Blumen · Stauden & Ziergräser · Anbau

Akelei aussäen: Zeitpunkt, Kältereiz und der Weg ins Beet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Akelei ist ein Lichtkeimer, als Saattiefe sind nur 0,3 cm angegeben.
  • Die Aussaatzeit der Gemeinen Akelei reicht von April bis Juni.
  • Für die warme Aussaat auf der Fensterbank gelten etwa 20 °C.
  • Beim Kaltkeimerverfahren bekommen die Aussaatkisten nach Warm- und Übergangsphase draußen einen Kältereiz unter 5 °C.
  • Während Quellung und Keimung bleibt das Substrat ständig ausreichend feucht.
  • Im Beet stehen die Jungpflanzen 25 cm auseinander, auch zwischen den Reihen.
Eine blaue Blüte der Gemeinen Akelei (Aquilegia vulgaris) mit ihren charakteristischen Spornen und mehreren Blütenknospen an einem behaarten Stängel.
Foto: Hans · Pixabay Content License · Quelle ↗

Akelei-Samen keimen bei Licht und lassen sich je nach Sorte unterschiedlich viel Zeit. Wer sie wie Gemüsesamen in Rillen legt oder die Schale zu früh wegräumt, riskiert, dass nichts aufläuft. Ich säe Akelei deshalb auf zwei Wegen: warm auf der Fensterbank oder als Kaltkeimer mit einer Kältephase im Freien. Welcher Weg passt, entscheidet die Angabe auf der Tüte deiner Sorte. Unten findest du beide Wege Schritt für Schritt, vom Saatgut bis zur Jungpflanze im Beet.

Kurz erklärt

Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen, ihre Samen werden deshalb kaum bedeckt. Kaltkeimer bekommen vor der Keimung einen Kältereiz. Diese Kältebehandlung heißt im Gartenjargon auch Stratifikation.

Akelei-Aussaat in Zahlen

Die Gemeine Akelei, Aquilegia vulgaris, ist eine mehrjährige, winterharte Staude. Für sie gelten die Werte in dieser Tabelle. Weicht die Tüte deiner Sorte davon ab, richtest du dich nach der Tüte.

Angabe Wert für die Gemeine Akelei
Kulturstart im Haus März oder April
Aussaatzeit April bis Juni
Keimverhalten Lichtkeimer
Saattiefe 0,3 cm
Keimtemperatur 5 bis 24 °C
Warme Aussaat etwa 20 °C
Keimdauer 14 bis 21 Tage, die Keimung kann aber auch bis zu 3 Monate dauern
Abstand in der Reihe 25 cm
Reihenabstand 25 cm

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet.

Bodenart

Geeignet ist fruchtbarer, feuchter, aber gut durchlässiger Boden.

Bodenreaktion

Saure, neutrale oder alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist fruchtbarer, feuchter, aber gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Staudenbeete, Wildblumenwiesen und die Unterpflanzung von Rosen oder Sträuchern.

Pflege

Pflege

Nach der Blüte zurückschneiden.

Düngung

Die Sorte Black Barlow kann im Frühjahr und Herbst gedüngt werden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze wächst als krautige Staude.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für naturnahe Gärten und Wildblumenwiesen, Staudenbeete sowie zur Unterpflanzung von Rosen und Gehölzen.

Aussaatkalender Gemeine Akelei
GartenkalenderVorkultur: März, April; Aussaat: April, Mai, Juni; Blüte: Mai, Juni, Juli, AugustJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustVorkulturAussaatBlüte

Wann säst du Akelei aus?

Als Aussaatzeit gilt für die Gemeine Akelei April bis Juni. Ziehst du im Haus vor, startest du die Kultur im März oder April. Ich hänge mir dafür den Aussaatkalender für Stauden zum Ausdrucken neben die Fensterbank und trage meine Akelei-Sorten ein.

Beim Kaltkeimerverfahren rechnest du vom Wetter aus statt vom Kalender. Die Kältephase braucht draußen Temperaturen unter 5 °C. Plane den Start deshalb so, dass Warm- und Übergangsphase vorbei sind, wenn es draußen so kalt ist.

Warm oder mit Kältereiz: welcher Weg passt?

