Wassermelonen anbauen: Standort wählen, Boden prüfen und verbessern
- Ideal ist lockerer, nährstoffreicher sandiger Lehm; nasse Böden vertragen Wassermelonen schlecht.
- Eine Standard-Bodenuntersuchung zeigt pH, Phosphor und Kalium, den Stickstoff misst erst die Nmin-Untersuchung.
- Wassermelonen tolerieren pH-Werte von 5,3 bis 8,0; kalke nur nach Messwert.
- Ohne bekannte Nährstoffgehalte jährlich 3 l Kompost pro m² leicht einarbeiten, Mulch erst auf warmen Boden.
- Für Melonen gilt eine Anbaupause von 4 Jahren, Kürbisgewächse gehören nicht direkt davor.

Nasse, kalte Erde ist für Wassermelonen ein schlechter Start. Nasse Böden vertragen sie schlecht, und bei niedrigen Plusgraden können Melonen im Wachstum stocken. Ich bereite mein Melonenbeet deshalb in einer festen Reihenfolge vor: Boden untersuchen lassen, Kompost nach Befund einarbeiten, lockern und erst auf warmen Boden mulchen. Ist die Wassermelone einmal gepflanzt, bleibt sie bis zur Ernte an ihrem Platz. Was der Boden braucht, erledigst du also vorher.
Wohin mit der Wassermelone? Der Platz in Kürze
Wassermelonen brauchen einen sehr sonnigen Platz, der windgeschützt liegt und sich leicht erwärmt. Im Erwerbsanbau werden dafür Standorte mit Temperaturen über 18 °C empfohlen, im Garten suchst du also die wärmste Ecke ohne Zugluft oder pflanzt unter Glas. Was Melonen von Klima bis Windschutz brauchen, steht im Abschnitt Standort und Klima unseres Melonen-Ratgebers und ausführlich in unserem Beitrag zu den Standortansprüchen von Melonen im eigenen Garten.
Welchen Boden brauchen Wassermelonen?
Wassermelonen wollen einen lockeren, feuchten, fruchtbaren und gut durchlässigen Boden. Gut passt ein nährstoffreicher, sandiger Lehm. Nasse Böden vertragen sie dagegen schlecht.
Melonen gelten als starkzehrend und wurzeln flach. Weil Pflanzen Nährstoffe nur aufnehmen können, wenn sie in der Bodenfeuchtigkeit gelöst sind, zählt bei flachen Wurzeln vor allem die obere Bodenschicht: Dort müssen Wasser und Nährstoffe zugleich bereitstehen. Ein humoser, lockerer Gartenboden kann Wasser besser speichern.
Bevor ich ein Beet für Wassermelonen einplane, schaue ich es mir nach einem kräftigen Regen an. Steht dort noch lange Wasser, ist mir der Platz zu nass. Für solche Flächen weiche ich auf ein Hochbeet oder einen Kübel aus, beides eignet sich als Anbauort für Wassermelonen.
Bodenanalyse: Was zeigt der Befund?
Ich lasse den Boden untersuchen, bevor ich Kompost oder Dünger auf das Melonenbeet bringe. Eine Standard-Bodenuntersuchung erfasst Phosphor, Kalium und den pH-Wert. Für Wassermelonen ist dieser Befund die Grundlage, an der du später auch die Düngung ausrichtest.
Den verfügbaren Stickstoff misst die Standard-Bodenuntersuchung nicht. Dafür gibt es die gesonderte Nmin-Untersuchung, die du zusätzlich in Auftrag gibst.
So liest du die Werte für dein Melonenbeet:
| Befund | Was das für dein Melonenbeet heißt |
|---|---|
| pH-Wert von 5,3 bis 8,0 | liegt im Bereich, den Wassermelonen tolerieren; eine Korrektur ist nicht nötig |
| pH-Wert unter 5,3 | Kalken kann den Wert anheben; die Menge richtest du nach dem Befund |
| Phosphat-Gehaltsklasse C bis E | höchstens 3 l Kompost je m² und Kultur |
| hoher Kaliumgehalt | kein zusätzliches Kalium auf Verdacht, denn hohe Kaliumgehalte können die Magnesiumaufnahme hemmen |
| Nährstoffgehalte unbekannt | als allgemeine Gartenempfehlung jährlich 3 l Kompost pro m² leicht einarbeiten |
Wie genau muss der pH-Wert passen?
