehen die Jungpflanzen lange im Haus. Ins Freiland kommen sie nämlich nicht vor Mitte Mai. Ich teile meine Samen meist auf: Einen Teil ziehe ich vor, den Rest säe ich direkt ins Beet.

Gewöhnliches Leinkraut zwischen Spätherbst und Vorfrühling

Für die Freilandsaat von Gewöhnlichem Leinkraut liegt das empfohlene Fenster zwischen Spätherbst und Vorfrühling. Temperaturen unter 5 °C können die Keimung begünstigen. Die Samen keimen allerdings über einen längeren Zeitraum ungleichmäßig. Grab das Saatbeet deshalb nicht vorschnell um, wenn im Frühjahr erst einzelne Sämlinge stehen. Ich stecke an jede Saatstelle einen beschrifteten Stab, damit ich sie beim Jäten wiederfinde.

Für die Planung über das ganze Jahr hilft dir der druckbare Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser.

Standort und Boden: das Wichtigste vor der Saat

Gewöhnliches Leinkraut eignet sich für sonnige Plätze mit lehmigem Boden. Linaria purpurea bevorzugt dagegen trockenen, Linaria alpina frischen Boden, beide gut durchlässig. Ausführlich klären die Ratgeber, welcher Platz im Garten zu Leinkraut passt und wie du den Boden für Leinkraut vorbereitest.

Direktsaat ins Beet: so gehst du vor

Lockere das Beet im Frühjahr erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Dafür nimmst du eine Grabgabel oder einen Krail. Für Marokkanisches Leinkraut ziehst du danach flache Rillen im Abstand von 20 cm. Die Samen legst du 0 bis 0,5 cm tief und bedeckst sie nur dünn mit Erde.

Während Quellung und Keimung hältst du die Erde ständig ausreichend feucht. Ich gieße das Saatbeet mit einer feinen Brause, damit die flach liegenden Samen an ihrem Platz bleiben. Stehen die Sämlinge später zu dicht, vereinzelst du sie, bis in der Reihe 20 cm Abstand bleiben.

Gewöhnliches Leinkraut säst du im Spätherbst oder im Vorfrühling an seinen künftigen Platz. Die Saattiefe entnimmst du der Tüte deiner Sorte.

Mythos-Check

„Leinkraut-Samen dürfen gar nicht mit Erde bedeckt werden.“ Für Marokkanisches Leinkraut der Sorte ‘Licilia Red’ lautet die Anleitung anders. Die Samen werden nur dünn mit Erde bedeckt. Als Saattiefe gelten 0 bis 0,5 cm.

Vorkultur auf der Fensterbank

Für die Sorte ‘Licilia Red’ kannst du ab Ende März vorziehen. Nimm dafür salzarme Aussaaterde in Schalen oder kleinen Töpfen, aus denen überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Je Topf säst du mehrere Samen als Tuff und bedeckst sie nur dünn mit Erde. Die Keimtemperatur liegt bei 15 bis 20 °C. Die Keimung dauert 14 bis 21 Tage.

Kurz erklärt

Bei der Aussaat als Tuff kommen mehrere Samen in denselben Topf. Die Sämlinge wachsen dort als kleine Gruppe heran.

Während Quellung und Keimung hältst du das Substrat ständig ausreichend feucht. Ich beschrifte jeden Topf mit Sorte und Saatdatum, so kann ich die Keimdauer nachzählen.

Häufiger Fehler

Die Abdeckhaube bleibt auf der Schale, bis alle Samen gekeimt sind. Nimm sie schon beim ersten Keimling ab. Danach stellst du die Sämlinge hell, aber vor praller Sonne geschützt auf.

Mini-Checkliste

  • salzarme Aussaaterde, Gefäße mit Abfluss
  • mehrere Samen je Topf, nur dünn mit Erde bedeckt
  • Substrat während der Keimung ständig feucht
  • Haube beim ersten Keimling abnehmen
  • hell stellen, ohne pralle Sonne

Was du prüfst, wenn nichts keimt

Ist die Keimdauer vorbei und die Schale bleibt leer, prüfst du zuerst die Feuchte. Das Substrat muss während Quellung und Keimung ständig ausreichend feucht bleiben. Danach schaust du auf die Temperatur, denn Marokkanisches Leinkraut keimt bei 15 bis 20 °C. Liegt dein Saatgut schon länger, kann auch die Keimfähigkeit nachgelassen haben. Bei Saatgutresten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du deshalb etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe.

