Rosenkohl richtig düngen: Grunddüngung, Kopfdüngung und Zeitplan
- Reifer Kompost kommt vor dem Auspflanzen ins Beet, für den Stickstoff reicht er allein aber nicht.
- Nach der Grunddüngung zur Pflanzung folgt je eine Kopfdüngung nach 6 und nach 12 Wochen.
- Für Rosenkohl gelten bis maximal 150 g Hornmehl je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben.
- Horndünger kommen auch bei Herbstkulturen nicht später als Ende August ins Beet.
- Wer zu intensiv mit Stickstoff düngt, beeinträchtigt die Röschenbildung.
- Rosenkohl aus Sommer- und Herbstanbau kann bei 3 % Humus mit etwa der halben vorgesehenen Stickstoffdüngermenge auskommen.

Rosenkohl gehört zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Bekommt er zu intensiv Stickstoff, beeinträchtigt das aber die Röschenbildung, und genau um die Röschen geht es dir. Dazu kommt die lange Standzeit: Je nach Sorte bleibt Rosenkohl etwa 160 bis 250 Tage ab der Pflanzung im Beet. Ich dünge ihn deshalb in Etappen und sehe mir die Pflanzen vor jeder Gabe an.
Die GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen. kommt vor oder zur Pflanzung in den Boden. Kopfdüngungen sind die späteren Gaben an die bereits wachsenden Pflanzen.
Welche Nährstoffe braucht Rosenkohl?
Im Mittelpunkt steht Stickstoff, denn davon braucht Rosenkohl viel. Reifer Kompost bringt Grundnährstoffe mit, für den Stickstoff von Gemüse reicht er allein aber nicht. Den fehlenden Stickstoff ergänzt du gezielt, zum Beispiel mit HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne., Horngrieß oder HornspänenHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. als organischen Stickstoffdüngern.
Ob Phosphor und Kalium fehlen, klärt eine Bodenuntersuchung. Enthält dein Boden schon viel Phosphat und Kali, greifst du zu einem reinen Stickstoffdünger. Die Grundlagen zur Düngung aller Kohlarten findest du im Abschnitt Düngen im Kohl-Ratgeber.
Ein helles oder welkes Blatt ist ein Hinweis, keine Diagnose. Wird ständig zu viel gegossen, können Wurzeln faulen, und dann zeigt die Pflanze trotz feuchter Erde Symptome wie bei Wassermangel. Bevor ich nachdünge, grabe ich neben einer Pflanze vorsichtig nach und prüfe, wie feucht der Boden ist.
Grunddüngung: Was kommt vor dem Pflanzen ins Beet?
Bevor die Jungpflanzen ins Beet kommen, arbeitest du reifen Kompost ein. Sandige Böden halten damit mehr Wasser, schwere bekommen eine bessere KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und mehr Luft. Zeigt die Bodenuntersuchung stark erhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein. Ich verteile den Kompost gleichmäßig auf der ganzen Fläche und arbeite ihn flach ein.
Starkzehrende Kohlkulturen lassen sich außerdem organisch mit Kompost plus Hornspänen versorgen. Hornspäne passen gut in die Grunddüngung, weil größere Späne mehrere Monate zur Umsetzung brauchen und Rosenkohl lange im Beet steht. Die Mengen dazu findest du in der Tabelle im nächsten Abschnitt.
Rosenkohl wächst am liebsten auf fruchtbarem, gut durchlässigem, mittelschwerem bis schwerem und kalkhaltigem Boden mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7,5. Kalk gibst du nur, wenn Bodenart und Bodenuntersuchung dafür sprechen, und nie, wenn der pH-Wert schon über dem Zielbereich liegt. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber unter Standort und Boden, und wie du den Boden für Rosenkohl von der Saat bis zur Ernte pflegst, zeigt ein eigener Beitrag.
Wie viel Dünger verträgt Rosenkohl?
Für die Menge gibt es zwei Wege und klare Grenzen.
| Was | Wert |
|---|---|
| Organische Variante für starkzehrende Kohlkulturen | 2,5 kg Kompost und 80 g Hornspäne je m² |
| Hornmehl für Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf wie Rosenkohl | bis maximal 150 g je m², aufgeteilt in zwei Teilgaben |
| Umsetzung im Boden | Hornmehl etwa 6 Wochen, größere Hornspäne mehrere Monate |
| Humusgehalt von 3 %, Rosenkohl im Sommer und Herbst angebaut | kann mit etwa der Hälfte der vorgesehenen Stickstoffdüngermenge auskommen |
| Letzter Termin für HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. | nicht später als Ende August, auch bei Herbstkulturen |
Die ersten beiden Zeilen sind zwei getrennte Wege. Ich entscheide mich pro Beet für einen davon und zähle die Mengen nicht zusammen. Die Hornmehl-Angabe ist eine Obergrenze und kein Soll, das du ausschöpfen musst. Innerhalb dieser Grenze richtest du jede Gabe nach Humusgehalt, VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. und dem Zustand deiner Pflanzen.
