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Sojabohnen bewässern: Wasserverbrauch, wichtige Phasen und effiziente Methoden

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für hohe Erträge im Soja-Feldanbau setzt man während des Wachstums günstigenfalls 300 l Wasser je m² an, aus Regen und gegebenenfalls ergänzender Beregnung.
  • Besonders wichtig ist die Wasserversorgung ab der Blüte und während der Kornausbildung.
  • Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte mit Finger oder Stock in der Erde.
  • Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich; Staunässe vertragen Hülsenfrüchte nicht.
  • Bei Körnersoja endet die Beregnung mit den ersten reifen Hülsen, Edamame erntest du vorher aus noch grünen Hülsen.
Sojabohne im dichten Feldbestand mit dreizähligen, breit ovalen Blättern an aufrechten Stängeln über rotbrauner Ackererde
Foto: Clinton Weaver · Pexels License · Quelle ↗

Wenn meine Sojabohnen zu blühen beginnen, gehe ich öfter mit dem Holzstab durchs Beet als im ganzen Frühsommer davor. Ab der Blüte und während der Kornausbildung ist die Wasserversorgung bei Soja besonders wichtig. Wer in dieser Zeit nur nach Gefühl gießt, weiß nicht, was unten an den Wurzeln ankommt. Hier erkläre ich, wie viel Wasser Soja verbraucht, wann es zählt und wie du es gezielt an die Pflanze bringst.

Die Sojabohne stammt ursprünglich aus China. Bei uns wächst sie als einjährige, nicht winterharte Kultur, die du jung als Edamame oder mit ausgereiften Körnern erntest. Wo sie zwischen Erbse, Puffbohne und Gartenbohne steht, zeigt der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen der Hülsenfrüchte.

Wie hoch ist der Wasserverbrauch von Soja?

Für hohe Erträge im Feldanbau setzt man während des Wachstums günstigenfalls 300 Liter Wasser je m² an. Diese Menge stammt aus Niederschlägen und, wo nötig, aus ergänzender Beregnung. Die Zahl ist also kein Gießplan, sondern die Summe aus Regen und dem, was bei Bedarf dazukommt.

Dazu zählt der Vorrat im Boden. Im landwirtschaftlichen Sojaanbau sollten im Frühjahr mindestens 100 l/m² pflanzenverfügbares Bodenwasser vorhanden sein.

Kurz erklärt

Die nutzbare Feldkapazität ist der Wasserspeicher im Boden, den Pflanzen tatsächlich nutzen können. Wie groß er ist, hängt im durchwurzelten Boden von der Bodenart und der Wurzeltiefe ab.

Für Soja im Gartenbeet gibt es keine eigene Literzahl pro Gießgang. Ich richte mich deshalb nach dem allgemeinen Richtwert für Gemüsebeete und vor allem nach der Bodenprobe.

Richtwert Gilt für
günstigenfalls 300 l je m² während des Wachstums Soja im Feldanbau, für hohe Erträge; Regen plus gegebenenfalls Beregnung
mindestens 100 l je m² pflanzenverfügbares Bodenwasser im Frühjahr landwirtschaftlicher Sojaanbau
höchstens 30 mm je Beregnungsgabe Soja im Feldanbau, wegen Lagergefahr
etwa 20 bis 25 l je m² für einen durchdringenden Gießgang, Durchfeuchtung bis ungefähr 20 cm Tiefe Gemüsebeet allgemein
etwa 10 bis 20 l je m² für Wurzeln in etwa 10 bis 20 cm Tiefe, Gabe zum Einsickern aufgeteilt Gartenbeete allgemein, als Orientierung

Die Gabe teile ich auf und lasse jede Portion einsickern, bevor die nächste kommt.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenreaktion

Geeignet sind Böden mit pH 6,5-7,0.

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die Samen 3-4 cm tief säen.

Aussaatkalender Sojabohnen
GartenkalenderVorkultur: April; Aussaat: Mai, Juni; Ernte: August, September; Pflanzung: JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniErnteErnte: AugustErnte: SeptemberPflanzungPflanzung: JuniVorkulturAussaatErntePflanzung

Wann braucht Soja am meisten Wasser?

Nicht jede Phase ist gleich wichtig. Den Schwerpunkt legst du auf die Zeit ab der Blüte.

Von der Aussaat bis zum Auflaufen

Gesät wird Soja von Mai bis Juni. In Saattiefe sollte der Boden dann mindestens 10 °C warm sein. Den passenden Termin findest du im Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken. Bis die Saat keimt, braucht sie gleichmäßige Feuchte, aber kein stehendes Wasser. Die Keimdauer liegt bei 14 bis 21 Tagen, so lange behältst du die Saatreihe im Blick.

