Auberginen vorziehen: Aussaat, Pikieren und Abhärten Schritt für Schritt
- Aussaat von März bis April, 0,5 bis 1 cm tief in nährstoffarmes Substrat.
- Zum Keimen brauchen die Samen mindestens 20 bis 22 °C.
- Pikiert wird im Stadium des ersten Laubblatts, jeder Sämling in einen eigenen Topf.
- Bis zum Auspflanzen brauchen die Jungpflanzen Temperaturen über 15 °C.
- Abhärten erst im Halbschatten, dann schrittweise in der Sonne; gepflanzt wird ab Mitte Mai, bei Aussaat im April erst im Juni.

Auberginen kommen erst im Mai ins Beet oder in den Kübel, gesät werden sie aber schon von März bis April. Die Wochen dazwischen verbringen die Jungpflanzen bei dir im Haus, und dort brauchen sie Temperaturen über 15 °C. Ich ziehe meine Auberginen auf der Fensterbank vor: Aussaat in Schalen, PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. in eigene Töpfe, danach behutsames AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten.. Jeden dieser Schritte gehe ich hier mit den Handgriffen durch, die ich dabei nutze.
Was brauchen Auberginen in der Anzucht?
Die Aubergine (Solanum melongena) gehört zu den NachtschattengewächsenNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen., braucht einen sonnigen Platz und ist nicht winterhart. Ihre Kulturdauer liegt bei 140 Tagen, die Pflanzzeit aber erst im Mai, deshalb verbringt sie die Wochen davor als Jungpflanze im Haus. Woher die Exoten stammen und welchen Standort sie brauchen, erklärt der Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten, von der Herkunft bis zu Standort und Boden.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0.5-1 cm tief säen.
Wann säst du Auberginen aus?
Die Aussaatzeit für Auberginen reicht von März bis April. Bis zum Auspflanzen stehen die Jungpflanzen drinnen. Ziehst du Pflanzen für den Balkon selbst, plan mindestens 10 Wochen Anzucht bei ausreichend Licht, Wärme und Platz ein. Der Pflanztermin hängt deshalb an deinem Aussaattag: Eine Aussaat Anfang März ist ab Mitte Mai so weit, eine Aussaat im April erst im Juni.
Ich beschrifte jede Schale mit Sorte und Aussaatdatum. So sehe ich beim Pikieren und beim Abhärten sofort, wie lange die Pflanzen schon wachsen. Die Termine für Auberginen und die übrigen Exoten hängen bei mir als Aussaatkalender für Fruchtgemüse und Exoten zum Ausdrucken an der Wand.
Wie bereitest du die Aussaat vor?
Für die Aussaat nimmst du nährstoffarmes Substrat. Ich verwende torffreie AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. und fülle sie in Schalen oder kleine Töpfe. Jedes Gefäß braucht einen Wasserablauf, damit sich keine Staunässe bildet.
Sollen deine Auberginen später im Kübel stehen, lohnt sich schon bei der Aussaat ein Blick auf kompakte Sorten. Kaberi F1 etwa wird 60 bis 80 cm hoch. Im Kübel setzt du sie einzeln, eine Pflanze je Gefäß. Wie es dort weitergeht, liest du im Ratgeber, wie du Auberginen im Kübel auf Balkon und Terrasse anbaust.
Wie säst du Auberginen aus?
Die Eckdaten für die Aussaat und die Wochen danach:
| Was | Wert |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis April |
| Substrat | nährstoffarm |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimtemperatur, Minimum | 20 bis 22 °C |
| Keimtemperatur, Maximum | 25 °C |
| Keimdauer | 7 bis 21 Tage |
| Pikieren | im Stadium des ersten Laubblatts |
| Jungpflanzen bis zum Auspflanzen | über 15 °C |
| Pflanzzeit | Mai |
So gehe ich vor:
- Feuchte das Substrat an und drück es in der Schale leicht an.
- Drück die Samen einzeln 0,5 bis 1 cm tief in die Erde und bedecke sie. Auberginen sind keine Lichtkeimer, die Erde über den Samen gehört also dazu.
- Stell die Schale warm. Zum Keimen brauchen die Samen mindestens 20 bis 22 °C.
- Halte das Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht nass.
- Warte die Keimdauer ab: Sie liegt bei 7 bis 21 Tagen.
Ich lege ein Thermometer direkt neben die Schalen und lese es beim Gießen ab.
Die Schale zu früh aufgeben. Bleibt die Erde zunächst leer, ist das bei einer Keimdauer von 7 bis 21 Tagen noch kein Grund zur Sorge. Halte Wärme und Feuchte bis dahin gleichmäßig.
Wie pflegst du die Keimlinge?
Sobald die ersten Keimlinge stehen, brauchen sie Licht. Auberginen wollen einen sonnigen Platz, deshalb kommen meine Schalen an ein helles Fenster. Werden die Keimlinge lang und dünn, kann das ein Hinweis auf zu wenig Licht sein.
Nach der Keimung bleibt Wärme wichtig, denn bis zum Auspflanzen brauchen die Jungpflanzen Temperaturen über 15 °C. In meinem Kleingewächshaus hängen ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist.. Damit kontrolliere ich Temperaturverlauf und Luftfeuchte, auch für die Stunden, in denen ich nicht danebenstehe.
Gieß an den Fuß der Pflänzchen, damit das Laub nicht dauerhaft nass bleibt.
Steck vor dem Gießen einen Finger in die Erde. Torffreies Substrat kann oben trocken wirken und darunter noch feucht sein.
Wann und wie pikierst du Auberginen?
