Kohlrabi ernten: So erkennst du die Reife, bevor die Knolle holzig wird
- Im Hausgarten kann Kohlrabi etwa 6–8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein.
- Besonders zart ist die Knolle, bevor sie ihre volle Größe erreicht hat.
- Gleitet das Messer an der Schnittstelle leicht und glatt hinein, spricht das gegen Verholzung.
- Ein hohes Pflanzenalter und zu große Hitze können das Verholzen fördern.
- Stark schwankende Bodenfeuchte kann Kohlrabiknollen platzen lassen.
- Ohne Blätter in ein feuchtes Tuch gewickelt hält Kohlrabi im Gemüsefach etwa 1 Woche.

Kohlrabi, der zu lange im Beet steht, kann holzig werden, und zu große Hitze kann das zusätzlich fördern. Im Hausgarten kann die Knolle etwa 6–8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein. Ich schreibe deshalb beim Pflanzen das Datum auf das Beetschild, damit ich weiß, ab wann ich nachsehen muss. Der Kalender gibt dir das Startsignal, entscheiden kannst du aber erst an der Knolle.
Wann ist Kohlrabi erntereif?
Einen gemeinsamen Erntemonat gibt es bei Kohlrabi nicht, denn jeder Satz kommt zu einer anderen Zeit ins Beet. Rechne deshalb vom Pflanztag aus und nicht vom Kalenderblatt. Für frühe und späte Sätze gelten diese Termine:
| Satz | Aussaat und Anzucht | Pflanzung |
|---|---|---|
| Früher Satz | geschützt vorgezogen, ab Ende Januar für das Gewächshaus, ab Anfang Februar für eine spätere Frühjahrspflanzung | je nach KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. im März bis Anfang April |
| Satz für die Herbsternte | Aussaat bis Mitte Juli | bis Mitte August |
Die Termine für alle Sätze hast du mit dem druckbaren Aussaatkalender für Kohl auf einem Blatt.
Etwa 6–8 Wochen nach der Pflanzung kann Kohlrabi im Hausgarten erntereif sein. Für die Anzucht bis zur Pflanzreife planst du je nach Bedingungen etwa vier bis sechs Wochen ein. Beides sind Richtwerte, der tatsächliche Erntetag zeigt sich an der Knolle.
Woran erkennst du die Reife an der Knolle?
Besonders zart ist eine Kohlrabiknolle, bevor sie ihre volle Größe erreicht hat. Warte also nicht, bis sie so groß ist, wie die Sorte werden kann. Die Sortenangabe auf der Saatguttüte zeigt dir, welche Endgröße du erwarten kannst.
Einen zweiten Hinweis liefert der Schnitt. Dringt das Messer an der Schnittstelle über der Wurzel leicht und glatt ein, spricht das gegen Verholzung. Hakt die Klinge dagegen, kann das auf beginnende Verholzung hindeuten. Ich ernte deshalb zuerst eine einzelne Knolle als Probe und setze das Messer genau dort an. Gleitet es glatt hinein, nehme ich mir die übrigen Knollen des Satzes als Nächstes vor.
„Lass den Kohlrabi ruhig groß werden, kleine Knollen taugen nichts.“ Tatsächlich ist die Knolle gerade dann besonders zart, wenn sie ihre volle Größe noch nicht erreicht hat. Ein hohes Pflanzenalter kann dagegen das Verholzen fördern.
Warum wird Kohlrabi holzig oder platzt?
Alter und Hitze fördern das Verholzen
Ein hohes Pflanzenalter und zu große Hitze können die Verholzung der Knolle fördern. Kohlrabi bevorzugt sonnige, aber nicht zu heiße Plätze und für frühe Kulturen leicht erwärmbare Böden. Deckst du frühe Pflanzungen mit Vlies oder Folie ab, nimmst du die Abdeckung bei starker Erwärmung an einem trüben Tag ab. Eine verlängerte doppelte Abdeckung kommt nur infrage, solange es tagsüber unter der Abdeckung unter 25 °C bleibt. Eine Abdeckung, die bei Wärme zu lange liegt, kann also auch die Zartheit der Knolle kosten, weil Hitze das Verholzen fördern kann.
Reife Knollen im Beet stehen lassen, weil im Kühlschrank gerade noch genug liegt. Mit dem Pflanzenalter steigt das Risiko, dass die Knolle verholzt, und Hitze kann das noch fördern. Überzählige reife Knollen erntest du besser und frierst sie ein.
Geplatzte Knollen
Stark schwankende Bodenfeuchte kann Kohlrabiknollen platzen lassen. Damit sich die verdickte Sprossachse gut ausbildet, vermeidest du Wassermangel während des Wachstums und hältst die Feuchte möglichst gleichmäßig. Wie du dafür Kohl nach Bedarf und direkt an die Wurzel gießt, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Gießen.
Was verschiebt den Erntetermin?
In frühe Sätze gehören Sorten wie die schossfeste Lanro für den Anbau unter Glas oder Folie und Azur Star, eine frühe blaue Sorte für Treib- und Freilandkultur. Riesenkohlrabi hat dagegen eine Standdauer von 90 bis 120 Tagen und wird ab Ende August geerntet. Welche Sorten zu welcher Jahreszeit passen, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Sorten und Jahreszeiten.
