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Bienenfreundlicher Garten: So bekommen Bienen bei dir Futter, Nistplatz und Wasser

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Ungefüllte Blüten wählen: Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar.
  • Blüten vom Frühjahr bis in den Spätherbst staffeln, mit Spätblühern wie Efeu, Wasserdost und ungefüllten Astern.
  • Nisthilfen aus Hartholz: Gänge mit 2–9 mm Durchmesser seitlich ins Längsholz bohren, sonnig und regengeschützt aufhängen.
  • Offene Bodenstellen, Totholz und abgestorbene Stängel als Nistplätze lassen, Stängel auch länger als einen Winter.
  • Eine flache Schale mit Steinen als Ausstiegshilfe aufstellen und bei Hitze täglich auffüllen.
  • Wiesen in Abschnitten mähen und 10–20 % als Rückzugsfläche für Kleintiere stehen lassen.

Ein Garten kann voll blühen und Bienen trotzdem wenig bieten. Vollständig gefüllte Blüten haben keinen Pollen und nur wenig Nektar, und wer im Herbst jeden Stängel abschneidet, nimmt manchen Wildbienen den Nistplatz. Ich gehe meinen Garten deshalb mit drei Fragen ab: Was blüht hier, wo kann eine Biene nisten, und wo findet sie Wasser? Die Antworten bestimmen, was ich pflanze, was ich stehen lasse und wie ich mähe.

Was eine Biene im Garten braucht

Blüten sind nur ein Teil des Angebots. Ein insektenfreundlicher Garten braucht außerdem Nistplätze, Räume zum Überwintern und Futterpflanzen für die Entwicklungsstadien. Dazu zählen Große Brennnesseln, an denen unter anderem die Raupen von Tagpfauenauge und Landkärtchen fressen. Nistplatz und Nahrung gehören zusammen, denn Niststrukturen brauchen ein vielfältiges Blütenangebot in unmittelbarer Nähe.

Kurz erklärt

Polylektische Wildbienen sammeln Pollen an verschiedenen Pflanzengruppen. Spezialisierte Arten sind auf bestimmte Blüten angewiesen, etwa auf Glockenblumen, gelbe Korbblütler, gelbe Schmetterlingsblütler oder Knautien und Skabiosen. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen und brauchen diese deshalb im Garten.

Der Nutzen reicht über die Bienen hinaus: Insekten, die von heimischen Wildpflanzen leben, sind Nahrung für Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien. Im Wildblumen-Ratgeber steht ausführlich, was Blühflächen Insekten bringen.

Welche Blüten Bienen nutzen können

Ungefüllt statt gefüllt

Bei gefüllten Blüten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein. Insekten finden dann weniger Pollen, und vollständig gefüllte Blüten bieten gar keinen Pollen und nur wenig Nektar. Beim Pflanzenkauf schaue ich deshalb zuerst in die Blütenmitte und nehme nur Pflanzen mit, bei denen ich Staubblätter sehe. Für kleine Bienenarten werden Schleierkraut-Arten in ungefüllten Sorten empfohlen. Auch Cosmea eignet sich als Sommerblume für den Bienengarten.

Sechs Pflanzenfamilien als Grundgerüst

Für Wildbienen sollte eine Blühfläche Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse enthalten. Mit Glockenblumen und gelb blühenden Korbblütlern und Schmetterlingsblütlern bietest du darin auch spezialisierten Wildbienen ihre Pollenquelle. Für die Spezialisten auf Knautien und Skabiosen kommen Acker-Witwenblume oder Tauben-Skabiose dazu.

