Gemüse · Salate & Blattgemüse · Ernten

Feldsalat ernten: Rosetten schneiden, Blätter zupfen, Frost abwarten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Gemüse ernten und lagern: Reifezeichen erkennen und Vorräte richtig aufbewahren · Alle Ratgeber zu Ernten, Lagern & Haltbarmachen

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Feldsalat erntest du von Oktober bis März, möglichst bevor die ältesten Blätter vergilben.
  • Für ganze Rosetten schneidest du die Wurzel mit einem Küchenmesser unterhalb der Rosette durch.
  • Zupfst du nur einzelne Blätter ab, kann die Pflanze weiterwachsen.
  • Gefrorenen Feldsalat lässt du an der Pflanze auftauen und erntest erst danach.
  • Überwinterten Feldsalat erntest du im Frühjahr zügig, weil er nach den ersten wärmeren Tagen rasch blüht.
Feldsalat mit dicht stehenden, spatelförmigen dunkelgrünen Blattrosetten und Wassertropfen, formatfüllende Nahaufnahme
Foto: AndreasAux · Pixabay Content License · Quelle ↗

Feldsalat steht von Oktober bis März erntebereit im Beet, und du holst ihn dir genau dann, wenn du ihn brauchst. Ob die Blätter knackig in die Schüssel kommen oder schon beim Ernten brechen, entscheidest du mit Zeitpunkt und Schnitt. Ich ernte Feldsalat portionsweise und schneide ihn erst kurz vor dem Essen.

Wann ist Feldsalat erntereif?

Gesät wird Feldsalat von Juli bis September. Geerntet wird er von Oktober bis März. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 42 bis 112 Tage. Einen festen Erntetag gibt es deshalb nicht.

Den Moment zeigen dir die Blätter: Ernte möglichst, bevor die ältesten Blätter vergilben oder erkranken. Ich schaue deshalb vor dem Schneiden zuerst auf die untersten Blätter einer Rosette.

Feldsalat wächst auch bei 5 bis 10 °C noch weiter. Bei milder Witterung kannst du ihn den ganzen Winter über im Freiland ernten.

Zahl im Blick

Erntezeit von Oktober bis März. Kulturdauer 42 bis 112 Tage. Wachstum noch bei 5 bis 10 °C. Frosthart bis etwa −15 °C.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Sonniger bis halbschattiger Platz auf gut durchlässigem Boden; bei sehr rauer Witterung Schutzhauben verwenden.

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Der Boden sollte gut durchlässig sein.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet oder im Kübel möglich.

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Die angebotenen Sorten etwa 1-2 cm tief säen.

Pflege

Pflege

Etwas Schatten im Sommer und ausreichende Wasserversorgung können das Schossen verzögern. Späte Saaten profitieren von geschützter, sonniger Lage und gegebenenfalls Winterschutz.

Düngung

Keine besondere Düngung erforderlich; hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur vermeiden.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig und bildet Rosetten.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Feldsalat
GartenkalenderAussaat: Juli, August, September; Ernte: Januar, Februar, März, Oktober, November, Dezember; Pflanzung: Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: JuliAussaat: AugustAussaat: SeptemberErnteErnte: JanuarErnte: FebruarErnte: MärzErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberPflanzungPflanzung: JuliPflanzung: AugustPflanzung: SeptemberAussaatErntePflanzung

So erntest du Feldsalat: ganze Rosette oder einzelne Blätter

Für Feldsalat gibt es zwei Handgriffe. Welcher passt, hängt davon ab, wie viel du gerade brauchst.

Ganze Rosette: Wurzel unter der Rosette durchschneiden

Für ganze Rosetten nimmst du ein Küchenmesser und schneidest die Wurzel unterhalb der Rosette durch. So bleibt die Rosette beisammen, und du hebst sie als Ganzes aus dem Beet. Ich setze das Messer flach unter den untersten Blättern an und halte die Rosette mit der anderen Hand fest. Diese Pflanze ist danach abgeerntet, dafür kommt eine Portion schnell zusammen.

Einzelne Blätter: zupfen und weiterwachsen lassen

Brauchst du nur wenig, zupfst du einzelne Blätter ab. Die verbleibende Pflanze kann dann weiterwachsen, und du erntest später erneut an ihr.

Willst du lange ernten, zupfst du, solange dir einzelne Blätter reichen. Ganze Rosetten schneidest du erst, wenn du eine größere Menge auf einmal brauchst.

