Gemüse · Salate & Blattgemüse · Anbau

Blattsenf anbauen: von der Aussaat bis zum eigenen Saatgut

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Blattsenf säst du von März bis September direkt ins Beet.
  • Die Samen legst du 1 bis 2 cm tief, denn Blattsenf ist kein Lichtkeimer.
  • Zum Keimen braucht Blattsenf mindestens 10 °C.
  • Als kurze Schnittkultur braucht er keine Düngung, ein Kompostbeet genügt.
  • Ein rundum dicht geschlossenes Kulturschutznetz kann Erdflöhe und Kohlweißlinge abhalten.
  • Auf dasselbe Beet kommt Blattsenf erst nach 6 Jahren wieder.
  • Für eigenes Saatgut nimmst du samenfeste Sorten, keine F1-Hybriden.

Blattsenf gehört zu den Gemüsen, auf die du nach der Saat nicht lange warten musst: Seine Kulturdauer liegt bei 21 Tagen. Umso schneller merkst du aber, wenn etwas nicht passt. Fällt die Saat in zu kalte Erde, keimt sie schlecht, und an ungeschützten Keimlingen können Erdflöhe Löcher fressen. Ich säe Blattsenf deshalb in kleinen Sätzen und bereite jedes Beet vom Boden bis zum Netz gleich sorgfältig vor.

Was Blattsenf ist

Blattsenf (Brassica juncea), auch Sarepta-Senf genannt, ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Du baust ihn wegen seiner würzig-scharfen Blätter an. Wie er mit Kohl, Rauke und den übrigen Blattgemüsen zusammenhängt, zeigt der Überblick über Familien und Typen der Salate und Blattgemüse.

Blattsenf gibt es in grünen und in rot bis violett gefärbten Formen, mit gezackten oder fein geschlitzten Blättern. Sorten und die Arbeiten übers Jahr findest du im Beitrag darüber, wie du Blattsenf durchs Gartenjahr begleitest.

Blattsenf auf einen Blick

Die wichtigsten Werte für deine Planung stehen in dieser Tabelle.

Merkmal Wert
Aussaat März bis September, direkt ins Beet
Saattiefe 1 bis 2 cm, kein Lichtkeimer
Keimtemperatur mindestens 10 °C, höchstens 25 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Abstand 25 cm in der Reihe, 20 cm zwischen den Reihen
Kulturdauer 21 Tage
Ernte April bis Oktober
Licht sonnig bis halbschattig
Wuchshöhe 10 bis 20 cm
Anbaupause 6 Jahre auf demselben Beet
Lebensdauer einjährig, nicht winterhart

Standort: Beet, Hochbeet oder Kübel

Blattsenf wächst an sonnigen und an halbschattigen Plätzen. Neben dem Gartenbeet eignen sich auch Hochbeet und Topf. Worauf es je nach Platz und Anbauzeit ankommt, erklärt der Beitrag darüber, welcher Standort für Blattsenf vom Beet bis zum Kübel passt.

Den Boden vorbereiten

Blattsenf braucht einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, der fest und nicht zu sauer ist. Ein neutraler bis alkalischer pH-Wert passt zu ihm. Bei der Bodenart ist er nicht wählerisch: Kalk-, Ton-, Lehm- und Sandböden kommen infrage.

So gehe ich beim Vorbereiten vor:

  1. Ich lockere das Beet mit der Grabegabel und lese Steine und Wurzelreste heraus.
  2. Danach arbeite ich reifen Kompost in die obere Bodenschicht ein.
  3. Dann lasse ich die Erde sich setzen.
  4. Kurz vor der Saat harke ich die Oberfläche fein und ziehe die Saatrillen.
Häufiger Fehler

Das Beet wird gelockert und sofort besät. Die Erde ist dann noch hohl, obwohl Blattsenf festen Boden braucht. Warte mit der Saat, bis die Oberfläche beim Darübergehen kaum noch nachgibt.

Wann du Blattsenf säst

Gesät wird von März bis September. Die untere Grenze setzt die Temperatur, denn Blattsenf braucht zum Keimen mindestens 10 °C. Im Frühjahr stecke ich deshalb ein Bodenthermometer in die Saatrille, bevor ich die ersten Samen lege. Nach oben reicht die Keimtemperatur bis höchstens 25 °C. Geerntet wird von April bis Oktober. Die Saatfenster aller Salate und Blattgemüse hast du mit dem Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse zum Ausdrucken im Blick.

