Knollensellerie ernten und einlagern: Reifezeichen, Schnitt und Sandlager
- Knollensellerie erntest du von September bis November, sobald die äußeren Blätter gelb zu werden beginnen.
- Ernte an einem trockenen Tag aus ungefrorenem Boden: ringsum lockern, dann mit der Grabegabel heben.
- Erde nur grob abnehmen, nicht waschen, Wurzeln und Laub bis auf die Herzblätter glatt abschneiden.
- Nur feste, gesunde und unverletzte Knollen in saubere Kisten mit mittelfeuchtem Sand legen und frostfrei lagern.
- Unter optimalen Kühlraumbedingungen hält Knollensellerie 4 bis 6 Monate, im Haushalt ist das keine Zusage.
- Lager alle paar Tage kontrollieren, Äpfel getrennt halten und Verschimmeltes vollständig entsorgen.

Knollensellerie, den du im Winter noch aus der Kiste holen willst, braucht einen sorgfältigen Erntetag. Ins Lager gehören nur gesunde, unverletzte und ungewaschene Knollen. Ich warte deshalb auf trockenes Wetter, lockere den Boden rundherum und nehme die Erde nur grob ab.
Knollensellerie gehört wie Möhre und Pastinake zu den DoldenblütlernDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling., mehr zu Verwandtschaft und Herkunft steht im Kurzporträt unseres Wurzelgemüse-Ratgebers. Wie du die Pflanzen von der VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. bis in den Herbst bringst, erklärt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Anbau ab der Aussaat. Ob sich der eigene Anbau für dich lohnt, klärt der Ratgeber für Einsteiger zu Anbau und Pflege.
Wann ist Knollensellerie erntereif?
Knollensellerie erntest du von September bis November. Den Zeitpunkt zeigt dir die Pflanze selbst: Sobald die äußeren Blätter gelb zu werden beginnen, ist die Knolle erntereif. Ich richte mich dabei nach den äußeren Blättern und nicht nach einem festen Datum.
Wie viel Frost verträgt Knollensellerie?
Leichte Fröste im Herbst verträgt Knollensellerie. Wie gut er sie übersteht, hängt von seinem Entwicklungszustand, seiner Gesundheit, der Sorte, dem Standort und der Witterung ab. Winterhart ist er nicht. Aus gefrorenem Boden lässt sich Wurzelgemüse außerdem nicht ernten, weil die Wurzeln sonst abbrechen können. Ein leichter Frost ist also noch kein Grund zur Eile, ein Boden, der zu gefrieren droht, dagegen schon.
Stangensellerie erntest du nach anderen Zeichen. Gebleichte Stangen sollten zur Ernte etwa 25 bis 35 cm lang sein. Von der Pflanzung bis zur Ernte vergehen im Hausgarten etwa 12 Wochen. Selbst im professionellen Kühllager bei 0 bis 1 °C hält Stangensellerie nur etwa 2 bis 3 Wochen.
Wie holst du Knollensellerie schonend aus dem Boden?
Ernte an einem trockenen Tag. Lockere zuerst den Boden ringsum mit der Grabegabel und hebe die Knolle dann vorsichtig heraus. Ich steche dabei mit etwas Abstand zur Knolle ein, damit die Zinken sie nicht verletzen.
Stehen jüngere Kulturen direkt daneben, arbeitest du besonders behutsam. Beim Roden von Wurzelgemüse können FeinwurzelnFeinwurzeln sind die dünnen, fein verzweigten Wurzeln einer Pflanze. Sie nehmen vor allem Wasser und Nährstoffe aus dem Boden auf, während die dicken Wurzeln der Pflanze Halt geben und Stoffe weiterleiten. der Nachbarn beschädigt und deren Wachstum beeinträchtigt werden. Welche Nachbarn neben Sellerie gut stehen, zeigt unser Beitrag zur Mischkultur mit Knollensellerie.
Erde, Wurzeln, Laub: Was muss vor dem Einlagern ab?
Die Erde nimmst du nur grob ab, gewaschen wird die Knolle fürs Lager nicht. Danach schneidest du Wurzeln und Laub glatt zurück. Stehen bleiben nur die Herzblätter, also die jungen Blätter in der Mitte des Schopfs. Das Laub muss ab, weil es der Knolle Feuchtigkeit entzieht. Gerade die braucht Knollensellerie im Lager, denn unter optimalen Bedingungen liegt sein Bedarf bei über 97 % relativer Luftfeuchte.
Die Knollen vor dem Einlagern sauber waschen. Fürs Lager bleibt Knollensellerie ungewaschen, ein wenig anhaftende Erde darf dranbleiben. Gründlich unter fließendem Wasser wäschst du ihn erst in der Küche, direkt vor der Verarbeitung.
Das gehört zum Erntetag:
- trockenes Wetter und ungefrorener Boden
- Grabegabel, scharfes Messer und zwei Kisten
- Boden ringsum lockern, Knolle mit der Grabegabel heben
- Erde grob abnehmen, nicht waschen
- Wurzeln und Laub bis auf die Herzblätter glatt abschneiden
- jede Knolle auf Festigkeit, Verletzungen und Fraßgänge prüfen
Welche Knollen dürfen ins Lager?
Ins Lager kommen nur gesunde Knollen ohne Verletzungen, Schimmel oder Fäulnis. Eine gute Knolle ist fest und hart. Ich klopfe jede Knolle kurz mit dem Fingerknöchel ab, bevor sie in die Kiste kommt.
Größer heißt dabei nicht besser. Sehr große Knollen, die beim Klopfen hohl klingen, sind häufig holzig. Hohle Knollen werden wahrscheinlicher, wenn zu viel leicht verfügbarer StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). die Knolle sehr schnell und üppig wachsen lässt. Prüf deshalb gerade die größten Knollen besonders sorgfältig, vor allem wenn das Beet kräftig gedüngt war.
