Asia-Salate im Topf: Gefäß, Erde und Drainage auf Balkon und Terrasse
- Blattsenf, Pak Choi und Tatsoi lassen sich im Topf ziehen, winterhart sind Blattsenf und Pak Choi nicht.
- In den Kasten kommt gewöhnliche Blumenerde, die feine Saat säst du in weniger grobe Anzuchterde.
- Halte die Abzugslöcher frei und lass kein Wasser im Untersetzer stehen.
- Als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur brauchen Asia-Salate keine Düngung.
- Pak Choi als Kopfkultur steht 50 bis 65 Tage, eine Schnittkultur macht den Kasten schneller wieder frei.
- Über Blattsenf und Pak Choi kann ein rundum dicht geschlossenes Netz mit 0,8 mm Maschenweite unter anderem Erdflöhe abhalten.

Auf dem Balkon haben Asia-Salate nur so viel Erde, wie in den Kasten passt. Ich plane deshalb zuerst Gefäß, Füllung und Wasserabfluss und kümmere mich erst danach um die Saat. Als kurze Schnittkultur brauchen die Pflanzen später keinen Dünger, sondern vor allem gleichmäßig Wasser und einen freien Abfluss. Und gleich zur häufigsten Frage: Blattsenf und Pak Choi sind nicht winterhart, ihre Zeit im Kasten reicht vom Frühjahr bis in den Herbst.
Welche Asia-Salate passen in Topf und Kasten?
Zu den Asia-Salaten zählen Blattsenf, Mizuna, Pak Choi und Tatsoi. Blattsenf, auch Sarepta-Senf genannt, ist einjährig und wird 10 bis 20 cm hoch. Er eignet sich für Terrassen und Gefäße. Pak Choi und Tatsoi gehören zur Art Brassica rapa, auch für sie gelten Topf und Hochbeet als Anbauort. Mizuna zählt wie der Blattsenf zu den Schwach- bis Mittelzehrern.
Beim Licht unterscheiden sich die Arten. Blattsenf wächst sonnig bis halbschattig, Pak Choi will es sonnig. Das ist wichtig, wenn du später entscheidest, welcher Kasten wo auf dem Balkon steht.
Asia-Salate lassen sich auf zwei Arten ziehen. Als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur erntest du junge Blätter. Für Blattsenf liegt die Kulturdauer bei 21 Tagen. Als länger stehende Kopfkultur wächst Pak Choi 50 bis 65 Tage zu einer ganzen Pflanze heran.
Eckdaten für Blattsenf, Pak Choi und Tatsoi
Die Tabelle fasst zusammen, was du für die Planung von Kasten und Topf brauchst.
| Blattsenf | Pak Choi und Tatsoi | |
|---|---|---|
| Anbau im Gefäß | geeignet, auch für Terrasse und Kübel | Topf und Hochbeet |
| Licht | sonnig bis halbschattig | sonnig |
| Saattiefe | 1 bis 2 cm | Tatsoi etwa 1 bis 2 cm, eine Pak-Choi-Sorte etwa 0,5 bis 1 cm |
| Keimtemperatur | mindestens 10 °C, höchstens 25 °C | Mindestwert 10 bis 18 °C, Höchstwert 15 bis 25 °C |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage | 5 bis 14 Tage |
| Aussaat | März bis September | Pak Choi für die Herbstkultur spätestens etwa Ende Juli bis Anfang August |
| Kulturdauer | 21 Tage | Pak Choi als Kopfkultur 50 bis 65 Tage |
| Winterhart | nein | nein |
Wo die rechte Spalte keine Einzelart nennt, gilt der Wert für die ganze Art Brassica rapa, zu der auch Speiserüben gehören.
Welches Gefäß brauchen Asia-Salate?
Ob Balkonkasten, Topf oder Kübel: Wichtig ist vor allem ein Boden mit Abzugslöchern. Salate wollen humose, durchlässige Erde, und im Gefäß heißt das: Überschüssiges Wasser muss unten ablaufen können. Die Erde fülle ich nicht bis ganz oben ein, damit beim Gießen nichts über den Rand läuft.
Säst du Blattsenf in Reihen, braucht er 25 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen sind 20 cm vorgesehen. Pak Choi, den du als ganzen Kopf ernten willst, setze ich lieber in einen eigenen Topf, damit er den Kasten mit der Schnittkultur nicht blockiert.
Welche Erde gehört in den Kasten?
Als Füllung für Kasten und Topf nimmst du gewöhnliche Blumenerde. Blattsenf und Pak Choi mögen keine zu saure Erde. Nach jedem abgeernteten Satz fülle ich frische Blumenerde ein. Für Blattsenf ist eine Anbaupause von 6 Jahren vorgesehen, deshalb kommt die alte Erde bei mir nicht wieder unter Blattsenf.
Die feine Saat landet direkt in grober Blumenerde. Für die Aussaat nimmst du weniger grobe AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an.. Ich fülle den Kasten mit Blumenerde und nehme nur für die oberste Schicht, in die gesät wird, Anzuchterde.
Drainage: So fließt überschüssiges Wasser ab
Die DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. fängt beim Abzugsloch an. Vor dem Befüllen prüfe ich, ob alle Löcher frei sind. Über jedes Loch lege ich eine Tonscherbe mit der Wölbung nach oben, damit die Erde nicht ausschwemmt. Nach dem Gießen und nach kräftigem Regen schaue ich in den Untersetzer, und steht dort Wasser, kippe ich es weg. Die Erde soll gleichmäßig feucht sein, aber nicht im Wasser stehen.