Pflanzenfamilie Beispiel Hinweis
Korbblütler Wiesen-Margerite Nahrung für Masken-, Furchen- und Schmalbienen, Käfer und Schwebfliegen
Korbblütler Wegwarte Pollen für Hummeln und Wildbienen, Samenstände für Stieglitze
Kreuzblütler Gewöhnliche Nachtviole liefert Wildbienen Pollen; in Deutschland ein etablierter Neophyt
Lippenblütler Wiesen-Salbei wächst auf Magerrasen und Magerwiesen, blüht von Mai bis Juli
Schmetterlingsblütler Weißklee, Rotklee Leguminosen; für gelb blühende Arten der Familie gibt es eigene Wildbienen-Spezialisten
Doldenblütler Wilde Möhre Blätter und Stängel sind Raupenfutter des Schwalbenschwanzes; blüht im zweiten Jahr
Glockenblumengewächse Rundblättrige Glockenblume Pollenquelle für spezialisierte Scherenbienen; blüht von Juni bis Oktober

Heimisch zuerst, andere Herkünfte als Ergänzung

Heimische Wiesenpflanzen ernähren auch spezialisierte Insekten, deshalb bilden sie in meinem Garten den Grundstock. Früh oder spät blühende Arten anderer Herkunft dürfen heimische Stauden ergänzen. Beim Saatgut zählt die botanische Artenliste, denn die Aufschrift Wildblumen garantiert keine heimischen Arten. Zertifiziertes regionales Wildpflanzensaatgut erkennst du an den Kennzeichnungen VWW-Regiosaaten und RegioZert.

Häufiger Fehler

Eine Blühmischung mit hohem Anteil einjähriger Kulturblumen als Dauerwiese säen. Solche Mischungen eignen sich nicht als dauerhafte Blumenwiese. Für eine bleibende Fläche prüfst du, ob die Mischung ausdrücklich heimische und mehrjährige Arten ausweist.

Das ganze Jahr über Nahrung

Plane die Blüte so, dass vom Frühjahr bis in den Spätherbst immer etwas offen ist. Früh im Jahr ergänzen Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und Lungenkraut das Angebot, im Spätsommer und Herbst ungefüllte Astern, Wasserdost, Besenheide und blühender Efeu. Eine heimische Blumenwiese hat ihre Hauptblüte häufig im Mai und Juni, Honigbienen brauchen aber gerade im Spätsommer Nahrung: Auch neben einer Wiese gehören deshalb Spätblüher in den Garten. Der Ratgeber zu Bestäuberpflanzen zeigt dir, welche Wildblumenarten Bienen und Schmetterlinge versorgen.

Nistplätze schaffen: Holz, Boden und Stängel

Neben Futter brauchen Wildbienen Plätze für ihre Brut. Die Arten nisten in Hohlräumen im Holz, in markhaltigen Stängeln, im Totholz oder im Boden. Offene Bodenstellen und Totholz ergänzen deshalb jede Blütenpflanzung.

Nisthilfe aus Hartholz

Für hohlraumnistende Wildbienen bohrst du Gänge seitlich ins Längsholz von abgelagertem Hartholz. Die Bohrungen sind glatt, hinten geschlossen und frei von Fasern, die nach innen ragen. Bei Bambusröhren liegt der verschließende Knoten am hinteren Ende des Gangs. Ich fahre nach dem Bohren mit dem Finger über jeden Eingang und bohre nach, wo eine Faser hängen bleibt.

Die Nisthilfe montierst du fest an einem sonnigen, wind- und regengeschützten Platz. Ausgerichtet ist sie nach Süden, Südosten oder Südwesten.

Nisthilfe Richtwert
Durchmesser der Bohrgänge 2–9 mm
Tiefe der Bohrgänge 8–10 cm
Höhe über dem Boden mindestens 0,5 m
Achtung

Für das Reinigen der Niströhrchen gibt es keinen festen Termin: Du stellst neue Röhrchen dazu, statt alte auszuleeren, und tauschst nur Röhrchen aus, deren Verschluss offen ist.

Mythos-Check

Ein Insektenhotel macht den Garten noch nicht bienenfreundlich. Röhren erreichen nur hohlraumnistende Arten, bodennistende Wildbienen brauchen offene oder schütter bewachsene Bodenstellen. Und jede Niststruktur braucht ein vielfältiges Blütenangebot in unmittelbarer Nähe.

