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Grünkohl-Standort: Boden, Licht und Windschutz richtig wählen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Sonnig ist erste Wahl, Grünkohl verträgt aber auch Halbschatten und ein nordseitiges Beet.
  • Der Boden soll nährstoffreich, tiefgründig und wasserhaltend sein, dabei gut durchlässig und ohne Staunässe.
  • Grünkohl bevorzugt einen pH-Wert von 6,8 bis 7,5; ob du kalkst, entscheidet die Bodenuntersuchung.
  • Plane eine Anbaupause von 4 Jahren ein, andere Kreuzblütler wie Radieschen zählen mit.
  • Eine Vliesabdeckung hilft Grünkohl in rauen Lagen gegen Kahlfrost und eisigen Wind.
Grünkohl mit stark gekrausten, blaugrünen Blattspitzen in dichter Rosette
Foto: Sayanti Roy · Pexels License · Quelle ↗

Grünkohl kommt ab Anfang Juni ins Beet und liefert je nach Sorte bis in den März Blätter. Den Platz, den du im Frühsommer wählst, behält er also bis ins nächste Jahr. Ein staunasser oder zu saurer Standort lässt sich dann nicht mehr tauschen. Ich lege den Grünkohlplatz deshalb fest, bevor ich säe, und prüfe dafür Licht, Boden, pH-Wert und Lage.

Standortfaktoren für Grünkohl auf einen Blick

Faktor Was Grünkohl braucht
Licht sonnig, verträgt aber Halbschatten und ein nordseitiges Beet
Boden nährstoffreich, tiefgründig, gut wasserhaltend und dabei durchlässig
pH-Wert 6,8 bis 7,5 für Grünkohl, 6,5 bis 7 für Kohl im Garten allgemein
Wasser ausreichend, besonders von Anfang August bis Mitte September
Platz 40 bis 50 cm in der Reihe, 50 bis 60 cm Reihenabstand
Winter grober Richtwert der Frosttoleranz: etwa −10 °C
Vorgeschichte Anbaupause von 4 Jahren, andere Kreuzblütler zählen mit
Aussaatkalender Grünkohl
GartenkalenderVorkultur: Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Blüte: April, Mai; Ernte: Januar, November, Dezember; Pflanzung: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiErnteErnte: JanuarErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuniPflanzung: JuliVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Sonne oder Halbschatten: Wie viel Licht braucht Grünkohl?

Die erste Wahl für Grünkohl ist ein sonniger Platz. Er gilt aber auch als schattenverträglich und eignet sich sogar für ein nordseitiges Beet. Damit passt er auch auf Flächen, die nicht den ganzen Tag Sonne bekommen. Für Palmkohl wie „Nero di Toscana“ gilt Ähnliches, er kommt mit Sonne wie mit Halbschatten zurecht.

Bevor ich eine Fläche für Grünkohl einplane, schaue ich zu mehreren Tageszeiten nach, wo Gebäude, Hecken oder hohe Nachbarkulturen Schatten werfen.

Welcher Boden passt zu Grünkohl?

Am wohlsten ist Grünkohl in tiefgründiger, nährstoffreicher Erde, die Wasser gut speichert. Zugleich soll der Boden fruchtbar und gut durchlässig sein, vorzugsweise alkalisch. Schwerer Boden ist für Grünkohl kein Nachteil, er wird sogar bevorzugt. Kohl kommt auch mit schwerem Ton zurecht.

Leicht oder schwer? Die Fingerprobe

Kurz erklärt

Für die Fingerprobe nimmst du leicht feuchte Erde zwischen die Finger. Zerfällt sie körnig, hast du Sandboden. Klebt sie und lässt sich gut ausrollen, ist der Boden tonig.

Kompost wirkt auf beiden Bodenarten, nur unterschiedlich. Sand hält mit Kompost mehr Wasser, schwerer Boden wird krümeliger und besser durchlüftet. Grünkohl bevorzugt Böden, die Wasser gut halten, und genau diese Eigenschaft verbessert Kompost auf Sand. Auf leichtem Boden steht Kompost für Grünkohl deshalb am Anfang der Vorbereitung.

Ich mache die Fingerprobe an mehreren Stellen des geplanten Beets und nicht nur am Rand.

