Asia-Salate gießen, düngen, schützen: So pflegst du sie bis in den Winter
- Morgens bodennah gießen, als Orientierung 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießgang.
- Vor größeren Gaben die Bodenfeuchte auch in 20 cm Tiefe prüfen.
- Kurze Schnitt- und Baby-Leaf-Kulturen brauchen keinen Dünger, ein mit Kompost vorbereitetes Beet genügt.
- Für Pak Choi als Kopfkultur reicht eine maßvolle Nachdüngung 2 bis 3 Wochen nach Auflaufen oder Pflanzen.
- Ein dicht geschlossenes Netz mit 0,8 mm Maschenweite kann Erdflöhe abhalten, Feuchthalten senkt den Befall nicht zuverlässig.
- Beim Ernten das Herz stehen lassen, dann können die Pflanzen erneut austreiben.

Bei Asia-Salaten entscheidet die Pflege an drei Stellen: wie du gießt, ob du überhaupt düngst und wie du ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. fernhältst. Nasse Blätter nach dem Gießen über Kopf erhöhen den KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert., und gegen Erdflöhe reicht feuchte Erde allein nicht zuverlässig. Ich gieße meine Asia-Salate morgens mit der Kanne direkt auf den Boden, und über kohlartige Arten lege ich ein feines Netz.
Zu den Asia-Salaten zählen unter anderem Pak Choi, Mizuna und Blattsenf. Worin sie sich in Anbau und Küche unterscheiden, zeigt der Überblick, welche Asia-Salat-Sorten es gibt und was sie auszeichnet. Im Folgenden geht es um die Wachstumsphase: Wasser, Mulch, Dünger, laufende Pflege und Schutz vor Schädlingen.
Wie viel Wasser brauchen Asia-Salate?
Wie viel Wasser deine Asia-Salate brauchen, hängt von Art und Sorte ab. Dazu kommen Wärme, Niederschlag, Boden sowie die Sonnen- und Windlage des Beets. Pak Choi hat einen hohen Wasserbedarf, verträgt aber keine stauende Nässe. Wie bei anderen Salaten ist Wasser während des starken Blattwachstums besonders wichtig. Damit die Blätter zart bleiben, muss es bis zur Ernte ausreichend verfügbar sein.
Für Salate im Beet gelten morgens 10 bis 15 l Wasser je m² und Gießgang als Orientierung, auch zur Vorbeugung gegen Salatfäulen. Das ist eine Flächenangabe, keine Menge je Pflanze. 1 mm Regen entspricht 1 l Wasser je m².
Vor einer größeren Gabe stoße ich den Spaten ins Beet und fühle, ob die Erde auch in 20 cm Tiefe noch feucht ist. Ist ergiebiger Regen angekündigt, verschiebst du die Gabe, solange die Pflanzen bis dahin ausreichend versorgt sind. Weil jeder Millimeter Niederschlag einem Liter Wasser je m² entspricht, zeigt dir ein Regenmesser am Beet direkt, wie viel deiner Gießmenge der Regen schon geliefert hat.
Neben meinem Asia-Salat-Beet steht von Frühjahr bis Herbst ein Regenmesser. Nach jedem Schauer schreibe ich die Millimeter auf und vergleiche sie vor dem Gießen mit der SpatenprobeDie Spatenprobe ist eine einfache Bodenbeurteilung vor Ort: Du stichst mit dem Spaten eine Erdscheibe aus und prüfst sie durch Anschauen, Riechen und Fühlen auf Krümelstruktur, Verdichtungen, Wurzeln und Regenwurmgänge..
Aussaat und Jungpflanzen angießen
Aussaaten hältst du mäßig feucht und gießt sie mit feinem Strahl an, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Beim Angießen ausgepflanzter Jungpflanzen braucht der Wurzelballen guten Kontakt zum umgebenden Boden. Danach schützt du ihn vor dem Austrocknen.
Wann und wie gießt du am besten?
Gieße morgens und unmittelbar in den Wurzelbereich. So verdunstet weniger Wasser, und benetzte Blätter trocknen tagsüber schneller ab. Das verringert günstige Bedingungen für Blattkrankheiten, ausschließen kann es sie nicht. Beim Gießen soll möglichst viel Wasser direkt auf den Boden und möglichst wenig auf die Blätter gelangen.
| Methode | Stärke | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Gießkanne ohne Brause | Wasser landet gezielt im Wurzelbereich | langsam direkt am Fuß der Pflanzen gießen |
| Brause oder Regner über Kopf | benetzt Aussaatflächen gleichmäßig | nur für Saatflächen nutzen, weil BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. den Krankheitsdruck erhöht |
| Tropfbewässerung | versorgt die Pflanzen gezielt | Filter vorschalten, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können |
| Perlschlauch | gibt Wasser entlang der Reihe ab | Abgabe kann ungleich sein, Laufzeit am Bestand ermitteln |
Einen neuen Perlschlauch lasse ich einmal laufen und prüfe danach an mehreren Stellen im Beet, wie tief das Wasser eingedrungen ist. Erst dann lege ich die Laufzeit fest.
