Weißkohl ernten und lagern: reife Köpfe erkennen, Vorrat anlegen
- Erntereif ist ein geschlossener, fester Kopf mit frischen Außenblättern; wie groß er wird, hängt von der Sorte ab.
- Für das Lager erntest du mit Strunk und gesunden Umblättern und wäschst die Köpfe nicht.
- Ein ganzer, unversehrter Kopf hält im Gemüsefach bis zu 3 Wochen.
- Winterformen halten bei hoher Luftfeuchte knapp über dem Gefrierpunkt bis zu 6 Monate.
- Kohl getrennt von Äpfeln lagern und den Vorrat alle paar Tage durchsehen.

Wenn du Weißkohl einlagern willst, beginnt die Lagerung schon am Beet. Empfindliche Sorten können aufplatzen, wenn sie zu lange stehen, und ins Lager gehören nur gesunde, unverletzte Köpfe. Ich entscheide deshalb schon beim Ernten, welcher Kopf in die Küche geht und welcher in den Keller.
Wann ist Weißkohl erntereif?
Weißkohl wird je nach Sorte von Juni bis Oktober geerntet. Von der Pflanzung bis zur Reife vergehen je nach Sorte und Witterung etwa 50 bis 150 Tage. Diese Spanne ist nur ein grober Rahmen. Ob ein Kopf reif ist, prüfst du am Kopf selbst: Er ist geschlossen und fest, und seine Außenblätter sehen frisch und nicht welk aus.
Ich lege zur Prüfung die flache Hand auf den Kopf und drücke leicht. Gibt er kaum nach, schneide ich. Federt er noch, lasse ich ihn weiterwachsen.
Warum sagt die Größe wenig über die Reife?
Ein Weißkohlkopf kann je nach Sorte und Anbaubedingungen 500 bis 2000 Gramm schwer werden. Auch Kopfgröße und Festigkeit hängen von der Sorte ab. Prüfe deshalb jeden Kopf auf seine Festigkeit, statt Köpfe verschiedener Sorten nach der Größe zu vergleichen. Wie du im Hausgarten zu kräftigen Köpfen kommst, zeigt dir der Ratgeber mit Techniken für mehr Ertrag bei Weißkohl.
Was tun, wenn Köpfe aufplatzen?
Bei Weißkohl können empfindliche Sorten zur Erntereife aufplatzen. Vorbeugen kannst du mit rechtzeitiger Ernte und mit platzfesten Sorten. Ein geplatzter Kopf ist nicht mehr unverletzt und gehört deshalb nicht ins Lager. Ich verbrauche solche Köpfe zuerst.
Welche Köpfe eignen sich für das Lager?
Sommerformen von Weiß- und Rotkohl bilden eher lockere Köpfe. Winterformen bilden festere Köpfe und eignen sich besser zum Lagern. Aussaat, Pflanzung und Ernte richten sich bei Kopfkohl nach der Kohlform und ihrer frühen, sommerlichen oder späten Sortengruppe. Lagerkohl wird außerdem in der zweiten Hälfte der KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. nicht mehr gedüngt. Wer einlagern will, plant das also schon bei der Sortenwahl und beim Düngen ein, nicht erst bei der Ernte.
Wie du Weißkohl aussäst, pflanzt und bis zur Ernte pflegst, erklärt die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Weißkohl-Anbau. Die Saattermine für frühe und späte Sätze findest du im druckbaren Aussaatkalender für Kohl.
Wie erntest du Weißkohl schonend?
Ich ernte an einem trockenen Tag, wenn die Blätter abgetrocknet sind, denn Lagergut soll trocken eingebracht werden. Hat es nachts gefroren, warte ich, bis die Köpfe an der Pflanze langsam aufgetaut sind. Weißkohl gilt nicht als winterhart. Späte Lagerköpfe holst du deshalb vor dem Winter ins Lager.
Wie schneidest du Köpfe für Küche und Lager?
Für die Küche schneide ich den Kopf mit einem großen, scharfen Messer knapp unter dem Kopf ab. Für das Lager erntest du ihn dagegen mit Strunk und gesunden Umblättern. Soll er später in eine Obstkiste, lässt du einen 10 cm langen Strunk dran. Zum Aufhängen brauchst du den Strunk ebenfalls. Leg die Köpfe behutsam in Korb oder Kiste, denn ins Lager gehört nur unverletztes Gemüse. Gewaschen wird nicht: Weißkohl für die längere Frischlagerung kommt ungewaschen ins Lager.
Was passiert mit Strunk und Wurzeln?
Nach der Ernte ziehe ich die Strünke samt Wurzeln aus dem Beet und sehe mir die Wurzeln an. Knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen können auf KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. hinweisen. Solche Pflanzen gehören samt Wurzeln in den Restmüll statt auf den Kompost, und die Geräte reinigst du danach gründlich. Auf das frei gewordene Beet passt eine Kultur aus einer anderen Pflanzenfamilie, etwa Möhren, Kopfsalat oder Spinat. Den Fruchtwechsel für die nächsten Jahre planst du im Beetplaner.
Wie bereitest du Weißkohl für das Lager vor?
Ins Lager kommt nur gesundes, unverletztes Gemüse. Rundliche, graubraune Blattflecken können auf Alternaria hindeuten. Dann liest du für das Lager nur die gesunden Köpfe aus. Die gesunden Umblätter bleiben am Kopf, ich ziehe sie erst in der Küche ab.