Eine Standard-Bodenanalyse kann pH-Wert, Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen, Humusgehalt und löslichen Stickstoff beauftragst du gesondert. Den Humusgehalt lässt du trotzdem mitbestimmen, weil im Sommer und Herbst angebauter Rosenkohl bei 3 % Humus mit etwa der Hälfte der vorgesehenen Stickstoffmenge auskommen kann.
Kopfdüngung: Wann düngst du Rosenkohl nach?
Nach der Grunddüngung zur Pflanzung bekommt Rosenkohl zwei Kopfdüngungen. Die erste ist nach 6 Wochen fällig. Nach 12 Wochen folgt die zweite.
Hornmehl setzt sich in etwa 6 Wochen im Boden um und wirkt damit schneller als Hornspäne. Auf dem Hornmehl-Weg aus der Tabelle nehme ich es deshalb für die Kopfdüngungen, streue es rund um die Pflanzen und arbeite es flach ein. Wer mit PflanzenjauchePflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. düngt, verdünnt sie in der Regel 1:10 mit Wasser und gießt sie an die Wurzeln. Ist es sehr heiß und trocken, feuchtest du den Boden zuerst an und gießt Flüssigdünger dann in niedriger Konzentration darauf, nicht über die Pflanzen.
Rechne bei später Pflanzung nach, ob der Termin nach 12 Wochen noch vor Ende August liegt, denn später sollen Horndünger auch bei Herbstkulturen nicht in den Boden. Fällt er in den September, bleibt der Horndünger im Sack.
Zwischen Anfang August und Mitte September braucht Rosenkohl besonders gleichmäßig und ausreichend Wasser. Ich gieße dann früh morgens und bodennah, ohne die Blätter zu benetzen.
Wie düngst du Rosenkohl im Kübel und im Hochbeet?
Rosenkohl lässt sich auch im Kübel ziehen, und dort verhält sich der Stickstoff anders. In torffreien oder torfreduzierten Kübelsubstraten können einzelne Bestandteile Stickstoff binden. Auch vorgedüngte Erde kann deshalb zusätzlichen Stickstoff brauchen, also richtest du die Düngung nach dem Substrat, das du verwendest. Zeigt sich ein Mangel, gleichst du ihn mit einem stickstoffbetonten Flüssigdünger aus. Steht Kohl länger im Gefäß, kann er im Sommer je nach Versorgung ohnehin eine stickstoffbetonte Nachdüngung brauchen.
Im Kübel prüfe ich vor dem Gießen auch die Feuchte unter der Oberfläche, weil torffreie Substrate oben schnell abtrocknen. Ohne freie Ablauflöcher staut sich im Gefäß Wasser. Gefäßgröße und Substratwahl erklärt der Kohl-Ratgeber im Abschnitt Gefäß, Balkon, Hochbeet.
Ein Hochbeet, das du frisch aus Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebaut hast, gibt im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff ab. Prüfe dort im ersten Jahr vor jeder Kopfdüngung, ob die Pflanzen sie brauchen, denn düngst du zu intensiv mit Stickstoff, beeinträchtigt das die Röschenbildung.
Düngeplan für Rosenkohl: vom Pflanzen bis zur Ernte
Der Plan geht von einer Pflanzung für die Winterernte aus.
| Zeitpunkt | Was du tust |
|---|---|
| Vor dem Auspflanzen | Reifen Kompost ins Beet einarbeiten |
| Pflanzung für die Winterernte, Mai bis Anfang Juni | Jungpflanzen mit feinem Wasserstrahl angießen |
| 6 Wochen nach Grunddüngung und Pflanzung | Erste Kopfdüngung |
| 12 Wochen nach Grunddüngung und Pflanzung | Zweite Kopfdüngung; Horndünger nur, wenn der Termin nicht nach Ende August liegt |
| Anfang August bis Mitte September | Besonders gleichmäßig und ausreichend gießen |
| Mitte September | Bei Pflanzung Anfang Juni: Rosenkohl entgipfeln |
| Oktober bis Dezember, Januar und Februar | Röschen ernten |
| Nach der Ernte | Bodenprobe nehmen, nicht direkt nach einer Düngung |
Die Aussaattermine für Kohl hast du mit dem Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Ich trage nach dem Pflanzen drei Termine in meinen Gartenkalender ein: die erste Kopfdüngung, die zweite und Ende August als letzten Tag für Horndünger. Vor jedem Termin gehe ich die Reihe ab und schaue mir Blattfarbe und Wuchs an.
Welche Vorfrucht und Gründüngung passen vor Rosenkohl?
Stickstoff kann auch aus der Vorfrucht kommen: Im ökologischen Kohlanbau stehen dafür Leguminosengemenge oder Leguminosen-Zwischenfrüchte vor dem Kohl. Für die Gründüngung vor Kohl nimmst du Phacelia oder Buchweizen und meidest Senf, Ölrettich und Raps, denn sie sind selbst KreuzblütlerKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen.. Anbaupausen und Beetfolge stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur, und mit dem Beetplaner für deine Fruchtfolge legst du fest, was wann wo wächst.
Kohlröschen stammen aus einer Kreuzung von Rosenkohl und Grünkohl, und wie du Kohlröschen düngst, erklärt ein eigener Beitrag. Ebenso findest du, wie du Grünkohl mit Nährstoffen versorgst und wann und womit du Blumenkohl düngst.