Offene Bodenstellen und Sandnistplatz

Bodennistende Wildbienen brauchen offene oder schütter bewachsene Stellen. Lass dafür im Garten bewusst Boden frei, statt jede Lücke zu bepflanzen. Für einen Sandnistplatz nimmst du ungewaschenen Sand mit 8 bis 30 % Ton- und Schluffanteil. Ein eingegrabenes Sandarium legst du in einer 40 bis 60 cm tiefen Grube an. Ich frage im Baustoffhandel ausdrücklich nach ungewaschenem Sand und lasse mir den Anteil an Ton und Schluff nennen.

Stängel stehen lassen, auch länger als einen Winter

Manche Wildbienen nisten in markhaltigen Stängeln, die du einzeln und senkrecht anbietest. Abgestorbene Königskerzen- und Distelstängel sollen mehrjährig stehen bleiben, an Wiesenrändern auch Kardenstängel. Üblich ist, Stängel über Winter stehen zu lassen und im Frühjahr zu schneiden. Markstängelnistende Wildbienen ziehen aber frühestens im Folgejahr ein, und ihre Brut schlüpft erst im übernächsten Jahr: Ein Stängel, der nur einen Winter steht, ist für sie weg, bevor sie ihn nutzen können. Ich markiere solche Stängel im Herbst mit einem Stück Schnur, damit sie beim Frühjahrsschnitt stehen bleiben.

Totholz, Steinhaufen und Trockenmauer

Totholz, Laub- und Steinhaufen sowie Trockenmauern ergänzen das Blütenangebot um Brutplätze für verschiedene Insekten. Für Wildbienen, die im Totholz nisten, eignen sich Baumstämme, Baumstrünke und starke Äste besser als dünnes Reisig. Beim Gehölzschnitt sortiere ich die dicken Äste aus und lege sie in einer ruhigen Ecke zu einem Totholzhaufen zusammen. Einen Lesesteinhaufen schichtest du aus unterschiedlich großen Steinen mindestens 0,5 m hoch und lässt dabei Hohlräume als Nistplätze frei. Um Totholz- und Steinhaufen bleibt ein Pufferstreifen von etwa 50 cm unbearbeitet.

Die Wasserstelle: flach, rau und mit Ausstieg

Eine Insektentränke kann eine einfache Schale sein. Leg Steine hinein, die als Ausstiegshilfe dienen, und fülle die Schale bei Hitze täglich auf. Insekten finden an rauen, flach benetzten Rändern Halt, tiefere Bereiche brauchen Ausstiegshilfen. Bei mir ragen flache Steine mit ihrer Oberseite aus dem Wasser, und nachgefüllt wird aus der Regentonne. Trinken auch Vögel regelmäßig aus der Schale, wechselst du das Wasser jeden Tag.

Mit mehr Platz kann ein Gartenteich die Schale ergänzen. Seine Sumpfzone liegt etwa 10 cm oberhalb bis unterhalb der Wasserlinie und ist von wechselnden Wasserständen geprägt. Dort passt die Sumpfdotterblume, die etwa von März bis Mai blüht, in die Feuchtzone gehören Blutweiderich und Sumpf-Vergissmeinnicht. Blutweiderich blüht etwa von Juni bis September, sodass der Teichrand vom Frühjahr bis in den Spätsommer Blüten tragen kann. Soll der Teich auch Amphibien und Libellen dienen, bleibt er fischfrei, weil Fische deren Eier und Larven fressen.

Wo im Garten Blüten Platz finden

Das Staudenbeet

Ein insektenfreundliches Staudenbeet kombiniert Blüten über die gesamte Vegetationsperiode. Bevor du kaufst, ordne die Fläche einem Standort zu: trockene, frische oder feuchte Freifläche, Gehölzrand oder Gehölz. Ich plane ein neues Beet in Höhenstufen aus Gerüststauden, Begleitern, Bodendeckern und Füllstauden. Die Pflanzdichte richtet sich nach dem Platzbedarf der ausgewachsenen Arten und ihrer Ausbreitungskraft. Erprobte Staudenmischpflanzungen sehen meist 7 bis 9 Stauden je m² vor, je nach Standort und Thema auch abweichend. Bei anhaltender Trockenheit brauchen sie in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden durchdringendes Wässern, möglichst morgens direkt an die Wurzeln.

