Wassermelonen aussäen in Deutschland: Aussaatzeit, Keimdauer und Auspflanztermin
- Wassermelonen ziehst du im Haus vor, für den Hausgarten rechnest du mit 4 bis 6 Wochen Vorkultur.
- Bei 24 bis 30 °C erscheinen die ersten Sämlinge nach etwa 3 bis 10 Tagen.
- In der Vorkultur werden mindestens 20 °C empfohlen, Temperaturen unter 16 °C vermeidest du.
- Ausgepflanzt wird nach den letzten erwarteten Frösten und bei mindestens 16 °C Bodentemperatur.
- Umtopfen kann die empfindlichen Wurzeln beschädigen, säe deshalb gleich in den Topf für die ganze Vorkultur.

Bei Wassermelonen hängt viel am richtigen Aussaattermin. Säst du zu früh, stehen fertige Jungpflanzen auf der Fensterbank, während das Beet noch zu kalt ist. Säst du zu spät, wird die Zeit bis zur Ernte knapp, denn die Kultur dauert lange. Ich plane die Aussaat deshalb rückwärts: Zuerst überlege ich, wann die Pflanzen ins Beet dürfen, dann zähle ich die Wochen der Vorkultur zurück.
Für den Hausgarten rechnest du mit 4 bis 6 Wochen Vorkultur. Bei 24 bis 30 °C erscheinen die ersten Sämlinge nach etwa 3 bis 10 Tagen. Ins Beet kommen die Jungpflanzen nach den letzten erwarteten Frösten, wenn der Boden mindestens 16 °C warm ist.
Vorkultur heißt, du säst die Samen im Haus oder im Gewächshaus in Töpfe und setzt die Jungpflanzen erst später ins Beet. Bei der DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. legst du die Samen gleich an ihren endgültigen Platz im Freiland.
Wann säst du Wassermelonen in Deutschland aus?
Gestartet wird die Wassermelonenkultur zwischen März und Mai. Einen festen Kalendertag gibt es trotzdem nicht, weil der Auspflanztermin auch von den tatsächlichen Temperaturen abhängt. Deshalb rechnest du vom Auspflanzen aus rückwärts. Für die Vorkultur im Hausgarten sind 4 bis 6 Wochen angesetzt, und genau so lange vor deinem geplanten Pflanztermin säst du aus.
Ich lege mir im Frühjahr einen voraussichtlichen Auspflanztermin fest und trage das Aussaatdatum in meinen Kalender ein. Bleibt es länger kühl, verschiebe ich das Pflanzen, statt die Jungpflanzen in kalte Erde zu setzen. Die Termine im Jahreslauf hast du mit dem Aussaatkalender für Melonen zum Ausdrucken im Blick.
Warum ich Wassermelonen vorziehe
Ich ziehe Wassermelonen im Haus vor und rate dir zum selben Weg. Ihre Kulturdauer wird mit 80 bis 140 Tagen angegeben. Ins Freie dürfen die Pflanzen aber erst nach den letzten erwarteten Frösten. Mit der Vorkultur läuft ein Teil dieser langen KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. also schon im Haus, während draußen noch Frost droht. Auch für den Freilandanbau werden Wassermelonen im Frühjahr im Gewächshaus gesät und erst nach den letzten Frösten ausgepflanzt.
Geht auch eine Direktsaat?
Eine Direktsaat ins Beet verlangt mehr Wärme im Boden. Zügig laufen Wassermelonensamen bei 24 bis 30 °C auf. Vorgezogene Jungpflanzen dürfen dagegen schon ins Beet, sobald der Boden mindestens 16 °C erreicht. Für die Direktsaat muss die Erde also deutlich wärmer sein als für das Auspflanzen. Ich säe deshalb nicht direkt ins Freiland. Willst du es trotzdem versuchen, miss vorher die Temperatur im Beet in Saattiefe und säe erst, wenn dort die Mindesttemperatur zur Keimung erreicht ist.
Wie lange brauchen Wassermelonen zum Keimen?
