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Nährstoffe und Düngung für den Hörnchenkürbis: von der Bodenvorbereitung bis zur Fruchtbildung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Der Hörnchenkürbis ist die Inkagurke Cyclanthera pedata und gehört nicht zur Gattung Cucurbita, zu der Hokkaido, Zucchini und Butternut zählen.
  • Er braucht einen warmen, sonnigen Platz mit humosem, sehr nährstoffreichem und gleichmäßig gut mit Wasser versorgtem Boden.
  • Im Freiland ist Kompost die Grundlage, nachgedüngt wird bei Bedarf im Laufe der Vegetationszeit.
  • Eine Standardbodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre erfasst pH-Wert, Phosphat und Kalium, Stickstoff braucht eine eigene Untersuchung.
  • Im Kübel kann auch vorgedüngte torffreie Erde während der Kultur zu wenig verfügbaren Stickstoff liefern.
Hörnchenkürbis
Foto: lubo.ivanko · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Wer den Hörnchenkürbis nach einer Anleitung für Butternut oder Hokkaido düngt, richtet sich nach einer Pflanze, die gar nicht im Beet steht. Der Hörnchenkürbis ist die Inkagurke, botanisch Cyclanthera pedata, eine einjährige Kletterpflanze aus der Familie der Kürbisgewächse. Ich bereite sein Beet mit Kompost vor und dünge während der Saison nur nach, wenn Boden oder Pflanze Bedarf zeigen.

Warum Kürbis-Rezepte beim Hörnchenkürbis nicht passen

Die Inkagurke ist eine traditionell in Peru genutzte Gemüsepflanze. Als Kletterpflanze erreicht sie eine Wuchshöhe ab 200 cm, Frost verträgt sie nicht. Mehr über Herkunft, Merkmale und Anbau liest du im ausführlichen Porträt des Hörnchenkürbis.

Für die Düngung zählt vor allem die Botanik. Hokkaido, Zucchini und Butternut gehören zur Gattung Cucurbita, der Hörnchenkürbis dagegen zu einer anderen Gattung derselben Familie. Dünge-Empfehlungen, die für diese Speisekürbisse gedacht sind, übernehme ich deshalb nicht ungeprüft.

Häufiger Fehler

Feste Gramm-Angaben für Hornspäne oder Hornmehl aus einer Kürbis- oder Zucchini-Anleitung auf den Hörnchenkürbis übertragen. Diese Mengen gehören zu Beeten mit Arten der Gattung Cucurbita. Für die Inkagurke im Freiland gilt: Kompost als Grundlage und nachdüngen, wenn Bedarf besteht.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Einen warmen, sonnigen Platz mit humosem, sehr nährstoffreichem Boden wählen, der gleichmäßig gut mit Wasser versorgt ist; eine Rankhilfe vorsehen.

Bodenart

Geeignet ist humoser, sehr nährstoffreicher Boden mit guter Wasserversorgung.

Substrat

Für die Vorkultur normale Aussaaterde verwenden und gleichmäßig feucht halten.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Freiland und Kübel.

Pflege

Pflege

Eine Rankhilfe bereitstellen und den Boden gleichmäßig mit Wasser versorgen.

Düngung

Für Inkagurken im Freiland empfiehlt sich Kompost; bei Bedarf im Laufe der Vegetationszeit nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig und klettert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich als sommerlicher Sichtschutz und zur Begrünung von Pergolen, Rankgittern und Zäunen.

Aussaatkalender Hörnchenkürbis
GartenkalenderVorkultur: April; Aussaat: Mai, Juni; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: MaiJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MaiVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Welche Nährstoffe braucht der Hörnchenkürbis?

Stickstoff, Phosphor und Kalium zählen zu den Hauptnährstoffen, Calcium, Magnesium und Schwefel zu den Sekundärnährstoffen. Welche Aufgabe jeder davon in der Pflanze hat, liest du im Ratgeber darüber, wie du Gartenkürbisse mit Nährstoffen versorgst. Beim Hörnchenkürbis beginne ich mit der Frage, was mein Boden schon mitbringt.

