Zuckererbsen düngen: Wann, womit und wie viel sie wirklich brauchen
- Zuckererbsen binden mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff und brauchen in der Regel keine Stickstoffgabe.
- Auf ausreichend versorgtem Boden ist keine zusätzliche Düngung nötig; braucht der Boden etwas, gelten 1 bis 3 l Kompost je m² im Jahr als Richtwert.
- Notwendige Gaben bringst du im Frühjahr vor der Aussaat aus, nicht im Herbst.
- Im Topf kommt ab den ersten Blüten ein kaliumbetonter organischer Flüssigdünger infrage.
- Gelbe Blätter sind nicht automatisch Nährstoffmangel: Auch Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten und Falscher Mehltau kommen infrage.

Zuckererbsen holen sich ihren Stickstoff selbst: Knöllchenbakterien an den Wurzeln binden ihn aus der Luft. Deshalb brauchen Zuckererbsen in der Regel keine Stickstoffgabe, und auf ausreichend versorgtem Boden kommen sie ganz ohne zusätzliche Düngung aus. Wer trotzdem immer wieder Kompost oder StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. einarbeitet, kann einen Nährstoffüberschuss verursachen. Ich dünge meine Zuckererbsen deshalb nicht nach Kalender, sondern nach Bodenbefund und nach dem, was ich an Blättern und Blüten sehe.
Hier liest du, wann eine Gabe sinnvoll ist, womit und wie viel du düngst, wie du Zuckererbsen im Topf versorgst und woran du Mangel von anderen Ursachen unterscheidest. Die Kultur selbst, also wie du Zuckererbsen von der Aussaat bis zur Rankhilfe anbaust, beschreibe ich in einem eigenen Beitrag.
Brauchen Zuckererbsen überhaupt Dünger?
Meistens nicht. Erbsen zählen zu den Schwachzehrern und benötigen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung. Bei Zuckererbsen kannst du wie bei anderen Gartenerbsen auf eine ausgiebige Stickstoffdüngung verzichten. Den Stickstoff liefern Bakterien an den Wurzeln, die Luftstickstoff in organischer Form binden.
Gute Bodenbelüftung unterstützt diese StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können.. Wer den Boden locker hält, fördert also genau die Stickstoffquelle, die Zuckererbsen ohnehin mitbringen. Das Prinzip gilt für die meisten Hülsenfrüchte; die Grundlagen zum Düngen von Bohnen und Erbsen als Schwachzehrer findest du im Überblick.
„Zum Start brauchen Zuckererbsen eine Stickstoffgabe.“ Erbsen benötigen wegen der Knöllchenbakterien in der Regel keine Stickstoffgabe. Ich lasse Stickstoffdünger bei meinen Zuckererbsen deshalb weg, auch zu Beginn der Kultur.
Welche Nährstoffe brauchen Zuckererbsen?
Neben Stickstoff zählen Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und Schwefel zu den Hauptnährstoffen, Spurenelemente sind im Gartenboden meist ausreichend vorhanden. Bei Erbsen unterstützt Phosphor die Stickstoffbindung der Knöllchenbakterien, während Kalium die Wassereffizienz verbessert. Wie du daraus einen Düngeplan für Erbsen ableitest, zeige ich ausführlich am Beispiel, wie du Markerbsen bedarfsgerecht düngst.
Boden und Bodenuntersuchung
Zuckererbsen brauchen einen tiefgründigen, humosen, gut strukturierten Boden mit gutem Wasserabzug, Staunässe vertragen sie nicht. Ob und womit du düngst, zeigt eine Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und pH-Wert, die sich im Hausgarten etwa alle 4 bis 5 Jahre empfiehlt. Die Grundlagen stehen im Überblick zu Bohnen und Erbsen unter Standort und Boden, die einzelnen Schritte für dein Beet in der Anleitung, wie du Boden und Saatbett für Zuckererbsen vorbereitest.
Wann düngst du Zuckererbsen?
Im Beet gehört eine Gabe, wenn überhaupt, vor die Aussaat. Ist die Nährstoffversorgung unzureichend, arbeitest du vorher reifen Kompost ein. Notwendige Düngergaben bringst du im Frühjahr aus und nicht im Herbst, weil so weniger Nährstoffe ausgewaschen werden. Zuckererbsen säst du von April bis Juni. Deine Termine behältst du mit den Aussaatterminen aller Hülsenfrüchte auf einem Blatt im Blick.
