Blumen · Stauden & Ziergräser · Anbau

Ziergräser für trockene Standorte: Welche Arten passen und wie sie gut anwachsen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blau- und Schafschwingel passen zu warmen, eher trockenen und durchlässigen Sand- bis Steinböden.
  • Pracht-Federgras, Moskitogras und Wimper-Perlgras gehören auf sonnige, trockene und kalkhaltige Plätze.
  • Rutenhirse ist auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich, die Berg-Segge eignet sich auch für den Halbschatten.
  • Pfeifengras und das Lampenputzergras Pennisetum alopecuroides brauchen frische Böden und passen nicht an den Trockenplatz.
  • Ziergräser der Freifläche pflanzt du am besten im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden schon erwärmt ist.
  • Auch trockenheitsverträgliche Gräser gießt du verlässlich, bis sie fest im Boden verwurzelt sind.
  • Im Kiesbeet mulchst du mit Kies oder Splitt der Körnung 8 bis 16 mm, Rindenmulch ist dort ungeeignet.
Einpflanzen mit frischer Gartenerde und Terrakotta-Topf
Foto: FotoRieth · Pixabay Content License · Quelle ↗

Ein Gras, das im Gartencenter als robust gilt, steht am trockenen Platz noch lange nicht richtig. Pfeifengras etwa bevorzugt frische bis feuchte Böden, und beim Lampenputzergras hängt die Eignung an der Art. Wenn ich eine trockene Ecke mit Gräsern bepflanze, kläre ich deshalb zuerst den Boden und schaue erst danach auf Höhe und Farbe. Am trockenen Standort zählen zwei Dinge: eine Art, die zu deinem Boden passt, und verlässliches Gießen, bis sie eingewurzelt ist.

Welche Ziergräser vertragen Trockenheit?

Trockenheitsverträgliche Gräser gibt es für Sand, für Kalk, für Lehm und auch für den Halbschatten. Sie unterscheiden sich vor allem darin, welchen Boden sie dafür brauchen. Deshalb ordne ich sie nach dem Platz und nicht nach der Optik.

Gras Passender trockener Platz
Blauschwingel und Schafschwingel warm, eher trocken, durchlässiger Sand- bis Steinboden
Pracht-Federgras (Stipa pulcherrima) sonnig, trocken und kalkhaltig
Moskitogras trockener, durchlässiger Kalkboden in voller Sonne
Wimper-Perlgras trockener, durchlässiger Kalkboden in voller Sonne
Rutenhirse (Panicum virgatum) lehmiger Boden, dort sehr trockenheitsverträglich
Lampenputzergras (Pennisetum orientale) trockene Standorte
Berg-Segge (Carex montana) trockenheitsverträglich, auch im Halbschatten

Welche Zeile auf dein Beet zutrifft, zeigt dir die Fingerprobe an feuchter, nicht nasser Erde. Sand lässt sich nicht formen, Lehm ist körnig und formbar, Ton fühlt sich schmierig und klebrig an. Dieser Schlüssel gilt für Böden mit höchstens 4 % organischer Substanz.

Welche Gräser sich ganz allgemein für Sonnenplätze eignen und welche Boden-, Licht- und Wasseransprüche sie dort haben, liest du im Ratgeber dazu, welche Ziergräser zu sonnigen Standorten passen. Ist dein Garten nur stellenweise trocken, hilft dir die Übersicht, welche Gräserart zu welchem Gartenplatz passt.

Sand, Stein und Kalk: Schwingel, Federgras und Perlgras

Blau- und Schafschwingel passen zu warmen, eher trockenen und durchlässigen Sand- bis Steinböden. Wo der Spaten auf Steine trifft und Regen sofort versickert, denke ich zuerst an Schwingel. Ist der Boden kalkhaltig, kommen weitere Gräser dazu. Das Pracht-Federgras eignet sich für sonnige, trockene und kalkhaltige Standorte. Moskitogras und Wimper-Perlgras bevorzugen trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne.