Bei 24 bis 30 °C keimen Wassermelonen zügig. In diesem Bereich erscheinen die ersten Sämlinge nach etwa 3 bis 10 Tagen. Allgemein werden für die Art 7 bis 14 Tage Keimdauer angegeben. Ich messe die Temperatur deshalb direkt in der AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an. und nicht nur in der Raumluft.
| Keimung | Wert |
|---|---|
| Erste Sämlinge bei 24 bis 30 °C | nach etwa 3 bis 10 Tagen |
| Keimdauer allgemein | 7 bis 14 Tage |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. (Minimum) | 20 bis 28 °C |
| Keimtemperatur (Maximum) | 25 bis 30 °C |
| Saattiefe | 0,5 bis 2 cm, je nach Sorte |
| Licht | kein Lichtkeimer, Samen ganz mit Erde bedecken |
Ich stelle die Anzuchttöpfe an den wärmsten Platz im Haus und stecke ein Thermometer in die Erde. Die Erde hältst du feucht, sie soll weder austrocknen noch staunass werden.
Ich schreibe das Aussaatdatum auf jedes Topfetikett. So sehe ich auf einen Blick, wie lange die Samen schon in der Erde liegen, und halte das neben die Temperatur, die mein Thermometer in der Anzuchterde zeigt.
Wie warm brauchen es die Jungpflanzen?
Auch nach dem Keimen bleibt Wärme wichtig. Für die warme Vorkultur im Hausgarten werden mindestens 20 °C empfohlen. Temperaturen unter 16 °C solltest du vermeiden. Sind die Sämlinge da, dürfen die Töpfe also etwas kühler stehen als zur Keimung, solange die empfohlene Mindestwärme bleibt.
Was du vor der Aussaat vorbereitest
Die Sorte
Wähle die Sorte, bevor du säst. Tigrimini F1 wird als frühreifende Wassermelone beschrieben, Sugar Baby als Freiland-Wassermelone. Einen Vergleich, welche Wassermelonensorten zum deutschen Klima passen, findest du im Sortenratgeber.
Töpfe und Erde
Wassermelonen solltest du möglichst nicht umtopfen, weil dabei die empfindlichen Wurzeln beschädigt werden können. Gleichzeitig dauert die Vorkultur im Hausgarten 4 bis 6 Wochen. Der Topf, in den du säst, muss also für die ganze Vorkultur reichen. Im Erwerbsverfahren werden dafür Töpfe der Größe 7,5er bis 10er verwendet. Ich fülle sie mit nährstoffreicher Erde.
Samen und Saattiefe
Ich lege zwei bis drei Samen in jeden Topf. Die Saattiefe liegt bei 0,5 bis 2 cm. Saatgutanbieter nennen je nach Sorte unterschiedliche Werte innerhalb dieser Spanne, deshalb halte ich mich an die Angabe auf der Samentüte. Weil Wassermelonen keine Lichtkeimer sind, deckst du die Samen vollständig mit Erde ab und gießt sie an.
Ein Topf, der für die ganze Vorkultur reicht. Nährstoffreiche Erde. Zwei bis drei Samen je Topf, ganz mit Erde bedeckt. Ein Thermometer in der Anzuchterde. Das Aussaatdatum auf dem Etikett.
Nach dem Keimen: hell stellen und vereinzeln
Sobald die Sämlinge erscheinen, brauchen sie einen hellen Platz, zum Beispiel ein Südfenster. In jedem Topf vereinzelst du auf die beste Pflanze. Wie du Melonen Schritt für Schritt aussäst und die Jungpflanzen weiterziehst, zeigt die Anleitung, wie du Melonen technisch sauber aussäst und kräftige Jungpflanzen vorziehst.
Standort: sonnig, warm und windgeschützt
Wassermelonen stammen ursprünglich aus Afrika und brauchen einen sehr sonnigen Platz. Im Erwerbsanbau werden windgeschützte, leicht erwärmbare Standorte mit Temperaturen über 18 °C empfohlen. Wie du den Platz auswählst und das Beet vorbereitest, liest du in der Anleitung, wie du für Wassermelonen den Standort wählst und den Boden vorbereitest.
Wann dürfen Wassermelonen ins Freiland?
Ins Freie kommen Wassermelonen erst nach den letzten erwarteten Frösten. Ein Datum im Kalender reicht dafür aber nicht aus, denn der Auspflanztermin hängt auch an den tatsächlichen Temperaturen. Der Boden sollte zur Pflanzung mindestens 16 °C warm sein. Im Erwerbsanbau werden für die Pflanzung außerdem 22 bis 25 °C Lufttemperatur angegeben. Die Nächte sollen dort über 12 °C bleiben.
