Bodenbearbeitung für Sojabohnen: lockern, Saatbett anlegen, Verdichtung vermeiden
- Boden erst bearbeiten, wenn er gut abgetrocknet ist, und mit möglichst wenigen Arbeitsgängen auskommen.
- Ein bestehendes Beet im Frühjahr mit Grabgabel oder Krail lockern, statt es umzugraben.
- Saatbett nicht zu fein harken, weil Sojakeimlinge Verkrustungen schwer durchdringen.
- Erst säen, wenn der Boden in Saattiefe mindestens 10 °C warm ist.
- Saatgut unmittelbar vor der Aussaat mit sojaspezifischen Knöllchenbakterien impfen.
- Sojabohnen erst nach 5 Jahren Fruchtwechselpause wieder auf dasselbe Beet setzen.

Sojabohnen stellen an den Boden zwei Ansprüche, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen: Er soll locker sein, das Saatbett obendrauf aber nicht zu fein. Dazu kommt ein langsamer Start, denn Sojabohnen entwickeln sich in der Jugend langsam und reagieren deshalb empfindlich auf Unkrautkonkurrenz. Ich plane die Bodenarbeit für meine Sojareihen vom Saattag aus rückwärts: Wann ist der Boden so weit, wie lockere ich ihn, und was darf nicht zu fein werden?
Welchen Boden brauchen Sojabohnen?
Sojabohnen bevorzugen Böden, die sich leicht erwärmen und eine lockere Struktur haben. Sie brauchen einen sonnigen Platz und wie alle HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. einen Standort ohne Staunässe. Die lockere Struktur ist Sache der Bodenbearbeitung, und die läuft bei Soja mit möglichst wenigen Arbeitsgängen.
Günstig ist ein Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. von 6,5 bis 7,0, also schwach sauer bis neutral. Kalken ist nur sinnvoll, wenn eine Bodenuntersuchung einen Wert unter dem Bereich zeigt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt. Wie du den Befund liest und Sojabohnen bedarfsgerecht düngst, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenreaktion
Geeignet sind Böden mit pH 6,5-7,0.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 3-4 cm tief säen.
Wann ist der Boden bereit für die Bearbeitung?
Bei Soja bearbeitest du den Boden und bereitest das Saatbett erst vor, wenn er gut abgetrocknet ist. Das gilt schon für das erste Lockern im Frühjahr. Für frühe Aussaaten muss die Erde außerdem bereits etwas erwärmt sein.
Vor dem ersten Arbeitsgang stoße ich die Grabgabel ins Beet und ziehe sie wieder heraus. Klebt noch Erde an den Zinken, lasse ich das Beet in Ruhe und prüfe später noch einmal.
Wer früher lockert, erntet mehr? Darauf verlässt du dich besser nicht. Bei Soja zählt der Zustand des Bodens: gut abgetrocknet vor jeder Bearbeitung und für frühe Aussaaten schon etwas erwärmt. Ein fester Termin im Kalender ersetzt den Griff in die Erde nicht.
Bodentemperatur in Saattiefe
Für die Aussaat zählt die Wärme dort, wo die Samen später liegen. Sojabohnen kommen 3 bis 4 cm tief in die Erde. In dieser Tiefe soll der Boden mindestens 10 °C warm sein. Ich messe das mit einem Einstechthermometer, das ich genau so tief in das Saatbett stecke.
Die Aussaatzeit für Sojabohnen reicht von Mai bis Juni. Für den ökologischen Sojaanbau in Bayern wird ein früheres Fenster genannt, ungefähr zwischen Mitte April und Anfang Mai. Alle Termine auf einem Blatt findest du im Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken.
Herbst oder Frühjahr: Wie lockerst du den Boden?
Ein bestehendes Gemüsebeet lockerst du im Frühjahr mit Grabgabel oder Krail, statt es erneut umzugraben. Bei Sojabohnen hältst du dabei die Zahl der Arbeitsgänge so klein wie möglich. Ich steche die Grabgabel senkrecht ein, hebe die Erde leicht an und ziehe die Gabel wieder heraus, ohne die Schollen zu wenden. Danach gehe ich einmal mit dem Krail durch und arbeite dabei vom Weg aus.