Marias Erfahrung

Ich führe für jedes Beet eine einfache Liste, in die ich eintrage, was in welchem Monat blüht. Im Herbst lege ich sie neben den Pflanzplan und suche die Monate, in denen kaum etwas steht. Dort setze ich bei der nächsten Pflanzung an.

Blumenwiese, Blumenrasen oder Kräuterrasen

Langlebige, artenreiche Wiesen und Säume sind für Insekten wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen. Eine typische Blumenwiese braucht Sonne ohne dichte Gehölzkonkurrenz, neben dichten Gehölzen passt eine Mischung für den Gehölzsaum. Die Blumenwiese eignet sich für selten betretene Flächen, ein Blumenrasen verträgt stärkere Nutzung. Ein bis zu 20 cm hoher Kräuterrasen bleibt betretbar und ist trotzdem blütenreich. Blumeninseln lassen sich auch in einen bestehenden Rasen setzen und mit gemähten Rändern einfassen.

Kornblume und Klatschmohn können einer dauerhaften Mischung für einen schnellen ersten Blüheffekt beigemischt werden. Klatschmohn liefert viel Pollen, aber keinen Nektar, Kornblumen liefern Nektar für Honigbienen, Erd- und Steinhummeln: Zusammen decken die beiden Ackerblumen im ersten Jahr also beides ab. Ohne regelmäßige Bodenstörung werden viele Ackerwildblumen später von ausdauernden Gräsern und Stauden verdrängt.

Vor der Aussaat entfernst du Wurzelunkräuter wie Quecke und Giersch, das feine Saatgut kommt auf die Oberfläche und wird nur angedrückt. Zeitfenster, Saatmenge und Saattiefe findest du im Wildblumen-Ratgeber im Abschnitt zu Aussaat und Pflanzung.

Gemüsegarten: Phacelia, Kräuter und Sommerblumen

Phacelia liefert Bienen Pollen und Nektar. Als Gründüngung passt sie in viele Gemüsefruchtfolgen, weil sie mit den meisten Gemüsearten nicht eng verwandt ist. Im Gründüngungsanbau wird sie vor der Samenbildung geschlegelt oder abfrieren gelassen. Nach dem Einarbeiten wartest du vor der nächsten Aussaat oder Pflanzung meist etwa 2 bis 3 Wochen, und die Belegung deiner Beete danach planst du im Beetplaner.

Salbei und Thymian gehören zu den Lippenblütlern, einer der Familien, die eine Blühfläche für Wildbienen enthalten sollte. Ich lasse im Kräuterbeet einen Teil der Pflanzen blühen und ernte vom Rest. Bei Ringelblumen und Schmuckkörbchen fördert das Entfernen verblühter Blüten die Bildung weiterer Knospen. Blüten zwischen dem Gemüse nützen auch Schwebfliegen: Die erwachsenen Tiere brauchen Blütennahrung, die Larven blattlausfressender Arten fressen Blattläuse. Wenn du Blumen zwischen Gemüse setzt, prüfst du vorher, welche Pflanzen im Gemüsebeet gute Nachbarn sind.

Kleiner Garten, Balkon und Wände

Auch Kübel und Kästen können Bienen Blüten bieten. Größere Gefäße puffern Wasser- und Temperaturschwankungen besser als kleine Töpfe und brauchen funktionierende Abflusslöcher. Pflanzen in einem gemeinsamen Gefäß sollten ähnliche Ansprüche an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe haben und ähnlich konkurrenzstark sein. Hängende und kletternde Wildpflanzen begrünen Geländer, Kletterpflanzen dienen als Raumteiler. Für Stadtgarten, Balkon oder Terrasse zeigt dir ein eigener Ratgeber, wie du auf kleiner Fläche eine Blumenwiese anlegst.