Was dir die Bodenuntersuchung verrät

Für Gemüsebeete ist eine Standardbodenuntersuchung alle 4 bis 5 Jahre üblich. Sie erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium; Magnesium lässt du sinnvollerweise gleich mitbestimmen. Humus und Stickstoff gehören nicht zum Standard, dafür brauchst du gesonderte Untersuchungen. Mit dem Ergebnis kannst du Auswahl und Menge des Düngers an das anpassen, was in deinem Beet tatsächlich verfügbar ist.

Bei stark erhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten schränkst du die Kompostzufuhr ein. Die Standarduntersuchung zeigt dir also, ob du die Kompostgabe einschränken solltest, aber nicht, wie viel Stickstoff deinem Hörnchenkürbis gerade zur Verfügung steht.

Für die meisten kultivierten Kürbisgewächse gilt ein pH-Wert von 5,5 bis 7,0 als günstig, zwischen den Arten sind Unterschiede möglich. Kalk ist nur sinnvoll, wenn der gemessene Wert unter dem Bereich liegt, der zu Bodenart und Humusgehalt deines Beets passt.

Und die Mikronährstoffe?

Eisen, Mangan, Zink und Bor zählen zu den Spurennährstoffen. Beim Hörnchenkürbis dünge ich sie nicht einzeln, sondern setze auf Kompost, der die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt und das Bodenleben fördert. Sehen junge Blätter auffällig aus, prüfe ich zuerst pH-Wert, Bodenfeuchte und die letzten Düngergaben. Ein Blattsymptom kann auf einen Mangel hindeuten, es kann aber genauso andere Ursachen haben.

Dein Düngeplan von der Anzucht bis zur Fruchtbildung

Phase Was du tust Im Blick
Vorkultur normale Aussaaterde verwenden und gleichmäßig feucht halten kurze Vorkultur von 2 bis 3 Wochen
Beet im Frühjahr Boden lockern, Kompost oberflächlich einarbeiten, Rankhilfe verankern Grundgabe für Gemüsebeete: etwa 3 l Kompost je m² und Jahr
Wachstum bei Bedarf nachdüngen, zum Beispiel mit verdünnter Pflanzenjauche im Beet zu jeder Düngergabe mindestens 20 l Wasser je m²
Blüte und Fruchtbildung weiter nach Bedarf düngen, Stickstoff nicht auf Vorrat geben Blütezeit Juni bis September
Kübel Grunddüngung der Erde anrechnen, beim Fruchtwachstum bei Bedarf nachdüngen Feuchte unter der Oberfläche prüfen

Anzucht in normaler Aussaaterde

Für die Vorkultur nimmst du normale Aussaaterde und hältst sie gleichmäßig feucht. Die Inkagurke braucht nur eine kurze Vorkultur von 2 bis 3 Wochen und kommt nach den letzten Frösten ins Beet. Wann du dafür säst, zeigt dir der Aussaatkalender für Kürbis und Zucchini zum Ausdrucken.

Beet vorbereiten: Kompost zuerst, dann die Rankhilfe

Der Hörnchenkürbis braucht einen warmen, sonnigen und geschützten Platz. Sein Boden soll humos, sehr nährstoffreich und gleichmäßig gut mit Wasser versorgt sein. Die Grundlagen dazu stehen im Ratgeber-Kapitel darüber, was Kürbis und Zucchini an Standort und Boden brauchen.

Im Freiland ist Kompost die empfohlene Grundlage für die Inkagurke. Als Grundgabe für Gemüsebeete gelten etwa 3 l Kompost je m² und Jahr. Ich arbeite ihn im Frühjahr vor der Pflanzung oberflächlich ein, sobald der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Gelockert wird dabei mit der Grabgabel, erneut umgraben muss ich das Beet dafür nicht.

Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Wasser- und Nährstoffspeicherung. Weil der Hörnchenkürbis einen humosen und gleichmäßig feuchten Boden braucht, trägt eine Kompostgabe hier zu beiden Ansprüchen gleichzeitig bei.

Das Rankgerüst verankerst du fest, bevor du pflanzt, damit ein späterer Aufbau keine Wurzeln verletzt. Mehr dazu findest du im Beitrag über Rankhilfen für den Hörnchenkürbis.

