Grünkohl anbauen: vom Saatbeet bis auf den Teller
- Grünkohl säst du von Mai bis Juli und ziehst ihn im Saatbeet oder in Töpfen vor.
- Die Jungpflanzen kommen mit höchstens 4 Laubblättern ins Beet, für die Herbst- und Winterernte zwischen Anfang Juni und Anfang August.
- In der Reihe brauchen die Pflanzen 40 bis 50 cm Abstand, zwischen den Reihen 50 bis 60 cm.
- Direkt nach dem Pflanzen kommt ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite aufs Beet.
- Geerntet wird je nach Sorte von Oktober bis März, bei der ersten Ernte bleiben mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter stehen.
- Frost braucht Grünkohl für den Geschmack nicht, bei vielen Sorten erhöht schon Kälte den Zuckergehalt.
- Vor dem Einfrieren blanchierst du die Blätter 3 Minuten.

Wer Grünkohl anbauen will, fängt später an als bei Rosenkohl, Weißkohl oder Rotkohl: Gesät wird von Mai bis Juli. Dafür erntest du je nach Sorte von Oktober bis März, also mitten durch den Winter. Ich säe ihn in Töpfe, während die Frühjahrskulturen schon im Beet wachsen. Hier gehst du den ganzen Weg mit, von der Sortenwahl über Aussaat und Pflanzung bis zu Ernte, Vorrat und Küche.
Grünkohl auf einen Blick
Die Werte für Aussaat, Pflanzung und Ernte stehen hier zusammen.
| Was | Wert für Grünkohl |
|---|---|
| Aussaat | Mai bis Juli |
| Vorkultur in Schalen oder Töpfen | Anfang Mai bis Mitte Juni |
| Saattiefe | 0,5 bis 2 cm |
| Keimtemperatur | 14 bis 20 °C, je nach Sorte |
| Keimdauer | 5 bis 14 Tage |
| Pflanzreife | höchstens 4 Laubblätter |
| Pflanzung für Herbst- und Winterernte | Anfang Juni bis Anfang August |
| Abstand in der Reihe | 40 bis 50 cm |
| Reihenabstand | 50 bis 60 cm |
| Wuchshöhe | 40 bis 100 cm, niedrige Formen ungefähr 25 bis 30 cm |
| Kulturdauer | 112 bis 182 Tage |
| Ernte | je nach Sorte Oktober bis März |
Die Termine aller Kohlarten zeigt dir der Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken.
Welche Grünkohlsorte passt zu deinem Beet?
Die Wuchshöhe von Grünkohl liegt bei 40 bis 100 cm. Es gibt aber auch niedrige Formen, die ungefähr 25 bis 30 cm erreichen. Sie lassen sich auf einem erhöhten Beet leichter einplanen. Die Sorte Westlandse Winter wächst kompakt und ist für die Herbst- und Winterernte gedacht.
Beim Palmkohl sieht der Kalender anders aus. Er liefert Blätter vom Sommer bis zum Spätherbst, und die Sorte ‘Nero di Toscana’ ist nur bedingt frosthart. Grünkohl erntest du dagegen je nach Sorte von Oktober bis März. Wer beide anbaut, kann also vom Sommer bis in den März Blattkohl ernten.
Wann säst du Grünkohl?
Grünkohl säst du von Mai bis Juli. Wann genau, hängt von deinem Erntewunsch ab: Je nach gewünschter Ernte liegt die Saat zwischen Ende Mai und Ende Juli. Ziehst du in Schalen oder Töpfen vor, säst du von Anfang Mai bis Mitte Juni und pflanzt von Anfang Juni bis Mitte Juli.
Weil du Grünkohl vorziehst und erst ab Juni pflanzt, kann das Beet bis dahin noch eine frühe Kultur tragen. Nimm dafür keinen Kreuzblütler wie Radieschen oder Rettich, denn die zählen bei der Anbaupause zum Kohl. Den Wechsel von Vor- und NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen. plane ich im Beetplaner für dein Gemüsebeet.
Grünkohl vorziehen: im Saatbeet oder im Topf
Grünkohl wird üblicherweise vorgezogen und dann an seinen endgültigen Platz gepflanzt. Ich ziehe in Töpfen vor, weil ich die Jungpflanzen dort gut im Blick habe. Ein Saatbeet im Freien ist der zweite Weg.
Im Saatbeet säen
Zieh im Saatbeet eine Rille von 2 cm Tiefe und leg die Samen hinein. Danach drückst du die Rille an, streifst sie zu und feuchtest sie mit einer feinen Brause an. Lass die Sämlinge nicht zu dicht stehen, sonst werden sie lang und schwach.