Für Akelei kommen zwei Wege infrage, und die Sortenangabe zeigt dir, welcher gilt. Steht auf der Tüte eine warme Aussaat, säe ich auf der Fensterbank. Verlangt sie einen Kältereiz, nehme ich das Kaltkeimerverfahren für Stauden, das sich auch für Akelei eignet.

Mythos-Check

„Akelei keimt nur nach Frost.“ Pauschal stimmt das nicht. Die Sorte ‘Heidi’ wird bei etwa 20 °C und gleichmäßiger Feuchtigkeit gesät. Und auch das Kaltkeimerverfahren verlangt keinen Frost, sondern Temperaturen unter 5 °C.

Taugt dein Saatgut noch?

Bei Saatgutresten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine Keimprobe. Ich säe dafür einen Teil der Samen in eine kleine Schale, genau wie bei der richtigen Aussaat, und zähle, was aufläuft.

Als Orientierung bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Eine Garantie für jede Art ist das nicht. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Hast du Samen einer Hybridsorte selbst geerntet, können die Nachkommen deutlich von der Mutterpflanze abweichen.

Warm aussäen in der Saatschale: Schritt für Schritt

Die warme Aussaat läuft bei etwa 20 °C mit gleichmäßiger Feuchtigkeit, nach der Keimung geht es kühler weiter. So gehe ich dabei vor:

  1. Schale vorbereiten: Füll eine Schale mit Abzugslöchern mit Aussaaterde, streich die Oberfläche glatt und feuchte sie an.
  2. Samen verteilen: Streu die Samen so, dass zwischen den Körnern Erde sichtbar bleibt.
  3. Kaum bedecken: Drück die Samen mit einem Brettchen an. Akelei ist ein Lichtkeimer. Als Saattiefe sind 0,3 cm angegeben, also nur eine sehr dünne Schicht Erde.
  4. Hell und warm stellen: Stell die Schale an einen hellen Platz mit etwa 20 °C. Gekeimt wird in einem breiten Bereich von 5 bis 24 °C.
  5. Feucht halten: Während die Samen quellen und keimen, muss das Substrat ständig ausreichend feucht bleiben. Ich sprühe lieber, als mit der Kanne zu gießen, damit die Samen an ihrem Platz bleiben.
  6. Abwarten: Angegeben sind 14 bis 21 Tage Keimdauer. Die Keimung kann aber auch bis zu 3 Monate dauern. Eine Schale ohne Keimlinge bleibt bei mir deshalb stehen und wird weiter feucht gehalten.
Häufiger Fehler

Akelei-Samen in Rillen legen und zuschieben wie größere Samen. Als Lichtkeimer brauchen sie Licht, eine dicke Erdschicht kann die Keimung bremsen.

Mini-Checkliste

Saatschale mit Abzugslöchern, Aussaaterde, Brettchen zum Andrücken, Sprühflasche, Etikett mit Sorte und Datum, Pikierstab für später.

Akelei als Kaltkeimer aussäen

Das Kaltkeimerverfahren läuft in drei Phasen ab. Die Saat bleibt dabei in ihren Aussaatkisten, nur der Standort wechselt. Gesät wird wie bei der warmen Aussaat: Samen auf die feuchte Erde legen, andrücken, kaum bedecken.

Phase Dauer Temperatur Ort
Warmphase 3 bis 4 Wochen 15 bis 18 °C im Haus
Übergangsphase etwa 1 Woche ungefähr 10 °C kühler gestellt
Kältephase etwa 4 bis 8 Wochen unter 5 °C geschützter Außenplatz, an einem frostfreien Tag hinausbringen

Für den Umzug nach draußen wählst du einen frostfreien Tag und einen geschützten Platz. Feucht bleibt das Substrat in allen drei Phasen. Zeigt sich in der Kältephase nichts, ist das kein Grund, die Kisten aufzugeben. Die Mindesttemperatur für die Keimung liegt bei 5 °C, und draußen ist es in dieser Phase kälter. Sobald sich Keimlinge zeigen, geht es weiter wie bei jeder Akelei-Aussaat: hell und kühler weiterziehen, dann pikieren.

