Feldsalat richtig düngen: wann er Dünger braucht und wann nicht
- Feldsalat hat einen geringen Stickstoffbedarf und braucht keine besondere Düngung.
- Hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur solltest du vor der Saat vermeiden.
- Bei Spätsommeranbau kann eine zusätzliche Düngung meist entfallen.
- Zusätzlichen Stickstoff gibst du nur bei nachgewiesenem Bedarf und dann zur Saat.
- Gelbe Blätter mit Sporenrasen können auf Falschen Mehltau hinweisen statt auf Düngermangel.
- Zu späte Stickstoffgaben können Nitrat in den Blättern anreichern.

Feldsalat braucht keine besondere Düngung. Heikel wird eher das Gegenteil: Hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur solltest du vor der Saat vermeiden. Zu viel Stickstoff kann Nitrat in den Blättern anreichern und die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen. Ich frage mich deshalb vor jeder Feldsalatsaat zuerst, was vorher auf dem Beet stand und wie es gedüngt wurde.
Feldsalat ist ein Wintersalat. Du säst ihn von Juli bis September und erntest von Oktober bis März. Frost verträgt er bis etwa −15 °C.
Braucht Feldsalat überhaupt Dünger?
Zusätzlichen Dünger braucht Feldsalat meist nicht. Im Gemüsegarten wird sein Stickstoffbedarf als gering eingeordnet, genau wie der von Kopfsalat. Endivien und Spinat liegen im mittleren Bereich, Chinakohl hat einen hohen Bedarf. Bei Feldsalat aus Spätsommeranbau kann eine zusätzliche Düngung meist entfallen.
Darum zählt Feldsalat zu den SchwachzehrernSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt., also zu den Kulturen, die mit wenig Nährstoffen auskommen. Was er braucht, liefert der Boden aus seinen Vorräten, aus der NachlieferungBeim Düngen meint Nachlieferung die Nährstoffe, vor allem Stickstoff, die der Boden selbst für die Pflanzen freisetzt: aus dem Bodenvorrat, aus organischer Düngung der Vorjahre und aus Vorfrüchten oder Gründüngung. Diese Menge zieht man vom Düngebedarf ab. und aus der jährlichen Kompostgabe. Wie weit die Ansprüche der Salatarten auseinanderliegen, zeigt der Abschnitt Düngen im Überblick zu Salaten und Blattgemüse. Wer nach Art statt pauschal düngt, braucht weniger Material und vermeidet die Stickstoffreste, die vor Feldsalat stören. Ziehst du daneben Pflücksalat, lies nach, wie du Pflücksalat nach seinem Nährstoffbedarf düngst.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Sonniger bis halbschattiger Platz auf gut durchlässigem Boden; bei sehr rauer Witterung Schutzhauben verwenden.
- Bodenart
Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet oder im Kübel möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten etwa 1-2 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Etwas Schatten im Sommer und ausreichende Wasserversorgung können das Schossen verzögern. Späte Saaten profitieren von geschützter, sonniger Lage und gegebenenfalls Winterschutz.
- Düngung
Keine besondere Düngung erforderlich; hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur vermeiden.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig und bildet Rosetten.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.
Die Grundversorgung: Kompost und Vorkultur
Die Grundlage für Feldsalat ist die jährliche Kompostgabe des Beetes. Im Gemüsegarten setzt du dafür im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² an und arbeitest ihn leicht ein. Die Stickstoffversorgung beurteilst du dabei gesondert. Was der Boden schon an Vorräten mitbringt, bestimmt jede weitere Düngung.
Danach entscheidet vor allem die Kultur, die vor dem Feldsalat im Beet steht. Plane das Feldsalatbeet deshalb schon im Frühjahr mit und überlege, wie stark die Vorkultur gedüngt wird. Die Beetfolge über das Jahr hältst du im Beetplaner fest. Die Saattermine für Salate zum Ausdrucken helfen dir, die Saat auf das Ende der Vorkultur abzustimmen.
Ich säe Feldsalat bevorzugt auf Beete, die im Frühjahr nur ihre Kompostgabe bekommen haben. Nach einer Kultur, der ich zusätzlich Stickstoff gegeben habe, setze ich ihn nicht direkt hinterher. In meinem Gartenheft steht deshalb für jedes Beet, was es im Lauf des Jahres bekommen hat.