Bevor ein Kopf ins Lager kommt, prüfe ich: Ist er fest, geschlossen und unverletzt? Sind Strunk und gesunde Umblätter noch dran? Sind die Blätter trocken und ungewaschen? Fehlen rundliche, graubraune Flecken? Liegt im Lagerraum kein Obst?
Die Kohlköpfe liegen im Keller gleich neben der Apfelkiste. Äpfel geben Ethylen ab, und das kann Gemüse schneller welken lassen. Lagere Kohl und Obst deshalb getrennt.
Wie lange hält Weißkohl im Kühlschrank?
Im Gemüsefach oder in einem kühlen Raum hält sich ein ganzer, unversehrter Weißkohl bis zu 3 Wochen. Hast du ihn angeschnitten, deckst du ihn ab und verarbeitest ihn innerhalb einer Woche. Spitzkohl hält im Gemüsefach nur einige Tage, ihn planst du also früher ein. Ich schneide vom Kopf immer nur ab, was ich für eine Mahlzeit brauche.
Wie lagerst du Weißkohl über den Winter?
Für den Wintervorrat eignen sich die Winterformen von Weißkohl. Sie brauchen hohe Luftfeuchtigkeit und eine Temperatur knapp über 0 °C. Unter diesen Bedingungen sind sie bis zu 6 Monate lagerfähig. Welche Werte in welchem Rahmen gelten, zeigt die Tabelle.
| Lagerrahmen | Temperatur | Relative Luftfeuchte | Lagerdauer |
|---|---|---|---|
| Keller, lagerfähiges Kohl- und Wurzelgemüse, allgemeine Orientierung | 1–4 °C | 90–95 % | – |
| Hausgartenlager für Obst und Gemüse, trocken eingebracht | 2–4 °C | 85–90 % | – |
| Winterformen von Weiß- und Rotkohl | knapp über 0 °C | hoch | bis zu 6 Monate |
| Später Kopfkohl unter professionellen Bedingungen | −2 bis 0 °C | über 95 % | 4–9 Monate |
| Kopfkohl im professionell geführten Kühlhaus | 0–0,5 °C | 95–98 % | – |
Die beiden unteren Zeilen beschreiben Profi-Lager, im Hauskeller orientierst du dich an den oberen Zeilen. Ich hänge ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. in den Lagerraum und lese beide beim Kontrollgang ab.
Aufhängen oder in Obstkisten legen?
Zum Aufhängen brauchst du Köpfe mit Strunk und gesunden Umblättern, du hängst sie am Strunk auf. In Obstkisten legst du die Köpfe mit dem Strunkstück, das du beim Ernten drangelassen hast.
Ich lege die Köpfe in der Kiste nebeneinander statt übereinander, damit ich beim Kontrollgang jeden sehe. Die weniger festen Köpfe kommen nach vorn, sie verbrauche ich zuerst.
Wie funktioniert die Sandkiste?
Du schlägst den Kopf in einer Kiste mit feuchtem Sand ein und deckst ihn mit Stroh oder Laub ab. Die Kiste stellst du in einen kühlen Keller.
Kohlgraben oder Erdmiete: wie lagerst du im Garten?
Fehlt dir ein passender Keller, kannst du Weißkohl auch im Garten einlagern. Für den Kohlgraben gilt dieser Aufbau:
Der Graben ist 30–40 cm breit und ebenso tief. Unten liegen 5 cm Sand. Darauf kommen die Köpfe mit Umblättern und dem Strunk nach oben, darüber Stroh und Erde.
Eine Erdmiete für Lagerkohl braucht eine DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. aus Sand, einen Mäuseschutz aus feinem Draht, eine isolierende Abdeckung und Luftaustausch.
Welche Probleme treten im Lager auf?
Kontrolliere deinen Vorrat alle paar Tage und sortiere kranke oder faulende Köpfe sofort aus. Ich nehme dabei jeden Kopf kurz in die Hand und schaue auch auf die Unterseite und den Strunk. Welken die Köpfe, prüfe ich zuerst, ob Obst in der Nähe liegt und ob die Luftfeuchte zu den Werten in der Tabelle passt. In Graben und Miete soll feiner Draht die Mäuse fernhalten, deshalb sehe ich beim Öffnen auch nach dem Draht.
Einen sichtbar verschimmelten Kopf isst du nicht mehr, sondern entsorgst ihn. Bei verschimmelten Kohlgerichten reicht es nicht, die sichtbaren Stellen zu entfernen oder das Gericht stark zu erhitzen. Auch sie gehören vollständig in den Müll.
Wie machst du Weißkohl anders haltbar?
Geschnittenen Weißkohl kannst du blanchiert einfrieren oder zu Sauerkraut vergären. Beim Fermentieren in sauberen, ausgekochten Gefäßen muss der Kohl vollständig mit eigenem Saft oder Salzlake bedeckt sein, und entstehendes Gas muss entweichen können. Welche Methode wofür passt, zeigt dir der Überblick, wie du Weißkohl einfrierst, einkochst oder fermentierst.
Wie verwendest du frischen Weißkohl in der Küche?
Weißkohl eignet sich als Rohkost sowie zum Dämpfen und Kochen, Ideen findest du bei den klassischen und neuen Rezepten mit Weißkohl. Roh enthält er Vitamin C und Ballaststoffe, bleibt aber ein Lebensmittel und kein Heilmittel. Die Nährwerte der Kohlarten im Vergleich findest du im Abschnitt Kohl in der Küche: Verwendung und Nährwerte.