Wasser halten, aber nicht stauen

Fehlt Wasser, können die Grünkohlblätter vergilben. Von Anfang August bis Mitte September achtest du deshalb besonders auf ausreichende Bewässerung. Meide trotzdem Staunässe, denn in feuchtem bis staunassem Boden bei 20 bis 25 °C infiziert der Kohlhernie-Erreger die Wurzeln besonders leicht. Der Standort muss also beides leisten: Wasser speichern und Überschuss ableiten.

Ein Beet mit Kohlhernie in der Vorgeschichte braucht eine langjährige Kohlpause und kommt für Grünkohl nicht infrage. Der Grund sind die Dauersporen des Erregers, die sich bis zu 20 Jahre im Boden halten können. Plane das Beet außerdem so, dass du im Spätsommer ohne Umwege gießen kannst. Nach der Pflanzung hält eine Mulchdecke im Sommer die Verdunstung gering und schützt die Oberfläche vor Verschlämmung.

Marias Erfahrung

Ich schaue mir eine geplante Kohlfläche nach kräftigem Regen an. Wo Wasser in Pfützen stehen bleibt, setze ich keinen Kohl hin und suche eine andere Stelle.

Welcher pH-Wert passt für Grünkohl?

Grünkohl bevorzugt einen pH-Wert von 6,8 bis 7,5. Für Kohl im Garten allgemein liegt die Empfehlung bei 6,5 bis 7. Welcher Wert für dein Beet richtig ist, entscheiden auch Bodenart und Humusgehalt mit. Deshalb messe ich, statt zu schätzen.

Angabe pH-Bereich Einordnung
Grünkohl 6,8 bis 7,5 bevorzugter Bereich für Grünkohl
Kohlkulturen im Garten 6,5 bis 7 allgemeine Empfehlung für Kohl
Grünkohl, Toleranz 4,2 bis 8,3 wird toleriert, ist aber kein Zielbereich
Häufiger Fehler

Kalk nach Gefühl streuen. Ob Kalk nötig ist, entscheiden Bodenart und Bodenuntersuchung. Liegt der pH-Wert schon über dem passenden Zielbereich, kalkst du nicht.

Mini-Checkliste

So nimmst du die Bodenprobe fürs Grünkohlbeet.

  • 10 bis 15 Teilproben über die Fläche verteilt stechen, jeweils aus den oberen 30 cm.
  • Die Teilproben zu einer Mischprobe vermengen und davon etwa 500 g ans Bodenlabor schicken.
  • Im Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte beproben, nicht direkt nach einer Düngung.
  • Beete mit unterschiedlicher Nutzung getrennt beproben.
  • Die Standardanalyse bestimmt pH, Phosphor, Kalium und Magnesium; löslichen Stickstoff und Humusgehalt beauftragst du gesondert.

Ich nehme die Probe im Herbst, wenn das Beet abgeräumt ist. So liegt das Ergebnis vor, bevor der Grünkohl im Juni ins Beet kommt.

Windschutz und Winterlage

Als groben Richtwert für die Frosttoleranz von winterlichem Grünkohl kannst du etwa −10 °C ansetzen. Ob deine Pflanzen mehr oder weniger aushalten, hängt von Sorte, Entwicklungszustand, Gesundheit, Standort und Witterung ab. Verlass dich deshalb nicht auf die Zahl als feste Grenze.

In einer rauen Lage deckst du Grünkohl im Winter mit Vlies ab, weil es ihn vor Kahlfrost und eisigem Wind schützen kann. Die Abdeckung hält bei überwinterndem Gemüse neben starker Kälte auch die Wintersonne ab. Wind zählt aber nicht nur im Winter, denn der Wasserbedarf von Gemüse hängt unter anderem von Sonne und Wind am Standort ab.

Bei jungen Pflanzen geht es dagegen um Luft. Falschem Mehltau kannst du bei jungen Kohlpflanzen vorbeugen, wenn Luft zirkuliert, sich kein Tau hält und die Blätter rasch abtrocknen. Ein passender Grünkohlplatz ist deshalb im Sommer so luftig, dass junge Blätter abtrocknen, und lässt im Winter ein Vlies zu, wenn eisiger Wind kommt.

Ich lege das Vlies bei Kahlfrost locker über die Pflanzen und beschwere die Ränder, damit der Wind es nicht abhebt.