Im Hausgarten gilt für Feldsalat ein ausgeglichener pH-Wert als Richtwert, dazu eine gute Kalkversorgung. Lockern, Bodenanalyse und pH-Korrektur erklärt der Ratgeber, wie du Boden und Saatbett für Feldsalat vorbereitest. Den Überblick für alle Salate gibt der Abschnitt Standort und Boden im Salat-Überblick.
Wann und womit du zusätzlichen Stickstoff gibst
Ob Feldsalat zusätzlichen Stickstoff braucht, entscheidest du nach Bodenbefund und Kulturbedarf. Im Prüfbericht steht VersorgungsstufeDie Versorgungsstufe zeigt im Prüfbericht einer Bodenuntersuchung, wie gut dein Boden mit einem Nährstoff wie Phosphor, Kalium oder Magnesium versorgt ist. Die Stufen reichen von A (sehr niedrig) über C (anzustreben) bis E (sehr hoch) oder F (überhöht). C für eine ausreichende Versorgung. Bei Stufe E kann die Düngung mit dem betreffenden Nährstoff vorübergehend entfallen. Den verfügbaren Stickstoff erfasst eine Standard-Bodenuntersuchung allerdings nicht, er wird gesondert gemessen.
Braucht Feldsalat zusätzlichen Stickstoff, dienen höchstens 50 g HorndüngerHorndünger ist der Oberbegriff für organische Dünger aus gemahlenen Hörnern und Hufen von Rindern, etwa Hornmehl und Hornspäne. Sie liefern vor allem Stickstoff und geben ihn je nach Körnung schneller oder langsamer ab. je m² zur Saat als Orientierung. Der Wert gilt für phosphat- und kalireiche Gartenböden, bei denen die jährliche Kompostversorgung bereits berücksichtigt ist.
Beim Horndünger kommt es auf die Form an. Hornmehl wird in etwa 6 Wochen umgesetzt, größere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Weil Hornspäne so lange brauchen und zu späte Stickstoffgaben Nitrat anreichern können, käme ein Teil ihres Stickstoffs beim Feldsalat erst in der Erntezeit ab Oktober an. Muss ich ergänzen, nehme ich deshalb Hornmehl.
Zeigt der Befund bei einem Nährstoff einen Überschuss und bei einem anderen einen Mangel, ergänzt du nur den fehlenden, gezielt mit einem EinzelnährstoffdüngerEin Einzelnährstoffdünger enthält nur einen einzigen Pflanzennährstoff, zum Beispiel nur Stickstoff oder nur Kalium. Ein Mehrnährstoffdünger liefert dagegen mehrere Nährstoffe als Mischung.. Bei vermutetem Spurenelementmangel prüfst du zusätzlich pH-Wert und BodengefügeDas Bodengefüge beschreibt, wie die festen Teilchen im Boden angeordnet sind und zusammenhalten, etwa lose als Einzelkörner oder zu Krümeln verklebt. Davon hängt ab, wie viele Hohlräume für Luft, Wasser und Wurzeln bleiben.. Sind die Gehalte ausreichend und nur schlecht verfügbar, rechtfertigt das keinen weiteren Bodendünger.
Die Aufgaben der HauptnährstoffeHauptnährstoffe sind die Nährstoffe, die Pflanzen in größeren Mengen brauchen: Stickstoff, Phosphor, Kalium, Calcium, Magnesium und Schwefel. Beim Düngen im Garten stehen Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium im Vordergrund. lassen sich kurz fassen: Stickstoff unterstützt das Wachstum, Phosphor das Wurzelwachstum, Kalium den Wasserhaushalt und Magnesium die Bildung des Blattgrüns. Organische Dünger wie Horn und Kompost setzen ihre Nährstoffe überwiegend erst nach der Umsetzung durch Mikroorganismen frei, lösliche Mineraldünger wirken meist schneller und werden leichter ausgewaschen. Mehr dazu steht im Abschnitt Düngen des Salat-Überblicks.