Achtung

Beim Rosettenschnitt können Beikräuter mit in den Korb geraten. Sortiere alles aus, was du nicht sicher als Feldsalat erkennst, denn mitgeerntetes Kreuzkraut oder Greiskraut kann Pyrrolizidinalkaloide eintragen.

Geernteter Salat reagiert empfindlich auf Druck und Wärme. Leg die Rosetten deshalb locker in einen flachen Korb und verarbeite sie zügig weiter.

Mini-Checkliste

  • Blätter sind aufgetaut
  • älteste Blätter noch nicht vergilbt
  • Messer unterhalb der Rosette ansetzen
  • Beikräuter aussortieren
  • locker in den Korb legen und zügig weiterverarbeiten

Feldsalat bei Frost und Schnee ernten

Feldsalat ist bis etwa −15 °C frosthart und übersteht den Winter im Beet. Gefroren erntest du ihn trotzdem nicht, weil gefrorene Blätter leicht brechen. Lass die Rosetten an der Pflanze langsam auftauen und schneide erst danach.

Marias Erfahrung

An Frosttagen fasse ich vor dem Ernten ein Blatt an. Ist es noch steif, lasse ich das Beet in Ruhe und komme später wieder.

Vlies schützt überwinterndes Gemüse vor starker Kälte und Wintersonne. Auch eine Schneedecke bietet Schutz. Nutzt du einen Folientunnel als Nässeschutz, lässt du die Enden für die Luftzirkulation offen. Ziehst du Feldsalat im Frühbeet, findest du im eigenen Ratgeber, wie du ihn dort anbaust und bis in den Winter erntest.

Morgens oder nachmittags ernten?

Bei der Tageszeit wägst du zwei Ziele gegeneinander ab. Blattgemüse, das du lagern willst, erntest du vorzugsweise morgens kühl und prall. Für einen geringeren Nitratgehalt ist dagegen die Ernte am Nachmittag oder Abend günstiger. Nachts reichert Salat Nitrat an, und bis zum Nachmittag ist ein Teil davon wieder abgebaut.

Für Feldsalat, den du am selben Tag isst, empfehle ich deshalb den Nachmittag. An Frosttagen haben die Rosetten bis dahin zudem Zeit, an der Pflanze aufzutauen.

Blattsalate können viel Nitrat enthalten, das bei unsachgemäßer Lagerung mikrobiell zu Nitrit werden kann. Lagere geernteten Feldsalat deshalb gekühlt und sauber. Eine abwechslungsreiche Gemüseernährung bleibt trotzdem die Empfehlung. Im Beet können ein geringeres Stickstoffüberangebot und mehr Licht die Nitratanreicherung verringern. Vermeide deshalb hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur und lies nach, wie du Feldsalat ohne Überdüngung versorgst.

Im Frühjahr zügig ernten

Überwinterter Feldsalat bildet nach den ersten wärmeren Tagen rasch Blüten. Seine Blütezeit liegt im April und Mai. Eine Kältephase kann die Blütenbildung auslösen, lange Tage können sie danach beschleunigen. Die Sorte Verte de Cambrai schießt besonders spät und lässt sich dadurch im Frühjahr länger beernten. Mehr dazu, warum Feldsalat schosst und wie du das mit Sortenwahl und Saattermin bremst, steht im eigenen Ratgeber.

Jetzt dran

Kommen im Frühjahr die ersten wärmeren Tage, erntest du den überwinterten Feldsalat zügig ab, bevor er Blüten bildet.

Lange ernten: staffeln statt abräumen

Im Beet übersteht Feldsalat den Winter, im Kühlschrank hält er dagegen nur 1 bis 3 Tage. Lass den Bestand also stehen und ernte nur, was du für die nächste Mahlzeit brauchst.

Kleine Folgesätze im Abstand von etwa 10 bis 14 Tagen halten die Salaternte am Laufen. Im Ratgeber zum Aussaattermin liest du, welche Vorteile welcher Saattermin für Feldsalat bringt. Die Termine behältst du mit dem Aussaatkalender für Salate zum Ausdrucken im Blick, und deine Sätze verteilst du im Beetplaner auf dein Beet.

Feldsalat lässt sich auch etwa 3 Wochen in Multitopfplatten vorziehen und in Büscheln auspflanzen. Ob du Feldsalat direkt säst oder vorziehst, hängt von deiner Gartensituation ab. Ohne Garten findest du Hinweise, wie Feldsalat im Balkonkasten wächst und überwintert.