Stellen, an denen die Grabgabel schwer in den Boden geht, lockere ich gezielt nach. Das ganze Beet bearbeite ich deswegen nicht ein zweites Mal. Das Saatbett harke ich danach in einem Durchgang.
Was der Feldanbau macht
Im Soja-Erwerbsanbau genügt häufig eine tiefe Lockerung im Spätherbst. In Feldversuchen eigneten sich Mulchsaat und Strip-Till für den pfluglosen Sojaanbau. Direktsaat in gewalzten oder abgefahrenen Roggen schnitt dagegen schlechter ab.
Pfluglos heißt, der Boden wird bearbeitet, aber nicht gewendet. Bei der Mulchsaat bleiben Reste der Vorkultur an der Oberfläche liegen. Strip-Till lockert nur die Streifen, in die später gesät wird. Bei der Direktsaat kommt das Saatgut ohne vorherige Bodenbearbeitung in den Boden.
Das Saatbett: locker, aber nicht zu fein
Für viele Gemüsesaaten bereitest du auf abgetrockneter Fläche ein ebenes, feinkrümeliges Saatbeet vor. Bei Soja harkst du die Fläche zwar eben, aber nicht zu fein, denn ihre Keimlinge durchdringen Verkrustungen schwer. Zwischen Aussaat und Keimung können bei Sojabohnen 14 bis 21 Tage liegen. Weil der Keimling eine Kruste schwer durchstößt, muss die Oberfläche also über diese ganze Zeit durchlässig bleiben, nicht nur am Saattag.
Ich ziehe den Rechen nur so lange durch, bis die groben Schollen zerfallen sind und die Fläche eben liegt. Kleinere Krümel bleiben liegen.
Das Sojabeet wird so fein geharkt wie für winziges Saatgut. Soja braucht das nicht, und ihre Keimlinge kommen durch eine verkrustete Oberfläche schwer hindurch. Lass die Krümel lieber etwas gröber.
Unkraut schon bei der Bodenarbeit bremsen
Weil Sojabohnen in der Jugend langsam wachsen, setzt du beim Unkraut schon vor der Aussaat an. Beim falschen Saatbeet bereitest du das Beet vor und lässt die Unkräuter zuerst auflaufen. Dann beseitigst du sie oberflächlich, ohne den Boden erneut tief zu durchmischen. Die Sojakeimlinge müssen sich in ihrer empfindlichen Jugend dann nicht mehr mit dieser ersten Unkrautwelle messen. Ich ziehe dafür die Hacke nur flach über die Oberfläche.
Nach dem Auflaufen hältst du das Unkraut mit der Hacke zwischen den Reihen kurz. Stehen die Sojapflanzen, kann eine Mulchschicht BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. unterdrücken. Ausdauernde Wurzelunkräuter reduziert sie aber nur bedingt. Rasenschnitt legst du angewelkt, dünn und wiederholt auf, sodass der Boden noch durchscheint. Auf schweren Lehmböden bleibt die Schicht dünner als auf leichten Sandböden.
Verdichtung vermeiden, Wasser im Boden halten
Für eine lockere Struktur arbeitest du nur auf gut abgetrocknetem Boden und machst so wenige Arbeitsgänge wie möglich. Im Beet sieht das bei mir so aus:
Beet erst bearbeiten, wenn es gut abgetrocknet ist · mit Grabgabel oder Krail lockern, nicht umgraben · Arbeitsgänge zusammenlegen · vom Weg aus arbeiten, nicht auf dem gelockerten Beet stehen · auf Staunässe achten, denn Hülsenfrüchte brauchen einen Standort ohne.
Eine gute BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und mehr Humus verbessern die Wasserspeicherung des Gartenbodens. Bei Sojabohnen ist die Wasserversorgung ab der Blüte und während der Kornausbildung besonders wichtig. Wer im Frühjahr die Struktur schont, kann damit also auch den Speicher erhalten, aus dem die Pflanzen in dieser späteren Phase schöpfen.
