Eierbaum krank? Schädlinge, Pilzkrankheiten und Störungen erkennen
- Der Eierbaum ist die Auberginensorte White Egg (Solanum melongena) mit büschelweise weißen Früchten.
- Fahlgrüne bis gelbe Blätter mit feinen Gespinsten und Milben auf der Unterseite sprechen für Spinnmilben.
- Gekräuselte oder verkrüppelte junge Blätter und Triebe können auf Blattläuse hindeuten.
- Welke trotz feuchter Erde kann von faulenden Wurzeln kommen, deshalb erst prüfen und dann gießen.
- Dauerhaft nasses Laub und unzureichender Luftaustausch im Gewächshaus begünstigen Pilzerkrankungen.
- Kartoffelkäfer und ihre Larven sammelst du regelmäßig von Hand ab.

Feine Gespinste unter dem Blatt, krause Triebspitzen oder ein Eierbaum, der trotz nasser Erde schlapp hängt: Viele Schäden sehen auf den ersten Blick ähnlich aus. Wer dann sofort düngt oder nachgießt, trifft womöglich die falsche Ursache. Ich drehe deshalb zuerst ein paar Blätter um und fühle in die Erde, bevor ich etwas unternehme.
Was ein Eierbaum ist
Eierbaum ist ein Name für die Auberginensorte White Egg, botanisch Solanum melongena aus der Familie der NachtschattengewächseNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen.. Die Topfaubergine bildet büschelweise weiße Früchte und erreicht etwa 80 bis 100 cm Höhe. Herkunft und Botanik der Arten fasst der Überblick zusammen, was bei den Exoten und Gemüse-Raritäten wächst.
Schadbilder auf einen Blick
Ordne zuerst ein, was du siehst. Ein Schadbild ist ein Hinweis, keine Diagnose.
| Was du siehst | Was dahinterstecken kann | Was du prüfst |
|---|---|---|
| Jüngste Blätter und Triebe gekräuselt oder verkrüppelt | Blattläuse | Triebspitzen und Blattunterseiten |
| Klebriger Belag, darauf ein Pilzbelag | HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. von Blattläusen mit Rußtaupilzen | Blätter und Triebe darüber |
| Kleine weißlich gelbe Sprenkel auf dem Blatt | beginnender Spinnmilbenbefall | Blattunterseite mit der Lupe |
| Fahlgrüne bis gelbe Blätter, feine Gespinste auf der Unterseite | SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. | Milben auf der Blattunterseite |
| Kleine weiße Insekten fliegen beim Berühren auf | Weiße Fliegen | Blattunterseiten |
| Käfer oder Larven auf den Blättern | Kartoffelkäfer | ganze Pflanze absuchen |
| Weißer, mehlartiger Belag auf den Blättern | Echter Mehltau | befallene Blätter, Luftaustausch |
| Grauer, pelziger Belag an Blättern, Stängeln oder Früchten | Grauschimmel | nasses Laub, schlecht belüftete Ecken |
| Welke trotz feuchter Erde | faulende Wurzeln durch zu viel Wasser | Feuchte unter der Oberfläche, Ablauflöcher |
| Kleine gallenartige Veränderungen an den Wurzeln | Wurzelgallennematoden | Wurzeln beim Austopfen |
| Pflanze wächst verkümmert | fehlende Wärme, schlecht durchlüfteter Boden, Nährstoffmangel | Temperatur, Boden, Bodenuntersuchung |
Fahlgrüne bis gelbe Blätter können von Spinnmilben kommen, und Welke kann von faulenden Wurzeln kommen. Wer bei gelbem oder schlaffem Laub sofort düngt oder gießt, behandelt also womöglich die falsche Ursache. Ich schaue darum zuerst an zwei Stellen nach: auf der Blattunterseite und in der Erde ein Stück unter der Oberfläche.
Ich nehme zum Kontrollieren eine Lupe mit und drehe Blätter von den Triebspitzen und aus der Pflanzenmitte um. Was ich finde, notiere ich mit Datum in meinem Gartenheft, damit ich beim nächsten Durchgang vergleichen kann.