Bereite das Saatbett nicht zu fein vor, weil die Keimlinge Verkrustungen schwer durchdringen. Wie das gelingt, liest du im Beitrag, wie du den Boden für Sojabohnen bearbeitest und das Saatbett anlegst. Ich prüfe die Saatreihe mit dem Finger, bevor ich nachgieße.

Jugendentwicklung bis zur Blüte

Soja entwickelt sich in der Jugend langsam und reagiert deshalb empfindlich auf Unkrautkonkurrenz. Ich halte die Reihen in dieser Zeit frei und hacke offenen Boden flach. Gegossen wird bei mir nur, wenn die Erde in der Tiefe trocken ist. Wie viel Wasser nötig ist, hängt von Sorte, Witterung und Boden ab, dazu von Sonne und Wind am Standort.

Ab der Blüte und während der Kornausbildung

Jetzt ist die Wasserversorgung besonders wichtig. Ich prüfe die Erde in dieser Phase öfter als vorher und gieße durchdringend, sobald sie in der Tiefe abtrocknet. Das Wasser kommt an den Fuß der Pflanzen, nicht über das Laub.

Jetzt dran

Sobald die ersten Blüten offen sind, stellst du den Stock griffbereit ans Beet und gießt bei Bedarf morgens in den Wurzelbereich. Angewelkten Rasenschnitt legst du dünn nach, sodass der Boden noch leicht durchscheint.

Zum Ende: Körnersoja und Edamame

Bei Körnersoja endet die Beregnung mit den ersten reifen Hülsen. Edamame erntest du früher, mit ausgewachsenen, weichen Körnern in noch grünen Hülsen. Wasser zählt während der Kornausbildung besonders, und Edamame kommen vor der Reife vom Beet; für Edamame gießt du deshalb bis zur Ernte nach Bodenprobe weiter. Geerntet wird Soja von August bis September.

Wie gießt du Soja effizient?

Erst prüfen, dann gießen

Steck vor dem Gießen einen Finger oder einen Stock neben der Reihe in die Erde. Ist sie in der Tiefe noch feucht, wartest du mit dem Gießen. Im Beet arbeite ich ohne Messgerät, nur mit Finger und Holzstab.

Marias Erfahrung

Mein Holzstab steckt die ganze Saison neben der Sojareihe. Bevor ich gieße, ziehe ich ihn heraus und schaue, wie weit feuchte Erde daran klebt.

Morgens an den Wurzelfuß

Gieß vorzugsweise morgens und direkt in den Wurzelbereich. So verringerst du Verdunstungsverluste, und die Blätter werden nicht unnötig nass. Auch am späten Abend verdunstet weniger als in der heißen Mittagszeit. Ich bleibe trotzdem beim Morgen. Morgendliches Gießen kann außerdem den Schutz vor Schnecken ergänzen, neben dem Kontrollieren ihrer Verstecke und dem Absammeln.

Tropfschlauch, Kanne oder Regner?

Für die Sojareihe empfehle ich einen Tropfschlauch. Er bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann Wasser sparen. Setz einen Filter davor, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Die Tropfer kontrollierst du trotzdem mit der Hand. Ein Regner nässt dagegen das ganze Laub. Für einzelne Pflanzen reicht die Gießkanne am Pflanzenfuß.

Zahl im Blick

Soja steht in Reihen mit 30 bis 40 cm Reihenabstand und 8 bis 40 cm Abstand in der Reihe. Die Pflanzen werden 40 bis 80 cm hoch. Für Edamame im Gartenbeet empfehlen sich 3 Reihen auf 1,20 m Beetbreite mit 8 cm Kornabstand in der Reihe.

Ich lege je Reihe einen Tropfschlauch und zeichne die Reihen vorher im Beetplaner für die Aufteilung deines Beets ein. Aussaat, Abstände und Pflege im Zusammenhang findest du in der Anleitung, wie du Sojabohnen Schritt für Schritt im Hobbygarten anbaust.

Im Feldanbau wird Soja beregnet. Wegen der Lagergefahr bleibt die einzelne Gabe dort auf höchstens 30 mm begrenzt, damit sich der Bestand nicht umlegt.

Regenwasser nutzen

Gesammeltes Regenwasser schont die Trinkwasservorräte. Es sollte aber von geeigneten Dachflächen stammen. Kupfer- und Zinkdächer sowie bestimmte wurzelfest ausgerüstete Bitumenbahnen können Schadstoffe abgeben. Ob sich Wasser zum Gießen eignet, hängt neben dem pH-Wert auch von der Härte und von gelösten Stoffen wie Natrium und Chlorid ab.

Mit Mulch und Boden Wasser halten

Mulch erst nach dem Auflaufen

Eine organische Mulchauflage verringert die Verdunstung aus dem Boden und bremst seine Aufheizung. Soja bevorzugt aber leicht erwärmbare Böden und braucht in Saattiefe mindestens 10 °C. Wer direkt auf die frische Saat mulcht, hält also genau die Wärme vom Boden fern, die Soja zum Start braucht. Ich lege Mulch deshalb erst auf, wenn die Pflanzen aufgelaufen sind.