Lehm und Halbschatten: Rutenhirse und Berg-Segge

Auch auf Lehm musst du am trockenen Platz nicht auf Gräser verzichten. Die Rutenhirse ist auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich. Für trockene Stellen mit weniger Licht kommt die Berg-Segge infrage, denn sie verträgt Trockenheit und eignet sich auch für halbschattige Standorte. Liegt dein trockener Platz im Halbschatten, greifst du deshalb zur Berg-Segge statt zu Wimper-Perlgras oder Moskitogras, die volle Sonne bevorzugen.

Welche Gräser gehören nicht an einen trockenen Platz?

Einige Gräser brauchen mehr Bodenfeuchte, als ein trockener Standort hergibt. Pfeifengräser der Arten Molinia arundinacea und Molinia caerulea bevorzugen frische bis feuchte Böden. Plattährengras braucht nährstoffreichen, frischen bis feuchten Boden. Beim Lampenputzergras gehört Pennisetum alopecuroides an frische Standorte, während Pennisetum orientale trockenen Standorten zugeordnet wird.

Auch bei Seggen hängt es an der Art. Die weißrandige Japan-Segge braucht einen frischen, humosen Standort im Halbschatten oder Schatten. Sonne verträgt sie nur, wenn der Boden ausreichend feucht bleibt.

Häufiger Fehler

Lampenputzergras nur nach dem deutschen Namen kaufen. Pennisetum alopecuroides gehört an frische Standorte, Pennisetum orientale an trockene. Für den Trockenplatz zählt deshalb der botanische Name auf dem Etikett.

Wann pflanzt du Gräser an einen trockenen Platz?

Ziergräser der Freifläche pflanzt du am günstigsten im zeitigen Frühjahr, wenn sich der Boden bereits erwärmt hat. Herbstpflanzungen können schlechter anwachsen. Vor dem Pflanzen müssen Wurzelunkräuter und Bodenverdichtungen weg, damit ein durchlässiger, bewuchsfreier Pflanzboden entsteht. Wie du pH-Wert und Bodenart einschätzt und wann ein Sandbeet passt, erklärt der Abschnitt Standort und Boden im Stauden- und Gräser-Ratgeber.

Den Topfballen tauche ich vor dem Pflanzen vollständig in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Nach dem Einsetzen gießt du gründlich an.

Wie legst du ein Kiesbeet für Trockengräser an?

Im bepflanzten Kiesbeet bekommen trockenheitsliebende Gräser und Stauden einen durchlässigen Boden und eine mineralische Mulchdecke. Nach dem Entfernen der Wurzelunkräuter lockerst du die unkrautfreie Fläche auf steinigem oder sandigem Boden tief auf. Lehmigen Boden machst du mit Sand oder feinem Kies durchlässiger. Neigt der Boden zu Staunässe, beseitigst du auch tiefer liegende Verdichtungen, bevor du mineralisches Material einarbeitest.

Schritt Richtwert
Fläche lockern (steiniger oder sandiger Boden) 30 bis 40 cm tief
Mulch aus Kies oder Splitt, Körnung 8 bis 16 mm
Mulch aus Kies oder Splitt, Schichtstärke mindestens 5 cm, besser 7 cm

Die Mulchdecke hemmt die Verdunstung aus dem Boden und vermindert seine Erwärmung.

Achtung

Rindenmulch gehört nicht ins Kiesbeet. Roher Rindenmulch bindet Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Für trockenheitsliebende Pflanzen im Kiesbeet passt Rindenmulch außerdem wegen des feucht-sauren Milieus nicht. Bei einer frisch angelegten Gräserfläche im Kies sprechen damit zwei Gründe gegen ihn.

In jungen Steingartenpflanzungen entfernst du Beikräuter und überzählige Sämlinge rechtzeitig, auch im Winter. Im Kiesbeet halte ich es genauso und ziehe Beikraut von Hand, statt zu hacken. In einer angelegten Staudenmischpflanzung stört Hacken die Entwicklung der Stauden und den Flächenschluss.