Beim Gewöhnlichen Leinkraut gehört die ungleichmäßige Keimung über einen längeren Zeitraum zur Art. Ein lückenhaftes Saatbeet im ersten Frühjahr ist dort also noch kein Grund, neu zu säen.

Pikieren und Vereinzeln

Stehen die Sämlinge in der Schale dicht, vereinzelst du sie nach Bildung der ersten Laubblätter. Dazu hebst du jeden Sämling mit einem Pikierstab heraus und hältst ihn an den Keimblättern, ohne daran zu ziehen. Beim Marokkanischen Leinkraut ‘Licilia Red’ ist die Vorkultur von vornherein als Tuff angelegt, mehrere Sämlinge teilen sich also einen Topf. Ziehst du Gewöhnliches Leinkraut in Schalen vor, sieht ein Hersteller-Zeitplan das Pikieren 4 bis 6 Wochen nach der Keimung vor.

Ich feuchte die Erde in den neuen Töpfen an, bevor ich pikiere, und drücke jeden Sämling mit dem Pikierstab leicht an.

Abhärten und Auspflanzen

Abhärten: etwa eine Woche an einem geschützten Platz

Im Zimmer gezogene Jungpflanzen härtest du vor dem Auspflanzen etwa eine Woche ab. Sie stehen dafür an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz.

Marias Erfahrung

Ich stelle die Töpfe zum Abhärten in eine flache Kiste. So trage ich alle auf einmal an ihren Platz und bei Bedarf wieder herein.

Auspflanzen ins Beet

Vorgezogenes Marokkanisches Leinkraut der Sorte ‘Licilia Red’ kommt nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Vor dem Pflanzen tauche ich jeden Topfballen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann setzt du die Pflanzen mit 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben ebenfalls 20 cm. Wenn du mehrere Reihen planst, kannst du vorher Reihen und Abstände im Beetplaner einzeichnen.

Für Gewöhnliches Leinkraut ist ein Pflanzabstand von 60 cm angegeben. Den Reihenabstand nennt dir die Tüte deiner Sorte.

Passt dazu

Für die Sorte ‘Licilia Azure’ empfiehlt der Anbieter Select Seeds, vor der Pflanzung Kompost oder einen granulierten Dünger einzuarbeiten. Der Hinweis gilt für Beet und Gefäß. Wann und womit du Leinkraut düngst, erklärt der eigene Ratgeber.

Leinkraut im Balkonkasten oder Topf

Für die Sorte ‘Licilia Azure’ gibt es Kulturhinweise auch für Gefäße. Prüf vor dem Befüllen, ob Kasten oder Topf freie Wasserabzugslöcher haben, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Ein größeres Erdvolumen kann mehr Wasser bevorraten, deshalb greife ich lieber zum größeren Kasten. Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen die Feuchte auch unten im Gefäß. Eine trockene Oberfläche kann nämlich feuchte tiefere Schichten verdecken.

Selbstaussaat und Ausbreitung im Griff behalten

Wie sich Leinkraut im Garten ausbreitet

Gewöhnliches Leinkraut breitet sich auch durch Ausläufer aus. Als tiefwurzelnder Pionier auf Rohboden besiedelt es offene Stellen. Ich gebe Linaria vulgaris deshalb eine eigene Ecke, in der es sich ausdehnen darf, und setze es nicht mitten ins Staudenbeet.

Verblühtes rechtzeitig abschneiden

Das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten kann bei vielen Stauden die unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Beim Leinkraut schneide ich Verblühtes ab, bevor die Samen reifen. Beim Gewöhnlichen Leinkraut erfasst das allerdings nur die Ausbreitung über Samen. Da es sich auch durch Ausläufer ausbreitet, kann es trotz abgeschnittener Blüten weiterwandern.

Wo sich Leinkraut selbst ausgesät hat, ziehe ich überzählige Sämlinge heraus, solange sie noch klein sind. Die Sämlinge, die stehen bleiben, bekommen den Abstand ihrer Art.

Samen ernten und aufbewahren

Willst du Leinkraut gezielt vermehren, lässt du an ausgewählten Pflanzen die Blüten stehen und die Samen ausreifen. Bei Hybridsorten können die Nachkommen aus selbst geernteten Samen deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Schau deshalb auf der Tüte nach, ob deine Sorte eine Hybride ist. Ich bewahre geerntete Samen in einem Schraubglas auf, beschriftet mit Art und Erntejahr.