Nachdüngen nach Bedarf statt nach Kalender

Im Laufe der Vegetationszeit düngst du den Hörnchenkürbis bei Bedarf nach. Feste Termine setze ich mir dafür nicht, ich schaue vorher auf Pflanze und Boden. Werden die neuen Blätter trotz feuchter Erde blasser und legen die Triebe kaum noch zu, kann das auf knappen Stickstoff hindeuten.

Für die Nachdüngung setze ich Brennnesseljauche an. Fertig ist sie, wenn sie dunkel geworden ist und nicht mehr schäumt. Die verdünnte Jauche gieße ich auf den Boden und nicht über die Blätter. Zu jeder Düngergabe gehören im Gemüsebeet mindestens 20 l Wasser je m², damit der Dünger in den Wurzelraum gelangt.

Zahl im Blick

Für Pflanzenjauche setzt du etwa 1 kg frisches Kraut mit 10 l Wasser an. Zum Düngen verdünnst du die fertige Jauche in der Regel im Verhältnis 1:10 mit Wasser. Eine allgemeingültige Ausbringmenge oder Häufigkeit gibt es nicht, weil sich die Gabe nach dem Bedarf der Pflanze und dem Nährstoffvorrat im Boden richtet.

Auch unabhängig vom Düngen braucht der Hörnchenkürbis einen gleichmäßig mit Wasser versorgten Boden. Wie oft und wie viel du in den einzelnen Phasen gießt, steht im Beitrag über das Bewässern des Hörnchenkürbis in jeder Wachstumsphase. Die Grundlagen erklärt das Kapitel Gießen im Ratgeber zu Kürbis und Zucchini.

Marias Erfahrung

Bevor ich nachdünge, gehe ich einmal langsam an der Rankhilfe entlang. Ich schaue auf die Farbe der jüngsten Blätter und auf die Triebspitzen und fühle die Erde am Fuß der Pflanze. Erst danach entscheide ich, ob Jauche dran ist oder nur Wasser.

Blüte und Fruchtbildung

Der Hörnchenkürbis blüht von Juni bis September. Auch in dieser Zeit bleibt es bei derselben Regel wie beim Wachstum: Du düngst nach, wenn Pflanze oder Boden Bedarf zeigen. Die kaliumbetonte Düngung ab dem Anschwellen der Früchte, die für Moschus-Kürbisse empfohlen wird, übertrage ich nicht automatisch auf die Inkagurke. Mit Stickstoff bin ich in der Blüte zurückhaltend, denn beim Ölkürbis fördert eine Überversorgung das Rankenwachstum auf Kosten der Fruchtbildung. Ob die Inkagurke genauso reagiert, ist offen.

Hörnchenkürbis im Kübel düngen

Der Hörnchenkürbis eignet sich auch für den Kübel. Ich pflanze ihn dort in torffreie Kübelpflanzenerde mit luftführenden, porösen Bestandteilen. Das Gefäß braucht Ablauflöcher, damit überschüssiges Wasser abfließt und keine Staunässe entsteht.

Ist die Erde vorgedüngt, rechnest du diese Grunddüngung zuerst an. Auch vorgedüngte torffreie Erde kann aber während der Kultur zu wenig verfügbaren Stickstoff liefern. Während des Fruchtwachstums düngst du deshalb bei Bedarf nach. Vor jeder Flüssiggabe prüfe ich die Feuchte unter der Oberfläche, weil torffreie Erde unten noch nass sein kann, obwohl sie oben trocken aussieht.

Mini-Checkliste

Vor dem Nachdüngen im Kübel gehe ich diese Punkte durch.

  • Ist die Erde vorgedüngt, und wie lange steht die Pflanze schon darin?
  • Ist die Erde unter der Oberfläche noch feucht oder sogar nass?
  • Werden die neuen Blätter blasser, und stockt der Zuwachs?
  • Sind die Ablauflöcher frei, damit keine Staunässe entsteht?

