Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Pflege

Spargel düngen mit Kompost und Hornspänen: was dein Beet im Jahreslauf braucht

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Etablierte Spargelpflanzen liefern in den meisten Böden auch ohne zusätzliche Düngung zuverlässig, besonders bei regelmäßigem Mulchen mit organischem Material.
  • Werden nur die Stangen geerntet, gelten 1 bis 2 l Kompost je m² als Jahresgabe.
  • Kommt zusätzlich das Kraut aus dem Beet, steigt die Jahresgabe auf 5 l Kompost je m².
  • Abgestorbenes Spargelkraut kommt zur Vorbeugung gegen die Spargelfliege aus dem Garten, statt eingearbeitet zu werden.
  • Hornspäne enthalten 10 bis 14 % Stickstoff und ergänzen den Kompost, wenn der Spargel schwach wächst.
Eine Spargelpflanze mit ihren charakteristischen nadelartigen Blättern und kleinen, glockenförmigen Blüten im Freiland.
Foto: Wilhelm Zimmerling PAR · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Dein Spargelbeet liefert dir jedes Frühjahr Stangen, und mit jeder Ernte holst du Nährstoffe aus dem Boden. Ich plane die Düngung deshalb von der Abfuhr her: Was ich an Stangen und Kraut aus dem Beet trage, gebe ich mit Kompost zurück. Zusätzlicher Dünger kommt bei mir nur dazu, wenn der Spargel im Vorjahr schwach gewachsen ist. So richtest du dich nach deinem Beet und nicht nach einem starren Düngekalender.

Wie viel Kompost braucht dein Spargelbeet im Jahr?

Spargel ist eine mehrjährige Pflanze und bleibt viele Jahre am selben Platz. Im Hausgarten wird eine Anlage teils bis zu 20 Jahre genutzt, wobei die Angaben je nach Pflege schwanken. Für die jährliche Kompostgabe zählt, was du in dieser Zeit Jahr für Jahr aus dem Beet holst.

Was du aus dem Beet holst Kompost je m² und Jahr
nur die geernteten Stangen 1 bis 2 l
die Stangen und zusätzlich das Kraut 5 l

Weil vollständig abgestorbenes Kraut zur Vorbeugung gegen die Spargelfliege aus dem Garten soll, rechnest du mit der höheren Gabe von 5 l je m². Den Kompost verteile ich im zeitigen Frühjahr, bevor die ersten Spitzen erscheinen. Dabei lockere ich den Boden nur flach und vorsichtig, damit ich keine jungen Spitzen verletze. Zeigt eine Bodenuntersuchung stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, schränkst du die Kompostgabe ein.

Häufiger Fehler

Das Spargelkraut zerkleinern und ins Beet einarbeiten, damit die Nährstoffe zurückfließen. Vollständig abgestorbenes Kraut gehört zur Vorbeugung gegen die Spargelfliege aus dem Garten. Ich schneide es ab und bringe es weg, auf meinen Gartenkompost kommt es nicht. Was damit an Nährstoffen das Beet verlässt, gleichst du über die höhere Kompostgabe aus.

Aussaatkalender Spargel
GartenkalenderVorkultur: März, April; Ernte: April, Mai, Juni; Pflanzung: März, AprilJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilErnteErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilVorkulturErntePflanzung

Wann braucht Spargel welche Nährstoffe?

Wie andere Gemüse braucht Spargel vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium. Was davon gerade zählt, hängt beim Spargel stark vom Alter der Anlage ab. Ich plane die Düngung deshalb nach Standjahren und nicht nach Monaten.

Vor der Pflanzung: Beet vorbereiten und den Platz bewusst wählen

Vor der Anlage entfernst du ausdauernde Unkräuter möglichst vollständig mechanisch. Im Vorbereitungsjahr kann eine Gründüngung das Spargelbeet verbessern. Die Gründüngung schützt den offenen Boden und bindet vorhandene Nährstoffe, sodass weniger davon ausgewaschen wird. Phacelia eignet sich dafür, weil sie mit den gängigen Gemüsearten nicht verwandt ist.

Spargel mag sandigen Boden, der reich an organischer Substanz, feucht und gut durchlässig ist. Für ihn passt ein Boden-pH von 6 bis 8, und ob du kalkst, entscheidest du nach Bodenart und gemessenem pH-Wert. Wie du Boden und Standort vorbereitest, steht im Abschnitt Standort, Boden und Gefäß unseres Wurzelgemüse-Ratgebers.