Nach der Ernte: waschen und kühl lagern

Sandigen Feldsalat schwenkst du vorsichtig in einer Schüssel mit kaltem Wasser und lässt ihn gut abtropfen. Im Kühlschrank lagerst du ihn getrennt von Äpfeln, Birnen und Tomaten, weil deren Ethylen Welken und Vergilben beschleunigt. Wie du Feldsalat im Kühlschrank frisch hältst, vertieft ein eigener Ratgeber mit Beutel, Feuchte und Haltbarkeit.

Feldsalat in der Küche

Feldsalat schmeckt würzig mit einer leicht nussigen Note. Rezeptideen für Feldsalat in der Winterküche und wie Feldsalat bei Vitaminen und Mineralstoffen im Vergleich abschneidet findest du in eigenen Ratgebern.

Standort, Pflege und Krankheiten in Kürze

Feldsalat wächst sonnig bis halbschattig und mag einen Boden mit ausgeglichenem pH-Wert und guter Kalkversorgung. Wie du Boden und Saatbett für Feldsalat vorbereitest, zeigt der Ratgeber zur Bodenvorbereitung.

Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, damit wenig Wasser verdunstet und die Blätter möglichst trocken bleiben. Zwischen den Reihen hältst du Unkraut mit der Hacke kurz.

Gelbe Blätter mit zunächst weißem, später grauem Sporenrasen können bei Feldsalat eher auf Falschen Mehltau als auf Düngermangel hindeuten. Lochfraß mit Schleimspuren spricht für Schnecken. Absammeln und Schneckenzäune können den Befall begrenzen. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, steht im Überblick zu Krankheiten und Schädlingen an Salaten und Blattgemüse.

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Häufige Fragen

Welche Erntemethoden gibt es bei Feldsalat?
Du kannst ganze Rosetten ernten oder einzelne Blätter abzupfen. Für die ganze Rosette schneidest du die Wurzel mit einem Küchenmesser unterhalb der Rosette durch, damit ist diese Pflanze abgeerntet. Zupfst du nur die Blätter ab, die du gerade brauchst, kann die verbleibende Pflanze weiterwachsen.
Wann ist die beste Zeit für die Aussaat von Feldsalat?
Feldsalat säst du von Juli bis September. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen 42 bis 112 Tage. Geerntet wird von Oktober bis März. Welcher Termin zu welcher Ernte führt, vertieft der Ratgeber zum Aussaatzeitpunkt.
Ist es ein Mythos, dass Feldsalat nur im Winter wächst?
Ja, das greift zu kurz: Die Sorte Gala ist schossfest und für den ganzjährigen Anbau geeignet. Üblich ist trotzdem die Aussaat von Juli bis September. Geerntet wird dann von Oktober bis März. Dabei wächst Feldsalat auch bei 5 bis 10 °C noch weiter.
Welche Rolle spielt Feldsalat als Schwachzehrer im Gartenbau?
Feldsalat hat einen geringen Stickstoffbedarf und braucht keine besondere Düngung. Hohe Stickstoffreste aus der Vorkultur solltest du sogar vermeiden, weil ein reichliches Stickstoffangebot bei Blattgemüse den Nitratgehalt erhöhen kann. Nach einem Spätsommeranbau kann eine zusätzliche Düngung meist entfallen.
Welche Gartenwerkzeuge benötigt man für den Feldsalat-Anbau?
Zum Ernten reicht ein Küchenmesser, mit dem du die Wurzel unterhalb der Rosette durchschneidest. Zum Angießen der Aussaat nimmst du eine Gießkanne mit feinem Strahl, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Mit der Hacke hältst du Unkraut zwischen den Reihen kurz. Ein Vlies schützt den Bestand im Winter vor starker Kälte und Wintersonne.
Was sind die Unterschiede zwischen Feldsalat und anderen Wintersalaten?
Deutlich unterscheiden sich die Arten in der Frosthärte: Feldsalat ist bis etwa −15 °C frosthart. Zuckerhut verträgt im Freiland Frost bis etwa −6 °C. Glattblättrige Endivien halten Temperaturen bis etwa −5 °C aus. Winterportulak kann Fröste bis unter −20 °C vertragen, wobei Pflanzenzustand, Standort und Witterung mitentscheiden.
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