Sojabohnen richtig düngen: ohne Stickstoffgabe, nach Bodenbefund
- Bei funktionierender Knöllchensymbiose brauchen Sojabohnen keinen Stickstoffdünger, auch keine Startgabe.
- Die passenden Knöllchenbakterien fehlen in heimischen Böden normalerweise, deshalb gehört geimpftes Saatgut dazu.
- Phosphor, Kalium und Magnesium bemisst du nach Ernteentzug und Nährstoffgehaltsklasse deines Bodens.
- Günstig ist ein Boden-pH von 6,5 bis 7,0; gekalkt wird nur, wenn der Messwert unter dem zu Bodenart und Humusgehalt passenden Bereich liegt.
- Reicht die Versorgung nicht, kommt vor der Aussaat Kompost ins Beet, im Frühjahr höchstens 3 l je m².
- Bei Mangelverdacht zuerst Staunässe, Trockenheit und Verdichtung prüfen, dann gezielt den fehlenden Nährstoff ergänzen.

Eine Stickstoffgabe zum Start ist bei Sojabohnen fehl am Platz, weil sie die Knöllchenbildung behindern kann. In diesen Knöllchen an den Wurzeln sitzen Bakterien, die Luftstickstoff binden und die Pflanze damit versorgen. Bei Soja greife ich im Frühjahr deshalb zuerst zum Bodenbefund und erst danach zum Dünger, wenn der Befund eine Lücke zeigt.
Welche Nährstoffe brauchen Sojabohnen?
Zu den HauptnährstoffenHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. gehören Stickstoff, Phosphor, Kalium, Magnesium, Calcium und SchwefelSchwefel ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe. Pflanzen brauchen ihn vor allem für den Eiweißaufbau und nehmen ihn überwiegend als Sulfat aus dem Boden auf, zum Teil auch aus der Luft.. SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. brauchen Pflanzen in viel kleineren Mengen, und im Gartenboden sind sie meist ausreichend vorhanden. Wie Hülsenfrüchte grundsätzlich versorgt werden, zeigt der Abschnitt zum Düngen von Bohnen, Erbsen und anderen Hülsenfrüchten.
Bei Sojabohnen verschiebt sich die Gewichtung. Den Stickstoff liefert die Symbiose, alle übrigen Nährstoffe müssen bedarfsgerecht im Boden bereitstehen.
| Nährstoff | Was bei Sojabohnen gilt |
|---|---|
| Stickstoff | Bei funktionierender Knöllchensymbiose keine Düngung, auch keine Startgabe |
| Phosphor, Kalium, Magnesium | Menge nach Ernteentzug und Nährstoffgehaltsklasse des Bodens |
| Schwefel | Eine Extragabe steigerte den Ertrag in österreichischen Anbauerfahrungen mit Bio-Sojabohnen nicht signifikant |
| MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. | Nötig, damit die Knöllchenbakterien Stickstoff binden; Mangel im Ackerbau sehr selten |
| Übrige Spurenelemente | Im Gartenboden meist in ausreichender Menge da |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenreaktion
Geeignet sind Böden mit pH 6,5-7,0.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 3-4 cm tief säen.
Warum Sojabohnen keinen Stickstoffdünger bekommen
Solange die Knöllchensymbiose funktioniert, kommen Sojabohnen ohne Stickstoffdüngung aus. Ihre Partner sind sojaspezifische Knöllchenbakterien namens Bradyrhizobium japonicum. In heimischen Böden kommen die passenden Stämme normalerweise nicht vor. Der Verzicht auf Stickstoffdünger setzt also eine funktionierende Symbiose voraus, und die sicherst du bei Soja über geimpftes Saatgut ab.
Wie das Impfen abläuft und wie du das Saatbett vorbereitest, steht im Beitrag darüber, wie du den Boden für Sojabohnen bearbeitest und das Saatgut impfst.
„Junge Sojapflanzen brauchen Stickstoff, bis die Knöllchen arbeiten.“ Eine Startgabe Stickstoff kann bei Sojabohnen die Bildung der Knöllchen behindern, deshalb lässt du sie weg. Dass Soja in der Jugend langsam wächst, gehört zu ihrer Entwicklung und ist für mich kein Anlass, Stickstoff nachzuschieben.
Den Bodenbefund lesen: pH-Wert und Grundnährstoffe
Im Standardumfang untersucht das Labor Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium; lass Magnesium ergänzen, weil sich die Sojadüngung auch danach richtet. Einen neuen Befund holst du im Hausgarten etwa alle 4 bis 5 Jahre ein. Für die Probe mischst du 10 bis 15 über das Beet verteilte Einstiche aus der oberen Bodenschicht.
