Gemüse · Wurzel- & Knollengemüse · Anbau

Spargel aus Samen ziehen: von der Aussaat bis zur Jungpflanze im Beet

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Aus Samen rechnest du üblicherweise bis zum dritten Kulturjahr mit der ersten Ernte, vorgezogene Rhizome sparen etwa ein Jahr.
  • Samen in warmem Wasser bis zur Quellung einweichen, gewöhnlich 24 bis 48 Stunden, dann schwimmende Samen verwerfen.
  • In torffreie, nährstoffarme Aussaaterde 2,5 cm tief säen und bei 20 °C aufstellen.
  • Spargel keimt in 7 bis 21 Tagen, bei warmer Aussaat kann die Keimung aber bis zu 3 Monate dauern.
  • Im Beet 30 bis 45 cm in der Reihe, Grünspargel in Einzelreihen mit mindestens 100 cm Reihenabstand.
  • Kein Spargel auf ein früheres Spargelbeet: Dort erst nach 20 Jahren wieder.
Eine Spargelpflanze mit ihren charakteristischen nadelartigen Blättern und kleinen, glockenförmigen Blüten im Freiland.
Foto: Wilhelm Zimmerling PAR · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Wer Spargel aus Samen zieht, wartet lange: Die erste Ernte kommt üblicherweise erst im dritten Kulturjahr. Umso wichtiger ist, dass die Jungpflanzen kräftig ins Beet kommen, denn dort stehen sie viele Jahre. Ich weiche meine Spargelsamen vor der Aussaat ein, ziehe sie in Töpfen vor und härte sie ab, bevor sie ins Dauerbeet umziehen. Hier gehe ich die Schritte der Reihe nach durch, vom Einweichen bis zur Pflanzung.

Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur ersten Spargelernte?

Bei Anzucht aus Samen dauert es üblicherweise bis zum dritten Kulturjahr, bis du den ersten Spargel erntest. Kaufst du vorgezogene Rhizome, verkürzt sich die Wartezeit um etwa ein Jahr. Mit Samen gehst du dafür den ganzen Weg selbst: vom gequollenen Korn über den pikierten Sämling bis zur abgehärteten Jungpflanze.

Abschnitt Was ansteht
Kulturstart im März oder April Samen einweichen, warm aussäen, keimen lassen
Weiterkultur pikieren, hell und nicht zu warm stellen
Vor der Pflanzung schrittweise abhärten, Sprossknospen prüfen
Pflanzzeit im März und April oder im April und Mai Jungpflanzen ins vorbereitete Dauerbeet setzen
Drittes Kulturjahr üblicherweise die erste Ernte

Den Platz für die Anlage wählst du mit Blick auf viele Jahre. Eine Spargelanlage im Hausgarten kann bis zu 20 Jahre genutzt werden. Wie lange eine Anlage trägt, hängt auch von der Pflege ab. Ein früheres Spargelbeet soll wegen Bodenmüdigkeit und Wurzelkrankheiten erst nach 20 Jahren wieder Spargel tragen. Wo deine Jungpflanzen einziehen, legst du also für die ganze Standzeit fest und auch für die Zeit danach.

Aussaatkalender Spargel
GartenkalenderVorkultur: März, April; Ernte: April, Mai, Juni; Pflanzung: März, AprilJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilErnteErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuniPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilVorkulturErntePflanzung

Spargelsamen vorbereiten: einweichen und aussortieren

Spargelsamen weichst du vor der Aussaat in warmem Wasser ein, bis sie gequollen sind. Gewöhnlich dauert das 24 bis 48 Stunden. Danach gießt du das Wasser ab und verwirfst alle Samen, die oben schwimmen. Ich stelle das Glas an einen warmen Platz und schaue zwischendurch nach, ob die Körner prall geworden sind.

Wie sich Spargelsamen bei der Lagerung verhalten, ist nicht sicher eingeordnet. Bei älterem Saatgut lohnt deshalb ein Test, bevor du eine ganze Schale füllst.

Tipp

Für eine Keimprobe bringst du eine abgezählte Menge Samen feucht zum Keimen und beobachtest sie über 2 bis 3 Wochen. Keimen nur wenige, nimm frisches Saatgut.

Aussaat: wann, worin, wie tief und wie warm?

Ich starte die Spargelkultur im März oder April und säe in Töpfe, die ich warm aufstellen kann. Welche Monate für deine anderen Wurzelgemüse passen, zeigt dir der Aussaatkalender für Wurzelgemüse zum Ausdrucken. Als Aussaaterde nimmst du torffreie Erde mit nährstoffarmer, feinkörniger und lockerer Struktur. Der Salzgehalt soll unter 0,5 g je Liter liegen.

Lege die gequollenen Samen 2,5 cm tief und drücke die Erde leicht an. Die Töpfe stellst du bei 20 °C auf. Während Quellung und Keimung hältst du die Erde feucht, ohne sie zu vernässen.

