Gemüse · Salate & Blattgemüse · Pflege

Pflücksalat richtig düngen: Bedarf berechnen, Nitrat begrenzen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Für grünen und roten Lollo-Pflücksalat liegt der tabellarische Stickstoffbedarf bei 13 g je m² und Kultursatz, vor Abzug des Bodenvorrats.
  • Bei Gartensalat reicht die Düngung der Vorfrucht meist aus, Kompost gibst du im Frühjahr mit höchstens 3 l je m².
  • Fehlt Stickstoff, kommt Hornmehl zur Pflanzung ins Beet, weil es etwa 6 Wochen zur Umsetzung braucht.
  • Späte Stickstoffgaben können Nitrat und Innenbrand fördern, eine laufende Ernte planst du besser über Folgesätze.
  • Ernte nachmittags oder abends: Dann ist ein Teil des nachts angereicherten Nitrats schon abgebaut.
Pflücksalat mit lockeren, rotbraun gefärbten Blattrosetten in einer Beetreihe, dahinter Zwiebellaub
Foto: Kathas_Fotos · Pixabay Content License · Quelle ↗

Beim Pflücksalat liegt es nahe, nach jedem Pflückgang Dünger nachzustreuen. Genau das kann schaden, denn eine zu späte Stickstoffgabe kann Nitrat anreichern, wenn der Salat den Stickstoff nicht mehr für sein Wachstum verwertet. Ich plane die Nährstoffe deshalb für jeden Satz vor der Pflanzung und rechne mit dem, was der Boden schon mitbringt.

Pflücksalat bildet keinen festen Kopf, du erntest seine Blätter immer wieder. Schneidest du deinen Salat lieber im Ganzen ab, findest du die passende Anleitung im Ratgeber, wie du Schnittsalat mit Nährstoffen versorgst.

Wie viel Stickstoff braucht Pflücksalat?

Für grünen und roten Lollo-Pflücksalat liegt der tabellarische Stickstoffbedarf bei 13 g je m² und Kultursatz. Dieser Wert gilt vor der Anrechnung dessen, was der Boden schon bereithält. Wie viel du tatsächlich düngst, ergibt sich erst nach zwei Abzügen: dem mineralischen Stickstoff im Boden und seiner Nachlieferung. Der Tabellenwert ist also der Gesamtbedarf der Pflanzen und nicht deine Düngermenge, denn sobald der Boden etwas liefert, streust du weniger.

Zahl im Blick

Stickstoffdüngung = Kulturbedarf minus mineralischer Stickstoff im Boden minus Nachlieferung des Bodens. Für Lollo-Pflücksalat setzt du als Kulturbedarf 13 g je m² und Kultursatz ein. Den mineralischen Stickstoff ermittelt eine Nmin-Bodenuntersuchung.

Zum Vergleich die Tabellenwerte weiterer Salate, jeweils vor Abzug des Bodenvorrats:

Salat Stickstoffbedarf je m² und Kultursatz
Lollo-Pflücksalat, grün und rot 13 g
Romanasalat 14 g
Eissalat 14 g
Bataviasalat 15 g

Neben Stickstoff, der das Wachstum unterstützt, spielen Phosphor für das Wurzelwachstum, Kalium für den Wasserhaushalt und Magnesium für die Bildung des Blattgrüns eine Rolle. Welche Salate mit einem gut vorbereiteten Boden auskommen und welche Arten nachgedüngt werden, zeigt der Düngen-Abschnitt im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Im Sommer etwas Schatten vorsehen, um vorzeitiges Schossen zu bremsen.

Bodenart

Leichter sandiger Lehm bevorzugt; auch andere gut durchlässige, humusreiche Böden geeignet.

Bodenreaktion

Geeignet sind neutrale bis schwach alkalische Böden.

Substrat

Geeignet ist gut durchlässiger, humusreicher Boden; bevorzugt leichter sandiger Lehm.

Anbauort

Die Kultur im Freiland ist möglich; für eine verlässlichere Winterernte eignet sich geschützte Kultur im Frühbeet.

