Wucherblumen für Kinder: schnell wachsende Samen säen, beobachten, basteln
- Unter dem Namen Wucherblume laufen verschiedene Pflanzen, etwa die einjährige Cosmos bipinnatus 'Sensation Mischung' und die winterharte Tanacetum coccineum 'Robinson Mischung'.
- Cosmea keimt in 7 bis 21 Tagen und zeigt Kindern Aussaat, Blüte und reife Samen in einem Gartenjahr.
- Die einjährige Mischung 'Tempo Blütenflor' beginnt etwa 40 bis 50 Tage nach der Aussaat zu blühen.
- Roter Fingerhut, Gartenrittersporn und Gewöhnliche Akelei sind giftig, Blauen Eisenhut fasst du nur mit Handschuhen an.
- Vor dem Gießen prüfen Kinder mit dem Finger, ob die Erde auch unter der Oberfläche trocken ist.
- Gepresste Blüten werden zu Karten und Lesezeichen, reife Cosmea-Samen zur Aussaat im nächsten Jahr.

Kinder wollen sehen, dass im Beet etwas passiert, und zwar bald. Für ein erstes eigenes Beet nehme ich deshalb Sommerblumen, die im selben Jahr keimen, blühen und Samen bilden. Ganz vorne steht bei mir die Cosmea, auch Schmuckkörbchen genannt. Ihre Samen keimen in 7 bis 21 Tagen. Geblüht wird von Juni bis Oktober, und zum Schluss sammeln die Kinder die reifen Samen fürs nächste Jahr.
Wer mit Kindern gärtnert, braucht Arten mit kurzer Wartezeit, ein Beet ohne giftige Pflanzen und Aufgaben, die kleine Hände selbst erledigen können. Um genau das geht es hier, dazu um alles, was ihr mit den Blüten beobachten, basteln und ernten könnt.
Was hinter dem Namen Wucherblume steckt
Unter dem Namen Wucherblume begegnen dir im Saatgutangebot ganz unterschiedliche Pflanzen. Cosmos bipinnatus ‘Sensation Mischung’ ist einjährig. Tanacetum coccineum ‘Robinson Mischung’ ist dagegen mehrjährig und winterhart. Schau deshalb vor dem Kauf auf den botanischen Namen auf der Tüte. Er verrät dir, ob du eine Sommerblume für eine Saison oder eine Staude für mehrere Jahre bekommst.
Die Cosmea ist die schnelle Wucherblume fürs Kinderbeet. Sie wird von April bis Juni gesät und blüht bis in den Oktober. Ihre Samen sammelt ihr, sobald sie braun und ausgereift sind. An einer einzigen Pflanze sehen Kinder so in einem Gartenjahr den Weg vom Samen bis zum neuen Samen.
Die ‘Robinson Mischung’ ist die Dauerpflanze. Sie wird etwa 80 bis 100 cm hoch und blüht in Rosa und Rot. Ihre Blütezeit liegt zwischen Juni und August. Sie gilt als trockenheitstolerant und wird nach der ersten Blüte zurückgeschnitten. Die Schere führst du, die Kinder sammeln das Schnittgut ein. Soll sie einen Dauerplatz im Garten bekommen, findest du Ideen, wie du Wucherblumen im Staudenbeet kombinierst.
Einjährige Sommerblumen wie die Cosmea keimen, blühen und bilden Samen in einer Saison. Sie sind nicht winterhart und werden jedes Jahr neu gesät. Mehrjährige, winterharte Stauden wie die ‘Robinson Mischung’ bleiben am Platz und treiben im nächsten Jahr wieder aus.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige, sandige, tonige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Hochbeet, im Topf oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur leicht mit Erde bedecken.
Pflege
- Pflege
Verblühte Blüten entfernen, um die Blütezeit zu verlängern.
- Düngung
Zurückhaltend düngen: Zu viel Dünger fördert Blattwachstum auf Kosten der Blüten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon. Die Pflanze eignet sich als Schnittblume.
Welche schnell wachsenden Samen eignen sich für Kinder?