Regenwasser vom Dach sammelst du nur von unproblematischen Flächen, nicht von flächigen Kupfer- oder Zinkdächern. Salat, der bodennah wächst und roh gegessen wird, bekommt wegen möglicher Krankheitserreger kein aufbereitetes Abwasser.
Gießen in Topf, Kasten und Hochbeet
Ziehst du Asia-Salate in Gefäßen an, hältst du das Substrat leicht feucht, aber niemals nass. Abzugslöcher im Gefäßboden verhindern Staunässe. Größere Gefäße speichern mehr Wasser, sodass du seltener gießen musst. Gefäß, Substrat und Drainage beschreibt der Ratgeber, wie du Asia-Salate in Töpfen und Kästen auf Balkon und Terrasse ziehst. Im Hochbeet hält eine Mulchschicht aus Stroh die Feuchtigkeit länger im Boden; mehr dazu steht im Ratgeber, wie du ein Hochbeet für Asia-Salate befüllst und bepflanzt.
Mulchen: Feuchte halten ohne neue Probleme
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung. Außerdem schützt sie die Bodenoberfläche vor VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten. und starker Erwärmung. Saatrillen und Jungpflanzen lässt du frei, damit Keimung und Wachstum nicht behindert werden. Als allgemeine Orientierung für Gartenbeete dient eine Schicht von 2 bis 3 cm, die Pflanzen selbst deckst du nicht zu. Bei feuchter Witterung mulchst du dünner als bei Trockenheit.
Rasenschnitt lasse ich erst anwelken und verteile ihn so dünn, dass der Boden noch durchscheint. Liegt er zu dick, entsteht eine luftundurchlässige, faulende Schicht. Kranke Pflanzenreste, samenhaltige Unkräuter und vermehrungsfähige Wurzelunkräuter gehören nicht in den Mulch. Grobes Stroh räumst du vor der nächsten Bodenbearbeitung ab, weil es beim Einarbeiten Stickstoff für den mikrobiellen Abbau bindet. Bei starkem Nacktschneckenbefall kann es sinnvoll sein, den Mulch samt Schnecken und Eiern zu entfernen.
Rindenmulch im Gemüsebeet. Seine GerbstoffeGerbstoffe sind natürliche Inhaltsstoffe von Pflanzen, die zum Beispiel reichlich in Baumrinde stecken. Im Garten begegnen sie dir vor allem im Rindenmulch, wo sie das Wachstum von Gemüse, aber auch von Unkraut hemmen. können das Pflanzenwachstum hemmen, deshalb ist er für Asia-Salate ungeeignet. Nimm stattdessen Stroh oder angewelkten Rasenschnitt.
Düngen: Die Kulturform entscheidet
Asia-Salate sind Schwach- bis MittelzehrerMittelzehrer sind Pflanzen mit mittlerem Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff: Sie brauchen mehr als Schwachzehrer, aber weniger als Starkzehrer. Typische Mittelzehrer sind Möhren, Rote Bete, Spinat, Fenchel und viele Salate.. Als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur brauchen sie keine Düngung, Blattsenf und Mizuna eingeschlossen. Es genügt, sie in ein mit Kompost vorbereitetes Beet zu säen. Auch während der kurzen Kultur ist kein zusätzlicher Dünger nötig. Blattsenf zum Beispiel hat eine Kulturdauer von 21 Tagen.
| Kulturform | So düngst du |
|---|---|
| Kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur, auch Blattsenf und Mizuna | keine Düngung, Aussaat in ein mit Kompost vorbereitetes Beet |
| Pak Choi als länger stehende Kopfkultur von 50 bis 65 Tagen nach einer Vorkultur | keine Grunddüngung; 2 bis 3 Wochen nach dem Auflaufen oder Pflanzen reicht eine maßvolle Nachdüngung mit 50 g Hornmehl je m² |
Für die Kompostgabe gilt im Gemüsegarten als Faustzahl höchstens 3 l je m² im Frühjahr. Die Stickstoffversorgung beurteilst du davon getrennt. Weil die Kurzkultur keinen Dünger braucht und zu viel Stickstoff die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge erhöhen kann, deckt eine Extragabe keinen Bedarf, macht die Pflanzen aber womöglich anfälliger.