Pflege

Pflege

Trockenheit vermeiden; bei heißem, trockenem Wetter schossen die Pflanzen schnell. Bei nasser Witterung auf Pilzerkrankungen achten.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig bis zweijährig.

Verwendung

Die Blätter eignen sich als Salatgemüse.

Aussaatkalender Pflücksalat
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: März, April, Mai, Juni, Juli, August; Blüte: Juli, August; Ernte: Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: April, Mai, Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliAussaat: AugustBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: MaiErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: AprilPflanzung: MaiPflanzung: JuniPflanzung: JuliPflanzung: AugustPflanzung: SeptemberVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Was bringt dein Boden schon mit?

Ob und wie viel du düngst, richtet sich nach Bodenbefund und Kulturbedarf. Eine Standardbodenuntersuchung ersetzt dabei keine gesonderte Messung des verfügbaren Stickstoffs. Wie du Versorgungsstufen liest und fehlende Nährstoffe gezielt ergänzt, erklärt der Ratgeber, wie du Bodenwerte und Einzeldünger bei Eichblattsalat einordnest.

Pflücksalat mag gut durchlässigen, humusreichen Boden, bevorzugt leichten sandigen Lehm. Gartensalate brauchen außerdem einen gut durchlüfteten, tiefgründigen und salzarmen Boden. Wie du Standort und Boden für alle Salate vorbereitest, beschreibt der Abschnitt Standort und Boden im selben Überblick.

Wie bereitest du das Beet vor der Pflanzung vor?

Bei Gartensalat reicht die Düngung der Vorfrucht meist aus. Ich schaue deshalb zuerst nach, was vorher auf dem Beet stand und womit es gedüngt wurde.

Kompost arbeitest du im Frühjahr leicht ein, höchstens 3 l je m². Die Stickstoffversorgung musst du dabei gesondert beurteilen. Zeigt die Nmin-Untersuchung, dass Stickstoff fehlt, ergänzt du ihn zur Pflanzung. Für kurze Frühjahrskulturen wie Kopfsalat eignet sich dafür Hornmehl besser als Hornspäne, die erst über mehrere Monate umgesetzt werden.

Hornmehl braucht etwa 6 Wochen, bis es umgesetzt ist. Pflücksalat hat eine Kulturdauer von 42 bis 56 Tagen, also kaum länger. Gib Hornmehl deshalb zur Pflanzung und nicht erst in der Pflückphase, damit sein Stickstoff noch ins Wachstum geht.

Organische Dünger setzen ihre Nährstoffe überwiegend erst nach der Umsetzung durch Mikroorganismen frei. Lösliche Mineraldünger wirken meist schneller und werden leichter ausgewaschen. Die Abwägung zwischen beiden Formen vertieft der Ratgeber, wie du Bataviasalat organisch oder mineralisch düngst.

Musst du während der Pflückernte nachdüngen?

Weil du immer wieder Blätter nimmst, wirkt Nachdüngen nach dem Pflücken logisch. Bei Salat kann eine späte Stickstoff-Kopfdüngung aber den Nitratgehalt und das Innenbrandrisiko erhöhen. Ich streue deshalb nicht nach Kalender nach, sondern nur, wenn ein Messwert es begründet.

Schwacher Wuchs und eine flächige Vergilbung, die an den älteren Blättern beginnt, können auf Stickstoffmangel hindeuten. Bei so einem Verdacht lässt du den zusätzlichen Bedarf über eine Nmin-Bodenuntersuchung bestimmen. Mit diesem Wert füllst du die Rechnung vom Anfang aus, statt nach Gefühl zu streuen.

Marias Erfahrung

Ich pflücke von außen nach innen und lasse die jungen Herzblätter stehen. Jeden Satz trage ich mit Pflanztag, Kompostgabe und Nmin-Wert in mein Beetheft ein. Beim Pflücken sehe ich dann, welche Grundversorgung der Satz schon bekommen hat.

Laufende Ernte über Folgesätze

Weil späte Stickstoffgaben Nitrat anreichern können, planst du eine lange Ernte besser über neue Sätze als über Nachdünger. Kleine Salatsätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen ermöglichen eine fortlaufende Ernte. Pflücksalat säst du von März bis August, und jeder neue Satz bekommt seine eigene Grundversorgung. Die Termine behältst du mit dem Aussaatkalender für Salate zum Ausdrucken im Blick.