Wert Richtwert
Kulturstart März bis April
Einweichen in warmem Wasser bis zur Quellung, gewöhnlich 24 bis 48 Stunden
Aussaaterde torffrei, nährstoffarm, feinkörnig, locker; Salzgehalt unter 0,5 g je Liter
Saattiefe 2,5 cm
Aussaattemperatur 20 °C
Keimtemperatur 12 °C bis 20 °C
Keimdauer 7 bis 21 Tage, bei warmer Aussaat auch bis zu 3 Monate

Wie lange brauchen Spargelsamen zum Keimen?

Spargelsamen keimen in 7 bis 21 Tagen. Bei warmer Aussaat kann die Keimung aber auch bis zu 3 Monate dauern. Zeigt sich nach drei Wochen noch nichts, ist die Aussaat also nicht zwingend verloren. Ich halte die Erde dann weiter feucht und warm und prüfe die Oberfläche auf die ersten Spitzen.

Häufiger Fehler

Die Aussaat wird aufgegeben, sobald die übliche Keimdauer vorbei ist. Räum die Töpfe nicht weg, sondern halte die Erde feucht, ohne sie zu vernässen.

Pikieren und die Jungpflanzen kräftig halten

Pikiert wird, sobald die Sämlinge ihre ersten Laubblätter gebildet haben. Ich löse jeden Sämling mit dem Pikierstab vorsichtig von unten und setze ihn in einen eigenen Topf. Im Pflanzloch dürfen die Wurzeln nicht nach oben gebogen sein. Das Pikiersubstrat darf einen Salzgehalt bis 1,5 g je Liter haben.

Nach dem Pikieren brauchen die Jungpflanzen genug Licht und keine zu hohe Temperatur. Sonst werden sie blass, dünn und weich, sind nach dem Auspflanzen anfälliger und wachsen langsamer an. Bei torffreier Erde puffern größere Töpfe die Wasserversorgung besser, weil mehr Erde mehr Wasser speichert.

Marias Erfahrung

Ich stelle meine pikierten Spargeltöpfe ans hellste Fenster und nicht über die Heizung. Vor dem Gießen stecke ich einen Finger in die Erde, weil torffreie Erde oben trocken wirken kann, während sie darunter noch nass ist.

Wie bereite ich das Spargelbeet vor?

Spargel braucht einen sonnigen Platz und sandigen Boden, der reich an organischer Substanz ist, feucht bleibt und gut abläuft. Im Jahr vor der Pflanzung kann eine Gründüngung das Beet verbessern, und ausdauernde Unkräuter entfernst du vorher möglichst vollständig mechanisch. Wie du Platz und Erde grundsätzlich prüfst, beschreibt der Abschnitt Standort, Boden und Gefäß im Ratgeber zu Wurzel- und Knollengemüse.

Abhärten und auspflanzen: So kommen die Jungpflanzen ins Beet

Bevor die Jungpflanzen ins Beet kommen, härtest du sie schrittweise ab. Bei gutem Wetter stehen sie zunächst zeitweise geschützt draußen. Ich stelle die Töpfe tagsüber zuerst in den Schatten und gewöhne sie nach und nach an volle Sonne.

Gepflanzt wird Spargel im Frühjahr, im März und April oder im April und Mai. Schau dir vor dem Setzen die Sprossknospen an. Pflanzen mit matschigen oder sichtbar verschimmelten Sprossknospen sind als Pflanzgut ungeeignet. Die Jungpflanze setzt du ins vorbereitete Beet, drückst die Erde an und gießt sie an. Grundsätzliches zum Pflanzen steht im Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt Aussaat, Vorkultur und Pflanzung.

Welche Abstände brauchen Spargelpflanzen?

Plane die Abstände als Ganzes, also in der Reihe und zwischen den Reihen passend zur Anbauform.

Anbauform In der Reihe Zwischen den Reihen
Grünspargel in Einzelreihen 30 bis 45 cm mindestens 100 cm
Anlage in Pflanzgräben 30 bis 45 cm in der Regel 1,50 bis 1,80 m von Graben zu Graben

Der weite Reihenabstand beim Grünspargel hat einen Grund: Engere Bestände begünstigen Laubkrankheiten. Zeichne die Reihen vorher im Beetplaner für deine Gartenfläche ein, damit die Anlage für ihre ganze Standzeit Platz hat.

Grün oder weiß?

Ob du Grünspargel oder Bleichspargel anbauen willst, entscheidest du vor der Pflanzung, weil für Grünspargel in Einzelreihen der eigene Mindestabstand aus der Tabelle gilt. Worin sich grüner und weißer Spargel im Anbau unterscheiden, liest du in einem eigenen Beitrag. Wie du bei Wurzelgemüse allgemein nach Typ, Form und Reife wählst, steht im Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt Sorten.

Spargel im Topf

Fehlt dir ein Beet, geht Spargel auch im Topf: je eine Krone in ein Gefäß ab 30 cm Breite und Tiefe. Dort bleibt die Nutzungsdauer kürzer, und die Ernten fallen geringer aus als im Gartenboden.

Mini-Checkliste

Vor dem Auspflanzen prüfe ich: Sind die Jungpflanzen schrittweise abgehärtet? Sind die Sprossknospen weder matschig noch verschimmelt? War die Fläche kein früheres Spargelbeet? Sind ausdauernde Unkräuter entfernt? Passen die Abstände in der Reihe und zwischen den Reihen zur Anbauform?

