Kalebassen anbauen: von der Aussaat bis zu Ernte und Trocknung
- Vorziehen im März und April, direkt ins Beet ab Mitte Mai bei frostfreier Witterung.
- Samen 2 bis 3 cm tief säen und im Topf auf die kräftigste Pflanze vereinzeln.
- Das Rankgerüst steht vor dem Pflanzen: breit, stabil und mindestens 3 m hoch.
- Reif ist die Frucht, wenn der Stiel gelb bis braun eintrocknet und die Schale hart ist.
- Geerntet wird mit Stielstück und in jedem Fall vor dem Frost.
- Zum Trocknen einzeln am Stiel luftig und frostfrei aufhängen, fertig ist sie, wenn die Samen rasseln.

Eine Kalebasse wird erst dann zur Schale, Vase oder Rassel, wenn sie an der Pflanze ausgereift und danach vollständig getrocknet ist. Bei uns reifen die Früchte nur in warmen Lagen und günstigen Jahren aus, und zwar erst ab Oktober. Geerntet wird trotzdem in jedem Fall vor dem Frost. Ich ziehe meine Kalebassen deshalb im Haus vor und baue das Rankgerüst auf, bevor die erste Jungpflanze ins Beet kommt.
Was sind Kalebassen?
Kalebassen heißen auch Flaschenkürbisse, botanisch Lagenaria siceraria. Sie sind einjährig, nicht winterhart und gehören zu einer anderen Gattung als die Speisekürbisse der Gattung Cucurbita. Du ziehst sie nicht für die Küche, sondern für ihre Schale, die beim Trocknen hart und wasserundurchlässig wird. Einen Überblick über Kalebassensorten von der Flaschenform bis zur Miniatur findest du in einem eigenen Beitrag. Was Kalebassen zu einem ökologisch bewirtschafteten Garten beitragen, liest du im Beitrag über den nachhaltigen Kalebassen-Anbau mit Permakultur-Ideen.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten 2-3 cm tief säen.
Wann und wie säst du Kalebassen?
| Schritt | Wert |
|---|---|
| VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. im Haus | März bis April |
| DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. ins Beet | ab Mitte Mai bei frostfreier Witterung |
| Aussaatzeit im Freiland | Mai bis Juni |
| Saattiefe | 2 bis 3 cm |
| Samen je Anzuchttopf | zwei bis drei, später auf die kräftigste Pflanze vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. |
| Vorquellen in warmem Wasser | zwölf Stunden |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht., unterer Wert | 18 bis 20 °C |
| Keimtemperatur, oberer Wert | 22 bis 25 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Kulturdauer | 140 Tage |
| Erntezeit | September bis Oktober |
Vorziehen oder direkt säen?
Die Direktsaat spart dir die Anzucht und das AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten.. Bei Kalebassen spricht trotzdem viel fürs Vorziehen. Für sie werden 140 Tage Kulturdauer genannt, und ausreifen können die Früchte bei uns erst ab Oktober. Eine Pflanze, die schon im März oder April keimt, hat also bis zur Ernte vor dem Frost mehr Zeit als eine Direktsaat ab Mitte Mai.
So ziehe ich Kalebassen vor
Ich lege die Samen vor der Aussaat zwölf Stunden in warmes Wasser, weil das die Keimung beschleunigen kann. Dann kommen zwei bis drei Samen in einen Topf mit nährstoffreicher Erde. Die Saattiefe liegt bei 2 bis 3 cm. Kalebassen sind keine Lichtkeimer, du bedeckst die Samen also vollständig mit Erde. Stell die Töpfe warm, die Keimtemperaturen findest du oben in der Tabelle. Die Keimdauer liegt bei 7 bis 14 Tagen. Sind die Keimlinge da, lässt du im Topf nur die kräftigste Pflanze stehen und stellst sie hell.
Samen aus eigenen Kalebassen prüfst du vor der Aussaat mit einer KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Dafür säst du genau abgezählte Samen aus und zählst, wie viele innerhalb von zwei bis drei Wochen keimen.
Direkt ins Beet säen
Direkt ins Beet säst du ab Mitte Mai, wenn die Witterung frostfrei ist. Zu diesem Zeitpunkt steht das Rankgerüst schon, und du säst an seinen Fuß. Die Saattiefe ist dieselbe wie im Topf. Legst du mehrere Samen an eine Stelle, lässt du nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. nur die kräftigste Pflanze stehen. Säst du neben Kalebassen auch Kürbis und Zucchini, behältst du die Termine mit dem Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini zum Ausdrucken im Blick.
Wie pflanzt du Kalebassen aus?
Kalebassen ranken kräftig. Ihre Ranken werden 3 bis 4 m lang. Unter günstigen Bedingungen erreichen sie bis zu 10 m. Deshalb pflanzt du sie an ein breites, stabiles Rankgerüst, das mindestens 3 m hoch ist. Hinzu kommt: Am Boden liegende Früchte faulen leicht. Plane das Gerüst so stabil und gut verankert, dass es die Last der Pflanzen und den Wind aushält.
Erst pflanzen und das Gerüst später aufstellen. Beim nachträglichen Aufbau werden leicht die Wurzeln verletzt, deshalb verankerst du das Gerüst fest, bevor die erste Pflanze in die Erde kommt.
