Rauke auf dem Balkon: Kasten, Erde und Nachsaat für laufende Ernte
- Rauke wächst in Töpfen und Kästen, sonnig bis halbschattig, im Sommer gern mit etwas Schatten.
- Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, denn Rauke will einen durchlässigen Boden.
- Gewöhnliche Blumenerde reicht, für die Saatrille nimmst du eine weniger grobe Anzuchterde.
- Gesät wird von März bis August etwa 1 cm tief, denn Rauke ist kein Lichtkeimer.
- Im Sommer kann Rauke schon nach 3 Wochen erntereif sein.
- Im Frühjahr und Herbst braucht ein Satz etwa 7 Wochen bis zur Ernte.
- Kleine Folgesätze statt eines vollen Kastens halten die Ernte bis in den Oktober in Gang.
Auf meinem Balkon steht die Rauke direkt neben der Küchentür, und ich schneide sie erst, wenn der Teller schon wartet. Damit der Kasten von März bis Oktober liefert, kommt es auf drei Punkte an. Das Wasser muss aus dem Gefäß ablaufen können, die Erde muss passen, und gesät wird in kleinen Sätzen statt auf einmal. Dazu kommt ein Platz, an dem Licht, Wärme und Wind stimmen.
Warum Rauke gut auf den Balkon passt
Rauke eignet sich für Töpfe und Kästen und gilt als einfach und rasch zu kultivieren. Im Sommer kann ein Satz bereits nach 3 Wochen erntereif sein. Dabei bleibt die Pflanze schmal, ihre Wuchsbreite liegt bei 3 bis 20 cm.
Dazu kommt, dass du einen Kasten umstellen kannst, ein Beet nicht. Ändert sich im Lauf des Jahres das Licht auf dem Balkon, ziehst du die Rauke einfach hinterher.
Welcher Platz auf dem Balkon passt?
Licht: Süd, Ost oder West
Rauke wächst in der Sonne und im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone., im Sommer bevorzugt sie etwas Schatten. Du brauchst also keinen Südbalkon: Auch ein Ost- oder Westbalkon, der nur einen Teil des Tages Sonne bekommt, kommt für Rauke infrage. Auf einem Südbalkon ziehe ich die Kästen im Sommer aus der Mittagssonne in den Schatten der Brüstung.
Schau an einem sonnigen Tag morgens, mittags und abends nach, ob Sonne auf deinen Kasten fällt. Dann weißt du, ob dein Platz sonnig oder halbschattig ist, und kennst schon die schattigere Ecke für den Sommer.
Wärme: früh säen, nicht überwintern
Die Samen keimen am besten bei 15 bis 20 °C. Frisch gesäte Kästen stelle ich im zeitigen Frühjahr deshalb an die Hauswand statt an die offene Brüstung. Winterhart ist Salatrauke nicht, geerntet wird von März bis Oktober. Wie du Rauke im Sommer vor Hitze schützt und was in den kalten Monaten möglich ist, zeigt der Ratgeber zum Rauke-Anbau in jeder Jahreszeit.
Wind an der Brüstung
Kästen an der Brüstung prüfe ich beim Gießen zuerst, weil dort der Wind ungebremst ankommt. Hängende Kästen sitzen bei mir in festen Halterungen, damit eine Böe sie nicht vom Geländer reißt. Welche Licht-, Wind- und Temperaturbedingungen Rauke allgemein braucht, beschreibt der Ratgeber zum passenden Mikroklima für Rauke.
Welches Gefäß eignet sich für Rauke?
Rauke wird in Reihen gesät und nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. vereinzelt. Wie groß das Gefäß sein muss, hängt deshalb an der Zahl der Reihen, die du säen willst. Im langen Balkonkasten ziehe ich die Rillen längs, im runden Topf lege ich kurze, parallele Rillen an.
Salatrauke steht in der Reihe mit 5 bis 10 cm Abstand, zwischen den Reihen bleiben 15 bis 20 cm frei. Die Pflanzen werden 5 bis 30 cm hoch.
