Auberginen kultivieren: Standort, Boden, Pflanzung, Wasser und Dünger
- Auberginen säst du von März bis April im Haus aus und pflanzt sie im Mai ins Beet.
- Jungpflanzen brauchen bis zum Auspflanzen Temperaturen über 15 °C.
- Der Platz ist sonnig und geschützt, der Boden nährstoffreich, wasserspeichernd und gut durchlässig.
- Für Auberginen gelten 4 bis 6 Liter Kompost je Quadratmeter als Richtwert.
- Gedüngt wird beim Verpflanzen, bei halb ausgewachsenen Pflanzen und direkt nach der ersten Ernte.
- Zu einer Düngergabe gehört eine Wassergabe von mindestens 20 Litern je Quadratmeter.

Wenn du zum ersten Mal Auberginen ins Beet setzt, fallen viele Entscheidungen schon vor dem Pflanztag. Die Pflanze ist nicht winterhart, und ihre Jungpflanzen brauchen bis zum Auspflanzen Temperaturen über 15 °C. Standort, Boden und Pflanztermin müssen also zu diesem Wärmebedarf passen. Ich plane meine Auberginen deshalb vom Beet aus: erst Platz und Boden, dann Pflanzung und Mulch, danach Wasser und Dünger für die ganze Saison.
Aussaat, Ernte, Topf und Gewächshaus reiße ich hier nur kurz an und verweise auf die passenden Ratgeber.
Warum gelten Auberginen als anspruchsvoll?
Auberginen verlangen über eine lange Saison gleichmäßige Bedingungen. Vier Punkte solltest du von Anfang an im Blick haben.
Wärme von der Anzucht bis zum Herbst
Winterhart ist die Aubergine nicht. Ins Beet kommt sie erst im Mai, und auch dort braucht sie einen geschützten Platz. Wird es kühl, deckst du die Pflanzen mit Vlies ab.
Eine lange Kultur
Die Kulturdauer beträgt 140 Tage. Gesät wird von März bis April im Haus, geerntet von Juni bis Oktober. Die Wochen bis zum Pflanztermin im Mai gehören der Anzucht im Haus.
Versorgung nach Entwicklungsstand
Auberginen wollen nährstoffreichen, wasserspeichernden Boden und reichlich Feuchtigkeit, ohne dass Wasser im Boden steht. Auch die Düngung folgt der Pflanze und nicht dem Kalender: Die Termine hängen am Verpflanzen, am Wuchs und an der ersten Ernte.
Stütze und Blüten
Im Hausgarten wachsen Auberginen buschig und brauchen ab Beginn der Fruchtbildung eine Stütze. Ihre Blüten sind zwittrig, und als Bestäuber arbeiten Hummeln mit Vibration.
Wenn später Blüten abfallen, Früchte bitter schmecken oder Blätter gelb werden, findest du Antworten unter den Fragen, die beim Auberginenanbau häufig auftauchen.
Ich stecke zu jeder Auberginenpflanze ein Schild mit dem Pflanzdatum. Wenn ich beim Gießen vorbeikomme, sehe ich, wie lange sie schon im Beet steht, und gleiche ihren Wuchs mit meinen Notizen ab.
Die Eckdaten für deine Saisonplanung:
| Kulturdaten | Wert |
|---|---|
| Aussaat im Haus | März bis April |
| Pflanzzeit im Freiland | Mai |
| Erntezeit | Juni bis Oktober |
| Kulturdauer | 140 Tage |
| Lichtbedarf | sonnig |
| Temperatur für Jungpflanzen bis zum Auspflanzen | über 15 °C |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | nein |
| Wuchshöhe | 30 bis 150 cm |
| Anbaupause auf derselben Fläche | 4 Jahre |
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0.5-1 cm tief säen.
Wann und wie ziehst du Auberginen vor?
