Gemüse · Paprika & Chili · Anbau

Peperoni-Samen aussäen: Keimwärme, Pikieren, Abhärten und eigenes Saatgut

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Peperoni säst du wegen der langen Anzucht im Februar im Haus aus.
  • Als untere Keimtemperatur gelten 20 bis 25 °C.
  • Die Samen kommen 0,2 bis 1 cm tief in torffreie, nährstoffarme Aussaaterde.
  • Pikiert wird je nach Anleitung zwischen den ersten Laubblättchen und dem Stadium mit 2 Blattpaaren.
  • Zum Abhärten dürfen die Jungpflanzen tagsüber bei mindestens 15 °C Lufttemperatur geschützt nach draußen, zunächst ohne direkte Sonne.
  • Ins Freiland pflanzt du je nach mildem Wetter und ausbleibendem Frost Mitte bis Ende Mai.
  • Für eigenes Saatgut nimmst du samenfeste Sorten und voll ausgereifte Früchte.
Ein Haufen leuchtend roter Chilischoten, mit einer einzelnen orangefarbenen Schote in der Mitte.
Foto: Patrick Alpha · Pexels License · Quelle ↗

Peperoni-Samen brauchen Wärme zum Keimen, und die Anzucht bis zur kräftigen Jungpflanze dauert lange. Deshalb beginnt meine Peperoni-Saison im Februar auf der Fensterbank und nicht im Mai am Beet. Hier zeige ich dir, wie ich die Samen zum Keimen bringe, die Sämlinge pikiere und abhärte und am Ende der Saison Samen für das nächste Jahr gewinne.

Peperoni gehören wie Gemüsepaprika zur Art Capsicum annuum. Alle Keimwerte in diesem Ratgeber gelten für diese Art. Ziehst du eine Chili, die zu einer anderen Art gehört, richtest du dich nach der Angabe auf ihrer Saatgut-Tüte.

Wann säst du Peperoni aus?

Peperoni säst du im Februar im Haus aus, weil ihre Anzuchtphase lang ist. Als Startmonate der Kultur werden Februar bis April genannt. Ich säe im Februar und plane die Anzucht rückwärts vom Pflanztermin aus. Je nachdem, wohin die Pflanzen später ziehen, brauchst du unterschiedlich viel Vorlauf.

Zahl im Blick

Bis zur Pflanzung ins Kleingewächshaus werden ab der Aussaat etwa 60 Tage veranschlagt. Für Jungpflanzen, die auf den Balkon sollen, planst du mindestens 10 Wochen Anzucht ein.

Damit ich den Termin nicht verpasse, hängt bei mir der Aussaatkalender für Paprika und Chili zum Ausdrucken neben der Fensterbank.

Aussaatkalender Peperoni
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April; Blüte: Juni, Juli, August, September; Ernte: Juni, Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberVorkulturBlüteErnte

Was brauchst du für die Aussaat?

Viel Ausrüstung braucht die Peperoni-Aussaat nicht, aber das Substrat muss passen. Für die Gemüseanzucht eignet sich spezielle torffreie Aussaaterde mit wenig Nährstoffen und feiner, lockerer Struktur. Ich fülle die Saatschale nur mit dieser Erde, Pflanzerde kommt bei mir erst beim Auspflanzen in den Topf.

Mini-Checkliste

Das lege ich mir vor der Aussaat bereit.

  • Saatschale mit Wasserablauf
  • torffreie Aussaaterde
  • durchsichtige Haube oder Minigewächshaus
  • Thermometer für den Platz direkt an der Schale
  • Pikierstab und Etiketten
  • Töpfe mit 8 bis 10 cm Durchmesser zum Pikieren
  • Heizmatte, falls dein Platz die Keimtemperatur nicht erreicht

So säst du Peperoni-Samen aus

Ich fülle die Schale mit feuchter Aussaaterde, drücke sie leicht an und ziehe Saatrillen. Die Rillen liegen 4 cm auseinander. In jede Rille lege ich die Körner im Abstand von etwa 2 cm. Danach bedecke ich sie mit Erde, so tief, wie es die Tabelle angibt. Zum Schluss gieße ich mäßig an, setze die Haube auf und stecke ein Etikett mit Sorte und Datum in die Schale.

