Sojabohnen bewässern: Wasserverbrauch, wichtige Phasen und effiziente Methoden
- Für hohe Erträge im Soja-Feldanbau setzt man während des Wachstums günstigenfalls 300 l Wasser je m² an, aus Regen und gegebenenfalls ergänzender Beregnung.
- Besonders wichtig ist die Wasserversorgung ab der Blüte und während der Kornausbildung.
- Vor dem Gießen prüfst du die Feuchte mit Finger oder Stock in der Erde.
- Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich; Staunässe vertragen Hülsenfrüchte nicht.
- Bei Körnersoja endet die Beregnung mit den ersten reifen Hülsen, Edamame erntest du vorher aus noch grünen Hülsen.

Wenn meine Sojabohnen zu blühen beginnen, gehe ich öfter mit dem Holzstab durchs Beet als im ganzen Frühsommer davor. Ab der Blüte und während der Kornausbildung ist die Wasserversorgung bei Soja besonders wichtig. Wer in dieser Zeit nur nach Gefühl gießt, weiß nicht, was unten an den Wurzeln ankommt. Hier erkläre ich, wie viel Wasser Soja verbraucht, wann es zählt und wie du es gezielt an die Pflanze bringst.
Die Sojabohne stammt ursprünglich aus China. Bei uns wächst sie als einjährige, nicht winterharte Kultur, die du jung als Edamame oder mit ausgereiften Körnern erntest. Wo sie zwischen Erbse, Puffbohne und Gartenbohne steht, zeigt der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen der Hülsenfrüchte.
Wie hoch ist der Wasserverbrauch von Soja?
Für hohe Erträge im Feldanbau setzt man während des Wachstums günstigenfalls 300 Liter Wasser je m² an. Diese Menge stammt aus Niederschlägen und, wo nötig, aus ergänzender Beregnung. Die Zahl ist also kein Gießplan, sondern die Summe aus Regen und dem, was bei Bedarf dazukommt.
Dazu zählt der Vorrat im Boden. Im landwirtschaftlichen Sojaanbau sollten im Frühjahr mindestens 100 l/m² pflanzenverfügbares Bodenwasser vorhanden sein.
Die nutzbare Feldkapazität ist der Wasserspeicher im Boden, den Pflanzen tatsächlich nutzen können. Wie groß er ist, hängt im durchwurzelten Boden von der Bodenart und der Wurzeltiefe ab.
Für Soja im Gartenbeet gibt es keine eigene Literzahl pro Gießgang. Ich richte mich deshalb nach dem allgemeinen Richtwert für Gemüsebeete und vor allem nach der Bodenprobe.
| Richtwert | Gilt für |
|---|---|
| günstigenfalls 300 l je m² während des Wachstums | Soja im Feldanbau, für hohe Erträge; Regen plus gegebenenfalls Beregnung |
| mindestens 100 l je m² pflanzenverfügbares Bodenwasser im Frühjahr | landwirtschaftlicher Sojaanbau |
| höchstens 30 mm je Beregnungsgabe | Soja im Feldanbau, wegen Lagergefahr |
| etwa 20 bis 25 l je m² für einen durchdringenden Gießgang, Durchfeuchtung bis ungefähr 20 cm Tiefe | Gemüsebeet allgemein |
| etwa 10 bis 20 l je m² für Wurzeln in etwa 10 bis 20 cm Tiefe, Gabe zum Einsickern aufgeteilt | Gartenbeete allgemein, als Orientierung |
Die Gabe teile ich auf und lasse jede Portion einsickern, bevor die nächste kommt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenreaktion
Geeignet sind Böden mit pH 6,5-7,0.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 3-4 cm tief säen.
Wann braucht Soja am meisten Wasser?
Nicht jede Phase ist gleich wichtig. Den Schwerpunkt legst du auf die Zeit ab der Blüte.
Von der Aussaat bis zum Auflaufen
Gesät wird Soja von Mai bis Juni. In SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. sollte der Boden dann mindestens 10 °C warm sein. Den passenden Termin findest du im Aussaatkalender für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken. Bis die Saat keimt, braucht sie gleichmäßige Feuchte, aber kein stehendes Wasser. Die Keimdauer liegt bei 14 bis 21 Tagen, so lange behältst du die Saatreihe im Blick.