Für Kinder zählt die Wartezeit bis zum ersten Grün. Bei der Gartenaster sind 7 bis 14 Tage Keimdauer angegeben. Beim März-Veilchen sind es 56 bis 70 Tage. Fürs Kinderbeet nimmst du deshalb Arten mit kurzer Keimdauer und säst sie möglichst direkt dorthin, wo sie blühen sollen.
| Sommerblume | Aussaat | Keimung | Blüte |
|---|---|---|---|
| Cosmea, Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) | April bis Juni, 0,5 bis 1 cm tief | 7 bis 21 Tage | Juni bis Oktober |
| Einjährige Mischung ‘Tempo Blütenflor’ | April bis Juni, breitwürfig | keine Angabe | Blühbeginn etwa 40 bis 50 Tage nach der Aussaat |
| Färber-Mädchenauge ‘Bicolor’ (Coreopsis tinctoria) | April bis Juni und September direkt, 0 bis 0,5 cm tief | 7 bis 14 Tage bei 15 bis 20 °C | Juni bis September |
| Doldige Schleifenblume, ‘Quedlinburger Mischung’ (Iberis umbellata) | März bis Mai direkt ins Beet | nach etwa 14 Tagen bei 15 bis 20 °C | keine Angabe |
| Ringelblume ‘reinorange’ | April bis Ende Juni, vorziehen oder direkt säen | keine Angabe | Juni bis Oktober |
| Tagetes ‘SPERLI’s Sparky Mischung’ (Tagetes patula) | März bis Mai vorziehen, im Mai direkt säen | keine Angabe | Mai bis Oktober |
| Skabiose ‘Mammuth Mischung’ (Scabiosa atropurpurea) | März bis Mai vorziehen, April bis Juni direkt, 0 bis 0,5 cm tief | etwa 14 bis 21 Tage bei 15 bis 20 °C | keine Angabe |
Bei der einjährigen Mischung ‘Tempo Blütenflor’ können Kinder die Tage bis zur Blüte zählen, weil der Blühbeginn konkret angegeben ist. Ihr streut etwa 1 g Saatgut je m² breitwürfig auf feinkrümeligen Boden. Danach harken die Kinder die Samen ein, drücken sie an und halten die Fläche ausreichend feucht.
Etwa 40 bis 50 Tage nach der Aussaat beginnt ‘Tempo Blütenflor’ zu blühen. Diese Spanne können Kinder im Kalender Tag für Tag abstreichen.
Das Färber-Mädchenauge ‘Bicolor’ und die Doldige Schleifenblume sind ebenfalls einjährig. Das Mädchenauge wird etwa 60 bis 80 cm hoch und eignet sich als Schnittblume. Die Doldige Schleifenblume bleibt mit 20 bis 30 cm niedrig und gehört deshalb an den Beetrand, vor die höheren Arten. Für Sonnenblume, Kapuzinerkresse oder Kornblume nimmst du Saatzeit und Saattiefe von der Tüte deiner Sorte. Zinnien werden für eher trockene Standorte empfohlen.
Ich lasse jedes Kind eine Art aus der Liste selbst aussuchen und gebe ihm dafür eine eigene Reihe. Das Schild mit Namen und Aussaattag stecken wir gleich nach dem Säen.
Welche Pflanzen gehören nicht ins Kinderbeet?
Bevor ein Kind im Beet pflückt, kläre ich, was dort wächst. Einige Gartenpflanzen sind giftig und haben in einem Kinderbeet nichts zu suchen.
| Pflanze | Was du wissen musst |
|---|---|
| Roter Fingerhut | Blätter, Blüten und Samen sind wegen herzwirksamer Glykoside wie Digitoxin giftig. Bei Gartenarbeiten mit ihm trägst du Handschuhe. |
| Blauer Eisenhut | Längerer Hautkontakt kann Vergiftungserscheinungen im ganzen Körper auslösen. Anfassen nur mit Handschuhen. |
| Gartenrittersporn | In allen Pflanzenteilen stark giftig. |
| Gewöhnliche Akelei | In allen Pflanzenteilen giftig. |
| Sommer-Adonisröschen | Einjährige Sommerblume mit Herzglykosiden, stark giftig. |
| Gewöhnliche Hundszunge | Enthält giftige Pyrrolizidinalkaloide. |
Beim Umgang mit Fingerhüten sind außerdem Hautallergien möglich. Haben Kinder oder Haustiere Zugang zum Garten, prüfst du, ob der Fingerhut ganz weichen sollte.
Lupinensamen sind Saatgut und werden nicht gegessen. Je nach Sorte und Anbaubedingungen können sie hohe Gehalte an Chinolizidinalkaloiden haben und beim Verzehr akute Vergiftungen auslösen. Außerdem können sie allergische Reaktionen hervorrufen, bei Erdnussallergie sind Kreuzreaktionen möglich. Für alles, was Kinder in den Mund nehmen, gilt deshalb eine Grundregel: Gegessen wird nur, was ein Erwachsener sicher als essbar bestimmt hat.