Die wichtigsten Werte für die Aussaat von Capsicum annuum:

Wert Angabe
Aussaattemperatur nach einer Anleitung 20 °C
Untere Keimtemperatur 20 bis 25 °C
Obere Keimtemperatur 25 bis 28 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Saattiefe 0,2 bis 1 cm
Abstand der Körner in der Rille etwa 2 cm
Abstand der Saatrillen 4 cm
Mythos-Check

Peperoni-Samen werden oft als Lichtkeimer beschrieben, die kaum Erde bekommen. Für Capsicum annuum trifft das nicht zu, denn die Samen zählen nicht zu den Lichtkeimern. Du bedeckst sie deshalb mit Erde in der angegebenen Saattiefe.

Wie warm muss es zum Keimen sein?

Peperoni-Samen brauchen Wärme zum Keimen. Eine Anleitung empfiehlt für Capsicum annuum, bei 20 °C auszusäen. Als untere Keimtemperatur werden 20 bis 25 °C angegeben. Die obere Keimtemperatur liegt bei 25 bis 28 °C.

Ich messe die Temperatur direkt neben der Saatschale, nicht an der Zimmerwand. Liegt dein Platz unter der unteren Keimtemperatur, kann eine Heizmatte unter der Schale die fehlende Wärme liefern. Mit Heizmatte kontrolliere ich das Thermometer auch nach oben, damit die Schale nicht über die obere Keimtemperatur steigt.

Wie lange dauert es, bis Peperoni keimen?

Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen bei Capsicum annuum 7 bis 14 Tage. In dieser Zeit hebe ich die Haube an, prüfe die Feuchte mit dem Finger und wische Tropfen von der Innenseite ab. Tut sich danach nichts, prüfst du zuerst die Temperatur an der Schale und dann das Alter der Samen.

Häufiger Fehler

Die Saatschale bleibt dauernd nass. Während der Anzucht gießt du mäßig, denn zu nasses Substrat hemmt das Wurzelwachstum und begünstigt Welkepilze.

Nach der Keimung: hell und etwas kühler

Sobald die Keimblätter da sind, nehme ich die Haube ab und stelle die Schale an den hellsten Platz im Haus. Nach der Keimung werden für Paprika 18 bis 20 °C bei hellem Stand angegeben. Peperoni brauchen später einen sonnigen Platz, die Sämlinge zunächst einen hellen.

Reicht das Licht am Fenster nicht aus, können Sämlinge lang und dünn werden. Eine Pflanzenlampe kann dann das Fensterlicht ergänzen. Ich drehe die Schale, sobald sich die Sämlinge sichtbar zum Fenster neigen.

Wie gießt du Sämlinge in torffreier Erde?

Torffreie Erde kann oben schon trocken sein, während sie unten noch nass ist. Vor dem Gießen prüfe ich deshalb auch unten: Ich hebe die Schale an und fühle an den Abzugslöchern, ob die Erde dort noch feucht ist. Wer nur nach der trockenen Oberfläche gießt, hält torffreie Erde also leicht zu nass, und zu nasses Substrat hemmt die Wurzeln.

Wann und wie pikierst du Peperoni?

Je nach Anleitung vereinzelst du Peperoni-Sämlinge ab den ersten Laubblättchen bis zum Stadium mit 2 Blattpaaren. Die ersten Laubblätter bilden sich in der Triebmitte zwischen den Keimblättern. Ich pikiere, sobald ich sie dort erkenne.

So gehe ich beim Pikieren vor:

  1. Töpfe mit 8 bis 10 cm Durchmesser mit Aussaaterde füllen und mit dem Pikierstab ein Pflanzloch vorstechen.
  2. Den Sämling mit dem Pikierstab von unten lockern und aus der Erde heben.
  3. Dabei an einem Keimblatt halten, nie am Stängel.
  4. Den Sämling ins Pflanzloch setzen, die Erde rundum andrücken und mäßig angießen.

Nach dem Einwurzeln sollen pikierte Paprikasämlinge, die später ins Kleingewächshaus ziehen, bei etwa 18 °C stehen.

Achtung

Übrige Sämlinge kommen auf den Kompost, nicht in den Salat. Paprika eignet sich nicht zum Verzehr als Sprossen oder Microgreens. Gemeint sind die Keimlinge, nicht grüne Früchte.

Abhärten: So gewöhnst du Peperoni ans Freie

Die Jungpflanzen kommen nicht direkt von der Fensterbank ins Beet, sondern gewöhnen sich erst an Licht und Temperatur draußen. Tagsüber dürfen sie bei mindestens 15 °C Lufttemperatur an einen geschützten Platz ins Freie. Am Anfang stehen sie dort im Halbschatten, später in der Sonne. Ich stelle die Töpfe dafür unter das Vordach an der Hauswand und trage sie abends wieder hinein.