Den Befund lese ich bei Soja in zwei Schritten, erst den pH-Wert und dann die Nährstoffe. Günstig für Sojabohnen ist ein schwach saurer bis neutraler Boden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,0. Welcher Zielwert für dein Beet passt, hängt zusätzlich von der Bodenart ab. Kalk kommt nur ins Beet, wenn der gemessene Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt passt.
Phosphor, Kalium und Magnesium bemisst du bei Soja nach dem Ernteentzug und nach der Nährstoffgehaltsklasse des Bodens. Der Ernteentzug beschreibt, was die Ernte dem Beet an Nährstoffen entnimmt. Die GehaltsklasseDie Gehaltsklasse ist eine Einstufung im Bodenuntersuchungsbefund, die angibt, wie gut der Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Sie reicht von A für niedrige bis E für besonders hohe Versorgung. zeigt, wie gut dein Boden schon versorgt ist. Der Befund ermöglicht daraus eine Empfehlung zu Düngerart und Düngermenge, und an diese Empfehlung halte ich mich.
| Befund | Was du tust |
|---|---|
| pH-Wert unter dem Bereich, der zu Bodenart und Humusgehalt passt | Kalkung einplanen |
| Sandiger Lehm mit pH-Wert 7 oder höher | Keine Kalkung erforderlich |
| Phosphor sehr hoch, Kalium niedrig | Gezielt nur Kalium ergänzen, keinen Mehrnährstoffdünger |
| Nährstoffversorgung unzureichend | Vor der Aussaat Kompost einarbeiten |
Pflanzen brauchen Phosphor für ihren Energiehaushalt. Mehr Blüten und Hülsen bringt eine Extragabe aber nicht automatisch, also richtet sich auch Phosphor nach dem Befund.
Mit einem pH-Wert von 11 bis 13 ist Holzasche stark alkalisch, außerdem kann sie Schwermetalle in den Gartenboden bringen. Auf dem Sojabeet streue ich sie deshalb nicht.
Vor der Aussaat: Zeitpunkt und Kompost
Notwendige Düngergaben bringst du im Hausgarten möglichst im Frühjahr aus, nicht im Herbst. So gehen weniger Nährstoffe durch AuswaschungAuswaschung ist der Verlust von Nährstoffen, die Niederschlagswasser aus dem Wurzelraum in tiefere Bodenschichten und bis ins Grundwasser spült. Besonders betroffen ist Nitrat, die Form, in der mineralischer Stickstoff im Boden größtenteils vorliegt. verloren. Die Aussaatzeit für Sojabohnen reicht von Mai bis Juni, deinen Termin behältst du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Hülsenfrüchte im Blick.
Zeigt der Befund eine unzureichende Versorgung, kann vor der Aussaat Kompost eingearbeitet werden. Die Frühjahrsgabe für die allgemeine Grunddüngung im Gemüsegarten bleibt bei höchstens 3 l Kompost je m². Auch Kompost oder StallmistStallmist ist ein Wirtschaftsdünger aus der Tierhaltung, etwa von Rindern oder Pferden, bei dem der Dung der Tiere meist mit Einstreu vermischt ist. Er verbessert den Boden und liefert zugleich reichlich Nährstoffe. kann den Boden mit Nährstoffen überversorgen, wenn du ihn häufig einarbeitest. Ich arbeite den Kompost vor der Aussaat ein und ziehe erst danach die Saatrillen.
Gewöhnliche mineralische Dünger stellen ihre Nährstoffe überwiegend rasch bereit, organische wirken meist langfristiger. Bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe geben organische Dünger wenig ab, in feuchtwarmem Wetter können sie dagegen einen starken Nährstoffschub auslösen. Wie organische und mineralische Gaben mit Menge und Zeitpunkt bei Gartenbohnen aussehen, zeigt der Beitrag zur Düngung von Buschbohnen, organisch wie mineralisch.
Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sehen nach einem harmlosen Bio-Dünger aus. Mit etwa 10 bis 14 % Stickstoff sind sie aber Stickstoffdünger. Bei Soja fällt die Stickstoff-Startdüngung weg, also gehören Hornprodukte nicht aufs Sojabeet.
Während des Wachstums: hacken, gießen, Knöllchen prüfen
Nach der Aussaat dünge ich Sojabohnen nicht routinemäßig nach, ich beobachte sie. Dabei schaue ich auf Unkraut, Wasser und die Wurzeln.
Junge Sojapflanzen entwickeln sich langsam und reagieren deshalb empfindlich, wenn Unkraut mit ihnen konkurriert. Nach dem Auflaufen halte ich die Reihen mit der Hacke frei.