Ein früheres Spargelbeet soll wegen Bodenmüdigkeit und Wurzelkrankheiten erst nach 20 Jahren wieder Spargel tragen. Zusammen mit der langen Nutzungsdauer bindet die Platzwahl die Fläche also für lange Zeit an den Spargel. Ich halte die Lage meines Spargelbeets deshalb im Beetplaner fest. Wie du die Kronen setzt und die Anlage im ersten Jahr begleitest, liest du im Beitrag darüber, wie du Spargel pflanzt und im ersten Standjahr pflegst.

In den ersten Standjahren: Phosphat für die Rhizome

In den ersten Standjahren baut Spargel seine Rhizome auf und braucht dafür Phosphat.

Zahl im Blick

Im Erwerbsanbau wird für die ersten drei Standjahre ein Phosphatbedarf von insgesamt rund 160 kg P2O5 je Hektar angegeben, begründet mit dem Rhizomaufbau. Zur Deckung dürfen dort in dieser Zeit höchstens etwa 30 Tonnen Kompost je Hektar ausgebracht werden. Beides sind Hektarwerte aus dem Erwerbsanbau, eine Menge für dein Gartenbeet lässt sich daraus nicht ableiten.

Ich lasse deshalb vor der Pflanzung eine Bodenprobe untersuchen, denn die Standarduntersuchung erfasst Phosphat und Kalium. Mit vorgezogenen Kronen kannst du erstmals im dritten Standjahr ernten. Diese erste Ernte bleibt auf etwa 30 Tage begrenzt. Was in den Jahren bis dahin passiert, liest du im Beitrag darüber, wie sich Spargel von der Aussaat bis zur ersten Ernte entwickelt.

In den Erntejahren: nachdüngen, wenn der Wuchs schwach ist

Bei vorgezogenen Kronen erntest du ab dem vierten Standjahr die volle Saison. Die Saison endet am 24. Juni. Eine volle Ernte heißt für die Düngung aber nicht automatisch viel Dünger.

Mythos-Check

„Spargel braucht jedes Jahr mehrere feste Düngergaben.“ Etablierte Spargelpflanzen liefern in den meisten Böden auch ohne zusätzliche Düngung zuverlässig, besonders bei regelmäßigem Mulchen mit organischem Material. Wächst der Spargel schwach, kann vor dem Austrieb im zeitigen Frühjahr ein Universaldünger eingesetzt werden.

Ich mulche mein Spargelbeet mit organischem Material und schaue mir im Sommer an, wie kräftig das Kraut steht. Bleibt es schwach, plane ich für das nächste zeitige Frühjahr eine Düngergabe vor dem Austrieb ein. Welche Form ich dann wähle, steht im nächsten Abschnitt.

Spargel mit Hornspänen düngen: wann es passt

Hornspäne, Horngrieß und Hornmehl sind organische Dünger mit hohem Stickstoffgehalt. Den Unterschied zum Kompost zeigt der Vergleich:

Dünger Stickstoffgehalt So nutze ich ihn beim Spargel
Gartenkompost durchschnittlich 1 % als Grundlage und als Ausgleich für die Abfuhr
Hornspäne, Horngrieß, Hornmehl 10 bis 14 % als Stickstoffergänzung nach einem Jahr mit schwachem Wuchs

Reifer Kompost verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen und bei schweren Böden die Lockerung. Hornspäne bringen dagegen vor allem Stickstoff ins Beet. Weil die Standard-Bodenuntersuchung im Hausgarten Stickstoff normalerweise nicht mitmisst, entscheidest du über Hornspäne vor allem nach dem Wuchs des Krauts im Vorjahr.

Ich streue Hornspäne im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb und arbeite sie nur flach ein, damit keine jungen Spitzen verletzt werden. Wie viel es sein darf, hängt vom Nährstoffvorrat im Boden, von der Angabe auf der Packung und von deiner Kompostgabe ab.

Häufiger Fehler

Eine Hornmehlmenge, die für eine andere Art wie Sellerie oder Rhabarber angegeben ist, auf Spargel übertragen. Solche Angaben sind an die Art gebunden, für die sie gemacht wurden. Beim Spargel richtest du dich nach Bodenvorrat, Packungsangabe und dem Kompost, den du ohnehin gibst.