Schädlinge am Eierbaum erkennen
Die Pepino ist wie der Eierbaum ein Nachtschattengewächs. An ihr zählen Weiße Fliegen, Blattläuse und Spinnmilben zu den Schädlingen. Ich behalte diese drei deshalb auch am Eierbaum im Blick.
Spinnmilben: erst Sprenkel, dann Gespinste
An Zierpflanzen beginnt ein Spinnmilbenbefall häufig mit kleinen weißlich gelben Sprenkeln auf den Blättern. Später können die Blätter des Eierbaums fahlgrün bis gelb werden. Zeigen sich dazu feine Gespinste und Milben auf der Unterseite, spricht das für Spinnmilben. Ich nehme stark befallene Blätter ab und sehe mir die Nachbartriebe mit der Lupe an.
Blattläuse: krause Triebspitzen
Blattläuse schädigen an Gemüse besonders die jüngsten Blätter und Triebe. Diese kräuseln sich oder wachsen verkrüppelt. An der verwandten Pepino scheiden Blattläuse Honigtau aus, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können.
Einzelne Kolonien streife ich mit den Fingern ab. Weil dauerhaft nasses Laub Pilzerkrankungen begünstigt und die Pflanze nach morgendlichem Wasser rasch abtrocknet, brause ich größere Kolonien nur früh am Tag ab.
Im Gewächshaus werden an der Pepino die Florfliege Chrysoperla carnea und die Gallmücke Aphidoletes aphidimyza gegen Blattläuse eingesetzt. Für einen Eierbaum unter Glas ist das ein naheliegender Ansatz, eine sichere Wirkung ist es nicht.
Weiße Fliegen: Auffliegen beim Berühren
An der Pepino sitzen Weiße Fliegen vor allem auf den Blattunterseiten und fliegen auf, sobald du die Pflanze berührst. Beim Kontrollieren stoße ich am Eierbaum deshalb einen Trieb leicht an und schaue, ob etwas auffliegt.
Kartoffelkäfer: von Hand absammeln
An Auberginen tauchen auch Kartoffelkäfer auf. Käfer und Larven sammelst du regelmäßig von Hand ab. Ich gehe dafür die Pflanze von oben nach unten durch und schaue auch auf die Blattunterseiten.
Wurzelgallennematoden: Schaden an den Wurzeln
Wurzelgallennematoden können an Auberginen, auch am Eierbaum, kleine gallenartige Veränderungen an den Wurzeln verursachen. Sehen kannst du das erst, wenn du eine Pflanze austopfst oder ausgräbst. Vorbeugend setzt du auf eine weite Fruchtfolge, mehr dazu im Abschnitt zur Vorbeugung.
Pilzkrankheiten und Wurzelfäule
Dauerhaft nasses Laub und unzureichender Luftaustausch im Gewächshaus begünstigen an Auberginen Pilzerkrankungen. Regelmäßiges Lüften ist dort deshalb die naheliegende Vorsorge.
Im Gewächshaus: lüften und an den Fuß gießen
Die zu öffnende Lüftungsfläche sollte mindestens einem Viertel der Gewächshausfläche entsprechen. Ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. zeigen dir, wie Temperatur und Luftfeuchte verlaufen. Gegossen wird an den Fuß der Pflanze, damit das Laub nicht dauerhaft nass bleibt. Am besten gießt du sehr früh morgens, damit die Pflanze Wasser aufnehmen und abtrocknen kann.
Beläge auf Blättern und Früchten
Welcher Pilz hinter einem Belag steckt, lässt sich mit bloßem Auge nur vermuten. Ein weißer, mehlartiger Belag auf den Blättern kann auf Echten Mehltau hindeuten. Ein grauer, pelziger Belag an Blättern, Stängeln oder Früchten spricht eher für Grauschimmel. Befallene Blätter schneide ich ab und lüfte das Gewächshaus. Früchte mit sichtbarem Schimmel isst du nicht, sondern entsorgst sie gleich.
Wurzelfäule: Welke trotz nasser Erde
Eierbaum-Gefäße brauchen freie Ablauflöcher, weil stehendes Wasser die Wurzeln faulen lässt. Auch der Kübel selbst darf nicht im Wasser stehen. Welke kann von faulenden Wurzeln kommen und ist für sich allein kein Zeichen zum Nachgießen. Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche, denn eine trockene Oberfläche kann feuchtes Substrat darunter verdecken.
