Gemüse · Kohl · Pflege

Rosenkohl richtig düngen: Grunddüngung, Kopfdüngung und Zeitplan

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Reifer Kompost kommt vor dem Auspflanzen ins Beet, für den Stickstoff reicht er allein aber nicht.
  • Nach der Grunddüngung zur Pflanzung folgt je eine Kopfdüngung nach 6 und nach 12 Wochen.
  • Für Rosenkohl gelten bis maximal 150 g Hornmehl je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben.
  • Horndünger kommen auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August ins Beet.
  • Wer zu intensiv mit Stickstoff düngt, beeinträchtigt die Röschenbildung.
  • Rosenkohl aus Sommer- und Herbstanbau kann bei 3 % Humus mit etwa der halben vorgesehenen Stickstoffdüngermenge auskommen.
Rosenkohlröschen sitzen dicht an dicht an abgeschnittenen Stängeln, gestapelt im Sonnenlicht
Foto: Natalia S · Pexels License · Quelle ↗

Rosenkohl gehört zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Bekommt er zu intensiv Stickstoff, beeinträchtigt das aber die Röschenbildung, und genau um die Röschen geht es dir. Dazu kommt die lange Standzeit: Je nach Sorte bleibt Rosenkohl etwa 160 bis 250 Tage ab der Pflanzung im Beet. Ich dünge ihn deshalb in Etappen und sehe mir die Pflanzen vor jeder Gabe an.

Kurz erklärt

Die Grunddüngung kommt vor oder zur Pflanzung in den Boden. Kopfdüngungen sind die späteren Gaben an die bereits wachsenden Pflanzen.

Welche Nährstoffe braucht Rosenkohl?

Im Mittelpunkt steht Stickstoff, denn davon braucht Rosenkohl viel. Reifer Kompost bringt Grundnährstoffe mit, für den Stickstoff von Gemüse reicht er allein aber nicht. Den fehlenden Stickstoff ergänzt du gezielt, zum Beispiel mit Hornmehl, Horngrieß oder Hornspänen als organischen Stickstoffdüngern.

Ob Phosphor und Kalium fehlen, klärt eine Bodenuntersuchung. Enthält dein Boden schon viel Phosphat und Kali, greifst du zu einem reinen Stickstoffdünger. Die Grundlagen zur Düngung aller Kohlarten findest du im Abschnitt Düngen im Kohl-Ratgeber.

Ein helles oder welkes Blatt ist ein Hinweis, keine Diagnose. Wird ständig zu viel gegossen, können Wurzeln faulen, und dann zeigt die Pflanze trotz feuchter Erde Symptome wie bei Wassermangel. Bevor ich nachdünge, grabe ich neben einer Pflanze vorsichtig nach und prüfe, wie feucht der Boden ist.

Aussaatkalender Rosenkohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: März, April, Mai; Ernte: Januar, Februar, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: April, Mai, JuniJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniVorkulturAussaatErntePflanzung

Grunddüngung: Was kommt vor dem Pflanzen ins Beet?

Bevor die Jungpflanzen ins Beet kommen, arbeitest du reifen Kompost ein. Sandige Böden halten damit mehr Wasser, schwere bekommen eine bessere Krümelstruktur und mehr Luft. Zeigt die Bodenuntersuchung stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein. Ich verteile den Kompost gleichmäßig auf der ganzen Fläche und arbeite ihn flach ein.

Starkzehrende Kohlkulturen lassen sich außerdem organisch mit Kompost plus Hornspänen versorgen. Hornspäne passen gut in die Grunddüngung, weil größere Späne mehrere Monate zur Umsetzung brauchen und Rosenkohl lange im Beet steht. Die Mengen dazu findest du in der Tabelle im nächsten Abschnitt.

Rosenkohl wächst am liebsten auf fruchtbarem, gut durchlässigem, mittelschwerem bis schwerem und kalkhaltigem Boden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,5. Kalk gibst du nur, wenn Bodenart und Bodenuntersuchung dafür sprechen, und nie, wenn der pH-Wert schon über dem Zielbereich liegt. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden, und wie du den Boden für Rosenkohl von der Saat bis zur Ernte pflegst, zeigt ein eigener Beitrag.

Wie viel Dünger verträgt Rosenkohl?

Für die Menge gibt es zwei Wege und klare Grenzen.