Mythos-Check

„Grünkohl übersteht jeden Frost problemlos.“ So pauschal stimmt das nicht. Der Richtwert von etwa −10 °C ist grob, und Sorte, Entwicklungszustand und Gesundheit bestimmen die tatsächliche Frosthärte mit. Palmkohl wie „Nero di Toscana“ ist zum Beispiel nur bedingt frosthart.

Wie viel Platz braucht Grünkohl im Beet?

Grünkohl planst du immer mit beiden Maßen, dem Abstand in der Reihe und dem Reihenabstand. Gepflanzt wird einzeln in dieses Raster:

Maß Wert
Abstand von Pflanze zu Pflanze in der Reihe 40 bis 50 cm
Abstand zwischen den Reihen 50 bis 60 cm
Wuchshöhe 40 bis 100 cm
Höhe niedriger Grünkohlformen ungefähr 25 bis 30 cm

Wenn der Platz knapp ist, lohnt ein Blick auf kompakt wachsende Sorten wie „Westlandse Winter“, die sich für die Herbst- und Winterernte eignet.

Grünkohl kannst du vorziehen, ins Beet kommt er aber erst ab Anfang Juni. Bis dahin kann auf derselben Fläche eine frühe Kultur stehen, wenn sie rechtzeitig abgeerntet ist und nicht zu den Kreuzblütlern gehört. Wie sich beides auf deiner Fläche verteilt, spielst du im Beetplaner für deinen Garten durch.

Fruchtfolge und Nachbarn

Grünkohl braucht eine Anbaupause von 4 Jahren, und Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich, Rucola, Senf und Raps zählen dabei mit. Als Gründüngung davor passt Phacelia, weil sie mit keinem gängigen Gemüse verwandt ist. Vorfrüchte und Nachbarn planst du mit dem Kohl-Ratgeber zu Fruchtfolge und Mischkultur bei Kohl und dem Mischkultur-Planer.

Den Standort vorbereiten

Lockern ohne Umgraben

Ein bestehendes Gemüsebeet lockerst du mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Im Frühjahr ziehst du ihn dafür kreuzweise in etwa 20 cm Abstand durch das Beet. Umgraben lohnt sich vor allem bei einer Neuanlage und auf sehr schwerem Boden. Warte mit der Arbeit, bis der Boden abgetrocknet ist und nichts mehr an den Geräten kleben bleibt.

Ich ziehe zur Probe einmal mit dem Sauzahn durch: Bleibt Erde an den Zinken hängen, warte ich noch.

Kompost und Nährstoffe

Vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost in das Beet ein. Für die Grunddüngung im Frühjahr sind höchstens 3 l Kompost je m² vorgesehen. Zeigt der Bodenbefund stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein. Den Stickstoffbedarf von Gemüse kann Kompost allein aber nicht decken. Grünkohl wird deshalb während der Kultur regelmäßig nachgedüngt, als organischer Stickstoffdünger eignen sich zum Beispiel Hornspäne.

Eine Gründüngung im Vorjahr hilft dem Boden zusätzlich: Sie kann leichtem Boden zu mehr Wasserspeicher verhelfen und schweren Boden durchlässiger machen. Wie du Grünkohl nach Bio-Grundsätzen natürlich versorgst, zeigt der Ratgeber zum Grünkohl im Bioanbau.

Hochbeet oder Kübel, wenn der Gartenboden nicht passt

Taugt der Gartenboden nicht, kannst du Grünkohl im Hochbeet anbauen. Weil sich Hochbeeterde rascher erwärmt, trocknet sie auch rascher aus. Gerade von Anfang August bis Mitte September braucht Grünkohl aber ausreichend Wasser. Im Hochbeet gehört in dieser Zeit deshalb eine Mulchdecke auf die Erde, und du prüfst die Feuchte mit dem Finger, bevor du gießt.

Für das erhöhte Beet planst du leichter mit niedrigen Grünkohlformen, die ungefähr 25 bis 30 cm hoch werden.

Für den Kübel gelten eigene Regeln, nachzulesen im Ratgeber dazu, welches Gefäß und welche Erde Grünkohl im Kübel braucht. Im Kübel gefriert der Wurzelballen früher als im Beet, und gerade die Wurzeln sind bei Minusgraden empfindlicher als Blätter und Stängel. Ich isoliere deshalb Topfwand, Oberfläche und Gefäßboden und lasse Gießen und Wasserabfluss weiter möglich.

