Gemüse · Kohl · Anbau

Grünkohl im Kübel pflanzen: Topfgröße, Sorten und Winterschutz

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Jeder Grünkohl bekommt seinen eigenen Kübel mit mindestens 25 l Volumen.
  • Für den Kübel sind niedrige Grünkohlformen zu empfehlen, sie werden ungefähr 25 bis 30 cm hoch.
  • Gesät wird von Mai bis Juli, vorgezogen in einer Schale und dann in Töpfe pikiert.
  • Steht Grünkohl lange im Topf, kann er im Sommer eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen.
  • Im Kübel friert der Wurzelballen schneller als im Beet, deshalb isolierst du Topfwand, Erdoberfläche und Topfboden.
  • Kälte macht viele Grünkohlsorten süßer, Frost braucht es dafür nicht.
Grünkohl mit stark gekrausten, blaugrünen Blattspitzen in dichter Rosette
Foto: Sayanti Roy · Pexels License · Quelle ↗

Grünkohl wächst auch im Topf, doch der Kübel setzt ihm engere Grenzen als ein Beet. Ein kleines Gefäß kann im Hochsommer mehrmals täglich Wasser brauchen. Im Winter friert der Wurzelballen schneller als im Gartenboden. Ich gebe deshalb jedem Grünkohl einen eigenen, großen Kübel und plane den Winterschutz schon beim Pflanzen mit.

Hier geht es um das, was Grünkohl im Gefäß anders braucht als im Beet: Sorten, Kübelgröße und Erde, Aussaat, Nährstoffe, Wasser, Ernte und Überwinterung. Wenn du im Gartenbeet anbaust, lies nach, wie du Grünkohl im Beet von der Aussaat bis zur Ernte bringst.

Lohnt sich Grünkohl im Kübel?

Grünkohl gilt als topfgeeignet und wächst damit auch auf Balkon und Terrasse. Wie bei jedem Gemüse in Kisten müssen Licht, Feuchte, Wuchs und Platz zur Kultur passen. Was Kohl im Topf generell braucht, steht im Kohl-Ratgeber unter Kohl im Gefäß, auf dem Balkon und im Hochbeet.

Aussaatkalender Grünkohl
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: April, Mai; Ernte: Januar, November, Dezember; Pflanzung: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiErnteErnte: JanuarErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Welche Grünkohlsorten passen in den Kübel?

Grünkohl wird je nach Sorte 40 bis 100 cm hoch. Für den Kübel werden vorzugsweise niedrige Sorten empfohlen. Niedrige Grünkohlformen erreichen ungefähr 25 bis 30 cm Höhe. Ich schaue beim Saatgut deshalb zuerst auf die Wuchshöhe und dann auf die Erntezeit.

Die Sorte ‘Westlandse Winter’ wächst kompakt und eignet sich für die Herbst- und Winterernte. Palmkohl ‘Nero di Toscana’ lässt sich ebenfalls im Kübel ziehen, ist aber nur bedingt frosthart. Er steht gern sonnig bis halbschattig und braucht im Gefäß durchlässige, nährstoffreiche Erde. Palmkohl liefert Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst, krauser Grünkohl je nach Sorte von Oktober bis März. Mit je einem Kübel von beiden kannst du also vom Sommer bis in den März ernten.

Typ Wuchs Erntezeit
Niedrige Grünkohlformen ungefähr 25 bis 30 cm hoch je nach Sorte Oktober bis März
‘Westlandse Winter’ kompakt Herbst und Winter
Palmkohl ‘Nero di Toscana’ kübelgeeignet, nur bedingt frosthart Sommer bis Spätherbst

Wie groß muss der Topf für Grünkohl sein?

Jeder Grünkohl bekommt einen eigenen Topf. Für das Mindestmaß gibt es zwei Empfehlungen, die unterschiedlich großzügig ausfallen.

Zahl im Blick

Für Grün- und Palmkohl im Kübel gilt: eine Pflanze pro Topf mit 30 cm Durchmesser und mindestens 25 l Volumen, am besten mit einer niedrigen Sorte. Eine knappere Empfehlung setzt die Untergrenze bei 10 l Substrat je Pflanze.

