Prächtiges Bärenohr: Samen ernten, lagern und vor der Aussaat prüfen
- Einige kräftige Köpfe an gesunden Pflanzen markieren und nicht ausputzen, nur dort entstehen Samen.
- Bei trockenem, sonnigem Wetter ernten, sobald sich die Samen leicht aus dem verblühten Kopf lösen.
- Köpfe auf Papier nachtrocknen, Samen ausreiben und mit einem Teesieb von Samenhäuten trennen.
- Beschriftet mit Sortenname und Erntedatum dunkel, trocken und unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C lagern.
- Reste mit fraglicher Keimfähigkeit etwa 4 Wochen vor der Aussaat mit einer Keimprobe prüfen.
- Als Lichtkeimer nur andrücken und ohne Kältephase warm bei 20 bis 25 °C keimen lassen.

Im Spätsommer gehe ich mit Papiertüten und einem Stift durch das Beet und schaue, welche Köpfe des Prächtigen Bärenohrs abtrocknen. Das Bärenohr (Arctotis fastuosa) ist einjährig und nicht winterhart. Wer es im nächsten Sommer wieder blühen sehen will, zieht es also neu aus Samen. Mit der eigenen Ernte sorgst du selbst für diesen Vorrat.
Dafür lässt du die richtigen Köpfe stehen, erntest sie reif, trocknest das Saatgut gründlich und lagerst es kühl. Vor der Aussaat zeigt dir eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt., ob der Vorrat noch keimt. Beim Bärenohr ist diese Probe besonders wichtig, denn wie seine Samen eine längere Lagerung vertragen, gilt als unsicher.
Welche Werte zählen bei Ernte, Lagerung und Keimprobe?
In der Tabelle stehen die Zahlen, die du rund um das eigene Bärenohr-Saatgut brauchst. Die Angaben zu Lagerung, Haltbarkeit und Keimprobe gelten allgemein für Saatgut aus dem Blumen- und Staudengarten, alle übrigen für das Prächtige Bärenohr selbst.
| Thema | Wert |
|---|---|
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Blütezeit | Juli bis September |
| Lagerung | trocken, dunkel und unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C |
| KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. bei kühler, dunkler und trockener Lagerung | etwa 3 Jahre, als allgemeine Orientierung für die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen |
| Lagerverhalten der Bärenohr-Samen | unsicher |
| Keimprobe bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit | etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat |
| Aussaatzeit | März bis April |
| Keimverhalten | Lichtkeimer, Samen nur andrücken |
| Keimtemperatur | 20 bis 25 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage |
| Tausendkorngewicht | 0,666 bis 0,842 g, bezogen auf Wild- und GenbankmaterialGenbankmaterial ist Saat- oder Pflanzgut aus dem Bestand einer Genbank, etwa einer Sammlung von Kulturpflanzen und ihren wilden Verwandten. Es wird nur in kleinen Mengen abgegeben und ist keine Ware eines kommerziellen Saatgutlieferanten. der Art |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Einen vollsonnigen Platz wählen; die Blüten öffnen sich nur bei voller Sonne.
- Bodenart
Geeignet ist sandiger oder lehmiger, gut durchlässiger Boden.
- Bodenreaktion
Saure bis neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
Pflege
- Pflege
Regelmäßig wässern und zwischen den Pflanzen jäten, bis der Bestand den Boden bedeckt.
- Düngung
Die Pflanze reagiert gut auf organische Düngung.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Welche Blüten bleiben für die Samenernte stehen?
Bei der Sorte ‘Zulu Prince’ etwa entfernst du verblühte Blüten regelmäßig. Bei vielen Sommerblumen kann die Samenbildung weitere Blüten vermindern, weshalb das AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. die weitere Blüte fördern kann. Samen entstehen aber nur an Köpfen, die bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. an der Pflanze bleiben. Wer jede welke Blüte abknipst, hat am Ende der Saison nichts zu ernten.
Ich wähle deshalb im Lauf der Blüte einige kräftige Köpfe an gesunden Pflanzen aus und binde einen Wollfaden um ihren Stiel. Alle übrigen Blüten putze ich weiter aus. Wie du die Blütezeit des Bärenohrs mit Ausputzen und Rückschnitt verlängerst, steht im Ratgeber zur Blütenpflege.