Während der Kultur düngst du im Beet normalerweise nicht nach. Anders ist es im Topf: Dort kommt ab den ersten Blüten ein kaliumbetonter organischer Flüssigdünger infrage.
Warum das Wetter mitentscheidet
Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe nur wenige Nährstoffe frei. Bei feuchtwarmer Witterung können sie dagegen starke Nährstoffschübe liefern. Zuckererbsen brauchen besonders ab der Blüte ausreichend Wasser. Wirken deine Erbsen in einer Trockenphase schwach, gießt du deshalb zuerst, denn ein organischer Dünger setzt im trockenen Boden ohnehin wenig frei. Mehr dazu, wie du Zuckererbsen in jeder Wachstumsphase gießt, findest du im Gieß-Ratgeber.
Womit und wie viel düngst du Zuckererbsen?
Mein Standard für Zuckererbsen ist reifer Kompost, und den gebe ich nur, wenn der Boden ihn braucht. Bei Erbsen kann Kompost eine Mineraldüngung ersetzen. Braucht der Boden etwas, gelten 1 bis 3 l Kompost je m² im Jahr als Richtwert. Ich verteile ihn vor der Aussaat auf dem Beet und arbeite ihn flach ein.
Für die Grunddüngung im ganzen Gemüsegarten gelten höchstens 3 l Kompost je m² im Frühjahr als Obergrenze. Dabei berücksichtigst du die Nährstoffe, die schon im Boden sind.
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl enthalten etwa 10 bis 14 % Stickstoff und sind damit Stickstoffdünger. Da Zuckererbsen in der Regel keine Stickstoffgabe brauchen, lässt du Hornprodukte im Erbsenbeet weg.
Gewöhnliche mineralische Dünger machen ihre Nährstoffe überwiegend rasch verfügbar, organische wirken meist langfristiger. Zeigt der Bodenbefund sehr viel Phosphor und wenig Kalium, ergänzt du gezielt den fehlenden Nährstoff, statt mit einem Mehrnährstoffdünger zusätzlich Phosphor auszubringen.
Die Übersicht zeigt, wie ich die gängigen Dünger bei Zuckererbsen einordne.
| Dünger | So ordne ich ihn für Zuckererbsen ein |
|---|---|
| Reifer Kompost | vor der Aussaat, nur bei unzureichender Versorgung; Richtwert 1 bis 3 l/m² im Jahr |
| Hornspäne, Horngrieß, Hornmehl | Stickstoffdünger, in der Regel nicht nötig |
| EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung. | nur nach Bodenbefund, etwa bei viel Phosphor und wenig Kalium |
| Kaliumbetonter organischer Flüssigdünger | im Topf ab den ersten Blüten |
| Holzasche | stark alkalisch mit pH 11 bis 13, kann Schwermetalle in den Boden eintragen; ich lasse sie weg |
Wie düngst du Zuckererbsen im Topf und im Hochbeet?
Zuckererbsen im Topf
Im Topf hat die Pflanze nur das Substrat im Gefäß zur Verfügung. Ich setze Topf-Zuckererbsen in torffreie Kübelpflanzenerde, und das Gefäß bekommt Abzugslöcher gegen Staunässe. Bis zur Blüte dünge ich nicht. Sobald sich die ersten Blüten öffnen, gebe ich einen kaliumbetonten organischen Flüssigdünger ins Gießwasser und dosiere nach der Gebrauchsanweisung. Vorher prüfe ich bei torffreier Erde die Feuchte unter der Oberfläche mit dem Finger, weil die trockene Oberfläche täuschen kann.
Je kleiner das Gefäß im Verhältnis zur Pflanze ist, desto häufiger musst du gießen, weil weniger Wasser im Substrat gespeichert ist. Für Töpfe eignet sich zum Beispiel die frühreife Zuckererbse Norli, die niedrig und standfest wächst und etwa 50 cm hoch wird. Im Vorjahr frisch eingesetzte, krankheitsfreie Kübelerde kannst du wieder nutzen, Erde mit Wurzelfäule-Erregern ersetzt du.