Der Zeitpunkt: das erste Laubblatt
Pikiert wird, sobald der Sämling sein erstes Laubblatt zeigt. Dann setzt du jeden Sämling einzeln in einen eigenen Topf und ziehst ihn zügig weiter.
Die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. erscheinen zuerst und sehen schlichter aus als die späteren Blätter. Das erste Laubblatt wächst danach zwischen ihnen hervor und zeigt schon die typische Blattform der Aubergine.
So pikierst du Schritt für Schritt
- Gieß die Anzuchtschale vorher an, damit sich die Erde mit den Wurzeln leichter löst.
- Füll für jeden Sämling einen eigenen Topf mit frischer Erde. Auch dieser Topf braucht einen Wasserablauf.
- Stich mit dem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. ein Pflanzloch, in das die Wurzeln ohne Knick passen.
- Lockere den Sämling mit dem Pikierstab und heb ihn mit möglichst viel Wurzel heraus. Fass ihn dabei an einem Keimblatt an, nie am Stängel.
- Setz ihn ins Pflanzloch, drück die Erde rundum leicht an und gieß an.
- Stell die Töpfe hell und warm auf, mit Temperaturen über 15 °C.
Ich pikiere eine Schale immer in einem Durchgang und stelle mir vorher alle Töpfe gefüllt bereit. Schwache Sämlinge sortiere ich dabei gleich aus.
Nach dem Pikieren
Jetzt brauchen die Jungpflanzen Licht, Wärme und Platz. Ich rücke die Töpfe auseinander, sobald sich die Blätter benachbarter Pflanzen berühren, damit jede genug Licht bekommt. Gegossen wird weiter an den Fuß der Pflanze.
Wie härtest du Auberginen ab?
Bevor die Auberginen nach draußen kommen, gewöhnst du sie an die Bedingungen im Freien. Stell sie dafür tagsüber zuerst in den Halbschatten und erst danach schrittweise in die Sonne. Ich nutze dafür eine halbschattige Ecke an der Hauswand und rücke die Töpfe nach und nach weiter ins Licht.
Wie schnell du vorgehst, zeigen dir die Blätter. Hängen sie in der Sonne schlaff herunter, prüf die Erde und stell die Töpfe zurück in den Halbschatten. Weil Jungpflanzen bis zum Auspflanzen über 15 °C brauchen und beim Abhärten schon draußen stehen, bestimmt das Thermometer mit, wann sie hereinkommen.
Halbschattiger Platz für den Anfang gefunden? Thermometer draußen aufgehängt? Platz im Haus frei, falls es zu kalt wird? Beet oder Kübel für den Mai vorbereitet?
Während die Jungpflanzen abhärten, plan ihren Platz. Andere Nachtschattengewächse sind ungünstige VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. für Auberginen, und auf derselben Fläche gilt eine Anbaupause von 4 Jahren. Buschbohnen gelten als Partner, Tomaten, Paprika und Kartoffeln als unverträgliche Nachbarn. Kombinationen prüfst du im Planer für Mischkulturen, die Flächen über mehrere Jahre ordnest du im Beetplaner.
Was tun, wenn die Anzucht hakt?
Ob etwas nicht stimmt, siehst du an der Erde, am Wuchs oder am Laub. Die Zeichen sind Hinweise, keine sicheren Diagnosen.
| Was du siehst | Möglicher Hintergrund | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Die Erde bleibt leer | Keimdauer von 7 bis 21 Tagen noch nicht vorbei, oder die Saat steht zu kühl | Temperatur neben der Schale messen; zum Keimen brauchen die Samen mindestens 20 bis 22 °C |
| Keimlinge werden lang und dünn | kann auf zu wenig Licht hindeuten | Schalen heller stellen |
| Jungpflanzen wachsen kaum weiter | kann mit Temperaturen unter 15 °C zusammenhängen | Minimum-Maximum-Thermometer ablesen, Töpfe wärmer stellen |
| Belag oder Fäulnis an Blättern und Stängeln | dauerhaft nasses Laub und unzureichender Luftaustausch können Pilzerkrankungen begünstigen | an den Fuß der Pflanze gießen, regelmäßig lüften |
Kartoffelkäfer und ihre Larven sammelst du an ausgepflanzten Auberginen regelmäßig von Hand ab. Weitere Krankheiten und Schädlinge ordnet der Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge ein. Für spätere Fragen nach Blütenfall, bitteren Früchten oder gelben Blättern gibt es Antworten auf typische Probleme im Auberginenanbau.
Auspflanzen und Ernte: wie es danach weitergeht
Ausgepflanzt wird im Mai, und zwar genauso tief, wie die Jungpflanze im Anzuchttopf stand. Im Garten bekommen Auberginen einen geschützten Standort und bei kühler Witterung eine Abdeckung aus Vlies. Beet, Mulch, Gießen und Düngen erklärt der Ratgeber, wie du Auberginen nach dem Auspflanzen im Garten versorgst, das Klima unter Glas der Ratgeber, wie du Temperatur und Luftfeuchte für Auberginen im Gewächshaus steuerst.
Erntereif ist eine Aubergine, wenn sie sortentypisch groß und ausgefärbt ist und ihre Schale glänzt. In grünlichen Stellen und am Stielansatz unreifer Auberginen können Glykoalkaloide stecken, deshalb bekommen jüngere Kinder vorsorglich keine unreifen Früchte. Wie es von der Pflanzung bis zur Ernte weitergeht, zeigt der Ratgeber, wie du Auberginen auspflanzt, pflegst und erntest.