Für Kita-Außengelände gilt, dass Gefährdungen durch Stacheln und Dornen zu vermeiden sind. Im Kinderbeet zu Hause halte ich mich an dieselbe Regel. Die scharfe Schere und das Messer bleiben bei mir, und nach der Gartenarbeit waschen wir die Hände.
Besteht der Verdacht, dass ein Kind giftige Pflanzenteile gegessen hat, ruf ein Giftinformationszentrum an oder hol ärztliche Hilfe. Löse kein Erbrechen aus. Hat ein Haustier vermutlich Fingerhut aufgenommen, holst du sofort tierärztliche Hilfe.
Wie bereitest du das Kinderbeet vor?
Für den Anfang reicht ein kleines Beet an einem sonnigen Platz. Ich teile es in Reihen, sodass jedes Kind seinen eigenen Streifen bekommt. Wie viele Reihen hineinpassen, kannst du vorher im Beetplaner aufzeichnen. Ohne Garten tut es ein großer Topf, denn die Cosmea ist topfgeeignet und ein größeres Erdvolumen bevorratet mehr Wasser. Wichtig ist ein Abzugsloch im Gefäßboden, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Gelockert wird im Frühjahr, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Ich gebe den Kindern dafür einen Krail, die Grabgabel führe ich selbst. Beim Lockern sammeln die Kinder Wurzelunkräuter heraus, und zwar samt Rhizom- und Wurzelstücken. Zum Schluss zerkrümeln sie grobe Brocken mit den Händen, bis die Fläche eben und feinkrümelig ist. Dabei tauchen Bodenlebewesen auf. Erzähl den Kindern, dass diese Lebewesen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten wieder für Pflanzen verfügbar machen.
Ob dein Boden Kalk braucht, hängt von Bodenart und pH-Wert ab und lässt sich mit einer Bodenuntersuchung klären. Die Grundlagen, wie du Standort und Boden für Stauden einschätzt, stehen im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.
Wie sät ihr gemeinsam?
Direkt ins Beet
Ich säe mit Kindern in Reihen. So sehen sie später, was gesät wurde und was von allein aufgeht. Für die erste Aussaat reicht dieser Ablauf:
- Rille ziehen: Mit einem Stöckchen zieht das Kind eine flache Rille. Die Tiefe steht auf der Tüte, bei der Cosmea sind es 0,5 bis 1 cm.
- Samen legen: Die Samen kommen einzeln und mit Abstand in die Rille.
- Zudecken und andrücken: Die Kinder schieben Erde über die Rille und drücken sie mit der flachen Hand an.
- Angießen: Gegossen wird mit weichem Strahl. Bis zur Keimung bleibt die Erde gleichmäßig feucht.
- Schild stecken: Name der Pflanze und Aussaattag kommen auf das Schild.
Stehen die Keimlinge zu dicht, zieht ihr die überzähligen heraus. Die Cosmea wächst als Einzelpflanze in der Reihe. Sie braucht in der Reihe und zwischen den Reihen jeweils 25 bis 50 cm Platz.
Vorziehen auf der Fensterbank
Tagetes, Färber-Mädchenauge, Skabiose und Geflügelter Strandflieder lassen sich ab März im Haus vorziehen. Auch die Cosmea könnt ihr vorziehen und im Mai auspflanzen. Für Schalen und kleine Töpfe nehmt ihr salzarme Aussaaterde, und überschüssiges Gießwasser muss abfließen können. Eine Abdeckung kommt beim ersten Keimling herunter. Danach steht die Schale hell, aber vor praller Sonne geschützt.
Stehen die Sämlinge dicht, werden sie nach den ersten Laubblättern mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. vereinzelt. Das Kind hält den Sämling dabei an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., ohne zu ziehen. Vor dem Auspflanzen gewöhnen sich die Jungpflanzen etwa eine Woche lang draußen an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ein. Vorgezogene Skabiosen der ‘Mammuth Mischung’ kommen ab Mitte Mai ins Beet. Alle Termine zusammen hängt ihr am besten als Aussaatkalender zum Ausdrucken an die Wand.
Welche Pflegeaufgaben übernehmen Kinder?
Beim gemeinsamen Gärtnern können Kinder säen, gießen und ernten. Für die Zeit dazwischen gebe ich ihnen feste kleine Aufgaben, damit jedes Kind weiß, was sein Teil ist.
