Rotkohl anbauen und pflanzen: vom Setzling bis zur Ernte
- Rotkohl steht gern sonnig, Halbschatten geht auch; der Boden soll tiefgründig, gut durchlässig und humusreich sein.
- Gesät wird von April bis Mai in Saatschale oder Frühbeet, die Samen kommen 0,5 bis 1 cm tief in die Erde.
- Abstand als System: 40 bis 50 cm in der Reihe und 50 bis 60 cm zwischen den Reihen.
- Bis zur Reife braucht Rotkohl je nach Sorte und Bedingungen 80 bis 160 Tage.
- Das Kulturschutznetz kommt direkt nach dem Pflanzen auf das Beet und bleibt bis zur Ernte geschlossen.
- Für den Wintervorrat eignen sich Winterformen besser, weil sie festere Köpfe bilden und sich besser lagern lassen.
- Auf dasselbe Beet kommt Rotkohl erst nach 4 Jahren Pause, und alle Kreuzblütler zählen mit.

Rotkohl belegt sein Beet lange: Je nach Sorte und Bedingungen braucht er 80 bis 160 Tage bis zur Reife. Was du beim Pflanzen festlegst, also Platz, Boden und Schutz, lässt sich später kaum noch ändern. Ich plane mein Rotkohlbeet deshalb schon im Winter und trage Reihen, VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. und Pflanztermin in meinen Beetplan ein. Wenn Kohl für dich neu ist, lies vorher die Grundschritte für deinen Einstieg in den Kohlanbau.
Rotkohl auf einen Blick
Diese Werte brauchst du für Planung, Anzucht und Pflanzung.
| Was | Rotkohl |
|---|---|
| Aussaat | April bis Mai, als VoranzuchtVoranzucht heißt, Pflanzen aus Samen in Schalen oder Töpfen unter geschützten Bedingungen heranzuziehen, etwa am Fenster, im Gewächshaus oder im Frühbeet. Die Jungpflanzen setzt du später ins Beet. in Saatschale oder FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimtemperatur | Minimum 15 °C, Maximum 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Pflanzung | März bis April aus beheizter Anzucht, spätere Sätze ab Juni |
| Abstand in der Reihe | 40 bis 50 cm |
| Reihenabstand | 50 bis 60 cm |
| Wuchshöhe | 30 bis 60 cm |
| Wuchsbreite | 50 bis 60 cm |
| Reife | 80 bis 160 Tage, je nach Sorte und Bedingungen |
| Ernte im Herbst- und Winteranbau | ab Spätherbst bis in den Winter |
| Standort | sonnig bis halbschattig |
| Boden | tiefgründig, gut durchlässig, humusreich |
| Boden-pHDer Boden-pH-Wert beschreibt, ob ein Boden sauer, neutral oder alkalisch ist. Er beeinflusst die Tätigkeit der Bodenorganismen und zeigt, ob ein Gartenboden eine Kalkgabe braucht. | schwach sauer bis schwach basisch |
| Anbaupause auf demselben Beet | 4 Jahre |
Alle Kohltermine auf einem Blatt liefert dir der Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken.
Wo wächst Rotkohl gut?
Gib Rotkohl einen sonnigen Platz, mit Halbschatten kommt er ebenfalls zurecht. Der Boden soll tiefgründig, gut durchlässig und humusreich sein. Beim pH-Wert passt schwach saurer bis schwach basischer Boden, für Kohlkulturen im Garten wird ein Wert von 6,5 bis 7 empfohlen. Ob du kalkst, richtet sich nach Bodenart und Bodenuntersuchung, und über dem passenden Zielbereich wird nicht gekalkt. Wie du Boden, pH-Wert und Staunässe für alle Kohlarten einschätzt, steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden.
Wann und wie säst du Rotkohl?
Rotkohl säst du von April bis Mai und ziehst ihn als Jungpflanze vor, die später ins Beet kommt. Ich säe breitwürfig in eine Saatschale und arbeite die Samen flach ein, 0,5 bis 1 cm tief. Zum Keimen brauchen sie mindestens 15 °C. Nach 7 bis 14 Tagen zeigen sich die Keimlinge. Halte die Aussaat gleichmäßig feucht ohne Staunässe und stell die Keimlinge hell und nicht zu warm, sonst werden sie lang und weich.
Die Pflanzzeit für Rotkohl beginnt schon im März. Für so frühe Sätze ziehst du die Jungpflanzen im beheizten Gewächshaus oder im beheizten Frühbeet vor. Wie du Rotkohl im Frühbeet vorziehst und die Saison verlängerst, habe ich eigens beschrieben.
Bei Kopfkohl wie Rotkohl richten sich Aussaat, Pflanzung und Ernte nach der Sortengruppe, also nach früher, sommerlicher oder später Sorte. Welche Gruppe du wann säst, zeige ich dir in einem eigenen Ratgeber. Keimt die Saat schlecht, hilft dir die Anleitung, wie Rotkohlsamen zuverlässig keimen und zu abgehärteten Jungpflanzen werden. Die allgemeinen Anzuchtregeln für Kohl stehen im Kohl-Ratgeber unter Aussaat, Anzucht und Pflanzung.
Wie pflanzt du Rotkohl richtig?