Im landwirtschaftlichen Sojaanbau sollen für eine optimale Wasserversorgung im Frühjahr mindestens 100 l/m² pflanzenverfügbares Bodenwasser vorhanden sein. Wie du Sojabohnen je Wachstumsphase bewässerst, steht in einem eigenen Beitrag.
Vorfrucht: Was vorher auf dem Beet stand
Die VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. bestimmt mit, wie du den Boden für Soja bearbeitest. Im Erwerbsanbau wird nach Vorfrüchten, die das Feld spät räumen, oft gepflügt. Im Garten notiere ich beim Abräumen, wann das Beet frei wurde und was darauf stand. Danach entscheide ich, ob ich schon im Herbst lockere oder erst im Frühjahr mit Grabgabel und Krail arbeite.
| Vorfrucht | Einordnung für Soja |
|---|---|
| Spinat, Mangold, Rote Bete | geeignete Vorgängerkulturen für Hülsenfrüchte |
| Wintergetreide, Zuckerrüben | stickstoffzehrende Vorfrüchte, geeignet für Soja |
| Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln, Kopfsalat | gemeinsame Anfälligkeit für Sklerotinia, in der Fruchtfolge berücksichtigen |
| Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte | dieselbe Pflanzenfamilie, nicht unmittelbar aufeinander folgen lassen |
| Klee, Wicke, Lupine als Gründüngung | dieselbe Pflanzenfamilie wie Bohnen und Erbsen, in der Fruchtfolge mitzählen; Klee teilt zudem die Sklerotinia-Anfälligkeit |
| Phacelia als Gründüngung | mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt |
Soja selbst kommt erst nach 5 Jahren FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. wieder auf dasselbe Beet. Wie du die Fruchtfolge für alle Hülsenfrüchte planst, steht bei den Grundlagen zu Fruchtfolge und Mischkultur bei Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten. Welche Beete in den letzten Jahren Hülsenfrüchte getragen haben, hältst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge fest.
Nach der Sojaernte lasse ich die Wurzeln im Boden, damit Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche bleiben.
Saatgut impfen: der letzte Handgriff vor der Aussaat
Sojabohnen binden Stickstoff mit Hilfe von KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. an ihren Wurzeln. Wie diese Symbiose bei Hülsenfrüchten grundsätzlich funktioniert, erklärt der Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten. Bei funktionierender Knöllchensymbiose brauchen Sojabohnen keine Stickstoffdüngung, mit den übrigen Nährstoffen müssen sie aber bedarfsgerecht versorgt sein.
Die passenden Stämme fehlen in heimischen Böden normalerweise. Deshalb impfst du Sojasaatgut vor der Aussaat mit den sojaspezifischen Knöllchenbakterien Bradyrhizobium japonicum. Bei der Kontaktimpfung vermischst du das Saatgut unmittelbar vor der Aussaat mit dem passenden Impfstoff. Ich lege dafür zuerst alle Reihen an und mische das Saatgut erst dann im Schatten.
Saatbett und Reihen fertig anlegen, bevor du den Impfstoff öffnest · Saatgut unmittelbar vor der Aussaat nach der Anleitung auf der Packung mit dem Impfstoff vermischen · geimpftes Saatgut vor direkter Sonne und vor Temperaturen ab etwa 24 °C schützen · ohne lange Standzeit säen.
Aussaat ins vorbereitete Beet
Wie es nach der Bodenarbeit weitergeht, zeigt die Anleitung, wie du Sojabohnen Schritt für Schritt im Hobbygarten anbaust. Für die Planung der Fläche, die du lockerst, reichen hier die Maße.
| Anbauform | Abstand in der Reihe | Reihen |
|---|---|---|
| ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. | 8 bis 40 cm | 30 bis 40 cm Reihenabstand |
| Edamame im Gartenbeet | 8 cm Kornabstand | 3 Reihen auf 1,20 m Beetbreite |
Ich spanne vor dem Säen eine Schnur, damit die Reihen gerade laufen und die Hacke später zwischen ihnen Platz hat.