Aussaat, Pflege, Schutz und Ernte kurz gefasst

Aussaat und Pflanzung

Grünkohl säst du von Mai bis Juli, ziehst ihn vor und pflanzt ihn ab Anfang Juni ins Beet. Alle Kohltermine zeigt dir der Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken. Den ganzen Weg bis in die Küche beschreibt der Ratgeber, wie du Grünkohl vom Beet bis auf den Teller anbaust.

Pflege

Während der Kultur düngst du regelmäßig nach und achtest im Spätsommer besonders auf die Wasserversorgung. Was Grünkohl von der Jungpflanze bis in den Winter braucht, liest du im Ratgeber, wie du Grünkohl richtig pflegst.

Schädlinge

Ein Kulturschutznetz mit einer Maschenweite unter 1 mm legst du direkt nach der Pflanzung auf und hältst es bis zur Ernte an den Rändern dicht. Ab Juli erscheint die neue Generation der Kohlerdflöhe, dazu kommen Raupen wie die des Kohlweißlings, deshalb schaust du regelmäßig nach. Die Grundlagen dazu stehen im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

Ernte

Die Ernte läuft je nach Sorte von Oktober bis März. Lass beim ersten Ernten mindestens die 5 bis 6 jüngsten Blätter am Strunk stehen. Die Technik dazu findest du im Ratgeber, wie du Grünkohl blattweise erntest und frisch hältst.

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Häufige Fragen

Welcher Standort eignet sich für Grünkohl im Garten?
Grünkohl bevorzugt einen sonnigen Platz, verträgt aber auch Halbschatten und sogar ein nordseitiges Beet. Der Boden sollte nährstoffreich und tiefgründig sein, Wasser gut halten und trotzdem durchlässig bleiben. Meide Stellen mit Staunässe und Beete, auf denen in den letzten 4 Jahren Kohl oder andere Kreuzblütler standen.
Wie bereitest du den Boden für Grünkohl vor?
Lockere ein bestehendes Beet mit dem Sauzahn, ohne die Schichten zu wenden, und fang erst an, wenn keine Erde mehr am Gerät klebt. Vor dem Auspflanzen arbeitest du reifen Kompost ein, bei der Grunddüngung im Frühjahr höchstens 3 l je m². Ob Kalk nötig ist, zeigt eine Bodenuntersuchung. Weil Kompost allein den Stickstoff nicht deckt, düngst du während der Kultur regelmäßig nach.
Wie beeinflusst die Bodenstruktur das Wachstum von Grünkohl?
Grünkohl wächst gern in tiefgründigen Böden, die Wasser gut halten und trotzdem durchlässig sind; schwere Böden werden sogar bevorzugt. Mit Kompost hält Sand mehr Wasser, und schwerer Boden wird krümeliger und besser durchlüftet. Staunässe meidest du, weil feuchte bis staunasse Böden Kohlhernie begünstigen können.
Wie frosthart ist Grünkohl?
Als groben Richtwert kannst du bei winterlichem Grünkohl etwa −10 °C ansetzen, eine feste Grenze ist das nicht. Sorte, Entwicklungszustand, Gesundheit, Standort und Witterung entscheiden mit, wie viel Frost eine Pflanze tatsächlich verträgt. In rauen Lagen hilft eine Vliesabdeckung gegen Kahlfrost und eisigen Wind. Palmkohl wie „Nero di Toscana“ ist nur bedingt frosthart.
Wird Grünkohl erst nach dem ersten Frost süßer?
Entscheidend ist die Kälte, nicht der Frost. Bei vielen Grünkohlsorten lässt Kälte den Zuckergehalt steigen und den Geschmack milder werden, Frost muss dafür nicht sein. Mit der Ernte musst du also nicht auf den ersten Frost warten; je nach Sorte erntest du von Oktober bis März.
Welchen Einfluss hat die Luftzirkulation auf die Gesundheit von Grünkohlpflanzen?
Bei jungen Kohlpflanzen senkt bewegte Luft das Risiko für Falschen Mehltau, vor allem wenn sich wenig Tau bildet und die Blätter rasch abtrocknen. Ein Platz, an dem die Blätter nach Regen oder Tau schnell trocken werden, ist deshalb günstig. Im Winter geht es in rauen Lagen eher darum, die Pflanzen mit Vlies vor eisigem Wind zu schützen.
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