Sojabohnen anbauen und keimen lassen: Schritt für Schritt vom Beet bis zur Pflege
- Sojabohnen brauchen ein sonniges Beet mit lockerem, leicht erwärmbarem Boden ohne Staunässe.
- Gesät wird von Mai bis Juni, sobald der Boden in Saattiefe mindestens 10 °C hat.
- Die Bohnen kommen 3 bis 4 cm tief in die Erde.
- Bis zur Keimung vergehen 14 bis 21 Tage.
- Sojasaatgut vor der Aussaat mit Bradyrhizobium japonicum impfen, weil die passenden Stämme in heimischen Böden normalerweise fehlen.
- Früh hacken, ab der Blüte auf Wasser achten und Soja erst nach 5 Jahren wieder aufs selbe Beet setzen.

Sojabohnen säe ich erst, wenn der Boden in Saattiefe mindestens 10 °C warm ist. Die Keimdauer liegt bei 14 bis 21 Tagen, und auch danach entwickeln sich die Jungpflanzen langsam. In dieser Zeit reagieren sie empfindlich auf Unkraut. Außerdem braucht Soja geimpftes Saatgut, weil die passenden KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. in heimischen Böden normalerweise fehlen. In sechs Schritten gehe ich mit dir vom passenden Beet bis zur Pflege. Ernte und Küche folgen am Ende kurz.
Sojabohnen im Steckbrief
Diese Werte für die Sojabohne (Glycine max) brauchst du beim Planen:
| Merkmal | Sojabohne |
|---|---|
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Licht | sonnig |
| Wuchshöhe | 40 bis 80 cm |
| Wuchsbreite | 30 bis 40 cm |
| Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. | 6,5 bis 7,0 |
| Aussaat | Mai bis Juni |
| Bodentemperatur zur Aussaat | mindestens 10 °C in Saattiefe |
| Saattiefe | 3 bis 4 cm |
| Keimtemperatur | 16 bis 25 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage |
| Reihenabstand | 30 bis 40 cm |
| Abstand in der Reihe | 8 bis 40 cm |
| Kulturdauer | 90 bis 98 Tage |
| Ernte | August bis September |
| FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. | 5 Jahre |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenreaktion
Geeignet sind Böden mit pH 6,5-7,0.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 3-4 cm tief säen.
Schritt 1: Das passende Beet wählen
Sojabohnen brauchen einen sonnigen Platz. Bevor ich ein Beet festlege, schaue ich in meine Aufzeichnungen der letzten Jahre. Soja kommt erst nach einer Fruchtwechselpause von 5 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Wie Erbsen und Bohnen gehört die Sojabohne zu den HülsenfrüchtlernHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft.. Wird dieselbe Pflanzenfamilie wiederholt angebaut, können sich bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren. Klee, Wicke und Lupine zählen dabei mit, auch wenn sie nur als Gründüngung auf dem Beet standen.
Bei Soja kommt eine zweite Gruppe dazu. Wegen der gemeinsamen Anfälligkeit für Sklerotinia berücksichtigst du auch Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln, Kopfsalat und Klee in der Fruchtfolge. Gute Vorkulturen für Hülsenfrüchte sind dagegen Spinat, Mangold und Rote Bete.
Beim Planen nur auf andere Hülsenfrüchte achten. Kartoffeln und Kopfsalat teilen mit Soja die Anfälligkeit für Sklerotinia und gehören deshalb mit in die Fruchtfolgeplanung.
Damit du die Pause über die Jahre im Blick behältst, kannst du die Belegung deiner Beete über mehrere Jahre planen. Planst du Soja in Mischkultur, braucht jede Art bis zu ihrer endgültigen Größe genug Platz, damit die Nachbarn sie nicht bedrängen. Welche Gemüse sich als Nachbarn vertragen, prüfst du vorher im Mischkultur-Werkzeug.
Schritt 2: Den Boden vorbereiten
Sojabohnen bevorzugen Böden mit lockerer Struktur, die sich leicht erwärmen. Staunässe verträgt keine Hülsenfrucht, deshalb meide ich Stellen, an denen nach Regen Wasser steht. Günstig ist ein schwach saurer bis neutraler Boden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,0.