Ich plane mit 25 l, weil kleine Gefäße häufiger Wasser brauchen. Der Topf braucht freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser im Wurzelraum staut. Staunässe schädigt die Wurzeln und kann Infektionen mit Kohlhernie begünstigen.

Wo steht der Kübel gut?

Grünkohl steht gern sonnig und gilt zugleich als schattenverträglich. Ich stelle den Kübel so, dass ich ihn im Winter von allen Seiten einpacken kann.

Welche Erde braucht Grünkohl im Topf?

Grünkohl mag nährstoffreichen Boden, der Wasser gut hält. Im Kübel übernimmt das eine torffreie Kübelpflanzenerde mit strukturstabilen, porösen Bestandteilen. Faserreiche Kompostsubstrate speichern Luft, Wasser und Nährstoffe zugleich. Wenn ich selbst mische, nehme ich ungefähr gleiche Anteile reifen, gesiebten Kompost, Kokosfaser und unkraut- sowie krankheitsfreie Gartenerde.

Allgemeine Grundlagen zu Gefäß, Erde und Bewässerung findest du im Beitrag darüber, wie du Blattkohl im Kübel ziehst.

Achtung

Erde aus einem Kübel, in dem Kohl mit Kohlhernie oder einer anderen Wurzelkrankheit stand, verwendest du nicht wieder. Befallene Wurzeln gehören in den Restmüll und nicht auf den Kompost. Krankheitsfreie Erde aus dem Vorjahr kannst du weiter nutzen, wenn du die alten Wurzelballen entfernst und die Erde aufbereitest.

Wann säst du Grünkohl, und wie pflanzt du ihn in den Topf?

Aussaat und Anzucht

Grünkohl säst du von Mai bis Juli, je nachdem, wann du ernten willst. Ich säe in eine Schale und pikiere die Sämlinge schon im Keimblattstadium einzeln in Töpfe. Zu dicht stehende Sämlinge werden lang und schwach. Vor dem Auspflanzen stelle ich die Jungpflanzen mehrere Tage tagsüber ins Freie, damit sie sich an draußen gewöhnen.

Schritt Wann oder wie
Aussaat Mai bis Juli
Saattiefe 0,5 bis 2 cm
Keimdauer 5 bis 14 Tage
Pikieren schon im Keimblattstadium möglich
Abhärten mehrere Tage tagsüber ins Freie stellen
Pflanzreife höchstens 4 Laubblätter
Pflanzung für Herbst- und Winterernte Anfang Juni bis Anfang August

Die Termine aller Kohlarten hast du im Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken gesammelt.

So pflanzt du Grünkohl in den Topf

Ich fülle den Kübel mit Erde, setze die Jungpflanze in die Mitte und drücke die Erde rundum fest. Danach gieße ich gründlich an. Pflanzfertig ist Grünkohl mit höchstens 4 Laubblättern.

Mini-Checkliste

Ablauflöcher frei, torffreie Kübelerde eingefüllt, eine Pflanze pro Kübel, Jungpflanze abgehärtet und mit höchstens 4 Laubblättern.

Wie versorgst du Grünkohl im kleinen Wurzelraum mit Nährstoffen?

Im Beet bekommt Grünkohl vor dem Pflanzen Kompost und während der Kultur regelmäßig Nachschub. Im Kübel hat die Pflanze nur die Erde im Topf. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann zusätzlichen Stickstoffbedarf haben, deshalb richtest du die Düngung nach dem Substrat aus.

Grünkohl steht 112 bis 182 Tage in Kultur. Kohlpflanzen, die länger im Gefäß stehen, können im Sommer eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen. Wegen seiner langen Kulturdauer gehört Grünkohl im Kübel also genau zu diesen Kandidaten.

Ich nehme dafür Hornspäne als organischen Stickstoffdünger. Eine feste Menge gibt es nicht: Ich schaue auf Zuwachs und Blattfarbe und taste mich heran. Werden Blätter gelb, prüfe zuerst die Feuchte, denn auch Wassermangel kann Grünkohlblätter vergilben lassen.