In kleinen Sätzen nacheinander säen

Ein großes Beet auf einmal liefert viele Blätter zur selben Zeit. Kleine Sätze nacheinander verteilen die Ernte dagegen über die Saison. Den nächsten Satz lege ich an, sobald der vorige aufgelaufen ist. So stehen immer junge und ältere Pflanzen nebeneinander im Beet.

Marias Erfahrung

Ich stecke an jede Reihe ein Schild mit dem Saatdatum. Beim Gießen sehe ich so, welcher Satz gerade aufläuft und wann der nächste dran ist.

Kann Blattsenf überwintern?

Blattsenf ist einjährig und gilt als nicht winterhart. Eine Überwinterung planst du deshalb nicht ein, auch nicht im Topf. Den letzten Satz im September säst du so, dass du ihn bis Oktober abernten kannst. Für frisches Grün in der kalten Jahreszeit greifst du zu Feldsalat und Winterportulak, die die Ernte durch den Winter tragen.

Blattsenf säen: Schritt für Schritt

Saatgut

Vorbehandeln musst du die Samen nicht, sie kommen trocken in die Erde. Planst du eigenes Saatgut, wähl schon beim Kauf eine samenfeste Sorte.

Direktsaat ins Beet

Blattsenf säst du direkt an Ort und Stelle. So gehst du vor:

  1. Zieh die Saatrillen mit 20 cm Reihenabstand.
  2. Mach die Rillen 1 bis 2 cm tief, denn Blattsenf ist kein Lichtkeimer.
  3. Leg die Samen so hinein, dass sie sich nicht berühren.
  4. Deck sie mit Erde ab, drück sie mit der flachen Hand an und gieß mit feiner Brause.

In der Reihe vereinzelst du später auf 25 cm.

Kurz erklärt

Lichtkeimer brauchen Licht zum Keimen und werden nur angedrückt. Blattsenf gehört nicht dazu. Seine Samen deckst du deshalb mit Erde ab.

Vorziehen in Multitopfplatten

Die Direktsaat ist der Normalfall. Für einen frühen Start kannst du Blattsenf auch in Multitopfplatten mit Anzuchterde vorziehen. Nach dem Auflaufen lässt du je Zelle nur den kräftigsten Keimling stehen. Ins Beet kommen die Jungpflanzen, sobald ihre Wurzeln den Erdballen durchzogen haben, mit denselben Abständen wie bei der Direktsaat.

Keimung

Nach 7 bis 14 Tagen laufen die Samen auf. Bis dahin hältst du die Saatrillen gleichmäßig feucht, ohne dass Wasser darin steht. Trocknet die Oberfläche ab, gieß mit feiner Brause nach, damit du die Samen nicht freispülst.

Vereinzeln

Sobald nach den Keimblättern die ersten echten Blätter erscheinen, vereinzelst du die Reihe. In der Reihe bleibt alle 25 cm eine kräftige Pflanze stehen. Zusammen mit dem Reihenabstand von 20 cm hat jede Pflanze dann genug Platz. Die ausgezupften Pflänzchen wasche ich und gebe sie in den Salat.

Achtung

Beim Auszupfen sortiere ich jedes Pflänzchen aus, das ich nicht sicher als Blattsenf erkenne. Mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide in den Salat bringen.

Pflege: gießen, düngen, jäten

Gießen

Blattsenf braucht gleichmäßig feuchte Erde, besonders in den Sommermonaten. Gieß morgens, damit die Blätter bis zum Abend abtrocknen. Wie oft du gießt, hängt von Boden und Wetter ab. Ich stecke einen Finger in die Erde und gieße erst, wenn sie auch unter der Oberfläche trocken wird. Staunässe vermeidest du, weil die Wurzeln sonst faulen können. Eine Mulchschicht aus Grasschnitt hält die Feuchte länger im Boden.

Düngen: Die Kulturform entscheidet

Ob du düngst, hängt davon ab, wie lange dein Blattsenf steht. Als kurze Schnitt- oder Baby-Leaf-Kultur braucht er keine Düngung, denn Asia-Salate wie Blattsenf sind Schwach- bis Mittelzehrer. Ein mit Kompost vorbereitetes Beet genügt dann.