Wie begrenzt du Nitrat im Pflücksalat?

Zu viel Stickstoff kann eine Nitratanreicherung fördern und die Pflanzen anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen. Ein geringeres Stickstoffüberangebot im Boden und mehr Licht können die Anreicherung verringern. Im Sommer gibst du Pflücksalat etwas Schatten, um vorzeitiges Schossen zu bremsen. An so einem Platz hat er weniger Licht, umso genauer solltest du dort beim Stickstoff rechnen.

Tipp

Pflücke nachmittags oder abends. Dann ist ein Teil des Nitrats, das sich nachts in den Blättern angereichert hat, schon wieder abgebaut.

Blattsalate können viel Nitrat enthalten. Wird der Salat falsch gelagert, können Mikroorganismen daraus Nitrit bilden. Leg ihn deshalb sauber und gekühlt in den Kühlschrank, vor Austrocknung geschützt und getrennt von Äpfeln, Birnen und Tomaten. Eine abwechslungsreiche Gemüseernährung bleibt dabei die Empfehlung.

Düngen im Beet, unter Glas, im Topf und in Hydrokultur

Im Beet

Im Freiland gilt die Rechnung von oben: Vorfrucht und Kompost anrechnen, fehlenden Stickstoff zur Pflanzung geben. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und schützt den Boden vor Verschlämmung. Rasenschnitt lasse ich vorher antrocknen und verteile ihn so dünn, dass der Boden noch leicht durchscheint. Rindenmulch gehört nicht ins Gemüsebeet, weil seine Gerbstoffe das Pflanzenwachstum hemmen können.

Häufiger Fehler

Grobes Stroh oder Holzreste beim Bearbeiten des Bodens einarbeiten. Ihr Abbau durch Mikroorganismen bindet Stickstoff. Räum solche Reste deshalb vor der nächsten Bodenbearbeitung ab.

Auf dasselbe Beet setzt du Pflücksalat erst nach einer Anbaupause von 2 Jahren. Welche Sätze wann auf welcher Fläche stehen, kannst du im Beetplaner über die Saison verteilen.

Im Frühbeet und Gewächshaus

Für eine verlässlichere Winterernte kann Pflücksalat geschützt im Frühbeet stehen. Die Bedarfsrechnung bleibt dieselbe wie im Beet. Dazu kommt das Lüften, denn anhaltende Feuchte unter Glas begünstigt den Falschen Salatmehltau. Regelmäßiges, reichliches Lüften von Frühbeet und Gewächshaus gehört deshalb zur Vorbeugung.

Im Topf und Balkonkasten

Pflücksalat eignet sich für Gefäße. Für Salate im Balkongefäß eignet sich gewöhnliche Blumenerde, feine Saat kommt in weniger grobe Anzuchterde. Das Gefäß braucht Ablauflöcher gegen Staunässe. Ein größeres Gefäß speichert mehr Wasser, sodass du seltener gießen musst. Beim Nachdüngen orientierst du dich an den Blättern: Hellt der Salat flächig auf und wächst schwach, kann das auf Stickstoffmangel hindeuten.

In Hydrokultur

In der Tiefwasserkultur stehen die Nährstoffe im Wasser bereit. Umwälzung und Sauerstoff unterstützen die Wurzeln, doch die Pufferwirkung des Bodens fehlt. Nährstoffkonzentration und pH-Wert misst du deshalb regelmäßig, etwa einmal pro Woche. Mehr dazu am Beispiel eines kopfbildenden Salats steht im Ratgeber, wie du Eissalat im Topf oder in Hydrokultur versorgst.

Braune Blattränder und Innenbrand: Fehlt wirklich etwas?

Abgestorbene Blattränder und Innenbrand können durch einen gestörten Calciumtransport entstehen, etwa bei Überdüngung oder schwankender Wasserversorgung. Zusätzlicher Calciumdünger bleibt dann trotz ausreichender Bodengehalte wirkungslos, gleichmäßiges Gießen und maßvolles Düngen setzen dort an. Die übrigen Mangelbilder beschreibt der Ratgeber zu Nährstoffen, Mangel und Überschuss beim Kopfsalat.