Zuckererbsen im Hochbeet
Ein klassisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebautes Hochbeet setzt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Das bietet vor allem Starkzehrern günstige Bedingungen. Zuckererbsen brauchen in der Regel keine Stickstoffgabe, deshalb bekommen sie im frischen Hochbeet von mir keinen zusätzlichen Dünger. Plane außerdem ein, dass Erbsen die Fläche bis Juni oder Juli belegen. Ein Hochbeet erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet und trocknet dadurch auch schneller aus, deshalb prüfst du dort die Feuchte öfter.
Taugen Komposttee und Jauche für Zuckererbsen?
KompostteeKomposttee ist ein flüssiger Auszug aus Kompost: Ein Stoffbeutel mit Kompost hängt 3 bis 24 Stunden im Gießwasser. Der Tee enthält gelöste Nährstoffe und Mikroorganismen und wird zum Düngen und Stärken gegossen oder gesprüht. ist ein wässriger Auszug aus reifem Kompost. Ich setze ihn mit gesammeltem Regenwasser an, rühre ihn durch und seihe ihn ab, bevor ich ihn verwende. Dann gieße ich ihn an den Fuß der Pflanzen und nicht über das Laub, weil bei Erbsen Feuchtigkeit den Falschen Mehltau begünstigt. Im Beet brauchen Zuckererbsen Komposttee in der Regel nicht. Im Topf ersetzt er den kaliumbetonten Flüssigdünger nicht, denn wie viel Kalium in einem selbst angesetzten Tee steckt, weißt du nicht.
BrennnesseljaucheBrennnesseljauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Brennnesselblättern, die zehn bis 14 Tage in Wasser gären. Sie liefert schnell verfügbaren Stickstoff und eignet sich besonders für stark zehrendes Gemüse. gilt im Garten als Stickstofflieferant. Weil Zuckererbsen in der Regel keine Stickstoffgabe brauchen, gieße ich Pflanzenjauchen nicht ins Erbsenbeet.
Wie düngst du Zuckererbsen in Mischkultur?
Als erfahrungsbasierte Mischkulturpartner für Erbsen gelten Rüben, Salat, Kohlrabi, Kohlgewächse, Möhren, Fenchel und Dill. Tomaten, Bohnen, Lauch, Knoblauch und Kartoffeln gelten dagegen als ungeeignete Partner. Solche Nachbarschaftseffekte sind allerdings schwer nachzuweisen, und die Erfahrungsberichte widersprechen sich häufig.
Weil Zuckererbsen ihren Stickstoff selbst binden, richte ich eine Kompostgabe im Mischbeet nach dem Bodenbefund und nach den Nachbarn aus, nicht nach den Erbsen. Jede Art braucht bis zu ihrer endgültigen Größe genug Platz, damit die Nachbarn sie nicht bedrängen. Zwischen zwei Erbsenreihen kann zum Beispiel eine Reihe Radieschen stehen, solange sie die HauptkulturDie Hauptkultur ist die Gemüseart, die im Gartenjahr am längsten auf einem Beet steht, zum Beispiel Tomaten. Nach ihr richtet sich die Beetplanung: Vor-, Nach- und Zwischenkulturen werden um sie herum eingeplant. nicht einengt. Bevor du säst, kannst du prüfen, welche Nachbarn zu Zuckererbsen passen. Für Bohnen im Nachbarbeet gelten eigene Düngehinweise, zum Beispiel wie du Stangenbohnen in ihren Wachstumsphasen düngst.
Mangel erkennen: Was zeigen dir die Blätter?