Mehr zu natürlicher Düngung liest du im Beitrag darüber, wie du Grünkohl nach Bio-Grundsätzen anbaust. Dieselbe Frage stellt sich bei jedem Kohl, der lange im Topf steht, etwa wenn du Weißkohl im Kübel ziehst.

Wie oft braucht Grünkohl im Kübel Wasser?

Eine feste Gießmenge gibt es nicht. Der Wasserbedarf hängt von Sorte, Wetter und Substrat ab, dazu von Sonne und Wind am Standort. Kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser und im Hochsommer unter Umständen mehrmals täglich. Von Anfang August bis Mitte September achte ich besonders auf den Kübel, weil Wassermangel Grünkohlblätter vergilben lassen kann. Staunässe vermeidest du über freie Ablauflöcher.

Häufiger Fehler

Nur die Oberfläche prüfen. Bei torffreier Erde trocknet die oberste Schicht schnell ab und verrät nicht, wie feucht es darunter ist. Ich stecke vor dem Gießen einen Finger tief in die Erde.

Was hilft gegen Schädlinge im Kübel?

Zufliegende Kohlschädlinge erreichen auch Jungpflanzen im Topf, deshalb kann ein feines Kulturschutznetz sie schon während der Anzucht schützen. Nach dem Pflanzen legst du ein Netz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und hältst es bis zur Ernte geschlossen. Wann Erdflöhe, Kohlfliege und Raupen auftauchen, zeigt der Kontrollkalender im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.

Wie erntest du Grünkohl, damit er lange nachliefert?

Grünkohl erntest du je nach Sorte von Oktober bis März. Ich nehme die Blätter von unten und außen ab und lasse das Herz stehen. Bei der ersten Ernte bleiben mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk. Junge Blätter kannst du roh oder gegart essen, ältere können zäh werden.

Mythos-Check

Grünkohl braucht Frost, damit er schmeckt? Nicht ganz. Bei vielen Grünkohlsorten erhöht schon Kälte den Zuckergehalt und macht den Geschmack milder, Frost ist dafür nicht nötig. Mit der Ernte musst du also nicht auf die erste Frostnacht warten.

Lagern, kochen, Nährwerte

Im feuchten Tuch hält frischer Grünkohl im Kühlschrank 4 bis 5 Tage. Vor dem Einfrieren blanchierst du ihn 3 Minuten, und mehr zur Lagerung steht im Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung.

Kurz blanchiert und zerkleinert passt Grünkohl in Salate, gegart in Suppen, und weitere Ideen findest du im Beitrag darüber, was du in der Küche aus Grünkohl machen kannst.

Roher Grünkohl enthält als Tabellenwert 156,009 mg Vitamin C je 100 g essbarem Anteil. Er ist ein Lebensmittel und kein Heilmittel; die Nährwerte aller Kohlarten ordnet der Kohl-Ratgeber unter Kohl in der Küche ein.

Wie bringst du Grünkohl im Kübel durch den Winter?

Grünkohl verträgt häufig bis etwa −10 °C. Das ist ein grober Richtwert, denn Sorte, Zustand der Pflanze, Standort und Witterung bestimmen die tatsächliche Frosthärte. Im Kübel kommt etwas hinzu: Der Wurzelballen friert schneller als im Gartenboden. Außerdem reagieren Wurzeln empfindlicher auf Minusgrade als oberirdische Pflanzenteile. Im Topf sind also die Wurzeln gefährdeter als die Blätter, und der Schutz gehört an den Kübel.

Ich stelle den Kübel auf eine isolierende Unterlage, umwickle die Topfwand und decke die Erdoberfläche ab. Die Ablauflöcher bleiben frei, und die Abdeckung der Erde lässt sich zum Gießen anheben. In rauen Lagen kann Vlies den Grünkohl vor Kahlfrost und eisigem Wind schützen. Eine Vliesabdeckung hält auch starke Kälte und Wintersonne von der Pflanze ab. Palmkohl ist nur bedingt frosthart und braucht diesen Schutz eher als krauser Grünkohl.