Bei HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können die Nachkommen aus selbst geernteten Samen deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Stammt dein Bärenohr aus der Saat einer Hybridsorte, rechne damit, dass die Pflanzen im nächsten Jahr anders aussehen können als die Mutterpflanze.
Woran erkennst du reife Bärenohr-Samen?
Gartensamen sind erntereif, wenn sie ausgereift sind und sich leicht aus ihrer Hülle lösen. Beim Bärenohr prüfst du das direkt am verblühten Kopf. Ich zupfe mit den Fingerspitzen an seiner Mitte: Lösen sich die Samen ohne Widerstand, schneide ich den Kopf ab. Geerntet wird bei trockenem, sonnigem Wetter, nach Regen warte ich, bis die Köpfe wieder abgetrocknet sind.
Das Bärenohr blüht von Juli bis September. Deine markierten Köpfe werden deshalb nicht alle zur selben Zeit reif. In dieser Zeit gehe ich immer wieder durch das Beet und ernte Kopf für Kopf. Jeden schneide ich mit einem kurzen Stielstück ab und lege ihn sofort in eine Papiertüte.
Ich beschrifte jede Tüte mit Sortenname und Erntedatum, bevor der erste Kopf hineinkommt. Im Frühjahr sehe ich daran, wie alt ein Rest ist und ob er in die Keimprobe gehört.
Wie wird aus dem Samenstand sauberes Saatgut?
Samen auslesen und reinigen
Zu Hause breite ich die Köpfe auf Papier aus und lasse sie nachtrocknen. Sind sie ganz trocken, zerreibe ich sie vorsichtig zwischen den Fingern über einem frischen Bogen. Ein Teesieb hilft danach, feine Blumensamen von trockenen Samenhäuten zu trennen. Blütenreste und Stielstücke lese ich von Hand aus.
Über die Samen zu pusten lasse ich bleiben, weil sie sehr leicht sind. Tausend Bärenohr-Samen wiegen beim Wild- und Genbankmaterial der Art nur 0,666 bis 0,842 g. Was fleckig, muffig oder angefressen aussieht, sortiere ich aus. Auch beim eigenen Nachbau gehört nur gesundes Saatgut in die Tüte.
Gründlich nachtrocknen
Die gereinigten Samen breitest du auf Papier aus, sodass sie nicht übereinanderliegen, und lässt sie nachtrocknen. Wann sie fertig sind, prüfe ich mit den Fingern. Kleben Samen aneinander oder fühlt sich das Papier klamm an, bleiben sie liegen. Erst gründlich getrocknetes Saatgut wird verpackt.
Die Samen gleich nach dem Auslesen in eine dicht schließende Dose füllen. Gesammeltes Saatgut wird erst gründlich getrocknet und danach gegen Feuchtigkeit geschützt verpackt.
Wie lagerst du Bärenohr-Samen bis zur Aussaat?
Getrocknete Blumensamen lagerst du kühl, dunkel und trocken. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Als Verpackung eignen sich Papiertüten oder kleine Dosen, beschriftet mit Sortenname und Erntedatum.
Ich nutze beides: Die Samen kommen in beschriftete Papiertüten, und die Tüten stelle ich zusammen in eine dicht schließende Dose. Diese steht an einem kühlen Platz ohne Sonne. Die Grundregeln für Saatgut aus dem ganzen Staudengarten stehen im Abschnitt Schnittblumen und Saatgut des Stauden-Ratgebers.
Wie lange bleiben Bärenohr-Samen keimfähig?
Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Garantie für jede Art. Beim Bärenohr gilt das Lagerverhalten der Samen als unsicher. Beides zusammen heißt: Auf die drei Jahre verlässt du dich bei Bärenohr-Samen nicht blind. Überlagertes Saatgut prüfst du vor der erneuten Aussaat auf seine Keimfähigkeit.
Sind deine Samen noch keimfähig? So machst du die Keimprobe
Bei Saatgutresten mit fraglicher Keimfähigkeit legst du die Keimprobe etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat an. Gesät wird das Bärenohr von März bis April. Seine Samen brauchen 14 bis 21 Tage zum Keimen, die Probe passt also gut in diesen Vorlauf. Beide Termine trage ich mir im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser ein.