Bei der Tiefe denke ich ans Gießen: Je mehr Erde ein Gefäß fasst, desto langsamer trocknet es aus. Zwischen einem flachen und einem tieferen Kasten wähle ich deshalb den tieferen.
Teilt sich die Rauke einen großen Kübel mit anderen Arten, kannst du vorher die Nachbarschaft im Mischkultur-Planer prüfen. Gute Nachbarn können unterstützen, eine sichere Ernte versprechen sie nicht.
Drainage: So läuft das Wasser ab
Rauke braucht einen durchlässigen Boden und verträgt trockene bis frische Bedingungen. Erde, die dauerhaft nass im Gefäß steht, passt zu keinem der beiden Punkte, deshalb braucht jedes Gefäß Abzugslöcher. Über jedes Loch lege ich eine Tonscherbe mit der Wölbung nach oben, damit die Erde es nicht zusetzt.
Ein Übertopf ohne Loch sieht ordentlich aus, doch darin sammelt sich das Gießwasser unter dem Innentopf. Dasselbe gilt für einen vollen Untersetzer: Kipp das Wasser aus, sobald es sich nach dem Gießen darin sammelt.
Welche Erde gehört in den Kasten?
Gewöhnliche Blumenerde reicht für Salate im Balkongefäß, Rauke eingeschlossen. Rauke ist dabei nicht wählerisch, schwach saure bis schwach alkalische Erde passt ihr. Für die Saat nehme ich eine weniger grobe AnzuchterdeAnzuchterde ist eine nährstoffarme, feinkrümelige Erde für die Aussaat und das Vorziehen junger Pflanzen. Die geringe Nährstoffmenge regt die zarten Wurzeln zum Wachsen an., wie sie für feine Samen gedacht ist. Ich fülle damit nur die SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an., darunter bleibt die Blumenerde.
Für Salatrauke sind 6 Jahre Anbaupause vorgesehen. Auf dem Balkon übertrage ich das auf die Erde: Stand im Vorjahr schon Rauke im Kasten, fülle ich für den neuen Satz frische Erde ein.
Gefäß mit Abzugslöchern · Tonscherbe über jedem Loch · Untersetzer, den du leeren kannst · Blumenerde als Füllung · Anzuchterde für die Saatrille · frische Erde, wenn im Vorjahr schon Rauke darin stand
Aussaat und Nachsaat im Kasten
Die Werte für Salatrauke auf einen Blick:
| Punkt | Wert |
|---|---|
| Aussaat | März bis August |
| SaattiefeDie Saattiefe gibt an, wie dick die Erdschicht über einem Samenkorn nach der Aussaat ist. Als Faustregel bedeckst du einen Samen höchstens dreimal so dick mit Erde, wie das Korn selbst ist. | etwa 1 cm |
| Keimung am besten bei | 15 bis 20 °C |
| Keimdauer | 5 bis 21 Tage |
| Ernte im Sommer | schon nach 3 Wochen möglich |
| KulturzeitDie Kulturzeit ist die Zeitspanne, die eine Gemüseart von der Aussaat oder Pflanzung bis zur Ernte braucht. Je nach Art ist sie kurz wie bei Radieschen oder lang wie bei Herbstkohl. im Frühjahr und Herbst | etwa 7 Wochen |
| Erntezeit | März bis Oktober |
| Abstand zwischen kleinen Sätzen (Wert für Salate allgemein) | etwa 10 bis 14 Tage |
Gartenrauke oder Wilde Rauke?
Unter dem Namen Rucola werden zwei Pflanzen angeboten: die Wilde Rauke mit schmalen, stark gezähnten Blättern und die Gartenrauke mit breiteren, gebuchteten. Die Werte in der Tabelle gelten für die Gartenrauke, auch Salatrauke genannt. Die Sorte ‘Astra’ braucht etwa 4 bis 6 Wochen bis zur Ernte.