Was Wert
Organische Variante für starkzehrende Kohlkulturen 2,5 kg Kompost und 80 g Hornspäne je m²
Hornmehl für Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf wie Rosenkohl bis maximal 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben
Umsetzung im Boden Hornmehl etwa 6 Wochen, größere Hornspäne mehrere Monate
Humusgehalt von 3 %, Rosenkohl im Sommer und Herbst angebaut kann mit etwa der Hälfte der vorgesehenen Stickstoffdüngermenge auskommen
Letzter Termin für Horndünger nicht später als Ende August, auch bei Herbstkulturen

Die ersten beiden Zeilen sind zwei getrennte Wege. Ich entscheide mich pro Beet für einen davon und zähle die Mengen nicht zusammen. Die Hornmehl-Angabe ist eine Obergrenze und kein Soll, das du ausschöpfen musst. Innerhalb dieser Grenze richtest du jede Gabe nach Humusgehalt, Vorfrucht und dem Zustand deiner Pflanzen.

Eine Standard-Bodenanalyse kann pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen, Humusgehalt und löslichen Stickstoff beauftragst du gesondert. Den Humusgehalt lässt du trotzdem mitbestimmen, weil im Sommer und Herbst angebauter Rosenkohl bei 3 % Humus mit etwa der Hälfte der vorgesehenen Stickstoffmenge auskommen kann.

Kopfdüngung: Wann düngst du Rosenkohl nach?

Nach der Grunddüngung zur Pflanzung bekommt Rosenkohl zwei Kopfdüngungen. Die erste ist nach 6 Wochen fällig. Nach 12 Wochen folgt die zweite.

Hornmehl setzt sich in etwa 6 Wochen im Boden um und wirkt damit schneller als Hornspäne. Auf dem Hornmehl-Weg aus der Tabelle nehme ich es deshalb für die Kopfdüngungen, streue es rund um die Pflanzen und arbeite es flach ein. Wer mit Pflanzenjauche düngt, verdünnt sie in der Regel 1:10 mit Wasser und gießt sie an die Wurzeln. Ist es sehr heiß und trocken, feuchtest du den Boden zuerst an und gießt Flüssigdünger dann in niedriger Konzentration darauf, nicht über die Pflanzen.

Rechne bei später Pflanzung nach, ob der Termin nach 12 Wochen noch vor Ende August liegt, denn später sollen Horndünger auch bei Herbstkulturen nicht in den Boden. Fällt er in den September, bleibt der Horndünger im Sack.

Zwischen Anfang August und Mitte September braucht Rosenkohl besonders gleichmäßig und ausreichend Wasser. Ich gieße dann früh morgens und bodennah, ohne die Blätter zu benetzen.

Wie düngst du Rosenkohl im Kübel und im Hochbeet?

Rosenkohl lässt sich auch im Kübel ziehen, und dort verhält sich der Stickstoff anders. In torffreien oder torfreduzierten Kübelsubstraten können einzelne Bestandteile Stickstoff binden. Auch vorgedüngte Erde kann deshalb zusätzlichen Stickstoff brauchen, also richtest du die Düngung nach dem Substrat, das du verwendest. Zeigt sich ein Mangel, gleichst du ihn mit einem stickstoffbetonten Flüssigdünger aus. Steht Kohl länger im Gefäß, kann er im Sommer je nach Versorgung ohnehin eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen.

Im Kübel prüfe ich vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche, weil torffreie Substrate oben schnell abtrocknen. Ohne freie Ablauflöcher staut sich im Gefäß Wasser. Gefäßgröße und Substratwahl erklärt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Gefäß, Balkon, Hochbeet.

Ein Hochbeet, das du frisch aus Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebaut hast, gibt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff ab. Prüfe dort im ersten Jahr vor jeder Kopfdüngung, ob die Pflanzen sie brauchen, denn düngst du zu intensiv mit Stickstoff, beeinträchtigt das die Röschenbildung.

Düngeplan für Rosenkohl: vom Pflanzen bis zur Ernte

Der Plan geht von einer Pflanzung für die Winterernte aus.

Zeitpunkt Was du tust
Vor dem Auspflanzen Reifen Kompost ins Beet einarbeiten
Pflanzung für die Winterernte, Mai bis Anfang Juni Jungpflanzen mit feinem Wasserstrahl angießen
6 Wochen nach Grunddüngung und Pflanzung Erste Kopfdüngung
12 Wochen nach Grunddüngung und Pflanzung Zweite Kopfdüngung; Horndünger nur, wenn der Termin nicht nach Ende August liegt
Anfang August bis Mitte September Besonders gleichmäßig und ausreichend gießen
Mitte September Bei Pflanzung Anfang Juni: Rosenkohl entgipfeln
Oktober bis Dezember, Januar und Februar Röschen ernten
Nach der Ernte Bodenprobe nehmen, nicht direkt nach einer Düngung

Die Aussaattermine für Kohl hast du mit dem Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einem Blatt.