Was stand vor dem Feldsalat im Beet, und wie stark wurde es gedüngt? Ist die jährliche Kompostgabe schon eingerechnet? Was sagt der Bodenbefund zu Phosphat und Kali, und gibt es eine eigene Stickstoffmessung? Erst wenn danach Stickstoff fehlt, planst du eine Gabe zur Saat.
Nachdüngen im Herbst und Winter: erst hinsehen
Während der Kultur düngst du Feldsalat in der Regel nicht nach. Regelmäßige Flüssig- oder BlattdüngungBei der Blattdüngung werden Nährstoffe, meist Spurenelemente, direkt auf die Blätter gebracht und über das Blatt aufgenommen. Sie wirkt schnell, hält aber nur begrenzt an und überbrückt vor allem akute Versorgungsengpässe., etwa mit Pflanzenjauchen, gehört nicht zu seiner Pflege, weil die Grundversorgung meist reicht. Werden Blätter gelb, lohnt ein genauer Blick, bevor du zum Dünger greifst.
Stickstoffmangel zeigt sich typischerweise durch schwachen Wuchs und eine flächige Vergilbung, die zuerst an älteren Pflanzenteilen auftritt. Solche Zeichen können auf Stickstoffmangel hindeuten, beweisen ihn aber nicht.
Bei gelben Blättern sofort nachdüngen. Gelbe Blätter und gehemmtes Wachstum mit zunächst weißem, später grauem Sporenrasen können beim Feldsalat auf Falschen Mehltau hinweisen statt auf einen Düngermangel. Zusätzlicher Stickstoff behebt dann keinen Mangel und kann die Anfälligkeit für Krankheiten fördern.
Ich sehe mir gelbe Blätter deshalb von beiden Seiten an, bevor ich überhaupt an Dünger denke. Bleibt der Verdacht auf Stickstoffmangel, bestimmst du den zusätzlichen Bedarf mit einer Nmin-Untersuchung des Bodens.
Nmin bezeichnet den mineralischen Stickstoff im Boden. Die Stickstoffdüngung ergibt sich aus dem Bedarf der Kultur, abzüglich dieses Nmin-Vorrats und dessen, was der Boden noch nachliefert. Bleibt nach dieser Rechnung nichts übrig, düngst du nicht.
Und im Frühjahr? Weil Hornmehl etwa 6 Wochen zur Umsetzung braucht und überwinterter Feldsalat nach den ersten wärmeren Tagen rasch Blüten bildet, wirkt eine Frühjahrsgabe erst, wenn du ohnehin zügig ernten solltest.
Zu viel Stickstoff: Nitrat und anfällige Pflanzen
Zu viel Stickstoff kann Nitrat in den Blättern anreichern und die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge erhöhen. Das betrifft auch zu späte Gaben: Verwertet die Pflanze den aufgenommenen Stickstoff nicht mehr für ihr Wachstum, kann er sich als Nitrat anreichern. Ein geringeres Stickstoffüberangebot im Boden kann die Nitratanreicherung in Salat verringern. Feldsalat wächst sonnig bis halbschattig, und auch mehr Licht kann die Nitratanreicherung verringern; hast du die Wahl, gib ihm also den helleren Platz.
Bei Salat spielt auch die Erntezeit mit: Erntest du nachmittags oder abends, ist ein Teil des nachts angereicherten Nitrats bereits abgebaut. Mehr zur Ernte liest du im Ratgeber, wann und wie du Feldsalat erntest.
Nitrat kann bei unsachgemäßer Lagerung mikrobiell zu Nitrit werden. Lagere geernteten Feldsalat deshalb gekühlt und sauber. Für die Küche bleibt abwechslungsreiches Gemüse die Empfehlung.
Feldsalat im Frühbeet und in Mischkultur
Unter Glas und Folie kommt zur Düngung das Lüften hinzu: Regelmäßiges, reichliches Lüften von Gewächshäusern und Frühbeeten gehört zur Vorbeugung gegen Mehltau. Substrat, Temperaturführung und Lüftung erklärt der Ratgeber, wie du Feldsalat im Frühbeet bis in den Winter anbaust.
Teilt sich Feldsalat ein Beet mit anderen Arten, prüfst du die Nachbarschaft vorab im Mischkultur-Planer. Mischkultur kann unterstützen, garantieren kann sie nichts.