Säen: etwa 1 cm tief
Rauke ist kein LichtkeimerLichtkeimer sind Pflanzen, deren Samen zum Keimen Licht brauchen. Bei der Aussaat werden sie deshalb nur angedrückt und nicht mit Erde bedeckt; ob eine Art dazugehört, steht meist auf der Samentüte., ihre Samen kommen etwa 1 cm tief in die Rille. Bis zur Keimung halte ich die Rille feucht und gieße mit feiner Brause, damit die Samen nicht verschwemmen. Sind die Keimlinge da, vereinzelst du auf die Abstände aus dem Abschnitt zum Gefäß. Wie du Rauke von der Keimung bis zur Sortenwahl anbaust, erklärt der Leitfaden für Einsteiger.
Nachsaat: Reihe für Reihe
Ich säe einen Kasten nie auf einmal voll, sonst wird alles zur selben Zeit erntereif. Wer Salat etwa alle 10 bis 14 Tage in kleinen Portionen nachsät, hat fortlaufend etwas zu ernten. Diesen Rhythmus übernehme ich für die Rauke: Jede neue Reihe kommt in die nächste freie Rille. Ist der Kasten voll, beginne ich den nächsten Satz in einem zweiten Kasten. Die letzte Saat fällt in den August, geerntet wird bis in den Oktober. Welche Salate du wann säst, zeigt der druckbare Aussaatkalender für Salate und Blattgemüse.
Ich stecke an jede neue Reihe ein Holzstäbchen mit dem Saatdatum. Beim Gießen sehe ich so, welche Reihe als Nächstes zum Schneiden dran ist und wann die nächste Saat ansteht.
Pflege im Kasten: gießen, düngen, kontrollieren
Gießen
Rauke mag gleichmäßig feuchte Erde, doch unter einem Balkondach kommt kein Regen an den Kasten. Ich prüfe die Erde mit dem Finger und gieße morgens, sobald sie sich trocken anfühlt. Mehr dazu, wie du Salate und Blattgemüse gleichmäßig und am Morgen gießt, steht im Überblick über alle Arten.
Düngen
Im Gartenbeet gilt zusätzliche Düngung für Rauke als sich erneuernden Salatbestand in der Regel als unnötig, außer bei nachgewiesenem NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Ein Überangebot an Stickstoff vermeide ich auch im Kasten, weil überdüngte Pflanzen stärker von Blattläusen befallen werden können. Wann Nachdüngen angebracht ist, beschreibt der Abschnitt „Düngen“ im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.
Schädlinge und Krankheiten
Beim Schneiden sehe ich mir die Blätter von oben und unten an und achte auf Fraßlöcher, Läuse und Beläge. Solche Spuren sind Hinweise, noch keine Diagnose. Wie du vorbeugst, kontrollierst und eingreifst, steht im Abschnitt „Krankheiten und Schädlinge“ desselben Überblicks.
Ernten, frisch halten, genießen
Ernten
Ich schneide nur, was an dem Tag in die Küche geht, und fange bei den größten Blättern an. Mit welchen Schnitten und zu welchem Zeitpunkt du Rauke erntest, zeigt ein eigener Ratgeber. Rauke kann sich auf gelockerter Erde selbst aussäen. Was im Kasten von selbst aufläuft, schneide ich nur, wenn ich es sicher als Rauke erkenne, denn mitgeerntetes Kreuzkraut kann Pyrrolizidinalkaloide eintragen.
Frisch halten
Geernteter Rucola hält sich im Gemüsefach etwa 2 bis 3 Tage, wenn du ihn in feuchtes Küchenpapier wickelst. Wie Spinat und andere Blattsalate kann Rucola viel Nitrat enthalten, das bei falscher Lagerung durch Mikroben zu Nitrit werden kann. Geerntete Blätter gehören deshalb gekühlt und sauber verpackt ins Gemüsefach. Gemüse abwechslungsreich zu essen, bleibt dabei die Empfehlung.
In der Küche
Junge Blätter passen roh in den Salat, ältere kannst du kurz garen oder anbraten. Auch die Blüten sind essbar und schmecken pfeffrig. Mehr zu Küche und Nährwerten steht im Abschnitt „Auf dem Teller“ im Überblick zu Salaten und Blattgemüse.