Ein Beispiel für Begleiter auf Kalk: In kalkhaltigen Splitt- und Schotter-Sickermulden stehen Zittergras und Wimper-Perlgras gemeinsam mit Tauben-Skabiose, Blutrotem Storchschnabel und Wiesen-Salbei in der standortgerechten Artenauswahl. Bevor ich Gräser und Begleiter setze, zeichne ich die Fläche als Pflanzplan im Beetplaner auf.

Wie gießt du Gräser in der Anwachszeit?

Auch ein trockenheitsverträgliches Gras braucht nach der Pflanzung verlässlich Wasser, bis es fest im Boden verwurzelt ist. Frisch bepflanzte Beete verlangen bei Trockenheit mehr Aufmerksamkeit als eine Pflanzung, die schon gut eingewachsen ist. Für neu angelegte Staudenpflanzungen gibt es einen festen Rahmen, und ein neues Gräserbeet behandle ich beim Gießen genauso.

Zahl im Blick

Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Das ist ein Wert für die Beetfläche, nicht für die einzelne Pflanze.

Gegossen wird morgens und direkt im Wurzelbereich. So verdunstet weniger Wasser, und das Laub wird nicht unnötig nass. Durchdringend heißt dabei nicht dauernd nass. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Gieß deshalb, wenn die Trockenheit anhält, und nicht nach Kalender.

An vollsonnigen Steingartenstandorten kann je nach Bodengüte in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen zusätzliches Gießen nötig sein.

Marias Erfahrung

Nach dem Gießen stecke ich neben einem Ballen eine kleine Handschaufel in die Erde und schaue, wie tief die Feuchte reicht. Ist nur die Oberfläche dunkel, gieße ich nach.

Tropfbewässerung versorgt die Pflanzen gezielt und kann Wasser sparen. Sie braucht aber einen Filter, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Beim Perlschlauch tritt entlang des Schlauchs unterschiedlich viel Wasser aus, die passende Laufzeit findest du deshalb nur durch Beobachten der Pflanzen heraus. Regenwasser aus der Regentonne verteilst du mit Gießkanne oder Leitung.

Welche Gräser passen auf Dach und Balkon?

Für extensive Dachbegrünung eignen sich unter anderem Regenbogen-Schwingel und Blaugras. Im Kübel auf Balkon oder Dachterrasse sind schwach und niedrig wachsende Arten mit kompaktem Wurzelwerk besonders geeignet. Der Kübel selbst muss witterungsbeständig, standfest und stabil sein.

Als Erde nimmst du strukturstabile Kübelpflanzenerde, die Verdichtung und Vernässung im unteren Topfbereich vorbeugt. Mit porösen mineralischen Zuschlagstoffen wie Lava, Bims, Ziegelsplitt oder gebrochenem Blähton stabilisierst du die Struktur zusätzlich. Ihr Anteil kann 10 bis 40 % betragen. Freie Abzugslöcher im Gefäßboden sorgen dafür, dass überschüssiges Wasser abläuft.

Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen die Feuchte auch unten im Topf. Eine trockene Oberfläche kann nämlich Nässe in tieferen Schichten verdecken. An heißen Tagen kann mehrfaches Gießen nötig sein, je nachdem, wie feucht das Substrat tatsächlich ist. Winterharte Gräser im Freilandgefäß bekommen eine isolierende Umhüllung um den Topf, wobei Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben müssen.

Tipp

Nimm für Gräser auf dem sonnigen Balkon lieber einen großen Kübel. Ein größeres Substratvolumen speichert mehr Wasser und verlängert die Zeit bis zur nächsten Wassergabe.

Wie pflegst du Trockengräser nach dem Anwachsen?

Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die Winterhärte verschlechtern. Wie du Ziergräser düngst, zurückschneidest und über den Winter bringst, zeigen die Pflegetipps für Ziergräser vom Einwachsen bis zum Winterschutz.

Standfeste Stängel und Fruchtstände bleiben über den Winter stehen und werden in sommergrünen Staudenpflanzungen erst im Spätwinter zurückgeschnitten. Winter- und immergrüne Arten nimmst du vom bodennahen Schnitt aus und befreist sie nur von braunen oder kranken Blättern. Den ganzen Ablauf mit Rückschnitt, Winter und Mulch beschreibt der Abschnitt Pflege im Jahreslauf im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.