Nach dem Pflanzen: Pflege, Schutz und Ernte in Kürze

Vor dem Austrieb lockerst du den Boden nur flach und vorsichtig, damit keine jungen Spitzen verletzt werden. Spargel mag feuchten, gut durchlässigen Boden, und Grundlagen zu Pflege, Gießen und Düngen findest du im Wurzelgemüse-Ratgeber. Wie du die Anlage im ersten Standjahr versorgst, damit sie gut anwächst, steht im Beitrag über die Pflege von Spargel im ersten Standjahr.

Junge Bestände kontrollierst du vom Austrieb bis Juni auf verkrüppelte Triebe, Fraßgänge und Welke, denn sie können auf Fliegenbefall hindeuten. Vollständig abgestorbenes Spargelkraut entfernst du aus dem Garten, und Spargelhähnchen lassen sich bei kühleren Temperaturen gut absammeln. Mehr dazu, wie du Spargel biologisch anbaust, steht in einem eigenen Beitrag, die Grundlagen im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge des Wurzelgemüse-Ratgebers.

Gestochen wird erst, wenn die Anlage alt genug ist, und Grundsätzliches zur Ernte steht im Wurzelgemüse-Ratgeber im Abschnitt Ernte. Mit welchen Methoden du in den Jahren danach mehr aus deinem Beet holst, beschreibt der Beitrag darüber, wie du den Spargelertrag steigerst.

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Du willst Spargel unter Glas kultivieren? Dann lies, was beim Spargelanbau im Gewächshaus anders ist.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert es von der Aussaat bis zur ersten Spargelernte?
Bei Anzucht aus Samen dauert es üblicherweise bis zum dritten Kulturjahr, bis du zum ersten Mal erntest. Mit vorgezogenen Rhizomen verkürzt sich die Wartezeit um etwa ein Jahr. Dafür kann eine Anlage im Hausgarten bis zu 20 Jahre genutzt werden, wobei die Pflege mitentscheidet.
Welche Temperaturbedingungen sind optimal für die Keimung von Spargelsamen?
Stell die Aussaat bei 20 °C auf. Keimen kann Spargel im Bereich von 12 °C bis 20 °C. Halte die Erde in dieser Zeit feucht, ohne sie zu vernässen.
Wann und wie sollte man Spargel-Jungpflanzen das erste Mal pikieren?
Pikiere, sobald die Sämlinge ihre ersten Laubblätter gebildet haben. Löse jeden Sämling vorsichtig von unten und setze ihn so in seinen Topf, dass die Wurzeln im Pflanzloch nicht nach oben gebogen sind. Das Pikiersubstrat darf einen Salzgehalt bis 1,5 g je Liter haben. Danach brauchen die Jungpflanzen genug Licht und keine zu hohe Temperatur.
Was ist der Unterschied zwischen Spargelsamen und Spargelrhizomen beim Anbau?
Mit Samen gehst du den ganzen Weg selbst: einweichen, aussäen, pikieren und abhärten, bevor die Pflanzen ins Beet kommen. Bis zur ersten Ernte dauert es dann üblicherweise bis zum dritten Kulturjahr. Vorgezogene Rhizome verkürzen diese Wartezeit um etwa ein Jahr. Prüfe gekauftes Pflanzgut: Sind die Sprossknospen matschig oder sichtbar verschimmelt, ist es ungeeignet.
Wie unterscheidet sich Saatgut von Asparagus officinalis von anderen Gemüsesamen in der Handhabung?
Spargelsamen weichst du vor der Aussaat in warmem Wasser ein, bis sie gequollen sind, gewöhnlich 24 bis 48 Stunden. Danach verwirfst du das Wasser und alle Samen, die oben schwimmen. Spargel keimt in 7 bis 21 Tagen. Weil die Keimung bei warmer Aussaat auch bis zu 3 Monate dauern kann, gibst du eine Aussaat nicht zu früh auf.
Unterscheiden sich die optimalen Aussaatzeiten für Spargelsamen in verschiedenen deutschen Klimazonen?
Die Kultur startest du im März oder April, bei 20 °C im Haus. Saattermine richtest du grundsätzlich nach der Witterung, denn klimatisch ungünstige Lagen lassen sich später bestellen als Weinbaulagen. Ins Beet pflanzt du Spargel im Frühjahr, im März und April oder im April und Mai.
Welche spezielle Pflege benötigen Spargelkeimlinge in den ersten Wochen nach der Keimung?
Bis zum Pikieren hältst du die Erde feucht, ohne sie zu vernässen. Nach dem Pikieren brauchen die Jungpflanzen genug Licht und keine zu hohe Temperatur, sonst werden sie blass, dünn und weich. Solche Pflanzen sind nach dem Auspflanzen anfälliger und wachsen langsamer an. Prüfe vor dem Gießen die Feuchte mit dem Finger, weil torffreie Erde oben trocken wirken kann, während sie darunter noch nass ist.
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