Pflege, die Bienen schont

Mähen: in Abschnitten und nicht zu tief

Mäh eine Wiese nicht in einem Zug. Bei jeder Mahd bleibt ein Teil als Rückzugsraum für Kleintiere stehen, jedes Jahr auf einer anderen Teilfläche. Die nächste Teilfläche ist erst dran, wenn die zuvor gemähte ausreichend nachgewachsen ist. Ich stecke vor jedem Mähgang mit Stäben ab, welcher Teil diesmal stehen bleibt.

Eine hohe Schnitthöhe schont Lurche und andere Tiere, und Balkenmäher mit Messerschneidwerk gefährden weniger Tiere als Rotationsmäher. Das Mähgut darf kurz liegen, damit Samen ausfallen. Danach räumst du es ab, weil liegen gelassenes Material eine Filzschicht bildet. Beim Blumenrasen mit Gänseblümchen verzichtest du auf Düngen und Vertikutieren. Über Winter stehen gelassene Altgrasstreifen dienen Tieren als Überwinterungsquartier und Vögeln als Sitzwarte.

Pflege Richtwert
Schnitthöhe Wildblumenwiese mindestens 10 cm
Rückzugsfläche je Mahd 10–20 %, jährlich wechselnde Teilflächen
Abstand bis zur nächsten Teilfläche etwa 4–6 Wochen, je nach Witterung und Tierwelt
Mähgänge etablierte Blumenwiese 1–3 im Jahr, je nach Wüchsigkeit und Standort
Mähgänge Blumenrasen mit Gänseblümchen etwa 3–6 im Jahr, je nach Aufwuchs

Rückschnitt: Stängel und Samenstände über den Winter

Bei geeigneten Blühmischungen und Staudenpflanzungen bleiben die Stängel über Winter stehen und werden erst im Frühjahr geschnitten. Verholzte Stängel und Blütenreste dienen kleinen Insekten als Winterversteck, und ausgereifte Fruchtstände sind Futter für den Stieglitz. Etablierte Saum- und Blühmischungen mähst du einmal im Jahr. Das geht im Spätherbst oder, um die Winterstände zu erhalten, erst vor dem Neuaustrieb zwischen April und Anfang Mai. Krankes Pflanzenmaterial schneidest du auch bei zurückhaltendem Rückschnitt heraus. Für Stängel mit Wildbienenbrut gilt die längere Frist aus dem Abschnitt über Nistplätze.

Jetzt dran

Bevor du im Herbst Beete räumst, markiere die Stängel, die stehen bleiben sollen. Schneide nur kranke Pflanzenteile heraus und lass Samenstände für Vögel und Insekten stehen.

Düngen, Mulchen und Pflanzenschutz

Eine magere Blumenwiese düngst du nicht, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Zu viel schnell verfügbarer Stickstoff fördert Gräser und hochwüchsige Kräuter und verdrängt niedrigwüchsige Wiesenkräuter. Auch Kompost und Stallmist sind Dünger und können bei zu hohen Gaben Nährstoffe anreichern.

Eine Mulchdecke verringert die Verdunstung aus dem Boden, bodennistende Wildbienen brauchen aber offene Stellen: Mulche deshalb deine Beete, aber lass einzelne Bodenstellen bewusst frei.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zählt neben Lebensraumverlust und Strukturverarmung zu den Belastungen für Insekten. Blattläuse an jungen Triebspitzen streifst du als erste Maßnahme vorsichtig mit Handschuhen ab. Ich drehe dafür junge Triebe um und schaue sie mir genau an. Für die bayerische Naturgartenzertifizierung wird unter anderem bewertet, ob ein Garten ohne chemische Pflanzenschutzmittel, chemisch-synthetische Dünger und Torf auskommt.

Wild, aber sichtbar gepflegt

Ein Bienengarten muss nicht ungepflegt wirken. Regelmäßig gemähte Ränder an Blühwiesen können die Akzeptanz erhöhen und verhindern, dass überhängende Pflanzen Wege einengen. Neben hoher Wiese fängt entlang von Wegen und Beeten ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen umfallende Halme auf. Wege, Spiel- und Sitzbereiche hältst du durch regelmäßiges Kurzmähen frei. Ich mähe den Streifen am Weg kurz und lasse die Fläche dahinter hoch stehen.