Gießen mit der Fingerprobe
Vor dem Gießen steckt das Kind einen Finger in die Erde. Es fühlt dabei auch unter der Oberfläche, denn eine trockene Oberfläche allein entscheidet nicht über die nächste Wassergabe. Gegossen wird morgens mit weichem Strahl direkt an die Wurzeln, nicht über die Blätter. Eine eigene Kinderaufgabe ist das Wassersammeln: Wasser vom Waschen von Obst und Gemüse fangt ihr in einer Schüssel auf und gießt damit.
Wie viel Wasser nötig ist, richtet sich nach Pflanzenbedarf, Bodenart und Witterung, einen festen Gießrhythmus gibt es nicht. Das Sachwissen dazu, wie du Wucherblumen gießt, pflegst und düngst, steht in einem eigenen Ratgeber.
Düngen
Beim Düngen haben Kinder wenig zu tun. Die Cosmea wird zurückhaltend gedüngt, weil zu viel Dünger das Blattwachstum auf Kosten der Blüten fördert. Wann und womit du düngst, steht im Pflege-Ratgeber zu Wucherblumen.
Verblühtes abknipsen und jäten
Verblühte Cosmea-Blüten zu entfernen verlängert die Blütezeit. Diese Aufgabe können Kinder übernehmen: abgeblühte Köpfe abknipsen und in einem Eimer sammeln. Zwischen den Reihen ziehen sie BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt., solange die jungen Pflanzen noch klein sind. Dank der ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. wissen sie, was bleiben darf.
Schnecken und Blattläuse
Schnecken sammeln die Kinder ab. Weinbergschnecken bleiben im Garten, denn sie stehen unter Schutz und werden nicht bekämpft. Ein Schneckenzaun schützt das Beet nur zuverlässig, wenn ihr innerhalb weiterhin regelmäßig absammelt. Bei schwachem Blattlausbefall genügt häufig ein Wasserstrahl, mit dem die Kinder die Läuse abspritzen.
Was können Kinder im Blumenbeet lernen?
Das Wachstumstagebuch
Kinder können das Pflanzenwachstum täglich beobachten. Ich gebe ihnen dafür ein Heft, in das sie den Aussaattag schreiben und malen, was sie sehen. Die erste Frage lautet: Wie viele Tage vergehen bis zum ersten Keimling? Bei der Cosmea liegt die Spanne bei 7 bis 21 Tagen. Das Färber-Mädchenauge braucht 7 bis 14 Tage.
Aus Saatgutresten wird ein Experiment. Bei Samen mit fraglicher KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. macht ihr etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Die Kinder säen eine abgezählte Zahl Samen aus und zählen später, wie viele davon aufgehen.
Lichtkeimer keimen bei Licht. Die Margerite gehört dazu und wird höchstens etwa 0,5 cm tief gesät. Für die Gemeine Schafgarbe ist eine Saattiefe von 0 cm genannt, ihre Samen bleiben an der Oberfläche. Die Cosmea ist kein Lichtkeimer und kommt 0,5 bis 1 cm tief in die Erde. Sät beides nebeneinander, dann sehen die Kinder den Unterschied an der eigenen Reihe.
Blüten unter der Lupe
Mit einer Lupe sehen Kinder, wie verschieden Blüten gebaut sind. Beim Bärenohr ‘Zulu Prince’ mit seinen cremeweißen Korbblüten und der schwarzen Mitte ist das, was wie eine Blüte aussieht, ein ganzer Blütenstand. Bei Korbblütlern vereinigt er zahlreiche RöhrenblütenRöhrenblüten sind die röhrenförmigen Einzelblüten im Blütenstand der Korbblütler. Sie bilden ihn allein, etwa bei Disteln, oder zusammen mit den Zungenblüten am Rand, etwa bei Astern. und häufig zusätzlich Zungenblüten.
Danach wird gezählt. Bei der Wiesen-Witwenblume ist die Blütenkrone vierzipflig. Skabiosen haben dagegen fünf Kronzipfel. Eine volkstümliche Deutung verbindet den Namen Witwenblume mit genau diesem Unterschied. Die Schleifenblume hat vier Kronblätter, die äußeren sind größer als die inneren. Ihre Schötchen besitzen zwei Fächer mit je einem nahezu kreisrunden Samen.
Beim Geflügelten Strandflieder stutzen Kinder oft beim genauen Hinsehen. Die kleinen Blüten sind weiß, die Farbe stammt von den Kelchblättern, die sie umgeben.
Wer besucht die Blüten?