In Schalen und Töpfen säen
Für die Anzucht in Gefäßen nimmst du nährstoffarme, durchlässige Aussaaterde und Anzuchtgefäße mit Wasserabzug. Säe 0,5 bis 2 cm tief und halte die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser steht. Je nach Sorte keimt Grünkohl bei 14 bis 20 °C. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 5 bis 14 Tage. Eine Abdeckung nimmst du ab, sobald die ersten Keimlinge zu sehen sind.
In Schalen gesäten Grünkohl kannst du schon im Keimblattstadium in einzelne Töpfe pikieren. Danach stellst du die Jungpflanzen hell und eher kühl, denn Lichtmangel bei hoher Temperatur macht lange, weiche Triebe.
Pikieren heißt, die Sämlinge aus der Aussaatschale einzeln in eigene Töpfe umzusetzen. Du löst sie vorsichtig heraus, setzt sie mit ungebogenen Wurzeln ein, drückst sie an und gießt sie an.
Alte AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. und ungereinigte Schalen. Werden Sämlingsstängel wässrig-weich und an einer Stelle stark verengt, kann das auf die Umfallkrankheit hinweisen. Vorbeugen kannst du mit sauberem, neuem Anzuchtsubstrat, gereinigten Gefäßen und ohne Staunässe.
Wie lange die Anzucht dauert
Rechne mit etwa 3 bis 4 Wochen Anzucht. Es können auch etwa 6 Wochen werden. Ich richte mich deshalb nach dem Stadium: Ausgepflanzt wird mit höchstens 4 Laubblättern.
Ich lege schon über die Anzuchttöpfe ein feines KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen.. Auch im Topf kann das Netz zufliegende Kohlschädlinge von den Jungpflanzen fernhalten.
Grünkohl auspflanzen: Termin, Abstand, Pflanztag
Für die Herbst- und Winterernte pflanzt du Grünkohl von Anfang Juni bis Anfang August. Vorher härtest du die Jungpflanzen ab und stellst sie dafür mehrere Tage tagsüber ins Freie. Zuerst bekommen sie einen windgeschützten, schattigen Platz, an direkte Sonne gewöhnst du sie allmählich.
In der Reihe setzt du die Pflanzen 40 bis 50 cm auseinander. Zwischen den Reihen lässt du 50 bis 60 cm frei. Je Pflanzstelle kommt eine Pflanze ins Beet.
Die Jungpflanzen sind abgehärtet und haben höchstens 4 Laubblätter. Die Reihen sind mit 50 bis 60 cm Abstand markiert, in der Reihe planst du 40 bis 50 cm ein. Reifer Kompost ist eingearbeitet. Das Kulturschutznetz liegt bereit, damit es direkt nach dem Pflanzen aufs Beet kommt.
Standort, Boden, Wasser und Nährstoffe in Kürze
Standort: Grünkohl bevorzugt einen sonnigen Platz, verträgt aber auch Schatten und eignet sich sogar für ein nordseitiges Beet. Welcher Platz in deinem Garten passt, liest du im Beitrag, wie du den Standort für Grünkohl mit Boden, Licht und Windschutz wählst.
Boden: Grünkohl mag nährstoffreiche, tiefgründige Böden, die Wasser gut halten. Empfohlen wird ein pH-Wert von 6,8 bis 7,5. Wie du Boden und pH einschätzt, erklären die Grundlagen zu Standort, Boden, Gießen und Düngen im Kohl-Ratgeber.
Gießen: Wassermangel kann Grünkohlblätter vergilben lassen, deshalb achtest du besonders von Anfang August bis Mitte September auf ausreichend Wasser. Wie viel nötig ist, hängt von Wetter, Boden, Sonne und Wind ab; das Vorgehen beschreibt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Düngen: Vor dem Pflanzen arbeitest du reifen Kompost ins Beet ein, während der Kultur düngst du regelmäßig nach. Kompost allein deckt den Stickstoffbedarf von Gemüse nicht. Wie du nach Art und Verwendungszweck düngst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Düngen.
Pflege bis in den Winter
Auf Beeten ohne Mulch hackst du regelmäßig flach, das hält BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. zurück und vermindert die Verdunstung. In rauen Lagen kann ein Vlies Grünkohl im Winter vor Kahlfrost und eisigem Wind schützen. Was Jungpflanzen und Winterpflanzen sonst brauchen, steht im Ratgeber, wie du Grünkohl von der Jungpflanze bis zum Winter pflegst.
Schutz vor Schädlingen
Gegen KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. legst du direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und hältst es an den Rändern dicht bis zur Ernte geschlossen. Das passt zum Kalender, denn deine Jungpflanzen stehen gerade frisch im Beet, wenn ab Juli die neue Käfergeneration erscheint. Den Kontrollkalender für Kohlschädlinge hat der Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz, biologische Wege stehen im Beitrag zum Grünkohlanbau nach Bio-Grundsätzen.