Zahl im Blick

Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine Orientierung, keine Garantie für jede Art. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C.

Nach dem Auspflanzen: Pflege, Schutz und Gestaltung

Rückschnitt, Winterschutz und Mulch gehören nicht mehr zur Aussaat. Wie das bei Stauden abläuft, beschreibt der Abschnitt Pflege im Jahreslauf im Überblick über Stauden und Ziergräser.

Schau bei jungen Pflanzen nach Fraßspuren und Blattläusen. Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen genügt häufig das Abspritzen mit einem Wasserstrahl. Welche Krankheiten und Schädlinge vorkommen können, zeigt der Ratgeber, wie du Leinkraut gesund hältst.

Ideen für Beetnachbarn findest du im Ratgeber, mit welchen Pflanzen sich Leinkraut im Beet kombinieren lässt. Außerdem gibt es einen eigenen Beitrag dazu, wie sich Leinkraut für Fassaden und Stadtgrün nutzen lässt.

Beliebt im Shopaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Zum Shop
ReNatura Blumenwiese
ReNatura Blumenwiese
Zum Shop
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Zum Shop
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Zum Shop

Häufige Fragen

Welche Aussaatmethoden gibt es für Leinkraut und welche ist am besten geeignet?
Welche Methode passt, entscheidet die Art. Marokkanisches Leinkraut (Linaria maroccana) säst du im April und Mai direkt ins Beet, für die Sorte 'Licilia Red' ist auch eine Vorkultur ab Ende März mit mehreren Samen je Topf beschrieben. Für Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris) liegt das empfohlene Fenster für die Freilandsaat zwischen Spätherbst und Vorfrühling.
Wie lange dauert die Keimung bei Leinkraut und welche Faktoren beeinflussen sie?
Marokkanisches Leinkraut keimt in 14 bis 21 Tagen. Die passende Keimtemperatur liegt bei 15 bis 20 °C, und das Aussaatsubstrat muss während Quellung und Keimung ständig ausreichend feucht bleiben. Gewöhnliches Leinkraut keimt dagegen über einen längeren Zeitraum ungleichmäßig, Temperaturen unter 5 °C können seine Keimung begünstigen.
Welche Pflegeschritte sind nach der Aussaat von Leinkraut erforderlich?
Bis zur Keimung hältst du das Aussaatsubstrat ständig ausreichend feucht. Eine Abdeckhaube nimmst du beim ersten Keimling ab und stellst die Sämlinge hell, aber vor praller Sonne geschützt auf. Stehen sie dicht, vereinzelst du sie nach Bildung der ersten Laubblätter mit einem Pikierstab und hältst sie dabei an den Keimblättern, ohne zu ziehen.
Wie erfolgt die richtige Abhärtung und das Auspflanzen von Leinkraut-Setzlingen?
Im Haus gezogene Jungpflanzen stellst du vor dem Auspflanzen etwa eine Woche an einen windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz. Vorgezogenes Marokkanisches Leinkraut der Sorte 'Licilia Red' kommt nicht vor Mitte Mai ins Freiland. Dort pflanzt du es mit 20 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben ebenfalls 20 cm.
Wie kann die natürliche Selbstaussaat von Leinkraut kontrolliert werden?
Entferne verwelkte Blüten rechtzeitig, das kann bei vielen Stauden eine unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Beim Gewöhnlichen Leinkraut (Linaria vulgaris) erfasst das nur die Ausbreitung über Samen, denn es breitet sich auch durch Ausläufer aus. Gib ihm deshalb von Anfang an einen Platz, an dem es sich ausdehnen darf, und zieh überzählige Sämlinge heraus, solange sie klein sind.
Was ist der Unterschied zwischen Linaria als botanischem Namen und der deutschen Bezeichnung Leinkraut?
Linaria ist der botanische Gattungsname, Leinkraut der deutsche Name dafür. Erst der vollständige Name mit Art zeigt, welches Leinkraut du vor dir hast, etwa Linaria maroccana für das Marokkanische oder Linaria vulgaris für das Gewöhnliche Leinkraut. Für die Aussaat ist das wichtig, weil sich Aussaatzeit und Keimverhalten dieser Arten deutlich unterscheiden.
Zuletzt geprüft:
↑