Ich messe vor dem Pflanzen mit einem Bodenthermometer direkt an der Pflanzstelle. Zusätzlich schaue ich mir an, wie kalt die kommenden Nächte werden sollen.
| Bedingung | Wert | Bezug |
|---|---|---|
| Frost | erst nach den letzten erwarteten Frösten | Freiland |
| Bodentemperatur | mindestens 16 °C | Wassermelone |
| Lufttemperatur zur Pflanzung | 22 bis 25 °C | Erwerbsanbau |
| Nachttemperatur | über 12 °C | Erwerbsanbau |
| AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. | 1 Woche vor dem Auspflanzen | Erwerbsverfahren |
„Sobald kein Frost mehr droht, können die Melonen raus.“ Das reicht nicht. Schon bei niedrigen Plusgraden kann das Wachstum von Melonen stocken. Achte deshalb neben dem Frostende auf Bodentemperatur und Nachttemperatur.
Abhärten vor dem Auspflanzen
Eine Woche vor dem Auspflanzen beginnt im Erwerbsverfahren das Abhärten. Die Pflanzen werden dabei schrittweise an direkte Sonne gewöhnt. Ich stelle die Töpfe dafür tagsüber an einen geschützten Platz im Freien und rücke sie nach und nach weiter in die Sonne.
Wie viel Platz brauchen Wassermelonen im Beet?
Wassermelonen ranken am Boden und werden im üblichen Erwerbsanbau meist ohne regelmäßigen RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. gezogen. Ihre Wuchsbreite liegt bei 150 bis 200 cm. Plane den Abstand deshalb als System aus Reihe, Reihenabstand und ErziehungsformDie Erziehungsform ist die Gestalt, in die du eine Pflanze, vor allem ein Obstgehölz, durch Schneiden und Binden gezielt ziehst. Bei Obstbäumen gelten Spindel und Spalier als die einfachsten Erziehungsformen..
| Maß | Wert |
|---|---|
| Abstand in der Reihe | 60 bis 100 cm |
| Reihenabstand | 60 bis 120 cm |
| Erziehungsform | am Boden rankend, meist ohne regelmäßigen Rückschnitt |
| Wuchsbreite | 150 bis 200 cm |
Weil die Ranken am Boden liegen und so breit werden, wähle ich in beiden Spannen eher das obere Ende. Wie viele Pflanzen in dein Beet passen, rechnest du mit dem Beetplaner für deine Beetfläche durch. Zuckermelonen setzt du nicht direkt neben Wassermelonen, denn die beiden KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. gelten als unverträgliche Nachbarn. Geeignete Partner suchst du dir über die passenden Nachbarn für Melonen im Mischkultur-Planer heraus.
Statt ins Beet kannst du Wassermelonen auch ins Hochbeet oder in einen Kübel pflanzen. Die Sorte Mini Love F1 eignet sich für Gefäße, braucht wegen ihrer langen Triebe aber Platz. Lies dazu, worauf es bei Wassermelonen im Kübel ankommt.
Schutz nach dem Pflanzen
Draußen hältst du die Jungpflanzen geschützt, bis kräftiges Wachstum einsetzt. Ein Vlies darf liegen bleiben, bis die Blüte beginnt, dann nimmst du es ab. Mulch aus Grünschnitt kommt erst auf den Boden, wenn er ausreichend warm ist. Frisch gepflanzte Melonen sind besonders schneckengefährdet, deshalb kontrolliere ich das Beet bei feuchtem Wetter spätabends.
Nach dem Auspflanzen: Pflege und Ernte
Wie du Wassermelonen gießt, düngst und vor Schädlingen schützt, findest du unter Pflege und Ernte im Melonen-Ratgeber. Die einzelnen Arbeiten erklärt die Anleitung zu den Pflegearbeiten an Melonen von der Rankhilfe bis zum Mulchen.
Geerntet wird von August bis Oktober, im geschützten Anbau schon ab Mitte Juli. Die Ernte beginnt etwa 70 Tage nach der Pflanzung. Reifezeichen und Lagerung behandelt der Melonen-Ratgeber im Abschnitt Ernte.