Vorfrucht und Fruchtfolge: Stickstoff aus dem Vorjahr

Buschbohnen können als Vorfrucht Stickstoff und einen gut durchlüfteten Boden für die folgende Kultur hinterlassen. Leguminosen als Gründüngung binden zusätzlich Luftstickstoff, der für die Folgekultur erst nach der Zersetzung der Pflanzenmasse zählt. Für den Hörnchenkürbis gilt eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren. Welche Vor- und Nachkulturen passen, zeigt der Beitrag zur Fruchtfolge beim Hörnchenkürbis.

Passt dazu

Welche Nachbarn zum Hörnchenkürbis passen, prüfst du im Mischkultur-Planer. Wo er in den nächsten Jahren stehen soll, planst du im Beetplaner für deine Beete.

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Häufige Fragen

Wie düngt man den Hörnchenkürbis richtig?
Im Freiland arbeitest du im Frühjahr vor der Pflanzung Kompost oberflächlich ein. Als Grundgabe für Gemüsebeete gelten etwa 3 l je m² und Jahr. Während der Saison düngst du nur bei Bedarf nach, zum Beispiel mit verdünnter Pflanzenjauche, und gießt dazu mindestens 20 l Wasser je m². Feste Gramm-Rezepte für Speisekürbisse übernimmst du nicht, weil der Hörnchenkürbis nicht zur Gattung Cucurbita gehört.
Welche Nährstoffe braucht der Hörnchenkürbis während der Fruchtbildung?
Auch in der Fruchtphase düngst du den Hörnchenkürbis nur nach, wenn Pflanze oder Boden Bedarf zeigen. Die kaliumbetonte Düngung, die für Moschus-Kürbisse ab dem Anschwellen der Früchte empfohlen wird, lässt sich nicht einfach auf die Inkagurke übertragen. Mit Stickstoff bist du besser zurückhaltend, weil beim Ölkürbis eine Überversorgung die Ranken auf Kosten der Früchte fördert. Im Kübel lohnt der Blick auf die Erde, denn auch vorgedüngte torffreie Erde kann während der Kultur zu wenig Stickstoff liefern.
Worin unterscheidet sich der Hörnchenkürbis vom Butternut-Kürbis?
Die beiden gehören zu verschiedenen Gattungen. Der Hörnchenkürbis ist die Inkagurke Cyclanthera pedata, eine einjährige Kletterpflanze, während Butternut zur Art Cucurbita moschata zählt. Dünge-Empfehlungen für Butternut gelten deshalb nicht automatisch für den Hörnchenkürbis, der im Freiland vor allem Kompost und bei Bedarf eine Nachdüngung bekommt.
Welche Rolle spielen Mikronährstoffe wie Eisen und Mangan beim Hörnchenkürbis?
Eisen und Mangan zählen zu den Spurennährstoffen. Ich dünge sie beim Hörnchenkürbis nicht einzeln, sondern setze auf Kompost, der die Pflanzen mit Nährstoffen versorgt und das Bodenleben fördert. Auffällige Blätter können auf einen Mangel hindeuten, sie können aber auch andere Ursachen haben, deshalb prüfst du zuerst pH-Wert, Bodenfeuchte und die letzten Düngergaben.
Wie wirkt sich organische Düngung auf das Bodenleben aus?
Kompost fördert das Bodenleben, verbessert die Bodenstruktur und versorgt die Pflanzen mit Nährstoffen. Schwere Böden werden lockerer, leichte Böden speichern Wasser und Nährstoffe besser. Das kommt dem Hörnchenkürbis entgegen, der einen humosen, sehr nährstoffreichen und gleichmäßig feuchten Boden braucht. Sind Phosphor- oder Kaliumwerte im Boden stark erhöht, schränkst du die Kompostzufuhr ein.
Stimmt es, dass zu viel Stickstoff die Fruchtbildung hemmt?
Beim Ölkürbis ist das beschrieben: Eine Überversorgung mit Stickstoff fördert das Rankenwachstum auf Kosten der Fruchtbildung. Zu hohe oder späte Stickstoffgaben können dort außerdem die Abreife verzögern. Ob der Hörnchenkürbis genauso reagiert, lässt sich nicht sicher sagen, deshalb düngst du ihn nur bei Bedarf und nicht auf Vorrat.
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