Blauschwingel ziehst du aus Samen, die du auf feuchtes Anzuchtsubstrat drückst und im Haus bei 20 bis 25 °C anziehst. Passende Termine findest du im Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken. Wie das Teilen funktioniert, steht im Abschnitt Teilen, Stecklinge und Selbstaussaat desselben Stauden-Ratgebers.

Wie du Gräser mit Blühstauden kombinierst und in welcher Dichte du pflanzt, beschreibt dort der Abschnitt Gestalten und kombinieren. Ein Teil der dürren Stängel kann ganzjährig stehen bleiben und Insekten weiterhin Unterschlupf bieten. Für den naturnahen Garten lohnt sich der Ratgeber dazu, wie du Gräser ökologisch auswählst und ihre Ausbreitung im Griff behältst.

Beliebt im Shopaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Zum Shop
ReNatura Blumenwiese
ReNatura Blumenwiese
Zum Shop
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Zum Shop
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Zum Shop

Häufige Fragen

Welche Ziergräser eignen sich besonders gut für sonnige, wassersparende Gärten?
Für warme, eher trockene und durchlässige Sand- bis Steinböden eignen sich Blau- und Schafschwingel. Das Pracht-Federgras mag sonnige, trockene und kalkhaltige Standorte, Moskitogras und Wimper-Perlgras bevorzugen trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne. Auf lehmigem Boden ist die Rutenhirse sehr trockenheitsverträglich. Beim Lampenputzergras wählst du Pennisetum orientale, denn Pennisetum alopecuroides gehört an frische Standorte.
Wie unterscheiden sich Seggen von anderen Ziergräsern in der Anwendung?
Bei Seggen hängt die Anwendung stark von der Art ab. Die Berg-Segge (Carex montana) ist trockenheitsverträglich und eignet sich auch für halbschattige Standorte. Wimper-Perlgras und Moskitogras bevorzugen dagegen trockene Kalkböden in voller Sonne. Die weißrandige Japan-Segge braucht einen frischen, humosen Standort im Halbschatten oder Schatten und verträgt Sonne nur bei ausreichender Bodenfeuchte.
Wie wirken sich verschiedene Bodentypen auf die Entwicklung trockenheitstoleranter Gräser aus?
Trockenheitsverträgliche Gräser passen zu unterschiedlichen Böden: Blau- und Schafschwingel zu warmen, durchlässigen Sand- bis Steinböden, Pracht-Federgras zu sonnigen, trockenen und kalkhaltigen Standorten. Die Rutenhirse ist auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Für ein Kiesbeet machst du lehmigen Boden deshalb mit Sand oder feinem Kies durchlässiger.
Welche praktischen Schritte sind bei der Anlage eines Kiesgartens mit Ziergräsern zu beachten?
Entferne zuerst die Wurzelunkräuter und lockere die unkrautfreie Fläche auf steinigem oder sandigem Boden 30 bis 40 cm tief. Lehmigen Boden machst du mit Sand oder feinem Kies durchlässiger. Nach dem Pflanzen verteilst du mineralischen Mulch aus Kies oder Splitt mit einer Körnung von 8 bis 16 mm. Die Schicht wird 5 bis 7 cm stark, Rindenmulch eignet sich im Kiesbeet nicht.
Stimmt es, dass alle Ziergräser automatisch pflegeleicht und robust sind?
Nein, am trockenen Platz kommt es auf die Art an. Pfeifengräser der Arten Molinia arundinacea und Molinia caerulea bevorzugen frische bis feuchte Böden, Plattährengras braucht nährstoffreichen, frischen bis feuchten Boden, und Pennisetum alopecuroides gehört an frische Standorte. Selbst trockenheitsverträgliche Gräser brauchen nach der Pflanzung eine verlässliche Wasserversorgung, bis sie fest im Boden verwurzelt sind.
Zuletzt geprüft:
↑