Lässt du die Pflanzen länger stehen, versorgst du das Beet vorab mit Nährstoffen und kannst während der Kultur nachdüngen. Ob das nötig ist, entscheide ich am Beet. Wachsen die Pflanzen nach der Ernte nur zögerlich nach und werden die Blätter blass, kann das auf Nährstoffmangel hindeuten. Wer nachdüngt, hält dabei Maß: Ein Stickstoff-Überangebot solltest du vermeiden, weil überdüngte Pflanzen stärker von Blattläusen befallen werden können.

Jäten und hacken

Halte die Reihen frei von Beikraut, solange die Pflanzen klein sind, denn es konkurriert um Wasser und Nährstoffe. Hack dabei nur flach, damit du die jungen Wurzeln nicht verletzt. Die Mulchschicht zwischen den Reihen kann Beikraut zusätzlich unterdrücken. Welche Pflegefehler Einsteigern bei Blattsenf oft passieren, zeigt der Beitrag darüber, wie du typische Anfängerfehler bei Blattsenf vermeidest.

Schädlinge und Krankheiten vorbeugen

Als Kohlgewächs kann Blattsenf von denselben Schädlingen befallen werden wie Kohl, etwa von Erdflöhen, Kohlfliegen und den Raupen des Kohlweißlings. Bei Kohlarten, die als Blattgemüse wachsen, kann ein rundum dicht geschlossenes Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite diese Schädlinge abhalten.

Tipp

Ich lege das Netz direkt nach der Saat auf und beschwere die Ränder rundum mit Erde. Hat das Netz am Rand eine Lücke, kommen Erdflöhe und Falter trotzdem an die Pflanzen.

Findest du auf den Blattunterseiten Eigelege oder Raupen des Kohlweißlings, sammelst du sie ab. Gegen Blattläuse arbeiten im Garten vor allem Marienkäfer, Schwebfliegen, Florfliegen und Schlupfwespen. Die erwachsenen Schweb- und Florfliegen leben von Pollen, Nektar und Honigtau. Ich säe deshalb Dill und Ringelblume als bunte Tupfer an den Beetrand.

Schnecken fressen überwiegend nachts, bei feuchtem Wetter auch tagsüber. Absammeln und ein Schneckenzaun können den Befall begrenzen.

Bei anhaltender Nässe können Pilzkrankheiten die Blätter befallen. Gieß deshalb morgens und halte die Abstände ein, damit die Blätter rasch abtrocknen. Die Kohlhernie ist eine Krankheit aus dem Boden, die die Wurzeln befallen kann. Eine lange Anbaupause kann das Risiko senken, darum geht es im nächsten Abschnitt.

Mini-Checkliste

Netz direkt nach der Saat auflegen und die Ränder schließen. Blattunterseiten auf Eigelege und Raupen prüfen. Morgens gießen und Staunässe vermeiden. Nicht überdüngen. Blühpflanzen für Nützlinge an den Beetrand säen.

Mischkultur und Fruchtfolge

Auf dasselbe Beet kommt Blattsenf erst nach 6 Jahren wieder. Bei dieser Pause rechne ich auch Kohl, Radieschen und andere Kreuzblütler mit, die vorher dort standen. Verwandte Arten können Krankheiten wie die Kohlhernie teilen. Ich notiere jeden Satz in meinem Beetplan, damit ich nach Jahren noch weiß, wo Blattsenf stand. Dein ganzes Beet planst du im Beetplaner.

Zahl im Blick

6 Jahre Anbaupause braucht Blattsenf, genauso viel wie Salatrauke. Kopfsalat, Spinat und Mangold kommen mit 3 Jahren aus, Feldsalat mit 4 Jahren.

Als Mischkulturpartner eignet sich Blattsenf vor allem als Lückenfüller. Mit 21 Tagen Kulturdauer zählt er zu den schnellen Arten, und solche Arten können Lücken zwischen langsamer wachsenden Kulturen füllen. Ich säe ihn zwischen junge Tomaten und ernte ihn ab, bevor die Tomaten den Platz brauchen. Mischkultur kann unterstützen, einen gesunden Bestand garantiert sie aber nicht. Geplante Nachbarschaften prüfst du im Mischkultur-Planer.