Gelbe Blätter verleiten schnell zum Griff nach dem Dünger. Bei Erbsen lohnt vorher ein zweiter Blick, denn Vergilbungen haben verschiedene mögliche Ursachen. Vergilbte Erbsenblätter können auch durch Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten entstehen, die zu feuchte und verdichtete Standorte begünstigen. Flecken und Beläge sind Hinweise, keine sichere Diagnose.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Was ich zuerst prüfe |
|---|---|---|
| Vergilbte Blätter auf nassem oder verdichtetem Boden | Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheit | Staunässe und verdichtete Stellen |
| Helle, gelbliche Flecken oben, grauvioletter Belag auf der Blattunterseite | Falschen Mehltau | Blattunterseiten und feuchte Witterung |
| Welke trotz Wasserversorgung, Vergilbung an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter | Kaliummangel | den Bodenbefund |
| Wenige Blüten in heißen Phasen | Hitze über 30 °C | Hitzestau unter Abdeckungen |
Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung können die Phosphataufnahme hemmen, obwohl der Boden genug Phosphor enthält. Eine zusätzliche Phosphordüngung behebt diese Ursache nicht. MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. brauchen die Knöllchenbakterien für die Stickstoffbindung, ein Mangel tritt im Ackerbau jedoch sehr selten auf.
Wenig Blüten: Liegt es am Dünger?
Bilden deine Zuckererbsen wenig Blüten, schau zuerst aufs Thermometer: Bei Temperaturen über 30 °C bilden Erbsen weniger Blüten. Erbsen können sich selbst befruchten, fehlende Bienen sind also keine allgemeine Erklärung für ausbleibende Hülsen. Phosphor ist für den Energiehaushalt der Pflanze wichtig, eine zusätzliche Phosphorgabe fördert Blüten und Früchte aber nicht pauschal. Weil Hitze die Blütenbildung bremst und Phosphor kein pauschaler Blütenförderer ist, vermeidest du in heißen Phasen Hitzestau unter Abdeckungen, statt Dünger nachzulegen.
Bevor ich nachdünge, prüfe ich die Erde unter der Oberfläche mit dem Finger, drehe einzelne Blätter um und suche nach Staunässe oder verdichteten Stellen. Außerdem schaue ich, ob gerade eine Hitzephase war. Erst wenn der Bodenbefund einen Mangel zeigt, dünge ich gezielt den fehlenden Nährstoff.
Und wenn du zu viel gedüngt hast?
Auch mit Kompost lässt sich überdüngen: Häufiges Einarbeiten von Kompost oder Stallmist kann einen Nährstoffüberschuss verursachen. Die Grundregeln zum Düngen von Hülsenfrüchten stehen im Überblick zu Bohnen und Erbsen. Mehr zu Über- und Unterversorgung bei Erbsen findest du im Beitrag zum Düngen von Markerbsen.
Ertrag und Geschmack: Was kann Dünger leisten?
Zuckererbsen isst du samt Hülse, denn sie bilden keine Pergamentschicht. Du erntest die jungen, fleischigen Hülsen wiederholt, solange die Körner noch klein und weich sind. Ab der Blüte brauchen Zuckererbsen ausreichend Wasser, und mit der Fruchtbildung steigt der Wasserbedarf von Erbsen stark an.
Dass eine Extraportion Kalium die Schoten süßer macht, ist nicht gesichert. Die Ernte verteilst du über Sorten verschiedener Reifegruppen, mit Folgesaaten gelingt das nur bedingt. Norli reift zum Beispiel früh, Sweet Horizon mittelspät.
Beim Pflücken drücke ich eine Hülse leicht zwischen den Fingern. Spüre ich schon feste Körner, nehme ich mir die Pflanzen beim nächsten Durchgang früher vor.
Was tust du nach der Ernte?
Nach der Ernte schneide ich die Zuckererbsen am Boden ab und lasse die Wurzeln im Beet. So kann der gebundene Stickstoff der Folgekultur zugutekommen. Verbleibende Wurzeln und eingearbeitete Pflanzenreste erhalten außerdem weitere Nährstoffe und organische Substanz im Boden. Nach früh geräumten Erbsen kannst du zum Beispiel Mitte Juni Rosenkohl pflanzen.
Planst du eine Gründüngung, nimm Phacelia, weil sie mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt ist. Klee, Wicken und Lupinen gehören zur selben Pflanzenfamilie wie Erbsen und sollten unmittelbar davor oder danach nicht auf dem Beet stehen. Eine Gründüngung ersetzt die Düngung der Nachkultur allerdings nicht automatisch.
Zuckererbsen selbst kommen erst nach einer FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Welche Beete dafür infrage kommen, siehst du, wenn du deine Beete über mehrere Jahre planst.