Den pH-Wert und die Nährstoffe kennst du aus einer Bodenuntersuchung. Die Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, und du lässt sie um MagnesiumMagnesium ist ein lebensnotwendiger Pflanzennährstoff, der im Blattgrün (Chlorophyll) jedes Blattes steckt. Fehlt Magnesium, vergilben die Blätter; diese Aufhellung heißt Chlorose. ergänzen. Auf sandigem Lehmboden ist ab einem pH-Wert von 7 keine Kalkung erforderlich.
Im Frühjahr lockere ich das Beet mit der Grabgabel, aber erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Wie du den Boden für Sojabohnen bearbeitest, damit Struktur, SaatbettDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. und Wasserhaushalt stimmen, erkläre ich in einem eigenen Beitrag.
Schritt 3: Sorte wählen und Saatgut impfen
Eine Sorte, die rechtzeitig reif wird
Bei der Sortenwahl zählt vor allem, dass die Sorte an deinem Standort rechtzeitig abreift. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen bei Soja 90 bis 98 Tage. Wer erst im Juni sät, schiebt die Reife entsprechend nach hinten, deshalb achte ich dann besonders auf die Reifezeit der Sorte.
Im Körnersojaanbau werden Sorten in Reifegruppen eingeteilt. Die Gruppe 000 steht für sehr frühe Sorten, die Gruppe 00 für frühe. Die frühere Gruppe ist für weniger warme Lagen vorgesehen.
Saatgut mit Knöllchenbakterien impfen
Sojasaatgut impfst du vor der Aussaat mit den sojaspezifischen Knöllchenbakterien Bradyrhizobium japonicum. Die passenden Stämme fehlen in heimischen Böden normalerweise. Bei Ackerbohnen ist eine Impfung dagegen in der Regel nicht erforderlich, selbst auf Flächen, die bisher nicht mit ihnen bestellt waren. Ich impfe die Bohnen nach der Anleitung, die dem Impfmittel beiliegt. Warum die Impfung auch fürs Düngen zählt, liest du in Schritt 6.
Schritt 4: Sojabohnen säen und keimen lassen
Der richtige Zeitpunkt
Gesät wird von Mai bis Juni. Neben dem Kalender zählt die Bodentemperatur: In Saattiefe soll sie mindestens 10 °C betragen. Außerdem sollte der Boden ausreichend abgetrocknet sein. Edamame kannst du auf warmem Boden in mehreren Sätzen bis Anfang Juli säen. Planst du mehrere Hülsenfrüchte, helfen dir alle Aussaattermine für Hülsenfrüchte auf einem Blatt zum Ausdrucken.
Vor dem Säen stecke ich ein Bodenthermometer auf Saattiefe in die Erde. Ich lese es an mehreren Stellen im Beet ab und ziehe die Rillen erst, wenn überall mindestens 10 °C angezeigt werden.
Säen: Tiefe und Feuchtigkeit
Ich ziehe Rillen und lege die Bohnen 3 bis 4 cm tief. Soja ist kein Lichtkeimer, die Samen kommen also vollständig unter die Erde. Danach drücke ich die Erde leicht an. Bis die Keimlinge erscheinen, halte ich die Erde gleichmäßig feucht und achte darauf, dass kein Wasser in den Rillen steht.
Wie lange Sojabohnen zum Keimen brauchen
Die Keimdauer liegt bei 14 bis 21 Tagen. Als Keimtemperatur gelten 16 bis 25 °C. In der Jugend entwickeln sich Sojabohnen langsam und reagieren deshalb empfindlich auf Unkrautkonkurrenz. Beides zusammen ergibt eine lange Phase, in der Unkraut den jungen Pflanzen zusetzen kann. Ich säe deshalb nur in ein frisch gejätetes Beet.
Möchtest du Sojabohnen als Sprossen für die Küche keimen lassen, findest du die Sicherheitsregeln dafür im letzten Abschnitt.
Abstände im Beet
Sojabohnen säst du in Reihen. Diese Abstände gelten:
| Anbauform | Reihenabstand | Abstand in der Reihe |
|---|---|---|
| ReihensaatReihensaat ist eine Saatweise, bei der die Samen in flache, gerade Rillen gesät werden, sodass die Pflanzen später in Reihen stehen. Gegenüber der Breitsaat, bei der die Samen flächig ausgestreut werden, erleichtert sie die Pflege. im Gemüsebeet | 30 bis 40 cm | 8 bis 40 cm |
| Edamame im Gartenbeet | 3 Reihen auf 1,20 m Beetbreite | 8 cm Kornabstand |
Die Pflanzen werden 40 bis 80 cm hoch. Ich spanne vor dem Säen eine Schnur, damit die Reihen gerade werden und ich später sauber dazwischen hacken kann.