Wassermelonen tolerieren pH-Werte von 5,3 bis 8,0. Das ist ein weiter Bereich, und einen engen Optimalwert musst du für sie nicht ansteuern. Ich messe den pH deshalb nicht, um ihn fein einzustellen, sondern um Ausreißer zu erkennen.
Liegt dein Wert darunter, kann Kalken ihn anheben, und die Menge richtest du nach dem Befund. Liegt er darüber, weiche ich lieber auf einen anderen Platz oder ein Gefäß aus, statt den Boden umzubauen.
Kalk auf Verdacht streuen, ohne den pH-Wert zu kennen. Die Standard-Bodenuntersuchung liefert ihn mit, und Wassermelonen kommen mit einem weiten pH-Bereich zurecht.
Wie verbesserst du den Boden vor der Pflanzung?
Kompost nach Befund einarbeiten
Kennst du die Nährstoffgehalte deines Bodens nicht, arbeitest du jährlich 3 l Kompost pro m² leicht ein. Diese Menge gilt allgemein für Gartenbeete und ersetzt keinen Düngeplan für Wassermelonen. Zeigt die Bodenuntersuchung Phosphat-Gehaltsklassen von C bis E, bleibt es bei höchstens 3 l Kompost je m² und Kultur.
Kompost wirkt dabei nicht sofort. Organisch gebundene Nährstoffe muss das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. erst aufschließen, und organische Dünger wirken meist langfristiger als leicht lösliche mineralische. Kompost ist deshalb ein Vorrat: Er gehört in die Vorbereitung vor der Pflanzung und taugt nicht, um später schnell nachzuhelfen.
„Kompost kann man nicht überdosieren.“ Das stimmt nicht. Auch organische Dünger können bei übermäßiger Anwendung zu einer ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt. führen, deshalb gilt bei den Phosphat-Gehaltsklassen C bis E eine Obergrenze für Kompost.
Wer ganz nach biologischen Grundsätzen gärtnert, findet mehr zu organischer Düngung und natürlichem Pflanzenschutz in unserem Beitrag zum biologischen Wassermelonenanbau.
Lockern statt umgraben
Leichte Gartenböden lockere ich im Frühjahr mit der Grabgabel, ohne sie umzugraben. Den Kompost arbeite ich dabei flach in die obere Schicht ein, in der die Melonenwurzeln später liegen. Auf schwerem Boden arbeite ich zusätzlich mit einer Bodendecke, denn eine Mulchdecke vermindert VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und Erosion.
Gründüngung, bevor die Melonen kommen
Steht das Beet vor dem Melonenjahr frei, säe ich dort Gründüngung. Für Melonen passen Lupine, Phacelia, Gelbsenf, Lein und Luzerne. Gelbsenf gehört allerdings wie Kohl zu den KreuzblütlernKreuzblütler (Brassicaceae) sind eine Pflanzenfamilie mit vielen Gemüsearten: Dazu gehören alle Kohlarten sowie Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf. In der Fruchtfolge sollten sie nicht direkt nacheinander am selben Platz wachsen., mit denen er Krankheitserreger teilt. Steht Kohl in deiner Fruchtfolge, zählst du den Senf deshalb dort mit oder greifst zu einer der anderen Arten.
Mulch erst auf warmen Boden
Grünschnittmulch kommt bei Wassermelonen erst auf ausreichend erwärmten Boden. Gepflanzt wird ohnehin erst bei mindestens 16 °C Bodentemperatur. Danach vermindert eine Mulchdecke den Wasserverlust aus dem Boden. Rasenschnitt bringst du nur angewelkt und dünn auf und legst bei Bedarf nach.
Ich lege den Grasschnitt erst aus, wenn das Bodenthermometer im Melonenbeet warmen Boden zeigt. Vorher lasse ich ihn auf dem Weg anwelken und verteile ihn dann rund um die Pflanzen.
Beet, Hochbeet oder Kübel: Was braucht der Boden jeweils?