Ab der Blüte und während sich die Körner ausbilden, ist eine gute Wasserversorgung bei Soja besonders wichtig. Trockenheit kann außerdem die Phosphataufnahme hemmen, auch wenn der Boden genug Phosphor enthält. Eine Trockenphase in der Blüte beantworte ich deshalb mit Wasser und nicht mit Dünger, denn zusätzlicher Phosphor behebt diese Ursache nicht. Wie du in welcher Phase gießt, steht im Beitrag darüber, wie du Sojabohnen je Wachstumsphase bewässerst.
Wenn die Pflanzen gut angewachsen sind, grabe ich am Beetrand eine aus und schaue nach Knöllchen an den Wurzeln. Fehlen sie, arbeitet die Symbiose vermutlich nicht, und damit fehlt die Voraussetzung für den Verzicht auf Stickstoffdünger. Ich prüfe dann, ob das Saatgut geimpft war, und notiere mir das für die nächste Aussaat.
Mangel erkennen: Hinweise lesen, Ursachen prüfen
Blattsymptome sind Hinweise, keine Diagnosen, denn ähnliche Bilder können verschiedene Ursachen haben. Bevor ich an Dünger denke, schaue ich auf Boden, Wasser und Befund.
| Was du siehst | Was dahinterstecken kann | Was du prüfst |
|---|---|---|
| Welke trotz Wasserversorgung, Vergilbung an den Rändern und zwischen den Adern älterer bis mittelalter Blätter | Kann auf Kaliummangel hindeuten | Kaliumwert im Bodenbefund |
| Welke im Topf bei Hitze, obwohl die Erde feucht ist | Kann Hitzewelke sein | Substratfeuchte, bevor du weiter gießt |
| Schwacher Wuchs, obwohl der Befund genug Phosphor zeigt | Kälte, Staunässe, Trockenheit oder Verdichtung können die Phosphataufnahme hemmen | Bodenfeuchte, Wasserabzug und Verdichtung |
| Keine Knöllchen an den Wurzeln | Die Symbiose arbeitet möglicherweise nicht | Ob das Saatgut geimpft war |
| Verdacht auf Molybdänmangel | Tritt im Ackerbau sehr selten auf | Zuerst die häufigeren Ursachen aus dieser Tabelle |
Bestätigt der Befund einen Mangel, ergänzt du genau diesen Nährstoff nach der Empfehlung im Befund. Liegt die Ursache in Staunässe oder Verdichtung, setzt du am Boden an und nicht am Dünger. Hülsenfrüchte gehören an einen Platz ohne Staunässe, und Soja mag Böden mit lockerer Struktur, die sich leicht erwärmen. Mehr zu Standort und Boden steht im Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten.
Sojabohnen im Topf und im Hochbeet
Ziehst du Sojabohnen im Topf, entscheidet zuerst das Substrat. Ich nehme dafür Kübelpflanzenerde, möglichst torffrei. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton können ihre Struktur stabiler machen. Das Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet.
Ein kleiner Topf speichert im Verhältnis zur Pflanze wenig Wasser, also gießt du dort häufiger. Bei torffreier Erde prüfe ich vor dem Gießen die Feuchte unter der Oberfläche oder hebe den Topf an und fühle sein Gewicht. Für die Düngung gilt im Topf dieselbe Regel wie im Beet: keine Stickstoff-Startgabe, dafür geimpftes Saatgut.
Im ersten Jahr gibt ein klassisches Hochbeet aus Reisig, Kompost und Gärtnererde viel Stickstoff ab. Für Starkzehrer sind das günstige Bedingungen. Soja soll dagegen ohne Stickstoff starten, weil eine Startgabe die Knöllchenbildung behindern kann. Ein frisch aufgesetztes Hochbeet überlasse ich deshalb im ersten Jahr den Starkzehrern.
Vorfrucht und Erntereste: was die Fruchtfolge für die Nährstoffe tut
Als stickstoffzehrende Vorfrüchte passen Wintergetreide und Zuckerrüben vor Soja. Weitere Vorfrüchte behandelt der Beitrag zur Bodenbearbeitung für Soja. Nach der Ernte lasse ich die Wurzeln im Beet. Was an Wurzeln und Pflanzenresten von Hülsenfrüchten im Boden bleibt, hält dort Stickstoff, weitere Nährstoffe und organische Substanz.
Die FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. für Sojabohnen beträgt 5 Jahre, du kannst sie im Beetplaner für deine Fruchtfolge vormerken. Eine Gründüngung aus Klee, Wicke oder Lupine gehört zur selben Pflanzenfamilie und zählt in der Fruchtfolge mit. Mehr zu Anbaupausen und Mischkultur steht im Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten.
Ziehst du neben Soja auch andere Bohnen, lies nach, wie du Stangenbohnen in den einzelnen Wachstumsphasen düngst und wie die wärmeliebende Helmbohne bedarfsgerecht versorgt wird.