Vor dem Auspflanzen härtest du die Jungpflanzen ab. Stell sie dafür tagsüber an einen windgeschützten, schattigen Platz ins Freie und gewöhne sie allmählich an die Sonne. Ob selbst gezogen oder gekauft: In der Kohlvorkultur gilt ein Setzling mit 3 bis 5 gut ausgebildeten Laubblättern als pflanzreif.
Das Beet bearbeite ich erst, wenn keine Erde mehr am Werkzeug haften bleibt. Ich lockere es mit dem Sauzahn, ohne die Schichten zu wenden, und arbeite dabei Kompost ein. Danach spanne ich eine Schnur und stecke jede Pflanzstelle mit einem Stab ab, bevor ich das erste Loch grabe.
In der Reihe setzt du Rotkohl 40 bis 50 cm auseinander, zwischen den Reihen bleiben 50 bis 60 cm frei. Ausgewachsen wird er 50 bis 60 cm breit, deshalb füllen die Blätter die Lücken in der Reihe später aus.
Pflanzt du erst ab Juni, können vorher Salat oder Spinat als frühe Vorkultur auf dem Beet stehen. Rotkohl eignet sich auch für Gefäße, und für Balkon und Terrasse habe ich aufgeschrieben, wie Rotkohl im Kübel gelingt.
Setzlinge abgehärtet und mit 3 bis 5 gut ausgebildeten Laubblättern. Boden abgetrocknet, gelockert und mit Kompost versorgt. Pflanzstellen nach beiden Abständen markiert. Jede Pflanze angegossen, das Netz direkt nach dem Pflanzen aufgelegt und an den Rändern dicht.
Wie pflegst du Rotkohl bis zur Ernte?
Zu Kulturbeginn hacke und jäte ich zwischen den Reihen. Flaches, regelmäßiges Hacken hält auf ungemulchten Beeten die Beikräuter zurück und vermindert die Verdunstung. In Hitzeperioden gießt du Rotkohl regelmäßig, am besten abends und direkt an die Wurzel. Die Bayerische Gartenakademie rät, Gemüse eher wöchentlich gründlich zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Für diesen wöchentlichen Gießgang nennt sie rund 14 Liter je Quadratmeter.
Kompost allein reicht für die Stickstoffversorgung von Gemüse nicht aus, deshalb ergänzt du Stickstoff nach dem Bedarf der Kultur. Wie du Kohl nach Art und Verwendungszweck düngst und bedarfsgerecht gießt, steht im Kohl-Ratgeber in den Abschnitten Düngen und Gießen. Welche Fehler in jeder Kulturphase typisch sind, habe ich bei den typischen Anfängerfehlern im Rotkohlanbau gesammelt.
Wie schützt du Rotkohl vor Schädlingen und Krankheiten?
Ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. kann den Befall von Kopfkohl mit Schadinsekten verhindern oder vermindern. Gegen KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. liegt ein Netz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite gleich nach dem Pflanzen auf und bleibt bis zur Ernte geschlossen. Kontrolliere ab April regelmäßig Saaten und Jungpflanzen, und Raupen wie die des Kohlweißlings sammelst du ab.
Die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. befällt die Wurzeln, und ihre DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren. können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Du beugst vor, indem du Staunässe vermeidest und die Anbaupause einhältst; befallene Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll. Wie Kalkung, Sortenwahl und Hygiene zusätzlich helfen können, liest du im Ratgeber, wie du Kohlhernie bei Rotkohl vorbeugst.
Den Jahreslauf der Schädlinge und die Einordnung der Krankheiten findest du in den Abschnitten Schädlinge und Pflanzenschutz sowie Krankheiten im Kohl-Ratgeber.
Was gilt für Fruchtfolge und Mischkultur?
Rotkohl kommt erst nach 4 Jahren Pause zurück auf dasselbe Beet, und in diese Pause zählen alle Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich, Senf und Raps. Als Vorfrucht eignen sich Hülsenfrüchte, weil sie Stickstoff im Boden hinterlassen. Die Anbaujahre hältst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge fest, die Grundregeln stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur. Mischkultur kann unterstützen, feste Wirkungen der Nachbarn lassen sich aber schwer nachweisen. Wie du Rotkohl trotzdem sinnvoll kombinierst, erklärt mein Ratgeber zu Rotkohl in Mischkultur mit passenden Partnern.
Wann erntest du Rotkohl und wie lagerst du ihn?
Im Herbst- und Winteranbau erntest du Rotkohl ab dem Spätherbst bis in den Winter, Wintersorten dürfen dafür auf dem Beet stehen bleiben. Sommerformen bilden eher lockere Köpfe, Winterformen festere, die sich besser lagern lassen. Für den Wintervorrat wählst du deshalb eine Winterform.
Woran du den reifen Kopf erkennst und wie er über den Winter kommt, liest du im Ratgeber, wann du Rotkohl erntest und wie du ihn lagerst. Erntezeiten und Sortengruppen aller Kohlarten fasst der Kohl-Ratgeber unter Ernte und Lagerung sowie Sorten und Jahreszeiten zusammen.
Wie verwendest du Rotkohl und machst ihn haltbar?
Frisch eignet sich Rotkohl als Rohkost und zum Dämpfen oder Kochen. Ideen für die Küche findest du in meinen Rezepten, mit denen du deine Rotkohlernte verarbeitest. Wie du Kohl sicher fermentierst und welche Nährwerte er mitbringt, fasst der Kohl-Ratgeber unter Kohl in der Küche zusammen.