Achtung

Ein ungeheiztes Gewächshaus ist kein verlässlich frostfreier Winterplatz. Bei stärkerem Frost kann es innen gefrieren. In längeren Frostperioden ist dort eine zusätzliche Abdeckung der Pflanzen sinnvoll.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Sperli Grünkohl Halbhoher grüner krauser
Sperli Grünkohl Halbhoher grüner krauser
Zum Shop
Sperli Blattkohl Emerald Ice
Sperli Blattkohl Emerald Ice
Zum Shop
Kiepenkerl Grünkohl Halbhoher grüner krauser
Kiepenkerl Grünkohl Halbhoher grüner krauser
Zum Shop
Kiepenkerl Grünkohl Kapitan F1
Kiepenkerl Grünkohl Kapitan F1
Zum Shop

Häufige Fragen

Wie groß sollte der Kübel für Grünkohl mindestens sein?
Für einen Grünkohl sollte der Kübel mindestens 25 l fassen. Manche Empfehlungen setzen die Untergrenze bei 10 l Substrat je Pflanze, doch kleine Gefäße brauchen häufiger Wasser. Als Topfmaß gelten 30 cm Durchmesser bei einer Pflanze je Gefäß. Freie Ablauflöcher gehören in jedem Fall dazu.
Welche Grünkohlsorten eignen sich besonders gut für den Anbau im Kübel?
Für den Kübel sind niedrige Sorten die bessere Wahl, denn niedrige Grünkohlformen werden ungefähr 25 bis 30 cm hoch. 'Westlandse Winter' wächst kompakt und eignet sich für die Herbst- und Winterernte. Palmkohl 'Nero di Toscana' lässt sich ebenfalls im Kübel ziehen, ist aber nur bedingt frosthart.
Wann ist die beste Zeit für die Aussaat von Grünkohl im Kübel?
Gesät wird Grünkohl von Mai bis Juli, je nachdem, wann du ernten möchtest. Zieh die Sämlinge in einer Schale vor, pikiere sie in Töpfe und setz sie mit höchstens 4 Laubblättern in den Kübel. Für die Herbst- und Winterernte pflanzt du von Anfang Juni bis Anfang August.
Wie unterscheidet sich die Überwinterung von Grünkohl im Kübel von der im Freiland?
Im Kübel friert der Wurzelballen schneller als im Gartenboden, und Wurzeln sind empfindlicher gegen Minusgrade als die Blätter. Der grobe Richtwert von etwa −10 °C, den Grünkohl häufig verträgt, gibt dir im Topf deshalb keine Sicherheit. Isoliere Topfwand, Erdoberfläche und Topfboden so, dass du weiter gießen kannst und Wasser ablaufen kann.
Worin unterscheiden sich Krauskohl und Palmkohl beim Anbau im Kübel?
Beide lassen sich im Kübel ziehen, jeweils eine Pflanze pro Topf. Palmkohl liefert Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst, krauser Grünkohl je nach Sorte von Oktober bis März. Palmkohl ist nur bedingt frosthart, krauser Grünkohl verträgt häufig bis etwa −10 °C. Im Winter braucht Palmkohl im Kübel deshalb eher Schutz.
Woran merke ich, dass Grünkohl im Kübel nachgedüngt werden muss?
Gelbe Blätter sind nur ein Hinweis, denn sie können auch auf Wassermangel deuten. Prüfe deshalb zuerst die Feuchte unter der Erdoberfläche. Steht der Kohl schon länger im Topf, kann er im Sommer eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen, auch in vorgedüngter torffreier Erde. Eine feste Menge gibt es dafür nicht: Schau auf Zuwachs und Blattfarbe und taste dich heran.
Wird Grünkohl erst nach dem ersten Frost süßer?
Nein, Frost ist dafür nicht nötig. Bei vielen Grünkohlsorten erhöhen schon niedrige Temperaturen den Zuckergehalt und machen den Geschmack milder. Du kannst also ernten, sobald die Erntezeit deiner Sorte beginnt, und musst nicht auf die erste Frostnacht warten.
Wie ernte ich Grünkohl so, dass er lange nachliefert?
Ernte die Blätter von unten und außen und lass das Herz stehen. Bei der ersten Ernte bleiben mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk. Junge Blätter kannst du roh oder gegart essen, ältere können zäh werden.
Zuletzt geprüft:
↑