Marias Erfahrung

Ich trage nach dem Pflanzen drei Termine in meinen Gartenkalender ein: die erste Kopfdüngung, die zweite und Ende August als letzten Tag für Horndünger. Vor jedem Termin gehe ich die Reihe ab und schaue mir Blattfarbe und Wuchs an.

Welche Vorfrucht und Gründüngung passen vor Rosenkohl?

Stickstoff kann auch aus der Vorfrucht kommen: Im ökologischen Kohlanbau stehen dafür Leguminosengemenge oder Leguminosen-Zwischenfrüchte vor dem Kohl. Für die Gründüngung vor Kohl nimmst du Phacelia oder Buchweizen und meidest Senf, Ölrettich und Raps, denn sie sind selbst Kreuzblütler. Anbaupausen und Beetfolge stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur, und mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge legst du fest, was wann wo wächst.

Passt dazu

Kohlröschen stammen aus einer Kreuzung von Rosenkohl und Grünkohl, und wie du Kohlröschen düngst, erklärt ein eigener Beitrag. Ebenso findest du, wie du Grünkohl mit Nährstoffen versorgst und wann und womit du Blumenkohl düngst.

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Häufige Fragen

Welche Nährstoffe benötigt Rosenkohl für optimales Wachstum?
Rosenkohl zählt zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf, deshalb steht Stickstoff im Mittelpunkt. Reifer Kompost bringt Grundnährstoffe mit, für den Stickstoff reicht er allein aber nicht. Ob Phosphor und Kalium fehlen, zeigt eine Bodenuntersuchung. Ist der Boden schon reich an Phosphat und Kali, nimmst du einen reinen Stickstoffdünger.
Wie oft sollte man Rosenkohl während der Wachstumsperiode düngen?
Nach der Grunddüngung zur Pflanzung folgt die erste Kopfdüngung nach 6 Wochen. Die zweite ist nach 12 Wochen fällig. Horndünger bringst du auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August aus, deshalb lohnt bei später Pflanzung ein Blick in den Kalender.
Welche Unterschiede bestehen zwischen Kompost und Hornspänen als Rosenkohldünger?
Kompost verbessert den Boden: Sandige Böden halten mehr Wasser, schwere werden krümeliger und besser durchlüftet. Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt er allein aber nicht. Hornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger, und größere Späne brauchen mehrere Monate, bis sie umgesetzt sind. Hornmehl ist nach etwa 6 Wochen umgesetzt und passt deshalb besser zur Kopfdüngung.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu größeren Rosenkohlröschen führt?
Nein. Düngst du Rosenkohl zu intensiv mit Stickstoff, beeinträchtigt das die Röschenbildung. Für Hornmehl gilt eine Obergrenze von 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben. Diese Grenze ist kein Ziel, das du ausschöpfen musst.
Wie wirkt sich der Humusgehalt auf die Rosenkohldüngung aus?
Humus liefert Stickstoff nach und kann so den Düngebedarf senken. Hat dein Boden 3 % Humus, kann Rosenkohl aus Sommer- und Herbstanbau mit etwa der Hälfte der vorgesehenen Stickstoffdüngermenge auskommen. Den Humusgehalt misst eine Standard-Bodenanalyse nicht mit, du beauftragst ihn gesondert.
Warum ist eine Bodenanalyse vor der Rosenkohldüngung empfehlenswert?
Mit einer Bodenuntersuchung weißt du, welche Nährstoffe schon da sind, und bekommst eine passende Düngeempfehlung. Die Standard-Analyse kann pH-Wert sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen, Humusgehalt und löslichen Stickstoff beauftragst du gesondert. Die Probe nimmst du im Herbst bis Frühjahr oder nach der Ernte, aber nicht direkt nach einer Düngung.
Muss ich den Boden für Rosenkohl kalken?
Nur wenn Bodenart und Bodenuntersuchung dafür sprechen. Für Rosenkohl wird ein pH-Wert von 6,5 bis 7,5 empfohlen. Liegt der Wert schon über dem passenden Zielbereich, bleibt der Kalk weg.
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