Bereite das SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. nicht zu fein vor, weil die Keimlinge Verkrustungen schwer durchdringen. Wie das gelingt, liest du im Beitrag, wie du den Boden für Sojabohnen bearbeitest und das Saatbett anlegst. Ich prüfe die Saatreihe mit dem Finger, bevor ich nachgieße.
Jugendentwicklung bis zur Blüte
Soja entwickelt sich in der Jugend langsam und reagiert deshalb empfindlich auf Unkrautkonkurrenz. Ich halte die Reihen in dieser Zeit frei und hacke offenen Boden flach. Gegossen wird bei mir nur, wenn die Erde in der Tiefe trocken ist. Wie viel Wasser nötig ist, hängt von Sorte, Witterung und Boden ab, dazu von Sonne und Wind am Standort.
Ab der Blüte und während der Kornausbildung
Jetzt ist die Wasserversorgung besonders wichtig. Ich prüfe die Erde in dieser Phase öfter als vorher und gieße durchdringend, sobald sie in der Tiefe abtrocknet. Das Wasser kommt an den Fuß der Pflanzen, nicht über das Laub.
Sobald die ersten Blüten offen sind, stellst du den Stock griffbereit ans Beet und gießt bei Bedarf morgens in den Wurzelbereich. Angewelkten Rasenschnitt legst du dünn nach, sodass der Boden noch leicht durchscheint.
Zum Ende: Körnersoja und Edamame
Bei Körnersoja endet die Beregnung mit den ersten reifen Hülsen. Edamame erntest du früher, mit ausgewachsenen, weichen Körnern in noch grünen Hülsen. Wasser zählt während der Kornausbildung besonders, und Edamame kommen vor der Reife vom Beet; für Edamame gießt du deshalb bis zur Ernte nach Bodenprobe weiter. Geerntet wird Soja von August bis September.
Wie gießt du Soja effizient?
Erst prüfen, dann gießen
Steck vor dem Gießen einen Finger oder einen Stock neben der Reihe in die Erde. Ist sie in der Tiefe noch feucht, wartest du mit dem Gießen. Im Beet arbeite ich ohne Messgerät, nur mit Finger und Holzstab.
Mein Holzstab steckt die ganze Saison neben der Sojareihe. Bevor ich gieße, ziehe ich ihn heraus und schaue, wie weit feuchte Erde daran klebt.
Morgens an den Wurzelfuß
Gieß vorzugsweise morgens und direkt in den Wurzelbereich. So verringerst du Verdunstungsverluste, und die Blätter werden nicht unnötig nass. Auch am späten Abend verdunstet weniger als in der heißen Mittagszeit. Ich bleibe trotzdem beim Morgen. Morgendliches Gießen kann außerdem den Schutz vor Schnecken ergänzen, neben dem Kontrollieren ihrer Verstecke und dem Absammeln.
Tropfschlauch, Kanne oder Regner?
Für die Sojareihe empfehle ich einen Tropfschlauch. Er bringt das Wasser gezielt an die Pflanze und kann Wasser sparen. Setz einen Filter davor, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können. Die Tropfer kontrollierst du trotzdem mit der Hand. Ein Regner nässt dagegen das ganze Laub. Für einzelne Pflanzen reicht die Gießkanne am Pflanzenfuß.
Soja steht in Reihen mit 30 bis 40 cm Reihenabstand und 8 bis 40 cm Abstand in der Reihe. Die Pflanzen werden 40 bis 80 cm hoch. Für Edamame im Gartenbeet empfehlen sich 3 Reihen auf 1,20 m Beetbreite mit 8 cm Kornabstand in der Reihe.
Ich lege je Reihe einen Tropfschlauch und zeichne die Reihen vorher im Beetplaner für die Aufteilung deines Beets ein. Aussaat, Abstände und Pflege im Zusammenhang findest du in der Anleitung, wie du Sojabohnen Schritt für Schritt im Hobbygarten anbaust.