Kümmern die Pflanzen trotzdem, können schwacher Wuchs und eine flächige Vergilbung, die zuerst an älteren Pflanzenteilen auftritt, auf Stickstoffmangel hindeuten. Ob wirklich Stickstoff fehlt, klärt eine Nmin-Bodenuntersuchung, bevor du nachdüngst. Die Frage nach organischem oder mineralischem Dünger beantwortet der Ratgeber, wann organische oder konventionelle Düngung für Asia-Salate die bessere Wahl ist.
Laufende Pflege: Hacken und Ernteschnitt
Regelmäßiges Hacken zwischen den Pflanzen beseitigt konkurrierendes Unkraut. Ich hacke flach zwischen den Reihen, solange die Asia-Salate den Boden noch nicht bedecken.
Beim Ernten schneidest du die Blätter so, dass das Pflanzenherz unversehrt bleibt; dann können Asia-Salate erneut austreiben. Pak Choi lässt sich nach der Ernte nur kurz lagern, deshalb schneide ich ihn erst, wenn ich ihn in der Küche brauche. Ideen für Wok und Salat sammelt der Ratgeber zu kreativen Gerichten mit Asia-Salaten.
Schädlinge und Krankheiten: Schutz während der Kultur
Über kohlartige Asia-Salate lege ich gleich nach der Saat ein Kulturschutznetz und schließe es rundum dicht. Ein solches Netz mit 0,8 mm Maschenweite kann Erdflöhe abhalten. Bei als Blattgemüse angebauten Kohlarten kann es unter anderem auch Kohlfliegen und Kohlweißlinge fernhalten.
Feuchte Erde soll Erdflöhe vertreiben. Bloßes Feuchthalten verringert den Befall aber nicht zuverlässig. Weil Gießen über Kopf zugleich Blattnässe und Krankheitsdruck erhöht, riskierst du mit nassen Blättern gegen Erdflöhe Blattkrankheiten, ohne den Befall sicher zu senken.
Schnecken fressen überwiegend nachts, bei feuchter Witterung auch tagsüber. Absammeln und ein Schneckenzaun können den Befall im Beet begrenzen. Der Zaun hält vor allem neu einwandernde Tiere ab, Schnecken innerhalb des Zauns sammelst du weiter ab.
Gegen Blattläuse vermeidest du ein Stickstoff-Überangebot, weil überdüngte Pflanzen stärker befallen werden. Schwebfliegen und Florfliegen leben als erwachsene Tiere von Pollen und Nektar, ihre Larven fressen Blattläuse. Blühpflanzen wie Dill, Ringelblume und Kamille als Tupfer im Gemüsebeet bieten ihnen Nahrung.
Gegen Blattkrankheiten setzt du bei der Gießweise an: morgens und bodennah, damit die Blätter tagsüber abtrocknen. Welche Schädlinge und Pilzkrankheiten auftreten und was bei Befall zu tun ist, zeigt der Ratgeber, wie du Befall an Asia-Salaten erkennst und behandelst.
Asia-Salate im Herbst und Winter
Für die Herbstkultur säst du Pak Choi spätestens ungefähr zwischen Ende Juli und Anfang August. Blattsenf lässt sich von März bis September säen. Welche Arten, Termine und Schutzmaßnahmen im Winter passen, zeigt der Ratgeber zum Anbau von Asia-Salaten in jeder Jahreszeit.
Beim Gießen bleibt es in der kühlen Jahreszeit bei der Regel: Weil der Bedarf von Wärme und Niederschlag abhängt, prüfst du erst die Bodenfeuchte und gießt dann morgens. Im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. und im Gewächshaus lüftest du regelmäßig und reichlich, weil das zur Vorbeugung gegen Mehltau gehört. Aufbau und Belüftung erklärt der Ratgeber, wie du ein Frühbeet für Asia-Salate aufbaust und lüftest.
Standort, Boden und Fruchtfolge kurz gefasst
Asia-Salate gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Standorten. Wie Licht und Schatten Wachstum und Geschmack verändern, zeigt der Ratgeber, welcher Platz zwischen Sonne und Schatten zu welchem Asia-Salat passt.
Pak Choi bevorzugt wie der verwandte Chinakohl sandige Lehmböden. Wie du das Beet lockerst und mit organischer Substanz versorgst, beschreibt der Ratgeber, wie du den Boden für Asia-Salate vorbereitest. Die Grundlagen für alle Arten findest du im Überblick zu Standort und Boden bei Salaten und Blattgemüse.
Bei Pak Choi achtest du auf den Fruchtwechsel mit anderen Kreuzblütlern wie Kohlarten, Rettich und Radieschen. Für Blattsenf ist eine Anbaupause von 6 Jahren vorgesehen. Passende Nachbarn stellt der Ratgeber vor, welche Partnerpflanzen zu Asia-Salaten passen.