Erzogen werden Kalebassen am Rankgerüst. In der Reihe setzt du die Pflanzen 75 bis 80 cm auseinander. Der Reihenabstand liegt bei 75 bis 100 cm. Im Beetplaner für deine Beetaufteilung überträgst du diese Abstände auf dein eigenes Beet.
Vorgezogene Pflanzen gewöhnst du vor dem Auspflanzen an draußen. Tagsüber stellst du sie zuerst in den Halbschatten, danach an Sonne und Außenluft. Ins Beet kommen sie bei frostfreier Witterung und mit einem gut durchwurzelten Topfballen.
Standort und Pflege im Sommer in Kürze
Kalebassen brauchen einen sonnigen Platz und nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden. In kühlen Sommern sind kletternde KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. an besonders geschützten Plätzen oder im Gewächshaus besser aufgehoben. Wie du den Boden vorbereitest, steht im Abschnitt Standort und Boden im Kürbis- und Zucchini-Ratgeber, und wo Kalebassen im Garten den besten Platz finden, klärt ein eigener Beitrag.
Während der Wachstumszeit brauchen Kalebassen reichlich Feuchtigkeit, und gedüngt werden sie während der Kultur regelmäßig. Ziehen schwere Früchte stark an den Trieben, kannst du sie wie bei rankenden Kürbissen mit einem Netz entlasten. Im Beitrag darüber, wie du Kalebassen im Sommer gießt und düngst, geht es ausführlich um diese Phase, die Grundlagen stehen im Kürbis- und Zucchini-Ratgeber unter Gießen und Düngen.
An Kürbisgewächsen zeigt sich Echter Mehltau zunächst meist als weißlicher bis grauer Belag auf den Blattoberseiten. Wie du Krankheiten und Schädlingen vorbeugst, statt sie zu behandeln, steht im Kürbis- und Zucchini-Ratgeber unter Krankheiten und Schädlinge.
Woran erkennst du reife Kalebassen?
Als Erntezeit gelten September und Oktober. Voll ausgereift sind Kalebassen bei uns aber erst ab Oktober, und das nur in warmen Lagen und günstigen Jahren. Für Deko und Gefäße erntest du, sobald alle drei Reifezeichen zusammenkommen.
Reif ist die Kalebasse, wenn
- sich der Fruchtstiel gelb bis braun verfärbt,
- der Stiel eintrocknet,
- die Schale hart ist.
Ich schneide jede Frucht mit einem Stück Stiel ab und hebe sie an der Frucht an, nicht am Stiel. Weil du die Kalebasse zum Trocknen genau an diesem Stielstück aufhängst, kappst du den Stiel nie direkt an der Schale. Geerntet wird in jedem Fall vor dem Frost.
Wie trocknest du Kalebassen?
Häng jede Kalebasse einzeln an ihrem Stielstück auf. Der Platz soll luftig und frostfrei sein, möglichst warm und trocken. Ein Schuppen oder ein Dachboden eignet sich dafür. Meide pralle Sonne, denn dort bleichen die Farben aus.
Ich hänge jede Kalebasse an einer eigenen Schnur auf, sodass sie keine andere Frucht berührt.
Zuerst härtet in 1 bis 2 Wochen die Außenhaut aus. Die innere Trocknung braucht danach mindestens weitere 4 Wochen. Je nach Fruchtgröße dauert das Trocknen insgesamt einige Wochen bis etwa 6 Monate.
Schimmel auf der Außenhaut ist beim Trocknen üblich. Ich reibe ihn mit einem rauen Schwamm ab, den ich in Essigwasser tauche. Ist die Schale später trocken, reibe ich den Belag trocken ab. Dabei achte ich darauf, die verholzte Schicht darunter nicht anzugreifen.
Fertig getrocknet ist die Kalebasse, wenn sie leicht und bräunlich ist. Schüttelst du sie, rasseln die trockenen Samen im Inneren. Wie du die fertigen Früchte weiterbehandelst und aufbewahrst, liest du im Beitrag über das Reinigen und Lagern getrockneter Kalebassen.
Wie öffnest und bearbeitest du getrocknete Kalebassen?
Zum Öffnen nimmst du ein scharfes Messer, bei großen Früchten eine Laubsäge. Dann schabst du das eingetrocknete Fruchtfleisch aus und sammelst die Samen. Sie lassen sich für die nächste Aussaat oder zum Basteln aufbewahren.
Ich glätte die Oberfläche mit sehr feiner Stahlwolle, raue Stellen mit feinem Schleifpapier. Danach kannst du die Schale bemalen, Muster einritzen oder mit Brandmalerei verzieren. Zum Schluss reibe ich etwas Wachs ein, damit sie glänzt.
Die getrocknete Schale ist 4 bis 6 mm dick, hart und wasserundurchlässig. Deshalb entstehen aus Kalebassen Gefäße, Schalen, Vasen, Lampenschirme, Vogelnistkästen und Rasseln. Die kleinsten Sorten werden zu Schlüsselanhängern oder Schmuck. Anregungen für Haus und Garten findest du bei den Deko-Ideen und Gestaltungstechniken für getrocknete Kalebassen.
Zier-Kalebassen sind kein Lebensmittel. Die afrikanische Unterart enthält dieselben Bitterstoffe wie die Wildformen und wird deshalb nicht als Nahrung genutzt, sondern für Behälter und als Klangkörper für Musikinstrumente. Deine Kalebassen aus dem Garten sind Material für Gefäße und Deko, nicht für die Küche.