Rasenschnitt lässt du vorher antrocknen und legst ihn dünn auf, bei Bedarf wiederholt. So verklebt und fault er nicht. Mulch kann außerdem Beikraut unterdrücken, ausdauernde Wurzelunkräuter hält er aber nur bedingt zurück. Wo kein Mulch liegt, hackst du flach.

Häufiger Fehler

Eine dicke Lage frischer Rasenschnitt gleich nach der Saat. Frisches Gras kann verkleben und faulen, und die Schicht bremst die Erwärmung des Bodens.

Boden, der Wasser hält

Eine gute Bodenstruktur und mehr Humus verbessern die Wasserspeicherung im Gartenboden. Für Soja soll der Boden außerdem locker strukturiert sein. Ob und wie viel Kompost dein Sojabeet bekommt, klärst du im Beitrag, wie du Sojabohnen mit Kompost und Nährstoffen versorgst. Nach der Ernte lasse ich die Wurzeln im Boden, damit Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche bleiben.

Zu viel oder zu wenig: woran erkennst du es?

Hülsenfrüchte brauchen einen Standort ohne Staunässe. Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung können die Phosphataufnahme hemmen, obwohl der Boden genug Vorrat hat. Zusätzlicher Phosphordünger behebt diese Ursache dann nicht. Hier setzt du bei Wasser und Boden an, nicht beim Dünger.

Welke Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose. Welke trotz ausreichender Wasserversorgung kann auf Kaliummangel hindeuten. Dazu passen Vergilbungen an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter. Eine Bodenuntersuchung zeigt, wie dein Boden mit Nährstoffen versorgt ist; was dann zu tun ist, steht im Düngebeitrag.

Mythos-Check

„Viel Wasser bringt viel Ertrag.“ So einfach ist es nicht. Ab der Blüte ist die Versorgung zwar besonders wichtig, doch Hülsenfrüchte vertragen keine Staunässe. Selbst im Feldanbau wird die einzelne Beregnungsgabe bei Soja wegen der Lagergefahr begrenzt.

Soja im Hochbeet

Ein Hochbeet erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet und trocknet dadurch auch schneller aus. Soja bevorzugt leicht erwärmbare Böden. Im Hochbeet bekommt sie also die gewünschte Wärme, braucht dort aber öfter eine Feuchteprobe als im Bodenbeet.

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Häufige Fragen

Wie viel Wasser benötigen Sojabohnen während einer Vegetationsperiode?
Für hohe Erträge im Feldanbau setzt man während des Wachstums günstigenfalls 300 Liter Wasser je m² an. Diese Menge kommt aus Regen und bei Bedarf aus ergänzender Beregnung. Für Soja im Gartenbeet gibt es keinen eigenen Literwert je Gießgang, deshalb gießt du nach Bodenprobe.
Welche Bewässerungsmethoden eignen sich am besten für den Sojaanbau?
Im Gartenbeet empfehle ich einen Tropfschlauch, der das Wasser gezielt an die Pflanze bringt. Setz einen Filter davor, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Im Feldanbau wird Soja beregnet, dort bleibt die einzelne Gabe wegen der Lagergefahr auf höchstens 30 mm begrenzt.
Wann sind die kritischen Phasen für die Bewässerung von Sojabohnen?
Besonders wichtig ist die Wasserversorgung ab der Blüte und während der Kornausbildung. Bis zur Keimung braucht die Saat gleichmäßige Feuchte ohne stehendes Wasser. Bei Körnersoja endet die Beregnung mit den ersten reifen Hülsen, für Edamame gießt du bis zur Ernte nach Bedarf weiter.
Welche Rolle spielt die Wurzelzone bei der optimalen Bewässerung von Sojapflanzen?
Das Wasser gehört in den Wurzelbereich und nicht auf das Laub. Ein durchdringender Gießgang im Gemüsebeet braucht etwa 20 bis 25 l je m². Damit wird der Boden bis ungefähr 20 cm Tiefe durchfeuchtet, Staunässe darf dabei nicht entstehen.
Wie misst man die Bodenfeuchte richtig bei Sojabohnen?
Steck vor dem Gießen einen Finger oder einen Stock neben der Reihe in die Erde. Maßgeblich ist, wie feucht es in der Tiefe ist. Ist die Erde dort noch feucht, wartest du mit dem Gießen.
Ist es ein Mythos, dass mehr Wasser immer zu höheren Sojaerträgen führt?
Ja, mehr Wasser bringt nicht automatisch mehr Ertrag. Hülsenfrüchte brauchen einen Standort ohne Staunässe, und Staunässe kann die Phosphataufnahme hemmen. Im Feldanbau wird die einzelne Beregnungsgabe bei Soja sogar wegen der Lagergefahr begrenzt.
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