Abzugslöcher frei, Tonscherbe darüber, Blumenerde eingefüllt, Anzuchterde für die Saat obenauf, Gießrand gelassen, Untersetzer nach dem Gießen geleert.
Aussaat direkt im Kasten
Blattsenf säst du direkt an Ort und Stelle, also gleich in den vorbereiteten Kasten. Saattiefe, Keimtemperatur und AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. findest du in der Tabelle oben. Die Grundlagen für alle Arten stehen im Überblick, wie du Salate und Blattgemüse säst, vorziehst und pflanzt. Die Termine gibt es zusätzlich als Aussaatkalender zum Ausdrucken.
Gießen, düngen und schützen im Topf
Gieß am Morgen und halte die Erde gleichmäßig feucht, Blattsenf braucht vor allem im Sommer ausreichend Wasser. Vor dem Gießen fühle ich mit dem Finger, wie feucht die Erde ist. Als kurze Schnittkultur brauchen Asia-Salate keine Düngung, sie sind Schwach- bis MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate.. Pak Choi als Kopfkultur braucht nach einer Vorkultur keine GrunddüngungDie Grunddüngung ist die Düngergabe unmittelbar zu Beginn einer Kultur oder der Wachstumszeit. Was die Pflanzen danach noch brauchen, bekommen sie mit einer oder mehreren Nachdüngungen, den sogenannten Kopfdüngungen., eine Nachdüngung 2 bis 3 Wochen nach dem Auflaufen oder Pflanzen reicht aus.
Über Blattsenf und Pak Choi spanne ich ein rundum dicht geschlossenes KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit 0,8 mm Maschenweite. Bei Kohlarten, die du als Blattgemüse ziehst, kann es unter anderem ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., Kohlfliegen und Kohlweißlinge abhalten. Ausführlich erklärt der Pflege-Ratgeber, wie du Asia-Salate gießt, düngst und vor Schädlingen schützt.
Fortgeschrittene Techniken für Asia-Salate im Topf
Im Topf kannst du Kästen versetzt belegen, dem Licht nachstellen und gezielt mit Blüten ergänzen. Diese Handgriffe nutze ich auf dem Balkon am meisten.
Schneiden statt Köpfe ziehen
Eine kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur kommt ohne Dünger aus. Pak Choi als länger stehende Kopfkultur braucht dagegen 50 bis 65 Tage und bekommt eine Nachdüngung. Wer im Kasten schneidet, statt Köpfe zu ziehen, spart sich also das Düngen und hat das Gefäß schneller frei für den nächsten Satz.
Kästen versetzt säen
Für eine laufende Salaternte säst du in kleinen Sätzen, etwa alle 10 bis 14 Tage. Auf dem Balkon setze ich das mit mehreren Kästen um, die ich nacheinander statt gleichzeitig besäe. Ist ein Kasten abgeerntet, bekommt er frische Erde und die nächste Saat.
Ich stecke in jeden Kasten ein Schild mit Art und Saattag. Beim Gießen sehe ich so, welcher Satz als Nächstes geerntet wird und welcher Kasten bald neu gefüllt werden muss.
Den Kasten dem Licht nachstellen
Einen Kasten kannst du umstellen, ein Beet nicht. Den Pak Choi stelle ich an den sonnigsten Platz des Balkons, Blattsenf darf auch in den Halbschatten. Im Lauf der Saison schaue ich, wohin die Sonne wandert, und rücke die Gefäße nach.
Blüten an den Kastenrand
An den Rand eines Kastens setze ich gern Steinkraut. Es liefert viel Nektar und Pollen und fördert Schwebfliegen, SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. und Raubwanzen. Mischkultur kann unterstützen, eine Garantie gegen Schädlinge ist sie nicht. Geplante Nachbarn für deinen Kasten kannst du vorher im Mischkultur-Planer prüfen.
Sind Asia-Salate winterhart?
Nein: Blattsenf und Pak Choi gelten als nicht winterhart, im Kasten ziehst du sie deshalb vom Frühjahr bis in den Herbst. Den letzten Pak Choi für die Herbstkultur säst du ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August. Für Wintergrün passen Feldsalat und Winterportulak besser, und wie du Asia-Salate durch alle Jahreszeiten bringst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Ernten im Topf
Für die Schnittkultur nehme ich eine saubere Schere und lasse das Herz der Pflanze stehen. Was im Kasten von selbst aufgeht und du nicht sicher erkennst, sortierst du aus, denn mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide eintragen. Wann die einzelnen Arten erntereif sind und wie du Blätter frisch hältst, beschreibt der Überblick zu Salaten und Blattgemüse in den Abschnitten Ernten und Frisch halten.
Mit mehr Platz kommt ein Hochbeet infrage, und wie du ein Hochbeet für Asia-Salate befüllst und bepflanzt, steht in einem eigenen Ratgeber. Lies außerdem, wie du mit Asia-Salaten im Frühbeet früher in die Saison startest. Für Kopfsalat und andere Arten erfährst du, wie du verschiedene Salate in Kästen und Töpfen ziehst.