Substrat mit Wurzelfäule-Erregern scheidest du aus. Krankheitsfreie Topferde aus dem Vorjahr kannst du nach dem Entfernen alter Wurzelballen weiterverwenden.
Der Eierbaum hängt schlapp, also wird gegossen. Welke kann aber von faulenden Wurzeln kommen, wenn zu viel Wasser im Gefäß steht. Fühl erst unter der Oberfläche nach und kipp stehendes Wasser aus Untersetzer und Übertopf.
Physiologische Störungen: wenn kein Erreger dahintersteckt
Eine physiologische Störung hat keinen Schädling und keinen Pilz als Ursache, sondern ungünstige Bedingungen. Verkümmertes Wachstum kann bei Auberginen zum Beispiel auf fehlende Wärme, schlecht durchlüfteten Boden oder Nährstoffmangel zurückgehen.
Kümmerwuchs: Wärme, Boden, Nährstoffe
Der Eierbaum ist nicht winterhart, und schon seine Jungpflanzen brauchen Wärme. Die Topfaubergine White Egg wird von Ende Februar bis März im Warmen vorgezogen. Wann die übrigen Arten an der Reihe sind, zeigen die Aussaattermine der Exoten zum Ausdrucken.
Auberginen-Jungpflanzen brauchen bis zum Auspflanzen Temperaturen über 15 °C. Ausgepflanzt wird im Mai. Bei früher Pflanzung ins Gewächshaus wird geheizt, sobald die Temperatur unter 16 °C fällt.
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen tagsüber erst im Halbschatten und dann schrittweise in der Sonne an draußen. Bei kühler Witterung deckst du den Eierbaum im Garten mit Vlies ab. Fürs Beet lockerst du den Boden spatentief, und nassen Boden betrittst du nicht, weil er sonst verdichtet.
Gelbe Blätter: Mangel oder etwas anderes?
Gelbe Blätter verleiten zum Düngen. Fahlgrün bis gelb verfärbte Blätter können am Eierbaum aber auch von Spinnmilben kommen. Ob im Beet tatsächlich Nährstoffe fehlen, klärt eine Bodenuntersuchung. Sie erfasst standardmäßig Kalium, Phosphor und den pH-Wert.
Die Düngermenge richtet sich dann nach dem Bedarf der Pflanze und der Empfehlung, die auf der Bodenprobe beruht. Ob du kalkst, entscheiden gemessener pH-Wert, Bodenart und Kultur; oberhalb des Zielbereichs wird nicht gekalkt. Im Kübel ist handelsübliche Pflanzerde meist schon grundgedüngt. Nachgedüngt wird während des Fruchtwachstums nur bei zusätzlichem Bedarf, und auch organische Dünger können zu viele Nährstoffe bringen.
Hitze und Trockenheit im Kübel
Fruchtgemüse in vergleichsweise kleinen Balkongefäßen gießt du an heißen Tagen täglich und kontrollierst es regelmäßig. Schwarze Kunststofftöpfe schützt ein Übertopf vor starker Erhitzung des Wurzelballens. Eine Abdeckung der Erdoberfläche bremst zusätzlich Erwärmung und Austrocknung. Was der Eierbaum im Gefäß sonst braucht, zeigt der Ratgeber, wie du den Eierbaum im Kübel auf Balkon und Terrasse kultivierst.
Blüten, Früchte und Fruchtlast
Der Eierbaum hat Zwitterblüten: Männliche und weibliche Blütenorgane sitzen in derselben Blüte. Selbstbefruchtung ist möglich, als Bestäuber gelten Hummeln mit ihrer Vibrationsbestäubung. Zur Unterstützung der Befruchtung kannst du blühende Pflanzen leicht schütteln. Als Richtwert beginnt die Blüte im Juni oder Juli, Kulturbedingungen können den Beginn verschieben.
Trägt die Pflanze viele Früchte, bekommt sie einen Pflanzstab als Stütze. Was die Blüte sonst beeinflusst, erklärt der Ratgeber, wann der Eierbaum blüht und wie du ihn in der Blütezeit pflegst.