Im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. können die sonnenwarmen Seitenwände den Boden schneller erwärmen und einen früheren Kulturstart ermöglichen. Die schnellere Erwärmung lässt die Erde dort aber auch schneller austrocknen. Da schwankende Bodenfeuchte Knollen platzen lassen kann, lohnt im Hochbeet ein genauer Blick auf die Feuchte; mehr dazu im Beitrag, wie du Kohlrabi im Hochbeet anbaust und pflegst.
Für frühe Sätze ist der Zukauf von Jungpflanzen sinnvoll, wenn du zu Hause kein ausreichendes Licht und keine passenden Anzuchttemperaturen bieten kannst. Pflanzfertige frühe Setzlinge haben etwa vier Blätter und einen erkennbaren Knollenansatz. Die Abwägung im Detail findest du im Beitrag, ob du Kohlrabi-Jungpflanzen selbst anziehst oder kaufst.
Kohlrabi zählt zu den Mittelzehrern; wie du die Düngung am Bodenzustand ausrichtest, steht im Kohl-Ratgeber unter Düngen. Den Anbau von der Sortenwahl über Aussaat und Pflege beschreibt der Ratgeber zum Kohlrabi-Anbau im Garten.
So erntest du Kohlrabi
Ich schneide die Knolle mit einem scharfen Messer knapp über der Wurzel ab. Die frische Schnittstelle nutze ich gleich für den Messertest. Soll die Knolle in den Kühlschrank, kommen die Blätter ab. Junge Blätter sind ebenfalls nutzbar, halten aber von der Knolle getrennt gekühlt im Plastikbeutel höchstens 2 Tage.
Den Strunk ziehe ich danach mit den Wurzeln aus dem Beet und sehe sie mir an. Hat eine Pflanze gewelkt und zeigen sich Wucherungen an den Wurzeln, kann das auf KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. hinweisen. Solche Wurzeln entsorgst du über den Restmüll, nicht auf dem Kompost. Weiße Maden im Wurzelbereich einer welken Pflanze können dagegen auf die KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. hindeuten.
Pflanzdatum notiert · Knolle noch unter ihrer vollen Sortengröße · Messer gleitet an der Schnittstelle glatt hinein · Blätter ab, bevor die Knolle in den Kühlschrank kommt · Wurzeln beim Abräumen angeschaut
Nach der Ernte: So bleibt die Knolle zart
Kohlrabi kann auch nach der Ernte weiter verholzen, und lange Lagerzeiten beschleunigen das. Zusammen mit dem Pflanzenalter im Beet heißt das: Eine reife Knolle bleibt weder draußen noch im Kühlschrank auf Dauer zart, also planst du Ernte und Verbrauch zusammen.
Ohne Blattwerk und in ein feuchtes Tuch oder Papier gewickelt hält Kohlrabi im Gemüsefach etwa 1 Woche. Lagere ihn getrennt von Obst, denn vor allem Äpfel geben Ethylen ab, das Gemüse schneller welken lassen kann. Späte Sorten lassen sich besser lagern und kommen ohne Blätter und Wurzeln neben die Winterkartoffeln. Für eine längere Frischlagerung eignet sich eine Kiste mit feuchtem Sand in einem kühlen Keller. Nimm dafür nur gesunde, unverletzte Knollen und sortiere bei den Kontrollen Faules aus. Wie du dabei vorgehst, beschreibt der Ratgeber, wie du Kohlrabi schonend erntest und kurz- wie langfristig lagerst.
Kohlrabi kann viel Nitrat speichern. Bei unsachgemäßer Lagerung oder mangelhafter Hygiene kann daraus Nitrit werden. Lagere ihn deshalb sachgerecht und verarbeite ihn sauber; deinen Gemüseverzehr musst du deswegen nicht pauschal einschränken.
Wenn mehr Knollen reif sind, als du essen kannst
Die Sprossknolle kannst du roh oder gegart essen. Was du nicht bald brauchst, frierst du ein, statt es im Beet stehen zu lassen. Holzige Stellen schneidest du dabei weg.
| Schritt | So gehst du vor |
|---|---|
| Vorbereiten | waschen, schälen, Wurzelansatz und holzige Stellen entfernen |
| Schneiden | in Scheiben oder Stifte |
| BlanchierenBlanchieren heißt, gewaschenes und klein geschnittenes Gemüse für wenige Minuten in sprudelnd kochendes Wasser zu geben und sofort in Eiswasser abzukühlen. So bereitest du die meisten Gemüsesorten auf das Einfrieren vor. | 3 Minuten |
| Abkühlen | anschließend in Eiswasser |
| Verpacken | portionsweise, möglichst ohne Lufteinschlüsse, mit Inhalt, Menge und Datum beschriftet |
| Lagern | 7–9 Monate bei durchgehend −18 °C und einwandfreier Küchenhygiene |
| Garen | gefroren, ohne vorheriges Auftauen |
Blanchieren inaktiviert Enzyme und trägt so dazu bei, Farbe und Vitamine während der Gefrierlagerung zu erhalten.