Auberginen säst du von März bis April im Haus in nährstoffarmes Substrat. Pikiert wird beim ersten Laubblatt, abgehärtet tagsüber erst im Halbschatten und dann schrittweise in der Sonne. Schritt für Schritt von der Aussaat bis zum AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. zeigt dir der Ratgeber, wie du Auberginen erfolgreich vorziehst.
Welcher Standort passt zu Auberginen?
Sonne und Schutz
Auberginen brauchen einen sonnigen Platz. Im Garten setzt du sie an einen geschützten Standort, an dem du bei kühler Witterung schnell Vlies auflegen kannst. Ich suche dafür im Frühjahr den Platz, der am längsten Sonne hat, und prüfe, ob ich dort ein Vlies sicher befestigen kann.
Wie warm muss es im Freiland sein?
Im Haus stehen die Jungpflanzen bis zum Auspflanzen bei Temperaturen über 15 °C. Pflanzzeit im Freiland ist der Mai, und auch dann setzt du sie erst, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Weil die Art nicht winterhart ist und die Jungpflanzen bis dahin diese Wärme brauchen, bestimmt das Wetter den Pflanztag und nicht der Kalender. Nach dem Pflanzen bleibt Vlies dein Schutz: Bei kühler Witterung deckst du die Auberginen damit ab.
„Auberginen gehören ins Gewächshaus, draußen wird das nichts.“ Freiland und Gewächshaus sind beide Anbauorte für Auberginen. Im Garten bekommen die Pflanzen einen sonnigen, geschützten Platz und bei kühler Witterung eine Vliesabdeckung.
Wie bereitest du den Boden für Auberginen vor?
Auberginen wachsen in nährstoffreichem, wasserspeicherndem Boden, der zugleich gut durchlässig bleibt. Bevor du lockerst, prüfst du mit der Fingerprobe, womit du arbeitest. Feuchter Sandboden lässt sich schlecht formen, tonreicher Boden ist klebrig und gut formbar.
Danach lockerst du das Beet spatentief. Nassen Boden betrittst du dabei nicht, weil das Verdichtungen verursacht. Bei schweren Böden lohnt regelmäßig eingearbeiteter Kompost, denn er verbessert die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und damit Luftführung und Wasserdurchlässigkeit.
Für Auberginen gelten 4 bis 6 Liter Kompost je Quadratmeter als Richtwert. Ich arbeite ihn bei der Bodenvorbereitung ein und messe die Menge mit einem Eimer mit Literskala ab.
Was dir eine Bodenuntersuchung zeigt
Eine Standard-Bodenuntersuchung erfasst Kalium, Phosphor und den pH-Wert. Sie ist die Grundlage, auf der du deine Düngung planst. Für eine repräsentative Probe mischst du innerhalb einer einheitlich genutzten Fläche 10 bis 15 Einzelproben.
Bevor die Auberginen ins Beet kommen, ist das erledigt:
- Platz sonnig und geschützt gewählt
- Bodenprobe als MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. genommen
- Beet spatentief gelockert, ohne den nassen Boden zu betreten
- Kompost nach Richtwert eingearbeitet
- Mulchfolie, Vlies und Stütze bereitgelegt
Wie pflanzt du Auberginen aus?
Genauso tief wie im Anzuchttopf
Setz jede Jungpflanze genauso tief, wie sie vorher im Anzuchttopf stand. Drück die Erde rundum an, damit der Wurzelballen guten Kontakt zum Boden hat.
Die Jungpflanze tiefer einsetzen, als sie im Anzuchttopf stand. Bei Auberginen schließt die Erde am Stängel dort ab, wo sie auch im Topf abgeschlossen hat.
Abstand, Erziehung und Stütze
Im Hausgarten werden Auberginen buschig erzogen. Den Platz planst du deshalb als System aus Abstand in der Reihe, Reihenabstand und Stütze.
In der Reihe stehen Auberginen 30 bis 50 cm auseinander, zwischen den Reihen bleiben 30 bis 100 cm. Dazu gehört die buschige Erziehung mit einer Stütze ab Beginn der Fruchtbildung.