Wassermelonen lassen sich im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet und im Kübel anbauen. Für den Boden heißt das je nach Form:
| Beetform | Worauf du beim Boden achtest |
|---|---|
| Freilandbeet | lockere, durchlässige Erde ohne stehendes Wasser, Kompost nach Befund |
| Hochbeet und Hügelbeet | dieselben Ansprüche an lockere, durchlässige Erde ohne Staunässe wie im Beet |
| Kübel | leichtes Substrat, das Luft und Wasser speichert und einen Nährstoffvorrat enthält; ein Abzugsloch oder bei Wasserspeichergefäßen ein Überlauf |
| Gewächshaus | Boden wie im Beet vorbereiten; mögliche Zuflugwege für Weiße Fliegen schon vor der Neupflanzung minimieren |
Im Kübel soll das Substrat weder vollständig austrocknen noch staunass werden. Für Gefäße eignet sich zum Beispiel die Sorte Mini Love F1, die wegen ihrer langen Triebe trotzdem Platz braucht. Ich prüfe vor dem Bepflanzen, ob das Abzugsloch frei ist.
Fruchtfolge: Was darf vorher auf dem Beet stehen?
Gurken, Kürbisse und Zucchini sind wie Melonen KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen. und sollen im Fruchtwechsel nicht unmittelbar vor ihnen stehen. Plane für Melonen eine Anbaupause von 4 Jahren auf derselben Fläche ein. Nach den Melonen passen zum Beispiel Spinat, Bohnen oder Zwiebeln, weil sie aus anderen Pflanzenfamilien kommen.
Buschbohnen nutzen über KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Luftstickstoff und hinterlassen als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. Stickstoff im Boden. Zu viel Stickstoff fördert bei Wassermelonen die Ranken auf Kosten der Früchte. Standen Buschbohnen auf dem Beet, lass deshalb den Nmin-WertDer Nmin-Wert gibt an, wie viel mineralischer Stickstoff (Nitrat und Ammonium) im Boden steckt und damit den Pflanzen zur Verfügung steht. Er wird per Bodenprobe im Labor bestimmt und hilft dir, Stickstoff bedarfsgerecht zu düngen. bestimmen, bevor du Stickstoff nachlegst.
Damit du die Anbaupause über die Jahre im Blick behältst, kannst du deine Beetbelegung im Beetplaner über mehrere Jahre planen. Was der Anbau langfristig mit der Erde macht, beschreibt unser Beitrag dazu, wie der Wassermelonenanbau Bodenstruktur und Bodenleben beeinflusst.
Nachbarn im Beet
Neben Zuckermelonen gehört die Wassermelone nicht ins Beet, beide sind Kürbisgewächse. Günstige Nachbarschaftseffekte zwischen Gemüsearten sind schwer nachzuweisen, eine Mischkultur kann unterstützen, garantiert aber nichts. Welche Partner zu Wassermelonen passen, zeigt unser Beitrag zu Partnerpflanzen für Wassermelonen, einzelne Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Werkzeug.
Wie geht es nach der Bodenvorbereitung weiter?
Bevor die Wassermelone ins Beet kommt
- Boden untersucht: pH-Wert, Phosphor, Kalium, bei Bedarf Nmin
- Kompost nach Befund eingearbeitet, ohne Befund jährlich 3 l pro m²
- Boden gelockert, nach Regen kein stehendes Wasser
- Kein Kürbisgewächs direkt davor, Anbaupause von 4 Jahren eingehalten
- Bodentemperatur mindestens 16 °C, erst dann mulchen und pflanzen
Ausführlich stehen die nächsten Schritte im Melonen-Ratgeber unter Anzucht, Auspflanzen, Gießen und Düngen. Hier nur das, was direkt an die Bodenvorbereitung anschließt.
Vorziehen und auspflanzen
Im Hausgarten ziehst du Wassermelonen 4 bis 6 Wochen warm vor und topfst sie möglichst nicht um, weil das die empfindlichen Wurzeln beschädigen kann. Ins Beet kommen sie nach den letzten Frösten, und im Erwerbsanbau sollen die Nächte bei der Pflanzung über 12 °C liegen. Den passenden Termin findest du in unserem Beitrag dazu, wann du Wassermelonen hierzulande säst und auspflanzt, und im Aussaatkalender für Melonen zum Ausdrucken.
Gießen und düngen
Gieß Wassermelonen gleichmäßig, auch kurz vor der Ernte, denn das hilft, ein Aufplatzen der Früchte zu vermeiden. Die Düngung richtest du am Befund der Bodenuntersuchung aus und rechnest an, was der Boden schon an Nährstoffen mitbringt. Wie du Wasser und Dünger bei Wassermelonen nach Wachstumsphase aufeinander abstimmst, steht in einem eigenen Beitrag.