Setzt euch an einem warmen Tag ans Beet und zählt, wer kommt. Für Bienen ist Pollen Aufbaunahrung, Nektar liefert ihnen Energie. An der Gewöhnlichen Schafgarbe wurden Fliegen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Wildbienen als Besucher erfasst. Türkenmohn ist ein sehr guter Pollenlieferant, bietet aber keinen Nektar und gilt als Hummelblume. An langröhrigen Bartfadenblüten können Hummeln seitliche Löcher beißen, um an den Nektar zu kommen. Bestäubt wird die Blüte auf diesem Weg nicht.
Die Cosmea gilt als nützlingsfreundlich. Stark gefüllte Blüten bieten Insekten dagegen häufig nur sehr wenig oder keine Nahrung. Die dicht gefüllte Sommeraster ‘Pompon Mischung’ ist entsprechend als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen. Pflanzt ihr eine gefüllte und eine ungefüllte Sorte nebeneinander, können die Kinder vergleichen, wo mehr Besuch landet. Glockenblumen lassen sich in einer Blumenwiese gezielt als Nahrungspflanzen für Scherenbienen einsetzen. Stehen bei dir schon welche, findest du Hinweise, wie du Glockenblumen den Sommer über pflegst.
Blüten mit innerer Uhr
Die Gemeine Nachtkerze öffnet abends neue Blüten, sodass ihr das Aufblühen während der Saison immer wieder beobachten könnt. Gesteuert wird das von einer inneren Tagesuhr, die Öffnung bleibt sogar unter Dauerlicht erhalten. Bestäubt wird die Nachtkerze überwiegend von Nachtfaltern. Die Wegwarte hält es anders: Ihre Blüten sind nur an einem Tag geöffnet, vor allem am Vormittag. Die Nachtviole entfaltet ihren Duft besonders in den Abendstunden.
Kreisläufe im Beet
Ameisen verbreiten die Früchte der Wiesen-Witwenblume, weil sie deren nahrhaftes Anhängsel nutzen. Stieglitze fressen die noch grünen Samen der Witwenblume. An der Wegwarte fressen sie zur Samenreife an den Samenständen. Wildbienen brauchen neben Blüten auch Nistplätze, je nach Art offene, spärlich bewachsene Bodenstellen oder Hohlräume und Pflanzenstängel. Ein Teil der dürren Staudenstängel kann ganzjährig stehen bleiben und Insekten Unterschlupf bieten. Ich lasse deshalb an einer Beetecke die dürren Stängel stehen und halte eine kleine Stelle Boden offen.
Was lässt sich mit den Blüten basteln?
Blüten pressen für Karten und Lesezeichen
Gepresste Blüten lassen sich für selbst gestaltete Karten und Lesezeichen verwenden. Die Kinder legen die Blüten zwischen saugfähiges Papier und beschweren den Stapel mit Büchern. Getrocknet wird an einem warmen, trockenen Ort. Bevor eine Blüte aufgeklebt wird, prüft ihr mit vorsichtigem Anfassen, ob sie ganz trocken ist.
Trockensträuße aus Strandflieder
Für Trockensträuße eignet sich der Geflügelte Strandflieder. Ihr schneidet ihn bei voller Blüte und hängt die Stiele kopfüber an einem luftigen Ort auf. Seine farbigen Kelchblätter behalten beim Trocknen ihre Farbe. So steht auch im Winter ein Strauß aus dem eigenen Beet im Kinderzimmer.
Kränze und Mandalas
Für Blumenkränze nehmen die Kinder Blüten mit biegsamen Stielen, Gänseblümchen sind der Klassiker. Ein Mandala legen sie aus Blüten, Blättern und Samen auf den Boden. Die runden Samen der Schleifenblume passen gut in die Mitte.
Für Kranz und Mandala wird gepflückt, was gerade schön blüht. Akelei, Gartenrittersporn und Fingerhut sind aber giftig. Lege deshalb vorher fest, welche Pflanzen die Kinder pflücken dürfen.
Schilder und Samentüten
Pflanzenschilder bemalen die Kinder mit Bild und Namen der Pflanze, dafür reichen Holzstäbchen. Für die Samenernte falten sie Tütchen aus Papier und beschriften sie mit Pflanze und Erntejahr.
Wie ernten Kinder Blumen, Blüten und Samen?