Die Wuchshöhe reicht von 30 bis 150 cm. Ich lese die erwartete Wuchshöhe auf der Samentüte nach und gebe hohen Pflanzen den weiteren Abstand innerhalb der Spanne. Sobald die Fruchtbildung beginnt, bindest du jede Pflanze an einen Spiralstab oder Pfosten.
Starterdünger und Angießen
Beim Verpflanzen bekommt jede Aubergine einen Starterdünger. Zu einer Düngergabe gehört eine begleitende Wassergabe von mindestens 20 Litern je Quadratmeter. Damit ist der Pflanztag zugleich dein erster großer Gießtag.
Ich lege das Vlies schon am Pflanztag neben das Beet, damit es bei einem kühlen Abend schnell über den Pflanzen liegt.
Wann und womit mulchst du Auberginen?
Im Gartenverfahren deckst du den Boden unter Auberginen mit schwarzer Mulchfolie oder Mulchvlies ab. Ich lege die Folie vor dem Pflanzen aus und schneide für jede Pflanze ein Kreuz hinein.
Organischer Mulch ist die Alternative, wenn du keine Folie im Beet möchtest. Bei wärmeliebendem Gemüse kommt er erst ab Mai oder Juni auf den erwärmten Boden. Die Schicht ist etwa 2 bis 3 cm dick.
RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. ist für Gemüsebeete ungeeignet und hat deshalb auch unter Auberginen nichts zu suchen.
Was brauchen Auberginen im Sommer?
Blüten und Bestäubung
Auberginenblüten sind zwittrig und befruchten sich selbst, Fremdbefruchtung ist ebenfalls möglich. Hummeln bestäuben sie durch Vibration. Du kannst die Befruchtung unterstützen, indem du blühende Pflanzen leicht schüttelst. Wo wenig Hummeln unterwegs sind, übernimmst du damit selbst die Bewegung an der Blüte. Ich fasse dafür den Stab an und rüttle die Pflanze kurz.
Hummeln förderst du im Garten mit einem vielseitigen Blütenangebot und Nistmöglichkeiten. Eine Blühmischung am Beetrand kann dabei wirksamer sein als eine Ansaat unter den dicht beschattenden Auberginen. Mehr dazu steht im Ratgeber, wie du Bestäuber für deine Auberginen förderst.
Schnitt und Ausgeizen
Ob und wie du schneidest, ist ein eigenes Thema. Das erklärt der Ratgeber, wie du Auberginen schneidest und ausgeizt.
Wie gießt du Auberginen richtig?
Halte den Boden feucht und gib reichlich Wasser, ohne dass es im Beet stehen bleibt. Gieß an den Fuß der Pflanze, damit das Laub nicht dauerhaft nass bleibt. Eine TröpfchenbewässerungBei der Tröpfchenbewässerung gelangt das Wasser langsam aus einzelnen Tropfstellen in Schläuchen oder Tropfern direkt in den Wurzelbereich der Pflanzen. Dabei geht nur wenig Wasser durch Verdunstung verloren. spart Wasser und bringt es genau dorthin.
Wann du gießt, entscheidest du am Boden. Ich greife vor dem Gießen neben der Pflanze in die Erde und prüfe, ob sie unter der Oberfläche noch feucht ist. Ist sie dort abgetrocknet, gieße ich durchdringend.
Wann und womit düngst du Auberginen?
Die Grundversorgung liefert der Kompost aus der Bodenvorbereitung. Danach düngst du zu bestimmten Entwicklungsschritten der Pflanze.
| Zeitpunkt | Maßnahme |
|---|---|
| Bodenvorbereitung | Kompost einarbeiten, Richtwert 4 bis 6 Liter je m² |
| Verpflanzen | Starterdünger |
| Pflanzen halb ausgewachsen | Stickstoff als Kopfdüngung |
| Direkt nach der Ernte der ersten Früchte | noch einmal Stickstoff als Kopfdüngung |
| Zu jeder Düngergabe | begleitend mindestens 20 Liter Wasser je m² |
Die Menge richtest du nach deiner Bodenuntersuchung und der Packungsangabe deines Düngers. Halb ausgewachsen ist eine Aubergine, wenn sie etwa die Hälfte der Größe erreicht hat, die du von ihr erwartest. Ich lege mir den Dünger schon bereit, wenn die ersten Früchte fast erntereif sind, damit die zweite Stickstoffgabe direkt nach der Ernte folgt.