Paprika reagiert schon im niedrigen Plusbereich mit Wachstumsstockungen, und zum Abhärten sind mindestens 15 °C Luft gefordert: Frostfrei allein ist also noch kein Grund, die Töpfe hinauszustellen.

Wann pflanzt du Peperoni aus?

Ins Freiland setzt du Peperoni in der Regel nach den Eisheiligen Mitte Mai. Die Empfehlungen reichen von Mitte bis Ende Mai, je nach mildem Wetter und ausbleibendem Frost. Den Ausschlag gibt die tatsächliche Witterung, nicht das Datum.

Unter Glas darf früher gepflanzt werden. Im beheizbaren Kleingewächshaus liegt der Termin etwa Mitte April. Im unbeheizten Haus pflanzt du Anfang bis Mitte Mai und setzt die Jungpflanzen so tief, wie sie im Anzuchttopf standen. Was danach unter Glas zählt, beschreibe ich im Ratgeber, wie du Peperoni im Gewächshaus kultivierst.

Im Beet planst du Abstand und Stütze zusammen. In der Reihe stehen die Pflanzen 30 bis 50 cm auseinander. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt ebenfalls 30 bis 50 cm. Jede Pflanze bekommt eine eigene Stütze. Nach dem Auspflanzen schützen eine Haube oder ein Frühbeet die Pflanzen, bis sie gut angewachsen sind.

Für den Balkon nimmst du ein standfestes Gefäß mit mindestens 10 l Volumen. Empfohlen wird dazu ein Durchmesser von etwa 30 cm. Ein Wasserablauf im Gefäßboden sorgt dafür, dass keine Staunässe entsteht.

Nach dem Auspflanzen: Pflege, Düngen, Schädlinge und Ernte in Kürze

Mit dem Auspflanzen ist die Anzucht abgeschlossen. Die Grundlagen für die Zeit danach findest du ausführlich im Ratgeber, wie du Paprika und Chili vom Standort bis zur Ernte anbaust. Hier bekommst du zu jedem Thema nur die Eckpunkte.

Standort

Peperoni brauchen einen sonnigen, geschützten Platz. Mit Lehm- und Sandböden kommen Peperoni zurecht, der pH-Wert darf neutral bis sauer sein. Welche Nachbarn im Beet dazu passen, zeigt dir mein Ratgeber über gute Pflanzpartner für Peperoni.

Pflege und Stützen

Gestützt wird je nach Anleitung bei etwa 30 cm Pflanzenhöhe in der Hausanzucht. Für das Kleingewächshaus liegt der Hinweis bei etwa 45 cm. Die erste Blüte auszubrechen, ist bei kleinfrüchtigen Peperoni nicht nötig, vorgesehen ist das nur bei großfrüchtiger Gemüsepaprika. Wie ich meine Pflanzen den Sommer über versorge, steht im Ratgeber, wie du Peperoni von der Pflege bis zum Pflanzenschutz begleitest.

Düngen

Wächst deine Peperoni in vorgedüngter torffreier oder torfreduzierter Gemüseerde, kann sie nach etwa 6 Wochen eine Nachdüngung brauchen. Den Zeitpunkt richtest du nach der Packungsangabe des Substrats, die Menge nimmst du von der Packung deines Düngers. Im bereits angereicherten Gartenboden kann regelmäßige Zusatzdüngung entbehrlich sein, mehr dazu steht im Paprika-Ratgeber im Abschnitt Düngen.

Schädlinge

Beim Gießen drehe ich einzelne Blätter um und sehe mir die Unterseiten an. Im Kleingewächshaus können an Peperoni unter anderem Weiße Fliegen, Spinnmilben, Thripse und Raupen auftreten. Raupen sammelst du bei sichtbarem Befall ab, Erkennungsmerkmale und das weitere Vorgehen findest du im Paprika-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge.

Ernte

Die Erntezeit von Capsicum annuum reicht von Juni bis Oktober. Als Anhaltspunkt bis zur ersten Ernte rechnest du mit etwa 6 Wochen ab dem Pflanzen, Sorte und Farbreife sind damit nicht festgelegt. Wann du welche Früchte pflückst und wie du sie sicher lagerst, erkläre ich im Ratgeber, wann du Peperoni je nach Sorte und Schärfe erntest.

Sorten

Peperoni und Chilis zählen zu den kleinfrüchtigen Typen. Ihre Schärfe wird in Scoville-Einheiten angegeben, eine sichere Verzehrmenge lässt sich aus dieser Zahl aber nicht ableiten. Einen Überblick über Gemüsepaprika, Chilis und die Schärfeskala gibt der Paprika-Ratgeber im Abschnitt Sorten und Scoville-Skala.