Vorbeugen: Standort, Fruchtfolge und Nützlinge
Der Eierbaum braucht einen sonnigen Platz, im Garten einen geschützten Standort. Auf dem Balkon eignet sich für wärmeliebendes Gemüse ein sonniger, windgeschützter Platz. Wie Sonne, Wärme und durchlässiger Boden zusammenspielen, beschreibt derselbe Überblick zu den Exoten im Abschnitt Standort und Boden.
Fruchtfolge und Nachbarn
Auberginen kommen erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Andere Nachtschattengewächse sind ungünstige VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen., während sich Gurken, Zucchini, Bohnen und Salate eignen. Als unverträgliche Nachbarn gelten Paprika, Physalis, Tomaten, Birnenmelonen und Kartoffeln.
Tagetes im Zwischenanbau kann bestimmte freilebende NematodenNematoden sind mikroskopisch kleine Fadenwürmer im Boden. Verschiedene Gattungen können viele Pflanzenarten schädigen; bestimmte andere Arten werden dagegen gezielt als Nützlinge gegen Schädlingslarven im Boden eingesetzt. reduzieren, gegen andere Bodenschädlinge bleibt aber eine weite Fruchtfolge nötig. Mischkultur kann unterstützen, ihre Wirkung hängt jedoch von Standort, Licht, Boden und Pflege ab. Geplante Nachbarn kannst du im Mischkultur-Planer gegenprüfen und die Flächen über mehrere Jahre im Beetplaner ordnen.
Veredelte Jungpflanzen
Der mit Auberginen verwandte Pokastrauch Solanum torvum wird als Veredelungsunterlage genutzt und kann so zur Pflanzengesundheit beitragen. Im Unterlagenversuch war der Vergleich mit unveredelten Pflanzen allerdings eingeschränkt, weil diese zu spät ausgesät worden waren.
Nützlinge und Bestäuber fördern
Vorhandene Hummeln förderst du im Hausgarten mit einem vielseitigen Blütenangebot und geeigneten Nistmöglichkeiten. Eine Blühmischung säst du besser an den Rand, denn dort kann sie wirksamer sein als unter dicht beschattenden Auberginen. In einem Gewächshausversuch der LWG profitierten Hummeln nicht von kleinblütigen Untersaaten aus Dill und Steinkraut.
- Blattunterseiten und Triebspitzen mit der Lupe ansehen
- An den Fuß der Pflanze gießen, bevorzugt früh morgens
- Bei Welke erst die Erde prüfen, dann gießen
- Ablauflöcher frei halten, kein Wasser im Untersetzer stehen lassen
- Im Gewächshaus regelmäßig lüften
- Kartoffelkäfer und Larven regelmäßig von Hand absammeln
- Auberginen nicht nach anderen Nachtschattengewächsen pflanzen
Hausmittel und Spritzmittel: was du erwarten kannst
Gegen Schädlinge setze ich zuerst auf Handgriffe: absammeln, abstreifen, befallene Blätter abnehmen. Bei Hausmitteln und Spritzmitteln solltest du wissen, was sie leisten können und was nicht.
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken., Rapsöl und BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. gelten als Hausmittel gegen Blattläuse und andere weichhäutige Sauger. Nachgesagt wird ihnen, dass sie die Tiere direkt auf dem Blatt treffen. Eine verlässliche Wirkung am Eierbaum ist damit nicht verbunden. Jauche wird im Garten vor allem zum Düngen an die Wurzeln gegossen, und ihr Nährstoffgehalt schwankt mit Ausgangspflanzen, Erntezeit und Bodenvorrat.
Chemische Pflanzenschutzmittel sind am Eierbaum höchstens das letzte Mittel. Infrage kommen nur Mittel mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten. Halte Gebrauchsanweisung, Anwendungsbedingungen und die vorgegebene Dosierung ein, trag Schutzkleidung und warte die Wartezeit bis zur Ernte ab. Reste entsorgst du nach den Angaben der Gebrauchsanweisung. Ein Mittel kann auch Nützlinge treffen.
Den ganzen Kulturweg findest du im Ratgeber, wie du den Eierbaum von der Aussaat bis zum Schnitt kultivierst. Die Arbeiten im Jahreslauf zeigt der Überblick, welche Arbeiten am Eierbaum in welcher Jahreszeit anstehen.