Eine Kopfdüngung ist eine Düngergabe während der Kultur, die du um die bereits wachsenden Pflanzen auf den Boden gibst. Sie ergänzt die Grundversorgung aus der Bodenvorbereitung.
Topf, Gewächshaus, Nachbarn und Sorten
Im Topf auf Balkon und Terrasse
Auf Balkon und Terrasse wachsen Auberginen in Gefäßen ab 10 Litern, die einen Wasserablauf brauchen. In vergleichsweise kleinen Gefäßen gießt du an heißen Tagen täglich und kontrollierst regelmäßig. Topfwahl, Erde und Standort erklärt der Ratgeber, wie Auberginen im Topf auf Balkon und Terrasse gelingen.
Im Gewächshaus
Im Gewächshaus begünstigen dauerhaft nasses Laub und zu wenig Luftaustausch Pilzerkrankungen, deshalb lüftest du dort regelmäßig. Bei früher Pflanzung unter Glas heizt du, sobald die Temperatur unter 16 °C fällt. Wie du Temperatur und Luftfeuchte steuerst, zeigt der Ratgeber, wie du Auberginen im Gewächshaus kultivierst.
Nachbarn und Fruchtfolge
Auf dieselbe Fläche kommen Auberginen erst nach 4 Jahren wieder. Gurken, Zucchini, Bohnen und Salate eignen sich als VorfrüchteDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen., andere NachtschattengewächseNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen. sind ungünstige Vorfrüchte. Gute und schlechte Nachbarn stellt der Ratgeber zusammen, welche Pflanzen in der Mischkultur zu Auberginen passen.
Sorten
Bei der Sortenwahl schaust du auf Reifezeit, Wuchsform und deinen Anbauort. Eine Übersicht bietet der Ratgeber, welche Auberginensorten zu deutschen Gärten passen.
Krankheiten und Schädlinge
An Auberginen tauchen Kartoffelkäfer auf, Käfer und Larven sammelst du regelmäßig von Hand ab. Welche Schadbilder es sonst gibt, zeigt der Ratgeber, wie du Krankheiten und Schädlinge an Auberginen erkennst.
Ernte und Lagerung
Erntereif sind Auberginen, wenn sie sortentypische Größe und Ausfärbung erreicht haben und ihre Schale glänzt. Unreif gepflückte Früchte reifen auch neben Äpfeln nicht nach, denn Auberginen gehören zu den nicht nachreifenden Früchten. Woran du den richtigen Moment erkennst und wie du schneidest, erklärt der Ratgeber, woran du reife Auberginen erkennst.
Beim Lagern hältst du Auberginen getrennt von ethylenabgebenden Früchten. Auberginen in Öl stellst du im Privathaushalt wegen des Botulismusrisikos nicht als Vorrat her. Was beim Frischhalten und Konservieren hilft, steht im Ratgeber, wie du Auberginen frisch hältst und haltbar machst.
Herkunft, Nährwert und Küche
Botanisch heißt die Aubergine Solanum melongena und gehört zu den Nachtschattengewächsen. Als Tabellenwert für die rohe Frucht stehen 19 kcal je 100 g essbaren Anteil. In grünlichen Stellen und am Stielansatz unreifer Früchte können Glykoalkaloide stecken, deshalb gibst du solche Auberginen jüngeren Kindern vorsorglich nicht. Mehr dazu findest du unter Herkunft sowie Küche und Sicherheit der Exoten im Überblick.