Warum nach Art düngen statt pauschal?

Wer nach Art und Bedarf düngt statt pauschal, spart Material und vermeidet Überschüsse im Boden. Das zählt besonders, wenn nach dem Pflücksalat noch Feldsalat kommt, denn vor ihm sollen keine hohen Stickstoffreste im Beet liegen. Wie du ihn als Nachfolger versorgst, zeigt der Ratgeber zur Feldsalat-Düngung von der Grund- bis zur Nachdüngung.

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Häufige Fragen

Welche Düngermenge ist pro Quadratmeter beim Pflücksalat-Anbau angemessen?
Für grünen und roten Lollo-Pflücksalat liegt der tabellarische Stickstoffbedarf bei 13 g je m² und Kultursatz, noch vor Abzug des Bodenvorrats. Was davon aus dem Dünger kommen muss, bleibt erst nach Abzug des mineralischen Bodenstickstoffs und der Nachlieferung übrig. Kompost setzt du im Frühjahr mit höchstens 3 l je m² an. Bei Gartensalat reicht die Düngung der Vorfrucht meist schon aus.
Wie erstellt man einen Düngeplan für die kontinuierliche Ernte von Pflücksalat?
Plane je Kultursatz: Bedarf ansetzen, Bodenvorrat abziehen, fehlenden Stickstoff zur Pflanzung geben. Hornmehl braucht etwa 6 Wochen zur Umsetzung und gehört deshalb an den Anfang. Späte Stickstoffgaben können Nitrat und Innenbrand fördern. Eine laufende Ernte ermöglichen kleine Folgesätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen.
Wie kann Nitratanreicherung in Pflücksalat-Blättern verringert werden?
Vermeide ein Stickstoffüberangebot im Boden und verzichte auf späte Stickstoffgaben. Mehr Licht kann die Nitratanreicherung ebenfalls verringern. Ernte nachmittags oder abends, dann ist ein Teil des nachts angereicherten Nitrats schon abgebaut. Den geernteten Salat lagerst du sauber und gekühlt.
Stimmt es, dass mehr Dünger automatisch zu größeren Pflücksalat-Blättern führt?
Nein. Zu viel Stickstoff kann Nitrat in den Blättern anreichern und den Salat anfälliger für Krankheiten und Schädlinge machen. Überdüngung kann außerdem den Calciumtransport stören, sodass Blattränder absterben. Maßstab ist der Bedarf der Kultur abzüglich dessen, was der Boden schon liefert.
Welche Hauptnährstoffe sind für das Wachstum von Pflücksalat besonders wichtig?
Stickstoff unterstützt das Wachstum, Phosphor das Wurzelwachstum, Kalium den Wasserhaushalt und Magnesium die Bildung des Blattgrüns. Wie viel du davon ergänzt, richtet sich nach Bodenbefund und Kulturbedarf. Eine Standarduntersuchung ersetzt dabei keine gesonderte Messung des verfügbaren Stickstoffs.
Wie führt man eine Bodenanalyse für Pflücksalat richtig durch?
Nimm vor der Düngung an 10 bis 15 Stellen des Beets je eine Einzelprobe. Jede reicht von der Oberfläche bis in 25 cm Tiefe. Die Proben mischst du gut und schickst rund 500 g davon zur Untersuchung. Für den verfügbaren Stickstoff lässt du zusätzlich eine Nmin-Untersuchung machen.
Welche Rolle spielt der pH-Wert des Bodens bei der Düngung von Pflücksalat?
Auf Mineralböden mit bis zu 4 % Humus hängt die pH-Zielspanne für Salat von der Bodenart ab, gemessen mit der CaCl₂-Methode. Auf Sand liegt sie bei 5,8 bis 6,0. Auf lehmigen bis schluffigen Böden sind es 7,0 bis 7,5. Hat ein sandiger Lehmboden einen pH-Wert von mindestens 7, ist keine Kalkung erforderlich.
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