Im Feldanbau wird Soja beregnet. Wegen der Lagergefahr bleibt die einzelne Gabe dort auf höchstens 30 mm begrenzt, damit sich der Bestand nicht umlegt.
Regenwasser nutzen
Gesammeltes Regenwasser schont die Trinkwasservorräte. Es sollte aber von geeigneten Dachflächen stammen. Kupfer- und Zinkdächer sowie bestimmte wurzelfest ausgerüstete Bitumenbahnen können Schadstoffe abgeben. Ob sich Wasser zum Gießen eignet, hängt neben dem pH-Wert auch von der Härte und von gelösten Stoffen wie Natrium und Chlorid ab.
Mit Mulch und Boden Wasser halten
Mulch erst nach dem Auflaufen
Eine organische Mulchauflage verringert die Verdunstung aus dem Boden und bremst seine Aufheizung. Soja bevorzugt aber leicht erwärmbare Böden und braucht in Saattiefe mindestens 10 °C. Wer direkt auf die frische Saat mulcht, hält also genau die Wärme vom Boden fern, die Soja zum Start braucht. Ich lege MulchMulch ist eine Schicht, mit der du offenen Gartenboden bedeckst, meist aus organischem Material wie Rasenschnitt, Stroh oder Laub. Sie schützt den Boden, hält ihn feucht und hemmt Unkraut. deshalb erst auf, wenn die Pflanzen aufgelaufen sind.
Rasenschnitt lässt du vorher antrocknen und legst ihn dünn auf, bei Bedarf wiederholt. So verklebt und fault er nicht. Mulch kann außerdem BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. unterdrücken, ausdauernde Wurzelunkräuter hält er aber nur bedingt zurück. Wo kein Mulch liegt, hackst du flach.
Eine dicke Lage frischer Rasenschnitt gleich nach der Saat. Frisches Gras kann verkleben und faulen, und die Schicht bremst die Erwärmung des Bodens.
Boden, der Wasser hält
Eine gute BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und mehr HumusHumus ist die tote organische Substanz im Boden. Er entsteht, wenn Bodenlebewesen abgestorbene Pflanzenteile, tote Tiere und Pilze zersetzen; der Humusgehalt gibt an, wie viel davon ein Boden enthält. verbessern die Wasserspeicherung im Gartenboden. Für Soja soll der Boden außerdem locker strukturiert sein. Ob und wie viel Kompost dein Sojabeet bekommt, klärst du im Beitrag, wie du Sojabohnen mit Kompost und Nährstoffen versorgst. Nach der Ernte lasse ich die Wurzeln im Boden, damit Nährstoffe und organische Substanz auf der Fläche bleiben.
Zu viel oder zu wenig: woran erkennst du es?
HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. brauchen einen Standort ohne Staunässe. Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung können die Phosphataufnahme hemmen, obwohl der Boden genug Vorrat hat. Zusätzlicher Phosphordünger behebt diese Ursache dann nicht. Hier setzt du bei Wasser und Boden an, nicht beim Dünger.
Welke Blätter sind ein Hinweis, keine Diagnose. Welke trotz ausreichender Wasserversorgung kann auf Kaliummangel hindeuten. Dazu passen Vergilbungen an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter. Eine Bodenuntersuchung zeigt, wie dein Boden mit Nährstoffen versorgt ist; was dann zu tun ist, steht im Düngebeitrag.
„Viel Wasser bringt viel Ertrag.“ So einfach ist es nicht. Ab der Blüte ist die Versorgung zwar besonders wichtig, doch Hülsenfrüchte vertragen keine Staunässe. Selbst im Feldanbau wird die einzelne Beregnungsgabe bei Soja wegen der Lagergefahr begrenzt.
Soja im Hochbeet
Ein HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. erwärmt sich schneller als ein Bodenbeet und trocknet dadurch auch schneller aus. Soja bevorzugt leicht erwärmbare Böden. Im Hochbeet bekommt sie also die gewünschte Wärme, braucht dort aber öfter eine Feuchteprobe als im Bodenbeet.