Ein Strauß für die Vase
Cosmea und Färber-Mädchenauge ‘Bicolor’ eignen sich als Schnittblumen. Geschnitten wird morgens oder abends, nicht in der Mittagshitze. Ich schneide, und die Kinder halten den Eimer mit Wasser bereit. Zur Erstversorgung stellt ihr die Blumen 2 Stunden an einen kühlen, schattigen Platz, bis unter die Blüten ins Wasser. Die Stielenden schneide ich vor dem Einstellen mit einem scharfen Messer noch einmal schräg an.
Danach übernehmen die Kinder. Sie spülen die Vase sauber, zupfen Blätter ab, die ins Wasser ragen würden, und wechseln das Wasser alle 2 bis 3 Tage. Der Strauß steht nicht in der prallen Sonne, nicht im Zug und nicht neben der Obstschale.
Essbare Blüten nur mit fester Regel
Manche Gartenblüten sind essbar, wenn die Pflanze sicher bestimmt ist. Von Federnelken werden die Blütenblätter als essbare Blüten verwendet. Die Blüten des Duftveilchens verfeinern Nachspeisen, Saft und Kompott. Bei sicher bestimmter Wiesen-Margerite eignen sich die Blüten als Speisendekoration.
Für Kinder gilt bei mir eine feste Regel: Gegessen wird nur, was ein Erwachsener sicher als essbar bestimmt und selbst gereicht hat. Blüten aus dem Zierpflanzenhandel, die mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden, werden nicht gegessen. Cosmea und ‘Robinson Mischung’ kommen in die Vase, nicht auf den Teller.
Samen ernten und aufbewahren
Cosmea-Samen sammelt ihr, wenn sie braun und ausgereift sind. Geerntet wird bei trockenem Wetter, und reife Samen lösen sich leicht aus ihrer Hülle. Verblühtes abzuknipsen verlängert zwar die Blüte, für die Samenernte müssen ausgewählte Blütenstände aber bis zur Samenreife stehen bleiben. Ich lasse deshalb am Beetrand ein paar Köpfe ausreifen und knipse den Rest ab.
Zu Hause trocknen die Samen auf Papier nach. Dann kommen sie in die beschrifteten Tütchen, und die Tütchen wandern in ein dicht schließendes Glas. Gelagert wird kühl, dunkel und trocken, günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Als Orientierung bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen so etwa 3 Jahre keimfähig, eine Garantie für jede Art ist das nicht.
Stammen die Samen von einer Hybridsorte, können die Nachkommen deutlich anders aussehen als die Mutterpflanze. Für Kinder wird die nächste Aussaat damit zum Experiment. Lupinensamen sind erntereif, wenn ihre Hülsen dunkel gefärbt und trocken sind, und auch sie bleiben Saatgut zum Aussäen.
Solange die Cosmea im Herbst noch Samenstände trägt, sammeln die Kinder an einem trockenen Tag die braunen, ausgereiften Samen ein. Die gefalteten Tütchen liegen dafür schon bereit.
Wie sieht ein Gartenjahr mit Kindern aus?
Über das Jahr verteilt gibt es im Kinderbeet immer etwas zu tun. Die Übersicht zeigt, was in welcher Zeit ansteht.
| Zeit | Was die Kinder tun |
|---|---|
| Winter | Schilder bemalen, Samentüten falten, Saatgutreste etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat zur Keimprobe aussäen |
| März | Tagetes, Färber-Mädchenauge, Skabiose und Strandflieder im Haus vorziehen, Doldige Schleifenblume direkt ins Beet säen |
| April bis Juni | Cosmea, Färber-Mädchenauge, Ringelblume und ‘Tempo Blütenflor’ direkt ins Beet säen |
| Mai | abgehärtete Jungpflanzen auspflanzen, vorgezogene Skabiosen ab Mitte Mai |
| Sommer | gießen, Verblühtes abknipsen, Blütenbesucher zählen, Sträuße schneiden, Blüten pressen |
| Herbst | Samen ernten, dürre Stängel stehen lassen, Trockensträuße aufhängen |
Manche Stauden keimen erst nach einer Kältephase, sie heißen Kaltkeimer. Dabei stehen die Aussaatkisten zuerst 3 bis 4 Wochen bei 15 bis 18 °C im Haus, danach etwa 1 Woche bei ungefähr 10 °C. Anschließend kommen sie an einem frostfreien Tag an einen geschützten Außenplatz und bekommen dort etwa 4 bis 8 Wochen KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume. bei Temperaturen unter 5 °C. Für ein schnelles Erfolgserlebnis taugt das nicht, als Geduldsprobe im Winter für ältere Kinder schon.