Marias Erfahrung

In der Kältephase stelle ich die Kisten an die Hauswand unter das Vordach und lege ein feines Gitter darüber, damit Vögel nicht darin scharren. Die Feuchte prüfe ich mit dem Finger in der Erde, statt nach dem Aussehen der Oberfläche zu gießen. Jede Kiste trägt ein Etikett mit Sorte und Datum der Aussaat.

Direkt ins Beet säen

Direkt ins Beet säst du innerhalb der Aussaatzeit von April bis Juni. Lockere das Beet im Frühjahr erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist, und nimm dafür Grabgabel oder Krail. Wurzelunkräuter ziehst du dabei gleich mit heraus. Leg die Samen auf die krümelige Oberfläche, drück sie an und halte die Fläche feucht, bis die Keimlinge da sind. Ich stecke die Saatstelle mit Stäben ab, damit ich die Keimlinge beim Jäten nicht mit Beikraut verwechsle.

Für einen gesteuerten Kältereiz nutze ich deshalb die Aussaatkisten aus dem Kaltkeimerverfahren. Die stehen in der Kältephase ohnehin draußen.

Nach der Keimung: kühler stellen und pikieren

Sobald die Keimlinge da sind, stellst du sie kühler, aber weiter hell. Bei der Sorte ‘Heidi’ gehört diese kühlere Weiterkultur nach der Keimung dazu, und ich halte es bei allen Akelei-Sämlingen so. Das Substrat bleibt feucht, ohne nass zu stehen.

Pikiert wird, wenn die ersten echten Blätter erscheinen. Ich hebe jeden Sämling mit dem Pikierstab heraus und fasse ihn dabei nur am Blatt an. Jeder kommt einzeln in einen kleinen Topf mit Aussaaterde und wird vorsichtig angegossen.

Abhärten vor dem Auspflanzen

Pflanzen aus dem Haus gewöhnst du vor dem Auspflanzen an das Wetter draußen. Stell die Töpfe zuerst an einen geschützten, schattigen Platz im Freien und hol sie wieder herein, bevor es kühl wird. Verlängere die Zeit draußen Schritt für Schritt und gib ihnen nach und nach mehr Licht. Schau dabei auf die Blätter: Werden sie blass oder schlaff, gehst du einen Schritt zurück in den Schatten.

Auspflanzen ins Beet

Akelei verträgt Sonne bis Halbschatten, empfohlen wird sie vor allem für halbschattige bis schattige Plätze mit anhaltend feuchtem Boden. Der Boden sollte fruchtbar, feucht und dabei gut durchlässig sein; saure, neutrale und alkalische Böden kommen infrage. Licht, Feuchte und pH-Wert für alle Stauden erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Stauden-Überblick.

Vor der Pflanzung beseitigst du Wurzelunkräuter und Bodenverdichtungen, damit ein durchlässiger, bewuchsfreier Pflanzboden entsteht. In der Reihe setzt du die Akelei 25 cm auseinander. Zwischen den Reihen bleiben ebenfalls 25 cm. Wie viele Pflanzen auf deine Fläche passen, rechnest du mit dem Beetplaner für deine Pflanzfläche aus.

Setz jede Jungpflanze so tief, wie sie im Topf stand, drück die Erde an und gieß gründlich an. Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend. Rechne dafür mit etwa 25 l/m² je Gießgang.

Akelei im Gefäß

Auch im Gefäß lässt sich Akelei halten. Die Biedermeier Mischung eignet sich für die Gefäßkultur, ist aber nicht trockenheitstolerant. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher im Boden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Bei torffreier Topferde prüfst du vor dem Gießen auch die unteren Schichten, denn eine trockene Oberfläche kann feuchte tiefere Schichten verdecken.

Nach dem Anwachsen: Pflege, Schutz und Vermehrung

Mit dem Auspflanzen ist die Anzucht geschafft. Die Grundlagen für alle Stauden, vom Rückschnitt bis zum Pflanzenschutz, bündelt der Stauden-Überblick. Für die Akelei gibt es dazu eigene Anleitungen.

Pflege und Rückschnitt

Nach der Blüte schneidest du Akelei zurück; wann und wie du Akelei schneidest, steht in einer eigenen Anleitung. Gießen, Düngen und Winterschutz behandelt die Pflege für reich blühende Akelei. Welche Arbeiten in welcher Jahreszeit anfallen, ordnet der Akelei-Kalender durchs Jahr.