Nährstoffmangel erkennen: erst andere Ursachen ausschließen

Ein Zeichen am Kraut ist ein Hinweis, keine Diagnose. Blasses, gelbliches Kraut mitten in der Saison kann auf Stickstoffmangel hindeuten. Vergilbt das Kraut zum Ende der Saison und stirbt ab, gehört das zum Jahreslauf.

Bevor ich nachdünge, schaue ich nach anderen Ursachen. Verkrüppelte Triebe, Fraßgänge und Welke können auf Befall durch die Spargelfliege hindeuten. Junge Bestände kontrollierst du darauf vom Austrieb bis Juni. Bei Grünspargel begünstigen zu enge Bestände Laubkrankheiten, die das Kraut ebenfalls schwächen können.

Ob wirklich Nährstoffe fehlen, zeigt eine Bodenuntersuchung: Die Untersuchung deckt eine Unter- oder Überversorgung mit Kalk und Nährstoffen auf und erlaubt darauf abgestimmte Düngeempfehlungen. Die Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium. Wie du die Probe nimmst und worin sich organische und mineralische Dünger unterscheiden, steht im Abschnitt Düngen desselben Wurzelgemüse-Ratgebers.

Ist der Befund unauffällig und der Wuchs trotzdem schwach, setzt du im nächsten zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb mit einer Düngergabe an.

Mini-Checkliste

So läuft dein Düngejahr im Spargelbeet:

  • Vor der Anlage: ausdauernde Unkräuter entfernen und im Vorbereitungsjahr eine Gründüngung einplanen.
  • Jedes zeitige Frühjahr vor dem Austrieb: Kompost verteilen und nur flach lockern.
  • Nach einem Jahr mit schwachem Wuchs: vor dem Austrieb zusätzlich düngen.
  • Vom Austrieb bis Juni: junge Bestände auf Fliegenbefall kontrollieren.
  • Nach dem Absterben: Kraut aus dem Garten bringen und mit der höheren Kompostgabe planen.
Passt dazu

Was du außer dem Düngen für einen höheren Spargelertrag tun kannst, liest du bei den Methoden für mehr Ertrag im Spargelbeet. Stehen in deinem Garten auch Schwarzwurzeln, findest du im Beitrag darüber, wie du Schwarzwurzeln düngst, die Versorgung dieser Art.

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Häufige Fragen

Welche Hauptnährstoffe benötigt Spargel für gesundes Wachstum?
Wie andere Gemüse braucht Spargel vor allem Stickstoff, Phosphor und Kalium. Phosphat spielt in den ersten Standjahren eine besondere Rolle, weil die Pflanze dann ihre Rhizome aufbaut. Phosphat und Kalium lässt du über eine Bodenuntersuchung prüfen, beim Stickstoff richtest du dich nach dem Wuchs des Krauts.
Wie unterscheiden sich die Nährstoffanforderungen von Spargel in verschiedenen Wachstumsphasen?
Im Vorbereitungsjahr vor der Pflanzung kann eine Gründüngung das Beet verbessern. In den ersten Standjahren braucht Spargel Phosphat für den Aufbau der Rhizome. Etablierte Pflanzen liefern in den meisten Böden auch ohne zusätzliche Düngung, und bei schwachem Wachstum düngst du im zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb nach.
Welche konkreten Düngermengen gelten für Spargel?
Beim Spargel richtest du die Kompostmenge nach dem, was du aus dem Beet holst. Werden nur die Stangen geerntet, sind es 1 bis 2 l Kompost je m² und Jahr. Kommt zusätzlich das Kraut aus dem Beet, sind es 5 l je m². Zeigt eine Bodenuntersuchung stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, gibst du weniger Kompost.
Kann ich das Spargelkraut nach der Ernte ins Beet einarbeiten?
Besser nicht. Vollständig abgestorbenes Spargelkraut soll zur Vorbeugung gegen die Spargelfliege aus dem Garten entfernt werden. Die Nährstoffe, die damit das Beet verlassen, gleichst du mit der höheren Kompostgabe von 5 l je m² und Jahr aus.
Ist es ein Mythos, dass Spargel besonders viel Dünger benötigt?
Für etablierte Anlagen trifft das meist nicht zu. Eingewachsene Spargelpflanzen liefern in den meisten Böden auch ohne zusätzliche Düngung zuverlässig, besonders bei regelmäßigem Mulchen mit organischem Material. Wichtig bleibt, die Abfuhr durch Stangen und Kraut mit Kompost auszugleichen und bei schwachem Wuchs vor dem Austrieb nachzudüngen.
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