Ernten und in der Küche verwenden

Ich pflücke die äußeren Blätter und lasse das Herz für den Neuaustrieb stehen. Den passenden Zeitpunkt und wie die Blätter danach frisch bleiben, zeigt der Beitrag darüber, wie du Blattsenf erntest und frisch hältst.

Junge Blätter schmecken milder und passen roh in den Salat, ältere werden schärfer und eignen sich eher zum Garen. Wie du Blattsenf roh, gegart und als Würze einsetzt, liest du im Beitrag über Blattsenf in der Küche von roh bis gegart. Ideen für Salate und warme Gerichte sammelt der Beitrag darüber, wie Blattsenf Salate und warme Gerichte würzt.

Eigenes Saatgut gewinnen

Blattsenf ist einjährig und blüht im Juni. Für die Samenernte lässt du deshalb Pflanzen aus einem frühen Frühjahrssatz stehen, damit sie im selben Jahr Samen bilden. Hybridsorten mit dem Zusatz F1 auf der Tüte eignen sich dafür nicht, weil ihre Eigenschaften in der nächsten Generation stark aufspalten. Samenfeste Sorten geben ihre Merkmale dagegen an die Nachkommen weiter.

So gehst du vor:

  1. Markiere die kräftigsten Pflanzen und lass sie blühen.
  2. Sobald die Schoten braun und trocken werden, schneidest du die Samenstände ab, bevor die Schoten aufplatzen.
  3. Lass die Samenstände in einem Stoffsack an einem luftigen Ort nachtrocknen.
  4. Reib die Schoten aus und trenne die Samen mit Sieb und Wind von den Hülsen.
  5. Lagere die Samen kühl, trocken und beschriftet.
Kurz erklärt

Blattsenfsamen gelten als orthodox. So nennt man Samen, die das Trocknen vertragen und sich trocken lagern lassen.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Asia-Gemüse Scharfer Zahn Mischung
Kiepenkerl Asia-Gemüse Scharfer Zahn Mischung
Zum Shop
Culinaris BIO Asiasalat Feathergreen
Culinaris BIO Asiasalat Feathergreen
Zum Shop

Häufige Fragen

Was ist Blattsenf und wie unterscheidet er sich von normalem Senf?
Blattsenf (Brassica juncea) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler, die du wegen ihrer würzigen Blätter anbaust. Beim Speisesenf werden die Samen verarbeitet, beim Blattsenf erntest du die Blätter als Gemüse. Junge Blätter schmecken milder und passen roh in den Salat, ältere garst du besser kurz.
Wie baue ich Blattsenf im Garten an?
Säe Blattsenf von März bis September 1 bis 2 cm tief direkt in ein mit Kompost vorbereitetes Beet. Zum Keimen brauchen die Samen mindestens 10 °C. Halte die Saat gleichmäßig feucht, bis sie aufläuft, und leg gleich nach der Saat ein Kulturschutznetz gegen Erdflöhe auf.
Eignet sich Blattsenf für den ganzjährigen Anbau?
Nicht ganz: Gesät wird von März bis September, geerntet von April bis Oktober. Blattsenf ist einjährig und gilt als nicht winterhart, eine Ernte im Winter planst du deshalb nicht ein. Durch die kalte Jahreszeit tragen Feldsalat und Winterportulak die Ernte.
Wie kann ich Blattsenf über eine lange Zeit ernten?
Pflücke die äußeren Blätter und lass das Herz für den Neuaustrieb stehen. Außerdem säst du in kleinen Sätzen nacheinander, den nächsten jeweils, sobald der vorige aufgelaufen ist. So stehen im Beet immer junge und ältere Pflanzen nebeneinander.
Eignet sich Blattsenf für Mischkulturen?
Ja, vor allem als Lückenfüller: Mit 21 Tagen Kulturdauer passt er zwischen langsamer wachsende Kulturen. Mischkultur kann unterstützen, einen gesunden Bestand garantiert sie aber nicht. Plane außerdem 6 Jahre Anbaupause ein, bevor Blattsenf wieder auf dasselbe Beet kommt.
Zuletzt geprüft:
↑