Willst du mit Nachbarn eine öffentliche Fläche bepflanzen, stimmst du das Projekt vorher mit dem zuständigen Grünflächenamt ab und holst die Zustimmung ein. Kläre vor dem Start, wo das Wasser herkommt und wer gießt, jätet und den Müll beseitigt. Anwohner, Kindergärten und andere Partner vor Ort bindest du von Anfang an ein.

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Häufige Fragen

Welche Pflanzen eignen sich für einen bienenfreundlichen Garten?
Geeignet sind vor allem Pflanzen mit ungefüllten Blüten, denn vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar. Für Wildbienen sollte das Angebot Korbblütler, Kreuzblütler, Lippenblütler, Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse umfassen. Heimische Wildpflanzen ernähren auch spezialisierte Arten, früh oder spät blühende Pflanzen anderer Herkunft können sie ergänzen. Plane die Blüte so, dass vom Frühjahr bis in den Spätherbst immer etwas blüht.
Warum sind heimische Wildpflanzen für Wildbienen wichtig?
Unter den Wildbienen gibt es Spezialisten, die auf bestimmte Blüten angewiesen sind, etwa auf Glockenblumen, gelbe Korbblütler oder Knautien und Skabiosen. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen. Heimische Wiesenpflanzen dienen solchen spezialisierten Insekten als Nahrung, und von diesen Insekten leben wiederum Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien. Prüf beim Saatgut die Artenliste, denn die Aufschrift Wildblumen garantiert keine heimischen Arten.
Wie richte ich eine Wasserstelle für Bienen ein?
Eine flache Schale genügt, wenn du Steine als Ausstiegshilfe hineinlegst. Insekten finden an rauen, flach benetzten Rändern Halt, tiefere Bereiche brauchen Ausstiegshilfen. Bei Hitze füllst du die Schale jeden Tag auf. Trinken auch Vögel regelmäßig daraus, wechselst du das Wasser täglich.
Warum sollten ungefüllte Blüten bevorzugt werden?
Bei gefüllten Blüten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, sodass Insekten weniger Pollen finden. Vollständig gefüllte Blüten bieten Bienen keinen Pollen und nur wenig Nektar. Schau beim Pflanzenkauf in die Blütenmitte und wähle Sorten, bei denen Staubblätter zu sehen sind.
Warum sollen abgestorbene Pflanzenstängel und Totholz im Garten bleiben?
Manche Wildbienen nisten in markhaltigen Stängeln, andere im Totholz. Markstängelnistende Arten ziehen frühestens im Folgejahr ein, und ihre Brut schlüpft erst im übernächsten Jahr. Abgestorbene Stängel etwa von Königskerzen und Disteln sollten deshalb mehrjährig stehen bleiben. Für Wildbienen, die im Totholz nisten, eignen sich Baumstämme, Baumstrünke und starke Äste besser als dünnes Reisig.
Worauf kommt es bei einer Nisthilfe für Wildbienen an?
Bohre glatte, hinten geschlossene Gänge mit 2 bis 9 mm Durchmesser seitlich ins Längsholz von abgelagertem Hartholz. Die Gänge sind 8 bis 10 cm tief und frei von Fasern, die nach innen ragen. Häng die Nisthilfe fest montiert an einen sonnigen, regengeschützten Platz mit Ausrichtung nach Süden, Südosten oder Südwesten, mindestens 0,5 m über dem Boden. In unmittelbarer Nähe braucht es ein vielfältiges Blütenangebot.
Was unterscheidet Honigbienen von Wildbienen in ihren Gartenansprüchen?
Honigbienen brauchen auch nach der reichen Frühjahrsblüte den ganzen Sommer über Nahrung, besonders im Spätsommer. Für Wildbienen zählen neben Blüten auch Nistplätze, etwa Hohlräume im Holz, markhaltige Stängel oder offene Bodenstellen, mit Blüten in unmittelbarer Nähe. Polylektische Wildbienen nutzen verschiedene Pflanzengruppen, während Spezialisten wie einzelne Scherenbienenarten ihren Pollen nur an Glockenblumen sammeln.
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