Für eine nachvollziehbare Probe säst du eine genau abgezählte Menge Samen probeweise aus. Ich nehme dafür eine kleine Schale mit salzarmer Aussaaterde, aus der überschüssiges Wasser ablaufen kann. Die Samen drückst du nur an, denn das Bärenohr ist ein Lichtkeimer. Bis zur Keimung muss die Erde ständig ausreichend feucht bleiben. Die Schale steht warm, denn die Keimtemperatur liegt zwischen 20 und 25 °C. Eine Abdeckung nimmst du beim ersten Keimling ab und stellst die Schale hell, aber vor praller Sonne geschützt auf.
Nach Ablauf der Keimdauer zählst du die Keimlinge und vergleichst sie mit der Zahl der ausgesäten Samen. Daran siehst du, welcher Anteil deines Vorrats noch keimt. Keimt nur ein Teil, säe ich entsprechend dichter. Keimt fast nichts, besorge ich frisches Saatgut.
Brauchen Bärenohr-Samen einen Kälteschock?
Ein KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume. bei Temperaturen unter 5 °C gehört zum Verfahren für Kaltkeimer wie die Akelei. Das Bärenohr keimt dagegen warm, bei 20 bis 25 °C. Seine Samen lege ich deshalb ohne Kühlschrankphase direkt in die warme Aussaat. Auch ältere Reste behandle ich nicht anders, ich prüfe sie nur vorher mit der Keimprobe.
„Eine Kältephase macht alte Bärenohr-Samen wieder keimfreudig.“ Darauf verlasse ich mich nicht. Für die Keimung zählen beim Bärenohr Wärme zwischen 20 und 25 °C, Licht und eine ständig feuchte Erde. Ob ein alter Rest noch taugt, klärt die Keimprobe, eine Kältephase verrät dir das nicht.
Was tun, wenn die Keimung streikt?
Bleibt die Schale leer oder zeigen sich nur einzelne Keimlinge, kann das mehrere Ursachen haben. Ich gehe sie der Reihe nach durch und fange bei den Bedingungen der Aussaat an. Am Saatgut zweifle ich erst, wenn dort alles stimmt.
Zu früh gezählt: Die Keimdauer beträgt 14 bis 21 Tage. Ich zähle erst aus, wenn diese Zeit vorbei ist.
Zu tief gesät: Liegen die Samen unter Erde, kann dem Lichtkeimer das Licht fehlen. Beim nächsten Versuch drückst du sie nur an.
Zu kühl: Liegt die Temperatur unter dem Bereich von 20 bis 25 °C, kann die Keimung ausbleiben. Ich stelle die Schale dann an einen wärmeren Platz.
Zwischendurch zu trocken: Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung muss das Substrat ständig ausreichend feucht bleiben. Ich prüfe die Oberfläche deshalb öfter mit dem Finger.
Zu nass: Überschüssiges Gießwasser muss aus der Schale abfließen können. Steht Wasser in der Schale, prüfst du die Abzugslöcher.
Ungeeignete Erde: Aussaaterde soll salzarm sein. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt für Aussaaterden einen Salzgehalt unter 0,5 g/Liter.
Zu alter Vorrat: Passt alles andere, kann das Saatgut zu alt sein oder zu warm und feucht gelegen haben. Dann greife ich zu frischem Saatgut.
Wie geht es mit Aussaat, Standort, Vase und Balkon weiter?
Gesät wird das Bärenohr von März bis April, und als Lichtkeimer drückst du die Samen nur an. Ins Freie kommen die Jungpflanzen im Mai. Wie du Sämlinge pikierst, abhärtest und vor Krankheiten schützt, zeigt die Anleitung, wie du das Bärenohr vom Samen bis zur Blüte heranziehst.
Das Bärenohr braucht einen vollsonnigen Platz, denn es blüht nur bei voller Sonne. Die Art ist in Wüsten- und Trockenbuschgebieten zu Hause, verträgt Trockenheit und will gut durchlässigen, sandigen oder lehmigen Boden. Welcher Gartenplatz zum Bärenohr passt, beschreibt der Standort-Ratgeber.
Als Schnittblume eignet sich das Bärenohr ebenfalls. Die markierten Saatgutköpfe lasse ich dabei stehen. Wie du Bärenohr-Blüten für die Vase schneidest und vorbereitest, erklärt der Schnittblumen-Ratgeber.
Auch in größeren Gefäßen lässt sich das Bärenohr ziehen. Wie du das Bärenohr in Balkonkästen und Töpfen ziehst, zeigt der Balkon-Ratgeber.