Samen für die nächste Saison selbst gewinnen

Ob du nächstes Jahr eigene Samen aussäen kannst, entscheidet sich schon beim Saatgutkauf. Samenfeste Sorten lassen sich nachbauen. Bei F1-Hybriden können die Nachkommen uneinheitliche Eigenschaften haben. Planst du eigenes Saatgut, kaufst du also gleich eine samenfeste Sorte, denn nur sie gibt ihre Eigenschaften verlässlich an die nächste Generation weiter.

Paprika befruchtet sich selbst. Insekten können die Bestäubung übernehmen, nötig sind sie dafür aber nicht.

Für das Saatgut nehme ich nur voll ausgereifte Früchte. Bei scharfen Früchten ziehe ich vorher Küchenhandschuhe an, weil die Scharfstoffe Augen und Schleimhäute reizen können. Dann schneide ich die Frucht auf, löse die Samen heraus und lege sie auf eine trockene Unterlage an einen warmen Ort, bis sie gut getrocknet sind. Die getrockneten Samen bewahre ich wie geöffnete Saatgutpäckchen kühl und trocken auf.

Marias Erfahrung

Jedes Samentütchen beschrifte ich mit Sorte und Erntejahr, bevor die Samen hineinkommen. Vor der nächsten Aussaat mache ich mit den älteren Tüten zuerst eine Probeaussaat, damit ich ihre Keimfähigkeit prüfen kann.

Ausführlich zeige ich das Samengewinnen im Ratgeber, wie du Peperoni-Samen selbst gewinnst und lagerst.

Jetzt dran

Prüfe deine Saatgutvorräte, bevor der Februar kommt. Ältere Tüten testest du mit einer Probeaussaat, und für die neue Saison legst du Aussaaterde, Saatschale und Thermometer bereit.

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Häufige Fragen

Was ist bei der Aussaat von Peperoni-Samen besonders wichtig?
Peperoni brauchen eine lange Anzucht, deshalb säst du sie im Februar im Haus aus. Ihre Samen brauchen Wärme: Als untere Keimtemperatur gelten 20 bis 25 °C. Du legst die Samen 0,2 bis 1 cm tief in torffreie, nährstoffarme Aussaaterde und gießt mäßig, weil zu nasses Substrat das Wurzelwachstum hemmt.
Warum ist die Keimtemperatur bei Peperoni-Samen so wichtig?
Peperoni gehören zur Art Capsicum annuum, deren Samen Wärme zum Keimen brauchen. Als untere Keimtemperatur gelten 20 bis 25 °C. Die obere Keimtemperatur liegt bei 25 bis 28 °C. Ein Thermometer direkt neben der Saatschale zeigt dir, ob dein Platz in diesem Bereich liegt.
Wann sollten Peperoni-Keimlinge pikiert werden?
Je nach Anleitung vereinzelst du Peperoni-Sämlinge ab den ersten Laubblättchen bis zum Stadium mit 2 Blattpaaren. Die ersten Laubblätter bilden sich in der Triebmitte zwischen den Keimblättern. Für die Weiterkultur setzt du jeden Sämling in einen Topf mit 8 bis 10 cm Durchmesser.
Was ist der Unterschied zwischen samenfesten Sorten und Hybriden bei Peperoni?
Samenfeste Sorten eignen sich für den Nachbau, also für eigenes Saatgut aus der eigenen Ernte. Bei F1-Hybriden können die Nachkommen uneinheitliche Eigenschaften haben. Wer Samen für die nächste Saison gewinnen möchte, wählt deshalb schon beim Kauf eine samenfeste Sorte.
Worin unterscheiden sich Chili-Samen und Paprika-Samen beim Anbau?
Gemüsepaprika und Peperoni gehören zur Art Capsicum annuum, ebenso ein Teil der Chilis. Für diese Art gelten dieselben Keimwerte, etwa eine Keimdauer von 7 bis 14 Tagen. Gehört eine Chili zu einer anderen Art, richtest du dich nach den Angaben auf ihrer Saatgut-Tüte.
Stimmt es, dass Peperoni nur in warmen Klimazonen wachsen können?
Nein. Peperoni sind nicht winterhart und werden einjährig kultiviert, deshalb ziehst du sie im Februar im Haus vor. Ins Freiland pflanzt du sie Mitte bis Ende Mai, je nach mildem Wetter und ausbleibendem Frost. Für den Balkon nimmst du einen Kübel mit mindestens 10 l Volumen an einem geschützten, sonnigen Platz.
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