Vorziehen im Topf
Ich säe Soja direkt. Wer lieber vorzieht, pflanzt die Jungpflanzen im Juni aus. Bei der Anzucht brauchen sie genug Licht, denn zu wenig Licht bei zu warmer Anzucht macht Gemüsejungpflanzen bleich, dünn und weich.
Vor dem Säen prüfe ich diese Punkte.
- Boden in Saattiefe mindestens 10 °C warm und abgetrocknet
- Saatgut mit Bradyrhizobium japonicum geimpft
- Beet frisch gejätet, Reihen mit der Schnur markiert
- Rillen 3 bis 4 cm tief gezogen
- Erde bis zur Keimung feucht, ohne dass Wasser steht
Schritt 5: Unkraut in der Jugendphase kurz halten
Nach dem Auflaufen hacke ich zwischen den Reihen. Direkt an den Pflanzen ziehe ich BeikrautBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. von Hand, damit ich die jungen Stängel nicht verletze. Zwischen den Reihen mulche ich mit angewelktem Rasenschnitt. Ich lege ihn dünn und wiederholt auf, sodass der Boden noch leicht durchscheint. So verklebt er nicht und schimmelt nicht.
Mulch kann Beikraut unterdrücken, ausdauernde Wurzelunkräuter reduziert er aber nur bedingt. Die steche ich deshalb schon beim Vorbereiten des Beets aus.
Schritt 6: Gießen, düngen und hinschauen
Gießen ab der Blüte
Bei Sojabohnen ist die Wasserversorgung ab der Blüte und während der Kornausbildung besonders wichtig. Vor dem Gießen fühle ich mit dem Finger, wie feucht die Erde unter der Oberfläche ist. Staunässe vermeidest du auch in dieser Phase. Wie du Sojabohnen je Wachstumsphase bewässerst, mit welchen Methoden und zu welchen Zeitpunkten, steht in einem eigenen Beitrag.
Düngen: kein Stickstoff, aber nicht gar nichts
Bei funktionierender Knöllchensymbiose brauchen Sojabohnen keine Stickstoffdüngung. Die übrigen Nährstoffe müssen trotzdem bedarfsgerecht vorhanden sein. Was dein Beet braucht, zeigt der Befund der Bodenuntersuchung aus Schritt 2.
„Soja braucht keinen Dünger.“ Das gilt nur für Stickstoff und nur, wenn die Knöllchensymbiose funktioniert. Weil die passenden Bakterien in heimischen Böden normalerweise fehlen, ist die Impfung aus Schritt 3 die Voraussetzung dafür.
Pflanzen beobachten
Beim Hacken und Gießen schaue ich mir Blätter und Stängel an. Soja ist unter anderem für Sklerotinia anfällig, deshalb steht die Krankheit schon in der Fruchtfolge aus Schritt 1. Siehst du Blattläuse, kannst du zunächst versuchen, sie mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuspritzen. Woran du Krankheiten und Schädlinge an Sojabohnen erkennst und wie du ihnen vorbeugst, liest du im Beitrag zur Vorsorge.
Nach der Pflege: Ernte und Küche
Geerntet wird von August bis September. Wann und wie du Sojabohnen erntest, trocknest und lagerst, erkläre ich ausführlich in einem eigenen Beitrag.
Für Edamame erntest du die Hülsen grün, und wie du frische Sojabohnen erkennst und zubereitest, steht gesondert. Getrocknete Bohnen und Soja als Proteinquelle behandelt der Beitrag darüber, welche Sojaprodukte es gibt und wie du getrocknete Sojabohnen verwendest. Allergische Reaktionen auf Sojalebensmittel sind möglich, bei Birkenpollenallergie auch schwere Kreuzreaktionen, deshalb klärst du bei einer solchen Allergie vorher ärztlich ab, was für dich gilt.
Sollen die Bohnen als Sprossen keimen, gelten die Sicherheitsregeln für rohe und gekeimte Hülsenfrüchte. Sprossen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch selbst gezogene, denn Waschen entfernt Krankheitserreger nicht zuverlässig. Für kleine Kinder, Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächter Immunabwehr gilt das ohne Ausnahme. Nährwerte hängen von Art und Zubereitung ab, und was Sojabohnen ernährungsphysiologisch für eine pflanzliche Ernährung leisten, liest du in einem eigenen Überblick.