Fruchtfolge und Nachbarn
Kohl und andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps sollten vorbeugend nur alle 3 bis 5 Jahre an denselben Platz zurückkehren. Die Pause kann das Risiko für KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. senken, deren DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Nachbarn planst du im Mischkultur-Planer, die Grundlagen zu Fruchtfolge und Mischkultur erklärt der Kohl-Ratgeber.
Grünkohl im Kübel und im Hochbeet
Im Kübel nimmst du vorzugsweise eine niedrige Sorte. Plane mindestens 25 l Gefäßvolumen ein. In einen Topf mit 30 cm Durchmesser kommt nur eine Pflanze, und freie Ablauflöcher sorgen dafür, dass sich kein Wasser staut. Im Hochbeet erwärmt sich die Erde schneller und trocknet dadurch auch schneller aus, eine Mulchschicht kann den Feuchtigkeitsverlust mindern. Wie du Pflanzen im begrenzten Wurzelraum versorgst und überwinterst, zeigt der Beitrag, wie Grünkohl im Kübel gelingt.
Ernte: wann und welche Blätter
Grünkohl erntest du je nach Sorte von Oktober bis März. Die Pflanzen bleiben dafür im Beet und liefern auch über den Winter Blätter, außer bei besonders strenger Kälte. Ich ernte von unten nach oben und lasse bei der ersten Ernte mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk. Ältere Blätter können zäh werden, junge Blätter kannst du auch roh essen.
Mehr Handgriffe zur Blatternte findest du im Beitrag, wie du Grünkohl blattweise erntest und frisch hältst.
„Grünkohl erst nach dem ersten Frost ernten.“ Das musst du nicht abwarten. Bei vielen Sorten reichert sich schon bei niedrigen Temperaturen Zucker an, Frost ist dafür keine Voraussetzung. Als grober Richtwert verträgt winterlicher Grünkohl etwa −10 °C, abhängig von Sorte, Pflanzenzustand, Standort und Witterung; eine feste Schadensgrenze ist das nicht. Den Zusammenhang erklärt der Beitrag, warum Kälte Grünkohl milder schmecken lässt.
Vorrat: Beet, Kühlschrank und Gefriertruhe
Im feuchten Tuch hält frischer Grünkohl im Kühlschrank 4 bis 5 Tage. Länger als 7 Tage solltest du ihn dort nicht lagern. Im Beet steht er dagegen je nach Sorte bis in den März. Das Beet ist also dein Vorrat: Ich ernte nur so viel, wie ich bald verbrauche.
Einfrieren
Für die Gefriertruhe wäschst du die Blätter und blanchierst sie 3 Minuten. Danach schreckst du sie in kaltem Wasser ab, lässt sie gut abtropfen und frierst sie portionsweise ein.
Fermentieren
Grünkohl lässt sich auch fermentieren, dabei gelten die Grundregeln für Kohl. Der Kohl bleibt die ganze Zeit unter seinem eigenen Saft oder unter Salzlake, und das Gas aus der Gärung braucht einen Weg nach draußen. Du arbeitest mit sauberen, ausgekochten Gefäßen und nimmst Salzmenge und Gärdauer aus einem erprobten Rezept. Fermentierter Kohl kann mehr Histamin enthalten, bei einer Histamin-Intoleranz ist er deshalb nicht pauschal verträglich.
Zeigt ein Ferment oder ein gekochtes Grünkohlgericht Schimmel, entsorgst du es komplett. Sichtbare Stellen abzuschneiden oder das Gericht stark zu erhitzen, entfernt mögliche Schimmelpilzgifte nicht sicher.
Grünkohl in der Küche
Junge Blätter kannst du roh oder gegart essen. Für Salat lassen sich die Blätter kurz blanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. und zerkleinern, in Suppen kommen sie gegart dazu. Gerichte vom Eintopf bis zum Salat sammelt der Beitrag mit Rezepten für Grünkohl vom Klassiker bis zur modernen Küche. Für den Mixer gibt es eine eigene Anleitung, wie du Grünkohl-Smoothies mixt. Welche Verwendungen es sonst noch gibt, zeigt der Beitrag, wofür du Grünkohl in der Küche nutzen kannst.
Der Tabellenwert für rohen Grünkohl liegt bei 53 kcal je 100 g essbarem Anteil. Grünkohl ist ein Lebensmittel und kein Heilmittel; die Nährwerte aller Kohlarten vergleicht der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Küche und Nährwerte.