Krankheiten und Schädlinge

Im Staudenbeet folgt der Pflanzenschutz der Reihenfolge vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen. Ein Schneckenzaun schützt das Beet nur zuverlässig, wenn du innerhalb der Umzäunung weiter Schnecken absammelst; Weinbergschnecken stehen unter Schutz und werden nicht gezielt bekämpft. Die ganze Stufenfolge beschreibt der Stauden-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Selbstaussaat und Vermehrung

Die Akelei ist verwilderungsfähig und sät sich im Garten selbst aus. Willst du das bremsen, kann rechtzeitiges Entfernen verwelkter Blüten unerwünschte Selbstaussaat verhindern; wie du Akelei über Selbstaussaat und Teilung vermehrst, zeigt die Anleitung dazu.

Akelei im Garten kombinieren

Akelei passt in naturnahe Gärten, Wildblumenwiesen und Staudenbeete und eignet sich zur Unterpflanzung von Rosen und Gehölzen. Für Schattenbeete zeigt eine eigene Übersicht, welche Akelei-Sorten sich für den Schatten eignen. Gruppen, Dichte und Kombinationen im Staudenbeet behandelt der Stauden-Überblick unter Gestalten und kombinieren.

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Häufige Fragen

Wie säe ich Akelei-Samen richtig aus?
Streu die Samen auf angefeuchtete Aussaaterde und drück sie an, denn Akelei ist ein Lichtkeimer. Als Saattiefe sind nur 0,3 cm angegeben, also eine sehr dünne Schicht Erde. Während Quellung und Keimung bleibt das Substrat ständig ausreichend feucht. Je nach Sortenangabe säst du warm bei etwa 20 °C oder nutzt das Kaltkeimerverfahren mit Kältephase im Freien.
Sind Akeleisamen Lichtkeimer oder Dunkelkeimer?
Akelei-Samen sind Lichtkeimer. Du legst sie deshalb auf die Erde und drückst sie an, statt sie in Rillen einzugraben. Die angegebene Saattiefe beträgt nur 0,3 cm.
Wie lange dauert die Keimung von Akelei-Samen?
Für die Gemeine Akelei sind 14 bis 21 Tage Keimdauer angegeben. Die Keimung kann aber auch bis zu 3 Monate dauern. Räum eine Schale ohne Keimlinge deshalb nicht zu früh weg und halte das Substrat weiter feucht. Beim Kaltkeimerverfahren ist in der Kältephase draußen keine Keimung zu erwarten, denn die Temperatur liegt dort unter der Mindestkeimtemperatur von 5 °C.
Welche Rolle spielt die Temperatur bei der Akelei-Stratifikation?
Beim Kaltkeimerverfahren durchläuft die Saat drei Temperaturstufen. Zuerst stehen die Aussaatkisten im Haus bei 15 bis 18 °C. Danach kommen sie für die Übergangsphase kühler, auf ungefähr 10 °C. Den Kältereiz bekommen sie anschließend an einem geschützten Außenplatz bei Temperaturen unter 5 °C.
Wann ist die richtige Zeit für die Direktsaat von Akelei?
Für die Gemeine Akelei gilt April bis Juni als Aussaatzeit, in diesem Fenster säst du auch direkt ins Beet. Willst du vorziehen, startest du die Kultur im März oder April im Haus. Beim Kaltkeimerverfahren richtet sich der Start danach, wann draußen Temperaturen unter 5 °C herrschen, denn dort bekommen die Aussaatkisten ihren Kältereiz.
Welche Pflegeschritte sind bei jungen Akelei-Pflanzen wichtig?
Nach der Keimung ziehst du die Sämlinge hell und kühler weiter und hältst das Substrat feucht. Zeigen sich die ersten echten Blätter, pikierst du sie einzeln in Töpfe und härtest sie vor dem Auspflanzen schrittweise im Freien ab. Im Beet bekommen sie 25 cm Abstand in der Reihe und ebenso viel zwischen den Reihen. Bei anhaltender Trockenheit gießt du neu gepflanzte Stauden wiederholt durchdringend.
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