Braune Fraßgänge in der Knolle können auf Larven der MöhrenfliegeDie Möhrenfliege ist ein Gartenschädling: eine Fliege, deren weiße Maden meist über die Wurzeln in Möhren eindringen. Befallene Möhren sind von rostbraunen Fraßgängen durchzogen, und dieses Schadbild heißt Eisenmadigkeit. hindeuten. Solche Knollen sind verletzt und kommen nicht ins Lager.
Am Erntetag stelle ich zwei Kisten nebeneinander. In die eine kommen die festen, unverletzten Knollen fürs Lager. In die andere lege ich Knollen mit Rissen, Druckstellen oder Fraßgängen, die verarbeite ich zuerst. Was schimmelt oder faulig riecht, landet in keiner der beiden Kisten.
Und wenn die Knollen klein geblieben sind?
Kleine, zähe Knollen können auf Wassermangel während des Wachstums hindeuten. Im Freiland-Erwerbsanbau braucht Knollensellerie von Mitte Juli bis Anfang September besonders viel Wasser, und Wassermangel begrenzt dort Knollenentwicklung und Ertrag. Auch starker Blattverlust, etwa durch Septoria-Blattflecken, kann den Knollenzuwachs beeinträchtigen. Wie du den Sellerie im nächsten Jahr durch den Sommer bringst, zeigt unsere Begleitung durchs Selleriejahr, Phase für Phase.
Wie lagerst du Knollensellerie möglichst lange?
Knollensellerie will es im Lager sehr kühl, sehr feucht und frostfrei. Wie nah du daran herankommst, entscheidet dein Lagerplatz. Die Tabelle zeigt, was für die einzelnen Lagerorte gilt.
| Lagerort | Bedingungen | Lagerdauer |
|---|---|---|
| Kühlraum, optimal | 0 bis 1 °C, über 97 % relative Luftfeuchte | 4 bis 6 Monate |
| Kiste mit Sand | saubere Kiste, mittelfeuchter Sand, frostfrei, nur einwandfreie und ungewaschene Knollen | je nach Lagerplatz und Knollen |
| Kühlschrank | ganze Knolle im Gemüsefach | etwa 2 Wochen |
Die Werte aus dem Kühlraum zeigen dir die Richtung. Für einen Hauskeller oder Vorratsraum sind sie aber keine Zusage.
Die Sandkiste für den Wintervorrat
Einwandfreie, ungewaschene Knollen lagerst du in sauberen Kisten mit mittelfeuchtem Sand ein. Stell die Kisten an einen Platz, der frostfrei bleibt. Ich prüfe beim Einfüllen mit der Hand, ob der Sand mittelfeucht ist.
Der Kühlschrank für den baldigen Verbrauch
Eine ganze Sellerieknolle hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks etwa 2 Wochen. Das passt für die Knollen aus der Küchenkiste, für den Wintervorrat reicht es nicht.
Die Erdmiete als Alternative
Für Wurzelgemüse gibt es auch die Erdmiete im Garten. Dafür gräbst du Behälter ein und deckst das Lagergut mit trockenem Stroh ab, damit Luft ausgetauscht werden kann. Über die eingegrabenen Gefäße gehört ein Deckel oder ein Gitter, das vor Mäusefraß schützt. Knollensellerie ist nicht winterhart, auch in der Miete darf er deshalb nicht gefrieren.
Ein paar Äpfel zwischen die Sellerieknollen, damit sie länger frisch bleiben? Eher im Gegenteil. Äpfel geben das ReifegasReifegas ist die gängige Bezeichnung für Ethylen, ein Gas, das manches Obst selbst bildet, besonders Äpfel. Es lässt Obst und Gemüse in der Nähe schneller reifen, welken oder austreiben. Ethylen ab, das Gemüse schneller welken lässt. Lagere Äpfel deshalb getrennt von deinem Wurzelgemüse.
Wie oft kontrollierst du das Lager?
Schau alle paar Tage nach deinem Lagergut und sortiere kranke oder faule Knollen sofort aus. Ich nehme dabei die obersten Knollen kurz in die Hand und rieche an jeder Kiste. Wurzelgemüse mit sichtbarem Schimmel oder fauligem Geruch wird entsorgt.
Eine verschimmelte Knolle entsorgst du vollständig. Die sichtbare Stelle großzügig wegzuschneiden reicht nicht aus.
Wie verwendest du den eingelagerten Sellerie?
Die Knolle lässt sich roh als Salat essen oder gebraten, gedünstet und püriert zubereiten. Ideen für ganze Gerichte findest du bei unseren einfachen Sellerie-Hauptgerichten übers Jahr, Grundsätzliches zu Wurzelgemüse in der Küche steht im Küchenteil des Wurzelgemüse-Ratgebers. Denk beim Kochen für Gäste daran: Sellerie kann Lebensmittelallergien auslösen und zählt zu den Zutaten, die als Allergen gekennzeichnet werden müssen.
Was kommt nach der Ernte aufs Beet?
Plane für Knollensellerie eine AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 4 Jahren auf derselben Fläche ein. Arten derselben Pflanzenfamilie sollen auf einem Beet nicht direkt aufeinander folgen, das betrifft neben Sellerie auch Möhre und Pastinake. Für Pastinaken ist Sellerie als VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen. ungünstig. Wo welche Familie in den letzten Jahren stand, behältst du leichter im Blick, wenn du deine Fruchtfolge im Beetplaner über mehrere Jahre festhältst.
Notier dir noch am Erntetag, auf welchem Beet der Sellerie stand. Dann weißt du im Frühjahr, wo die Doldenblütler diesmal Pause haben.




